Purple Rain (Album)

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Dieser Artikel behandelt das Musikalbum Purple Rain, zu weiteren Bedeutungen siehe Purple Rain.
Purple Rain
Studioalbum von Prince and the Revolution
Veröffentlichung 25. Juni 1984
Aufnahme 3. August 1983 – 14. April 1984
Label Warner Bros. Records
Format LP, CD
Genre R&B, Dance, Electro Funk, Funk, Pop, Rock
Anzahl der Titel 9
Laufzeit 43:52

Besetzung

  • Alle Songs wurden von Prince and the Revolution produziert, arrangiert, komponiert und vorgetragen.[1] Die Bandmitglieder ergänzten die Aufnahmen folgendermaßen:[2]
  • The RevolutionLet’s Go Crazy, I Would Die 4 U, Baby I’m A Star und Purple Rain (Die Mitglieder von The Revolution wirken bei genannten Songs mit, wobei die Beiträge nicht genau definiert sind)
  • Lisa Coleman, Wendy Melvoin, Brown Mark, Doctor Fink – Backing Vocals in Computer Blue
  • Lisa Coleman, Doctor Fink – Keyboards
  • Wendy Melvoin – Akustische Gitarre
  • Bobby Z. Rivkin – Schlagzeug
  • Brown Mark – E-Bass
  • Novi Novog – Bratsche und Violine in Take Me with U, Baby I’m A Star und Purple Rain
  • David Coleman, Suzi Katayama – Cello in Take Me with U, Baby I’m A Star und Purple Rain
  • Prince, Lisa Coleman – Streichorchester-Arrangement in Take Me with U, Baby I’m A Star und Purple Rain
  • Lisa Coleman, Wendy Melvoin – Streichorchester dirigiert in Take Me with U, Baby I’m A Star und Purple Rain
  • David Leonard, David Rivkin, Don Batts, Susan Rogers, Peggy McCreary – Toningenieur[3]
  • Prince – Artdirector
  • Laura Li Puma – LP-Design
  • Larry Williams, Ron Slenzak – Fotografie
  • Larry Williams – zusätzliche Fotografie
  • Ed Thrasher & Associates / Slenzak – Frontcover Fotografie
  • Doug Henders – LP-Innenhülle Malerei
  • Earl Jones – “on the hair side” –
  • Jayson Jefferys – Makeup
  • Prince, Louis & Vaughn, Marie France – Rags
  • Bernie Grundman – Mastering
  • Bob Cavallo, Joe Ruffalo, Steve Fargnoli – Persönliches Management von Prince
Produktion Prince
Studio First Avenue (Minneapolis)
St. Louis Park Warehouse (Minneapolis)
Sunset Sound Studio (Los Angeles)
Chronologie
1999
(1982)
Purple Rain Around the World in a Day
(1985)
Singleauskopplungen
16. Mai 1984 When Doves Cry
18. Juli 1984 Let’s Go Crazy
26. September 1984 Purple Rain
28. November 1984 I Would Die 4 U
25. Januar 1985 Take Me with U

Purple Rain (englisch für Lila Regen) ist das sechste Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince. Es erschien am 25. Juni 1984 bei dem Label Warner Bros. Records und dient als Soundtrack zum gleichnamigen Film Purple Rain. Prince gelang mit diesem Album international der kommerzielle Durchbruch; Purple Rain konnte sich 24 Wochen auf Platz eins der US-Albumhitparade halten und ist das erfolgreichste Album seiner Karriere. Es bekam einen Oscar und zwei Grammy Awards. Die Purple-Rain-Tour von 1984 bis 1985 avancierte zu Prince’ erfolgreichsten Tournee seiner Karriere.

Die Musik des Albums zählt zum Genre R&B, Dance, Electro Funk, Funk, Pop und Rock, die Songtexte handeln von Liebe, Spiritualität und sexuellen Anzüglichkeiten. Der Song Darling Nikki war ausschlaggebend dafür, dass in den USA der Warnhinweis Parental Advisory – Explicit Lyrics” (deutsch: „Hinweis für Eltern – allzu deutliche Liedtexte“) auf Musikveröffentlichungen eingeführt wurde. Musikkritiker bewerteten das Album Purple Rain zum Teil sehr positiv.

Entstehung[Bearbeiten]

Das Album Purple Rain wurde hauptsächlich im Zeitraum von August 1983 bis Oktober 1983 aufgenommen. Am 3. August 1983 spielte Prince mit seiner Begleitband The Revolution ein Benefiz-Konzert in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) im Musikklub First Avenue. Dieses Konzert, bei dem Prince unter anderem die damals noch unveröffentlichten Songs Let’s Go Crazy, Computer Blue, I Would Die 4 U, Baby I’m a Star und Purple Rain spielte, wurde von den Toningenieuren David Leonard und David Z. Rivkin mitgeschnitten. Ein paar Tage später nahm Prince in seinem Heimstudio in Minneapolis den Song Darling Nikki auf.

Ab dem 15. August 1983 arbeitete Prince für fünf Wochen mit der Toningenieurin Peggy McCreary im Tonstudio Sunset Sound in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien). Dort überarbeitete Prince die zuvor als Liveversion existierenden Songs Purple Rain und Baby I’m a Star. Er sang diese beiden Songs im Studio neu ein, versah sie mit Overdubs und fügte Streichinstrumente hinzu. Computer Blue hingegen überarbeitete Prince von Grund auf und schrieb eine neue Version mit Backing Vocals von Wendy Melvoin und Lisa Coleman. Außerdem nahm Prince im Sunset Sound den Song The Beautiful Ones auf.

Während der Zeit in Los Angeles gastierte Prince – zusammen mit Michael Jackson – am 20. August 1983 bei einem Konzert von James Brown im Beverly Theater auf der Bühne. Prince spielte lediglich Gitarre und verließ nach wenigen Minuten die Bühne wieder.

Als Prince im Oktober 1983 wieder zurück in seiner Heimatstadt Minneapolis war, nahm er – zusammen mit der Toningenieurin Susan Rogers – in seinem Heimstudio das Instrumentalstück Father’s Song sowie die Songs Wednesday und Let’s Go Crazy auf. Let’s Go Crazy, das bisher als Liveversion vom Konzert am 3. August 1983 existierte, überarbeitete Prince und nahm es in seiner Endfassung schließlich in einer Lagerhalle namens St. Louis Park Warehouse in Minneapolis auf. Dazu wurde David Leonard aus Los Angeles eingeflogen, damit er – zusammen mit Susan Rogers – Prince’ Heimstudio in der Lagerhalle installieren konnte.

Am 7. November 1983 stellte Prince dem Label Warner Bros. Records eine Rohfassung des Purple Rain-Albums mit folgender Tracklist vor:

Purple Rain (7. November 1983)
  1. Let’s Go Crazy
  2. The Beautiful Ones
  3. Computer Blue
  4. Darling Nikki
  5. Wednesday
    (Der Song wurde bis heute (2014) nicht veröffentlicht)
  6. Purple Rain
  7. I Would Die 4 U
  8. Baby, I’m a Star
  9. Father’s Song (Der Song ist im Film Purple Rain zu hören)
Autor aller Songs ist Prince

Vom 27. Dezember 1983 bis April 1984 arbeitete Prince erneut in Los Angeles, um im Sunset Sound das Album Purple Rain fertigzustellen. In dieser Zeit waren Jill Jones, die Zwillingsschwestern Wendy und Susannah Melvoin sowie die Geschwister Lisa und David Coleman oftmals als musikalische Gäste im Studio bei Prince anwesend. Als letzte Songs nahm Prince noch die Songs When Doves Cry und Take Me with U auf. Take Me with U hatte Prince ursprünglich für sein Nebenprojekt Apollonia 6 vorgesehen, entschied sich dann aber dafür, den Song für sein eigenes Album zu verwenden. Am 14. April 1984 war die musikalische Endfassung des Albums Purple Rain fertiggestellt.[4][5]

Musik[Bearbeiten]

Musikalischer Stil[Bearbeiten]

Die Musik des Albums Purple Rain ist eine stilistische Kombination aus den Musikgenres R&B, Funk und Soul.[6] Eine zentrale Rolle spielt jedoch das Genre der Rockmusik. Der Song Let’s Go Crazy ist ein Rock-’n’-Roll-Stück, das von Gitarreneinsatz geprägt ist.[7] The Beautiful Ones und der Song Purple Rain sind Rockballaden.[8] Zudem setzt Prince auf dem Album Synthesizer und das Linn LM-1 als Drumcomputer ein, womit er in Musikgenres wie Elektronische Tanzmusik und Electro Funk vordringt. Beispiele dafür sind die Songs Computer Blue, I Would Die 4 U, Baby I’m a Star und vor allem das Stück When Doves Cry; in diesem Song, das ohne Bass auskommt, dominieren unter anderem Staccato-Figuren an den Keyboards.[9]

Text und Gesang[Bearbeiten]

Vier Songs des Albums handeln direkt oder indirekt von der Überzeugung, das kommende Jenseits halte das Versprechen absoluter Freiheit bereit; Let’s Go Crazy behandelt das Thema Leben nach dem Tod, Take Me with U kapituliert Prince vor einer größeren Macht – einer Liebe, die sich seinem Einfluss entzieht. Im Song I Would Die 4 U definiert sich Prince als Wesen, das in irdischen Begriffen nicht fassbar ist und das sein Leben für eine bessere Welt hergeben würde. Im Song Purple Rain beschreibt er eine Art metaphysisches Gelobtes Land. In seinen Liedtexten benutzt Prince zu diesen und anderen Themen verschiedentlich Metaphern.[7]

The Beautiful Ones beschreibt Prince’ Eifersucht auf einen anderen Mann, der mit der Frau liiert ist, die Prince ebenfalls begehrt. Laut Prince’ damaliger Toningenieurin Peggy McCreary schrieb er diesen Song bezogen auf Susannah Melvoin – die Zwillingsschwester von Wendy Melvoin.[10][11] When Doves Cry handelt vom Verlust von Liebe und vom Alleinlassen.[12] Der Song Darling Nikki war im Jahr 1984 ausschlaggebend dafür, dass in den USA auf Initiative von Tipper Gore der Warnhinweis Parental Advisory – Explicit Lyrics” (deutsch: „Hinweis für Eltern – allzu deutliche Liedtexte“) auf Musikveröffentlichungen eingeführt wurde.[10] Tipper Gore war brüskiert, als ihre damals elfjährige Tochter in dem Song die Textzeile “I met her in a hotel lobby masturbating with a magazine” (deutsch: „Ich traf sie in der Hotelempfangshalle, masturbierend mit einer Zeitschrift“) hörte.

Neben seinem charakteristischen Falsettgesang benutzt Prince auf dem Album auch tiefere Stimmlagen.

Rückwärtsbotschaft[Bearbeiten]

Auf dem Album Purple Rain sind in zwei Songs Rückwärtsbotschaften versteckt; Darling Nikki enthält am Ende des Songs den rückwärts gesprochenen Satz “Hello, how are you? I’m fine. 'cause I know that the Lord is coming soon, coming, coming soon.” (deutsch: „Hallo, wie geht’s? Mir geht’s gut. Weil ich weiß, dass der Herr bald kommt, kommt, bald kommt.“)

In dem Song Baby I’m A Star ist im Hintergrund gleich zu Beginn und am Schluss folgender Satz rückwärts gesprochen: “Like what the fuck do they know. All their taste is in their mouth. Really. What the fuck do they know? Come on baby. Let’s go … crazy.” (deutsch: „Was zum Teufel wissen sie. Ihr ganzer Geschmack ist in ihrem Mund. Wirklich. Was zum Teufel wissen sie? Los, Baby. Lass uns … verrückt spielen.“)

Titelliste und Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Purple Rain
  1. Let’s Go Crazy – 4:39
    (Autor: Prince and the Revolution)
  2. Take Me with U – 3:53 (Duett mit Apollonia Kotero)
  3. The Beautiful Ones – 5:14
  4. Computer Blue – 3:59
    (Autor: Prince, Lisa Coleman, Doctor Fink, Wendy Melvoin, John L. Nelson)
  5. Darling Nikki – 4:13
  6. When Doves Cry – 5:51
  7. I Would Die 4 U – 2:49
    (Autor: Prince and the Revolution)
  8. Baby I’m a Star – 4:23
    (Autor: Prince and the Revolution)
  9. Purple Rain – 8:40
    (Autor: Prince and the Revolution)
Autor aller Songs ist Prince, sofern nicht anders angegeben

Singles[Bearbeiten]

Von dem Album Purple Rain wurden fünf Singles ausgekoppelt: When Doves Cry ist als Single-Edit-Version am 16. Mai 1984 erschienen,[5] die 3:48 Minuten lang ist. Der Song der B-Seite 17 Days war bis dato unveröffentlicht. Die Single-Version von Let’s Go Crazy erschien am 18. Juli 1984 und ist auf 3:46 Minuten gekürzt.[13] Der Song der B-Seite Erotic City war bis dato ebenfalls unveröffentlicht. Als dritte Single wurde am 26. September 1984 der Song Purple Rain ausgekoppelt.[14] Es erschien ebenfalls in einer gekürzten Single-Edit-Version mit einer Länge von 4:04 Minuten. Der Song der B-Seite God war bis dato unveröffentlicht. I Would Die 4 U erschien am 28. November 1984.[14] Die Single-Version ist 2:56 Minuten lang und damit um sieben Sekunden länger als die Album-Version. Da die Album-Version nahtlos in den nächsten Song Baby I’m A Star übergeht, werden die letzten Sekunden des Songs nicht ausgespielt. Another Lonely Christmas ist der vierte Song, der bis dato unveröffentlicht war und als B-Seite einer Single diente. Take Me with U wurde am 25. Januar 1985 ausgekoppelt, jedoch nicht in Europa veröffentlicht.[15] Die B-Seite der Single ist Baby I’m A Star, die mit der Album-Version identisch ist.

Musikvideos[Bearbeiten]

Zu Beginn des Musikvideo When Doves Cry steigt Prince aus einer Badewanne und kriecht unbekleidet auf allen vieren auf dem Fußboden entlang. Dabei ist die Kameraperspektive so eingestellt, dass Prince’ Unterkörper nicht zu sehen ist. Gegen Ende des Videos ist eine Tanz-Choreografie von Prince mit seiner Begleitband The Revolution zu sehen, die jedoch in der gekürzten Single-Version des Videos nicht vollständig enthalten ist. Außerdem zeigt das Musikvideo Filmausschnitte aus dem Film Purple Rain.[16]

Im Musikvideo zu Let’s Go Crazy sind verschiedene Szenen aus dem Film Purple Rain zu sehen.[16] Das Musikvideo zu Purple Rain ist direkt aus dem Film Purple Rain entnommen und zeigt Prince’ Auftritt im Musikklub First Avenue, wie er den Song vorträgt.[17] I Would Die 4 U und Baby, I’m a Star zeigen Liveversionen von einem Konzert in Washington, D.C. aus dem November 1984.[17] Take Me with U zeigt eine Liveversion von einem Konzert der Purple-Rain-Tour in Houston (US-Bundesstaat Texas) aus dem Januar 1985.[17]

Coverversionen[Bearbeiten]

Von allen Songs des Albums Purple Rain existieren Coverversionen; Let’s Go Crazy wurde beispielsweise von Good Clean Fun (1999) und von Riverboat Gamblers (2009) neu aufgenommen. Im Jahr 1993 nahm Weird Al Yankovic mit dem Song Traffic Jam eine Parodie des Songs auf. Take Me with U wurde unter anderem von Monte Warden (1998) und Sharleen Spiteri (2010) gecovert. The Beautiful Ones interpretierten Fireside (1995) und Mariah Carey (1997). Computer Blue wurde von Randy (1995) und Of Montreal (2009) neu aufgenommen. Darling Nikki spielten Whale (1995), Asylum Street Spankers (1998), Foo Fighters (2003), Rebecca Romijn-Stamos (2006) und Chairlift (2009) neu ein.

When Doves Cry coverten unter anderem The Flying Pickets (1994), Ani DiFranco (1997), Ginuwine (1997), Barenaked Ladies (2001), Patti Smith (2002), Guy Sebastian (2003), Damien Rice (2005), Razorlight (2007), Alex Clare (2011) und Scala & Kolacny Brothers (2012). I Would Die 4 U nahmen Missing Persons (1999), Space Cowboy (2003) und Raheem DeVaughn (2010) neu auf. Baby, I’m a Star interpretierten Buddy Miles (1999) und Tina Turner (2000). Purple Rain coverten unter anderem Chris Hunter (1986), Royal Philharmonic Orchestra (1995), Teddybears (1995), LeAnn Rimes (1998), Lucky Peterson (1998), Alkbottle (2004), Etta James (2006), Aynsley Lister (2010), Elkie Brooks (2010) und Dami Im (2013).[18][19][20][21]

Die B-Seiten 17 Days und Erotic City wurden ebenfalls von Musikern gecovert; 17 Days nahmen Living Colour (1993) und Dâm-Funk (2012) neu auf, und Erotic City wurde von George Clinton (2004) sowie von der Band Berlin (2005) interpretiert.

Tournee[Bearbeiten]

Tyische Setlist der Purple-Rain-Tour 1984–1985[22]
  1. Let’s Go Crazy
  2. Delirious
  3. 1999
  4. Little Red Corvette
  5. Take Me with U
  6. Yankee Doodle Dandy (als Instrumentalversion gespielt)
    (Song stammt von 1942, der Autor ist jedoch unbekannt)
  7. Free
  8. Father’s Song
  9. God
  10. Computer Blue
  11. Darling Nikki
  12. The Beautiful Ones
  13. When Doves Cry
  14. I Would Die 4 U
  15. Baby, I’m a Star
  16. Purple Rain
Autor aller Songs ist Prince, sofern nicht anders angegeben

Der Tourauftakt der Purple-Rain-Tour war am 4. November 1984 in Detroit (US-Bundesstaat Michigan) und endete am 7. April 1985 in Miami (US-Bundesstaat Florida).[22] Die Tournee umfasste 98 Konzerte, davon 96 in den USA und zwei in Toronto (Kanada), spielte 30 Millionen US-Dollar ein und wurde von insgesamt zirka 1,75 Millionen Menschen besucht.[23] Die Gesamtkosten der Bühnenproduktion betrugen in etwa 300.000 US-Dollar, und die Zuschauerkapazität der Konzerthallen variierte üblicherweise zwischen 15.000 und 20.000 Plätzen – vereinzelt trat Prince auch in Stadien mit einer größeren Zuschauerkapazität auf. Die Konzertlängen während der Purple-Rain-Tour variierten zwischen 90 und 120 Minuten. Sheila E. trat mit ihrer Begleitband als Vorgruppe auf und spielte für zirka 40 Minuten. Prince’ Begleitband The Revolution bestand damals aus folgenden Mitgliedern:[14]

Sheila E. und einige ihrer Bandmitglieder sowie Mitglieder von Apollonia 6 tanzten und sangen nicht selten bei dem vorletzten Song Baby I’m a Star bei Prince auf der Bühne. Bei einigen Konzerten spielte Prince zusätzlich Songs wie How Come U Don’t Call Me Anymore?, Let’s Pretend We’re Married, Do Me Baby, When You Were Mine und Head. Am Klavier spielte Prince gelegentlich die Songs Dirty Mind, I Wanna Be Your Lover, Something in the Water (Does Not Compute), With You, Still Waiting, Noon Rendezvous – den Song schrieb Prince für Sheila E. – und A Case of You von Joni Mitchell.[22]

Das Purple-Rain-Konzert am 30. März 1985 in Syracuse (US-Bundesstaat New York) im Carrier Dome wurde live im Fernsehen nach Europa übertragen und von zirka 12 bis 15 Millionen Menschen verfolgt.[24] Bei diesem Konzert spielte Prince unter anderem die Songs Irresitible Bitch, Possessed und International Lover. Das Konzert wurde später unter dem Titel Prince and the Revolution – Live am 19. November 1985 als Videokassette, Betamax und Laserdisc veröffentlicht.[25] Auf DVD und Blu-ray Disc wurde das Konzert bisher (Stand 2014) nicht veröffentlicht.

Rezeption[Bearbeiten]

Presse[Bearbeiten]

Die Kritiken zum Album fielen teilweise sehr positiv aus.[26] Das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek schrieb – auch in Hinblick auf den erfolgreichen Film Purple Rain – über das Album: „Der neue Prince von Hollywood“.[27] Hansi Hoff von der deutschen Musikzeitschrift Musikexpress/Sounds – heute Musikexpress – meinte: „Hartes Eindringen ist gefragt, und Prince kann schauerlich schön den gutturalen Orgasmus proben. Sag nichts, ich mach’s schon, scheint seine musikalische Anweisung zu lauten, schwülstig, schwitzend, aber immer glashart und erbarmungslos brutal. Die Texte einmal mehr schlüpfrig bis zum völligen Exzeß, pornographisch schön zum Mitmachen. In der Hitze des Akts, mittendrin, Prince führt Dich ein.“[28] Kurt Loder von der US-amerikanischen Musikzeitschrift Rolling Stone verglich Prince mit anderen Musikern: „Wie auch Jimi [sic] und Sly [sic] ist Prince ein Original, aber davon abgesehen ist er auch wie niemand sonst.“[26] Die überregionale US-Tageszeitung The Miami Herald schrieb über Prince: „Purple Rain beweist erneut seine Vielseitigkeit und Substanz als Livekünstler und Komponist.“ Die ebenfalls überregionale US-Tageszeitung Los Angeles Times meinte hingegen: „Seine hochkarätigen Texte und sexuelle Prahlerei werden nun von konventionellerer Sprache abgelöst. Wie es scheint hat auch Prince’ Musik etwas von ihrem experimentellen Charakter verloren.“[29]

Im Jahr 1988 betonte der Komponist Heiner Goebbels in der Wochenzeitung in einer zeitgenössischen Analyse den Eklektizismus in der Musik von Prince, da „es sich um ein reflektiertes, mit Zurückhaltung, Geschmack und Geschichtsbewusstsein ausgestattetes Verfahren handelt, das unsere Wahrnehmungsweisen vorantreibt und gleichzeitig Erinnerungen aufarbeitet.“[30]

Die Wirkung des Album ist vor allem auf „die Haltung hinter der Musik“ zurückzuführen, analysierte im Jahr 2009 die Süddeutsche Zeitung im Rückblick: Diese „unterschied sich von der Konkurrenz: Prince ersetzte das Achtziger-Jahre-Idealbild des Musikers als hybrides Maschinenwesen und gebärdete sich in seinen Rüschenhemden wie ein romantischer Virtuose des 19. Jahrhunderts.“[31]

Im Jahr 2010 gab Stephen Thomas Erlewine von Allmusic dem Album die maximale Anzahl von fünf Sternen; es sei eines der aufregendsten Rockalben, die je aufgenommen worden seien.[32]

Charts[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen [33]
DE AT CH UK US
1984 Purple Rain 5
(48 Wo.)
8
(22 Wo.)
7
(31 Wo.)
7
(94 Wo.)
1(24)
(84 Wo.)

Das Album Purple Rain belegte 24 Wochen ununterbrochen Platz eins der US-Albumcharts.[10] Außerdem wurde es international mehrfach mit Gold- und Platinstatus ausgezeichnet. Beispielsweise erhielt es:

  • in Deutschland Platin für 500.000 verkaufte Exemplare[34]
  • in der Schweiz Platin für 50.000 verkaufte Exemplare[35]
  • in England Doppelplatin für 600.000 verkaufte Exemplare[36]
  • in den USA Diamant plus Dreifachplatin für 13 Millionen verkaufte Exemplare[37]
Jahr Titel Chartpositionen [33]
DE AT CH UK US
1984 When Doves Cry 16
(18 Wo.)
19
(2 Wo.)
17
(9 Wo.)
4
(15 Wo.)
1(5)
(21 Wo.)
1984 Let's Go Crazy 7
(10 Wo.)
1(2)
(19 Wo.)
1984 Purple Rain 5
(16 Wo.)
4
(12 Wo.)
5
(11 Wo.)
8
(9 Wo.)
2
(16 Wo.)
1984 I Would Die 4 U 58
(8 Wo.)
8
(15 Wo.)
1985 Take Me with U (Duett mit Apollonia Kotero)
nicht in Europa ausgekoppelt
n.v. n.v. n.v. n.v. 25
(12 Wo.)
2007 Purple Rain
(re-entry)
90
(1 Wo.)
2009 Purple Rain
(re-entry)
51
(2 Wo.)
62
(1 Wo.)
  • When Doves Cry erreichte in den USA Platinstatus für 2.000.000 verkaufter Singles und in England Silberstatus für 200.000 verkaufter Singles.[36][38]
  • Let’s Go Crazy erreichte in den USA Goldstatus für 1.000.000 verkaufter Singles.[38]
  • Purple Rain erreichte in den USA ebenfalls Goldstatus für 1.000.000 verkaufter Singles und in England Silberstatus für 200.000 verkaufter Singles.[36][38]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 2012 wählte das US-Musikmagazin Rolling Stone das Album Purple Rain auf Platz 76 der 500 besten Alben aller Zeiten.[39] Im Jahr 2010 wählte die gleiche Zeitschrift die 500 besten Songs aller Zeiten, unter denen sie When Doves Cry auf Platz 52 und den Song Purple Rain auf Platz 144 setzte.[40] Außerdem wurde Prince in der Purple-Rain-Ära mit folgenden Auszeichnungen geehrt:

American Music Awards[Bearbeiten]

  • 1985: Favorisiertes Pop-/Rock-Album (Favorite Pop/Rock Album): Purple Rain[41]
  • 1985: Favorisiertes Soul-/R&B-Album (Favorite Soul/R&B Album): Purple Rain[41]
  • 1985: Favorisierte Soul-/R&B-Single (Favorite Soul/R&B Single): When Doves Cry[41]

BRIT Awards[Bearbeiten]

  • 1985: Bester internationaler Solokünstler (Best International Solo Artist): Prince[42]
  • 1985: Bester Soundtrack (Best Soundtrack / Cast Recording): Purple Rain[41]

Grammy Awards[Bearbeiten]

  • 1985: Bestes Album mit Originalmusik geschrieben für einen Film oder ein Fernsehspecial (Best Album of Original Score written for a Motion Picture or a Television Special): Purple Rain (Komposition: Prince, John L. Nelson, Lisa Coleman und Wendy Melvoin)[43]
  • 1985: Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe mit Gesang – Rock (Best Rock Performance by a Duo or a Group with Vocal): Purple Rain (Single) von Prince and the Revolution[43]
  • 1985: Bester R&B-Song (Best R&B Song): I Feel for You von Chaka Khan (Autor: Prince)[43]

Grammy Hall of Fame[Bearbeiten]

  • 2011: Purple Rain (Album)

Oscar[Bearbeiten]

  • 1985: Beste Filmmusik (Best Original Song Score): Purple Rain[44]

World Soundtrack Award[Bearbeiten]

  • Im Jahr 2004 bekam Prince einen Sonderpreis (Special Award) für das Album Purple Rain.[45]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Begleitheft der CD Purple Rain von Prince and The Revolution, Warner Bros. Records, 1984
  2. Nilsen (1999), Seite 279–280
  3. Nilsen (1999), Seite 280
  4. Nilsen (1999), Seite 128–136
  5. a b Uptown (2004), Seite 48
  6. Hill (1989), Seite 217
  7. a b Hill (1989), Seite 216
  8. Hahn (2006), Seite 99
  9. Hill (1989), Seite 218
  10. a b c Draper (2008), Seite 56
  11. Nilsen (1999), Seite 131
  12. Hahn (2006), Seite 97
  13. Uptown (2004), Seite 50
  14. a b c Uptown (2004), Seite 52
  15. Uptown (2004), Seite 53
  16. a b Uptown (2004), Seite 622
  17. a b c Uptown (2004), Seite 623
  18. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatThe Royal Philharmonic Orchestra Plays Prince. In: Musik Sammler.de – Die Musiksammlungs-Verwaltung im Internet. Abgerufen am 28. Februar 2014.
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDiscover the original. In: Coverinfo.de. Abgerufen am 28. Februar 2014 (Bei "Suche" Prince eingeben).
  20. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSecondHandSongs – a cover songs database. Abgerufen am 28. Februar 2014 (englisch).
  21. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWho sampled – Exploding and discussing the DNA of music. Abgerufen am 28. Februar 2014 (englisch).
  22. a b c Uptown (2004), Seite 52–53
  23. Uptown (2004), Seite 58
  24. Uptown (2004), Seite 58–59
  25. Uptown (2004), Seite 619
  26. a b Hahn (2006), Seite 99
  27. Hill (1989), Seite 214–215
  28. Mischke (1989), Seite 121
  29. Ewing (1994), Seite 55
  30. Heiner Goebbels Prince and the Revolution. Die Wochenzeitung (Nr. 7, 1988).
  31. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMarc Deckert: Lasst uns ausflippen. In: Sueddeutsche.de. 17. Mai 2000, abgerufen am 28. Februar 2014.
  32. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatStephen Thomas Erlewine: Purple Rain. In: Allmusic.com. 2014, abgerufen am 28. Februar 2014 (englisch).
  33. a b Chartquellen: DE AT CH UKUS
  34. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMusikindustrie – Gold & Platin. In: Bundesverband Musikindustrie. Abgerufen am 28. Februar 2014.
  35. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAwards 1989. In: Swisscharts.com. Abgerufen am 28. Februar 2014.
  36. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBPI – Certified Awards Search. Abgerufen am 28. Februar 2014 (englisch).
  37. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDiamond Awards. In: RIAA.com. Abgerufen am 28. Februar 2014 (englisch).
  38. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRIAA Gold & Platinum – Singles. Abgerufen am 28. Februar 2014 (englisch).
  39. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatThe Rolling Stone Top 500 Albums (2012). Abgerufen am 28. Februar 2014 (englisch, rechte Bildseite, runterscrollen).
  40. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRolling Stone – 500 Greatest Songs Of All Time (2010). Abgerufen am 28. Februar 2014 (englisch).
  41. a b c d Uptown (2004), Seite 56
  42. Ewing (1994), Seite 60
  43. a b c Uptown (2004), Seite 57
  44. Draper (2008), Seite 52
  45. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatWorld Soundtrack Awards. In: IMDb.com. 9. Oktober 2004, abgerufen am 28. Februar 2014 (englisch).