Puerto Naos

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Gemeinde Los Llanos de Aridane:
Puerto Naos
La Palma - Los Llanos - Puerto Naos + Sol La Palma (Mirador de Puerto Naos) 02 ies.jpg
Puerto Naos
Wappen Karte der Kanarischen Inseln
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Puerto Naos (Kanarische Inseln)
Basisdaten
Land: Spanien Spanien
Autonome Gemeinschaft: Kanarische Inseln Kanarische Inseln
Provinz: Santa Cruz de Tenerife
Insel: La Palma
Koordinaten 28° 35′ N, 17° 55′ WKoordinaten: 28° 35′ N, 17° 55′ W
Einwohner: 895 (2016)INE
Postleitzahl(en): E–38769
Ortskennzahl: 38024000800

Gemeindeteile von Los Llanos de Aridane
Puerto Naos
El Remo
Anglerinnen in El Remo

Puerto Naos ist ein Ortsteil (Barrio) der Gemeinde Los Llanos de Aridane auf der zu Spanien gehörenden Kanareninsel La Palma. Die Küstensiedlung zählt mit einem ausgedehnten Badestrand – neben Los Cancajos – zu den wichtigsten Touristenzentren der Insel.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeindeteil Puerto Naos mit einem langgestreckten Küstenabschnitt befindet sich im Süden der Gemeinde Los Llanos und wird durch die Gemeinden, im Norden durch Tazacorte und im Süden durch Fuencaliente begrenzt. Das Gebiet wurde wesentlich durch Lavaströme zweier Vulkanausbrüche erweitert, die von der steil aufsteigenden Cumbre Vieja zum Meer abflossen. 1585 entstanden durch den Vulkanausbruch des Tajuya zwischen dem Ort Puerto Naos bis Charco Verde ca. 150 ha und 1712 durch den des El Charco bei El Remo ca. 6,4 ha neue Landflächen.[1][2]

Bedeutsam für den Tourismus sind seine beiden Sandbadestrände, der 600 Meter lange Strand im Ort Puerto Naos und die Playa de Charco Verde, eine zwischen Vulkanfelsen geschützte Bucht zwischen den Orten Puerto Naos und El Remo.

Im Süden befindet sich in unmittelbarer Küstennähe die Siedlung El Remo mit etwa 108 Einwohnern, sie zählt zu den geschützten Landschaften von Tamanca auf La Palma.[3]

Der gesamte Küstenabschnitt von Puerto Naos ist Teil des seit 2001 auf La Palma eingerichteten Meeresreservats mit einer Küstenlänge von 15 Kilometern.[4][5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevor der Tourismus zur Haupteinnahmequelle wurde, lebten die Einwohner von der Fischerei und dem Bananenanbau, der noch heute für die lokale Wirtschaft wichtig ist.

Während des Kalten Krieges hatte das US-Militär unter dem Deckmantel einer Walforschung des „Palisades Geophysical Institute“ der Universität Columbia im Jahr 1963 eine U-Boot-Abhörstation errichtet, die Teil von mehr als dreißig Überwachungsstationen des amerikanischen SOSUS war. Ziel war es U-Boote der UdSSR aufzuspüren. Im Mai 1968 nahm es an der Suche nach dem amerikanischen Atom-U-Boot USS Scorpion (SSN-589) teil, das am 22. Mai 1968, 400 Meilen südwestlich der Azoren mit 99 Männern an Bord sank.[6]

Eine Woche vor dem Vulkanausbruch des Teneguía am 31. Oktober 1971 wurden von der Messstation intensive Unterwassergeräusche erfasst, die auf den im Süden der Insel bevorstehenden Vulkanausbruch hinwiesen. Die erfassten Daten wurden den spanischen Behörden übermittelt. Nachdem die Überwachungsstation 1976 endgültig geschlossen wurde, standen die leeren Gebäude bis zu ihrem Abriss im Jahr 2007.[7]

Mit dem neuen Flughafen auf La Palma, auf dem in den 1980er Jahren erstmals Charterflüge vom europäischen Festland landen konnten, verstärkte sich auf La Palma, so auch in Puerto Naos, die Bautätigkeit, so dass sich das ehemalige Fischerdorf innerhalb weniger Jahre zu einer reinen Touristensiedlung entwickelte.[8]

Seit dem Vulkanausbruch auf La Palma 2021 ist der Ortsteil aufgrund hoher Kohlendioxid-Belastungen abgesperrt (Stand September 2022).[9]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Spanisches Statistikamt[10]

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
737 852 871 921 853 874 849 848 877 914 941 979 970 946 899 888 895

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Haupteinnahmequelle der Gemeinde besteht im Tourismus durch diverse Apartments, eine große Hotelanlage sowie Restaurants, Bars und Shops. Neben den guten Bademöglichkeiten am schwarzen Sandstrand, der mit der Blauen Flagge bewertet ist, gibt es die Möglichkeit zum Paragliding, Mountainbiken und Tauchen.

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaft, die vom Bananenanbau dominiert wird, ist für die Gemeinde eine wichtige Einnahmequelle.[11]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existiert eine stündliche direkte Busverbindung von Los Llanos, teilweise weiterführend bis El Remo. Mit dem Auto ist die Stadt Los Llanos zirka 15 Minuten entfernt, der Flughafen und die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma sind in 45 Minuten zu erreichen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Puerto Naos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. R. Olzem: Volcan Jedey oder Tajuya
  2. R. Olzem: Vulkan El Charco
  3. Landschaftsschutzgebiet Tamanca, Reserva Mundial de la Biosfera La Palma.
  4. Reserva Marina Isla de La Palma, Reserva Mundial de la Biosfera La Palma.
  5. Flächennutzungsplan - Marine Reserve, La Reserva Marina de la Isla cuenta con una nueva regulación que refuerza su protección.
  6. La estacion SOSUS de Puerto Naos en la Palma. minoslas.blogspot.com, 5. Oktober 2011, abgerufen am 4. Januar 2022.
  7. La Palma y el mar
  8. Lars Gerhardts: Entwicklung der touristischen Nachfrage auf La Palma, La Palma Aktuell – Kalenderblatt für den August 2005.
  9. Sebastian Kisters: La Palmas Not mit den Vulkangasen. In: Tagesschau. 17. September 2022, abgerufen am 17. September 2022.
  10. Instituto Nacional de Estadística.
  11. Plan Director de Eficiencia Energética, Servicio de Consultoría y Asistencia Técnica en materia de Eficiencia Energética del Cabildo Insular y de los 14 Ayuntamientos de la Isla de La Palma, 26. September 2017.