Pump and Dump

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Ein Aktien-Nachtsänger verkauft Aktien auf der Straße während der Südseeblase in Amsterdam im Jahre 1720

Der Begriff Pump and Dump (abgekürzt P&D, dt. „aufpumpen und wegwerfen“), auch Scalping, bezeichnet eine Strategie der Marktmanipulation mit gering kapitalisierten Titeln (Penny Stocks). Der Preis eines Aktienbestandes wird durch falsche und irreführende positive Aussagen künstlich erhöht („aufgepumpt“; engl. pump), beispielsweise mit der Ankündigung einer angeblich bevorstehenden Restrukturierung durch Einstieg eines Großinvestors, um den vorher günstig gekauften Bestand zu einem höheren Preis an gutgläubige Anleger zu verkaufen.[1] Sobald die Betreiber des Systems ihre überbewerteten Aktien verkaufen (engl. dump für ‚wegwerfen‘), weil die Restrukturierung angeblich gescheitert ist, sinkt der Preis und die gutgläubigen Investoren verlieren ihr Geld.[2][3]

Während Betrüger in der Vergangenheit auf kalte Telefonakquise angewiesen waren, bietet das Internet jetzt eine billigere und einfachere Art, eine große Anzahl potenzieller Investoren zu erreichen. Einer Studie aus dem Jahr 2018 zufolge werden die meisten Pump-and-Dump-Aktivitäten über den Messenger Telegram koordiniert, über zwei Drittel (67 %) der Manipulationen fanden dabei auf der Krypto-Börse Cryptopia statt.[4][5]

Einer der bekanntesten Betrugsfälle nach dieser Methode war der Fall der Firma Stratton Oakmont, welcher Vorbild für den Hollywoodfilm The Wolf of Wall Street wurde.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. BaFin: Steuersparmodell Marktmanipulation? Stuttgart 2016, S. 6 (Tatschema).
  2. "Pump-and-Dumps" and Market Manipulations. U.S. Securities and Exchange Commission, abgerufen am 11. Mai 2017.
  3. Christoph Rottwilm: Dreistelliger Millionenschaden in Deutschland: Forscher decken auf, wer „Wall-Street-Wölfen“ zum Opfer fällt manager magazin, 24. Januar 2018.
  4. Studie: So lassen sich Pump-and-Dump-Schemata voraussagen Finanzen100, 6. Dezember 2018.
  5. Stephen O'Neal: Pump-and-Dump Gruppen immer häufiger in unreguliertem Martk cointelegraph.com, 23. Dezember 2018.
  6. Arnd Wiedemann, Patrick Hertrampf: Fehler im Anlegerschutz - Der Fall „Wolf of Wallstreet“ im Spiegel unserer Zeit Diagonal (Zeitschrift) 2019, S. 61–77.