Pumpspeicherkraftwerk Atdorf

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Pumpspeicherkraftwerk Atdorf
Übersicht Pumpspeicherkraftwerk Atdorf
Übersicht Pumpspeicherkraftwerk Atdorf
Lage
Pumpspeicherkraftwerk Atdorf (Baden-Württemberg)
Pumpspeicherkraftwerk Atdorf
Koordinaten 47° 39′ 5″ N, 7° 57′ 17,9″ OKoordinaten: 47° 39′ 5″ N, 7° 57′ 17,9″ O
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Ort Herrischried-Atdorf, Bad Säckingen
Höhe Oberwasser 1016 m
Kraftwerk
Eigentümer Schluchseewerk
Betreiber Schluchseewerk
Bauzeit 2014–2019 oder 2021
Betriebsbeginn 2019 bis 2021
Technik
Engpassleistung 1400 Megawatt
Durchschnittliche
Fallhöhe
600 m
Regelarbeitsvermögen 13 Millionen kWh/Jahr
Turbinen Francis-Turbinen
Sonstiges
Stand 2013
Berg Abhau: Geplanter Standort für oberen Speichersee (Hornbergbecken II) des Pumpspeicherkraftwerks Atdorf

Das geplante Pumpspeicherkraftwerk Atdorf im Hotzenwald ist ein Projekt der Laufenburger Schluchseewerk AG. Die Pläne wurden Ende September 2008 veröffentlicht. Es dient dazu, zeitliche Schwankungen in der Stromerzeugung und im Stromverbrauch durch Speicherung in Form potentieller Energie auszugleichen. Es wird bei planmäßiger Fertigstellung im Jahr 2019 oder 2021 mit bis zu 1,4 GW maximaler Leistung das größte in Europa sein. Die beiden neu zu bauenden Becken mit einem Höhenunterschied von 600 m sollen 9 Millionen Kubikmeter Inhalt haben. Das entspricht einem Arbeitsvermögen von ca. 13 GWh. Das Kraftwerk wird in einer Kaverne senkrecht unterhalb des Oberbeckens untergebracht.

Oberbecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Herrischried-Atdorf, etwa 500 m südlich des bisherigen Hornbergbeckens („Hornbergbecken I“), soll das Hornbergbecken II als Oberbecken der neuen Anlage gebaut werden. Der ursprünglich geplante Nutzinhalt von 10 Mio. m³ wurde nach Anpassungen an die Topographie und die benachbarten FFH-Gebiete auf 9 Mio. m³ reduziert.

Das Wasser soll über einen 700 Meter langen senkrechten Druckschacht mit 7 m Durchmesser dem unterirdischen Kraftwerk mit ca. 1400 MW Leistung zugeleitet werden, das sich am tiefsten Punkt der Anlage befindet. Über einen waagerechten, 8,1 km langen Stollen mit 9,5 m Durchmesser gelangt das Wasser anschließend zum Unterbecken.

Unterbecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Unterbecken dient das Haselbecken bei Bad Säckingen. Das zwischen dem Wehrer Ortsteil Brennet und dem Bergsee gelegene Haselbachtal soll mit einer großen Staumauer aus Walzbeton nach Westen hin abgeschlossen werden, zwei weitere Dämme sind nach Osten und Südwesten hin notwendig. So entstünde das Haselbecken, ebenfalls mit einem Nutzinhalt von 9 Millionen m³. Die Staumauer mit ihrer Länge von 520 m und einer sichtbaren Höhe von bis zu 76 m muss ca. 40 m tief gegründet werden. Sie wäre (an der Höhe über der tiefsten Gründung gemessen) die größte Staumauer Deutschlands, an der sichtbaren Höhe gemessen aber nicht, weil sie eine sehr hohe luftseitige Anschüttung erhalten soll.

Da die gesamte Anlage über keine nennenswerten natürlichen Zuflüsse verfügen wird, sind zwei Füllleitungen vorgesehen. Dennoch werden für die Erstbefüllung zwölf Monate veranschlagt. Über die eine Leitung kann dem Oberbecken Hornbergbecken II Wasser aus dem alten Hornbergbecken I zugeführt werden. Dessen Wasserverlust wird durch den Fluss Wehra ausgeglichen, der das zugehörige Unterbecken durchfließt. Über die zweite Füllleitung kann dem neuen Haselbecken vom bestehenden Eggbergbecken Wasser zugeführt werden. Dessen Wasserverlust wird über die Einleitung von Schwarzwaldbächen kompensiert.

Genehmigungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2010 hat das Regierungspräsidium Freiburg das Raumordnungsverfahren für das Pumpspeicherwerk Atdorf eingeleitet. Es ist inzwischen abgeschlossen. Das Planfeststellungsverfahren läuft seit Juni 2012 und mit einer Offenlegung war nicht vor 2014 zu rechnen.[1] Als Baukosten werden laut Unternehmen mehr als 700 Millionen Euro erwartet. Auch 1,5 Milliarden Euro werden genannt.[2]

Im März 2012 gab die Schluchseewerk AG bekannt, dass trotz Befreiung von der EEG-Umlage unter den aktuellen Marktbedingungen eine Umsetzung des Projekts nicht wirtschaftlich ist. Die Umsetzung des Projekts wurde, unter Erwartung günstigerer Rahmenbedingungen, bis zum Bauentscheid Mitte 2014 verzögert.[3]

Im September 2013 berichteten Stuttgarter Zeitung und Badische Zeitung, dass sich Schluchseewerk-Anteilseigner RWE unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht weiter mit dem Projekt befassen werde.[4][5] Das Umweltministerium geht jedoch davon aus, dass das Planfeststellungsverfahren fortgesetzt wird.[6] Anfang November berichtete die Badische Zeitung jedoch, dass EnBW das Planfeststellungsverfahren im Alleingang fortführen möchte, um die Option einer Realisierung zur Verfügung zu haben, sobald diese wirtschaftlich umsetzbar ist.[7] Ende November kündigte Schluchseewerk an, die letzten ausstehenden Unterlagen noch im Jahr 2013 beim Landratsamt einzureichen, um das Planfeststellungsverfahren voranzubringen.[8] Die letzten Antragsunterlagen gingen Ende 2014 beim Landratsamt Waldshut ein.[9] Bei der Offenlage der Planungsunterlagen zwischen dem 14. April 2016 und dem 30. Mai 2016 konnten in den betroffenen Gemeinden 124 Ordner, 1400 Pläne und etwa 19 000 Textseiten eingesehen werden. Die öffentliche Erörterung findet im Januar 2017[veraltet] statt.[10]

Gegnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen (Grüne Kreis Waldshut) hat sich klar gegen das Pumpspeicherwerk ausgesprochen.[11] Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller, ebenfalls Bündnis 90/Die Grünen, befürwortet dagegen das Projekt, da für die Energiewende Speicherkapazität aufgebaut werden müsse. Nach Untersteller gehe es nun nicht mehr darum, ob das Projekt realisiert werde, sondern wie die Umsetzung erfolgen solle.[12]

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Warum ist man dagegen? --Flominator 12:34, 1. Feb. 2017 (CET)
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Alternativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Alternativstandort wäre, neben dem Schluchseer Habsberg, der Ahaberg zwischen Fischbachertal und Bundesstraße 500. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) favorisiert den Ahaberg bei Aha.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jens Klein Die Prüfung möge beginnen. In: Badische Zeitung, 29. Juni 2012, abgerufen am 9. Juli 2012.
  2. So rechnet sich Atdorf nicht. In: Stuttgarter Zeitung, 30. März 2012, abgerufen am 10. September 2013
  3. Schluchseewerk: Pumpspeicherwerk Atdorf steht auf der Kippe. In: Badische Zeitung, 28. März 2012, abgerufen am 2. Juli 2013
  4. Pumpspeicherkraftwerk: RWE-Vorstand legt Atdorf auf Eis. In: Stuttgarter Zeitung. 11. September 2013, abgerufen am 1. November 2013.
  5. Katja Mielcarek:Rickenbach: Milliarden-Projekt: Aus für Pumpspeicherwerk Atdorf? RWE will aussteigen. In: Badische Zeitung, 11. September 2013, abgerufen am 15. September 2013
  6. Wolfgang Messner: Pumpspeicherkraftwerk: RWE-Vorstand legt Atdorf auf Eis. In: stuttgarter-zeitung.de, 11. September 2013, abgerufen am 15. September 2013
  7. Katja Mielcarek, Stefan Hupka, Franz Schmider: Südwest: EnBW plant Atdorf im Alleingang. In: Badische Zeitung, 9. November 2013, abgerufen am 3. Dezember 2013.
  8. Katja Mielcarek: Bad Säckingen: Ein Satz zu Pumpspeichern. In: Badische Zeitung, 29. November 2013, abgerufen am 3. Dezember 2013.
  9. Meilenstein im Projekt Atdorf: Alle Antragsunterlagen bei der Behörde eingereicht. Der fünfte und letzter Teil ging am 30.12. beim Landratsamt ein. Schluchseewerk AG, 30. Dezember 2014, abgerufen am 19. März 2016 (PDF).
  10. Markus Vonberg: Rickenbach: So geht es jetzt mit dem Projekt Atdorf weiter. In: Südkurier Online. 26. Februar 2016, abgerufen am 19. März 2016.
  11. Grüne unterstützen Demonstration der BI Atdorf. Grüner Kreis Waldshut
  12. Katja Mielcarek: Umweltminister Untersteller: Ja zum Pumpspeicher am Hochrhein. In: badische-zeitung.de, 21. September 2011, abgerufen am 6. Oktober 2011
  13. Ralf Morys: Schluchsee: Naturschützer schielen zum Ahaberg. In: Badische Zeitung, 16. Juni 2010, abgerufen am 28. Februar 2011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]