Purple Schulz

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Purple Schulz 2009
Purple Schulz und Schrader 2014

Rüdiger „Purple“ Schulz (* 25. September 1956 in Köln) ist ein deutscher Popsänger und Songschreiber. Seine größten Erfolge hatte er in den 1980er Jahren mit Titeln wie Sehnsucht, Verliebte Jungs und Kleine Seen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulz ist in Köln aufgewachsen. Seit den frühen 1990er Jahren lebt er mit seiner Frau in Glessen im Kölner Umland. Das Paar hat drei Kinder.[1]

Musikerlaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auftritt im Palast der Republik im Januar 1989

Seinen Künstlernamen erhielt Schulz 1970 in Köln, da er bereits als 13-jähriger in einem Orgelgeschäft dem Verkäufer mit Interpretationen der Band Deep Purple auf die Nerven fiel.[2] Sein Bühnendebüt hatte er am 31. März 1973 mit der Band D’accord. Während der Neuen Deutschen Welle war Schulz an dem Bandprojekt Neue Heimat beteiligt, deren erstes Album, Die Härte, 1982 erschien.

1983 veröffentlichten Schulz, Josef Piek, der Gitarrist von Neue Heimat, und der Schlagzeuger Dieter Hoff unter dem Namen Purple Schulz den Titel Sehnsucht, der ihr bis dahin größter Erfolg wurde und für den sie die Goldene Europa erhielten. Dieses Lied erreichte im Frühjahr 1985 in Deutschland und der Schweiz Platz 6 sowie in Österreich Platz 20 der Charts. Zahlreiche Fernsehauftritte und Tourneen bis nach Italien schlossen sich an.

1986 trat Purple Schulz neben den Toten Hosen, Rio Reiser, BAP, Herbert Grönemeyer und anderen Künstlern bei Deutschlands bis dahin größtem Festival, dem Anti-WAAhnsinns-Festival gegen den Bau der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf, auf. Nach den folgenden Alben, Verliebte Jungs und Der Stand der Dinge, verließ Dieter Hoff die Band Anfang 1987. Für die Alben Verliebte Jungs und Die Singles 1983–1992 erhielt Purple Schulz jeweils eine Goldene Schallplatte.[3]

1989 und 1990 war Purple Schulz im Rahmen der „Rockpoeten-Tour“ in der DDR unterwegs und sang dort auch seinen größten Hit Sehnsucht mit der Textzeile Ich will raus, der im Osten Deutschlands oft als „Hymne der Ausreisewilligen“ bezeichnet wurde. Bis Anfang des neuen Jahrtausends spielte Purple Schulz zum überwiegenden Teil in den neuen Bundesländern. 1999 wirkten Purple Schulz und Josef Piek bei der Night of the Proms mit. 2001 traten Schulz und Piek auch als Duo auf.

Im Sommer 2004 organisierten Piek und Schulz dazu eine eigene Kleinkunstreihe im Kölner Theater im Bauturm. Gäste waren Pe Werner, Stoppok, Manfred Maurenbrecher, Ulla Meinecke, Jess Jochimsen, Die Halbe Wahrheit und Tommy Engel. Die ungewöhnlichen Kombinationen sorgten für so hohen Publikumsandrang, dass man sich entschloss, die Reihe 2006 wieder aufzunehmen, diesmal mit Gästen wie den Bläck Fööss, Wise Guys, dem Kölner Stimmenimitator und Talentproben-Moderator Linus und Heinz Rudolf Kunze. Aus der Begegnung mit Kunze entstand ein Quartett, das als „Gemeinsame Sache“ von 2007 bis 2010 etwa 150 Shows spielte. Wolfgang Stute und Josef Piek ergänzten die beiden Sänger an Cajón und Gitarre. Die vier Musiker entwickelten ein Programm aus Hits und teils vergessenen Songs und boten komödiantische Einlagen und Parodien. 2005 wirkten Schulz und Piek bei der Kölner Stunksitzung mit und verstärkten deren Hausband Köbes Underground. Einmal im Jahr unterstützten sie danach das Ensemble von „Stunk unplugged“ auf dessen Tournee.

Zusammen mit seinem Sohn Ben Schulz nahm Purple Schulz 2008 die Single Wir haben alle was zu sagen auf.[4] 2011 trat er gemeinsam mit Tommy Engel in dessen Show Weihnachtsengel auf. Im November 2011 beendeten Piek und Schulz ihre musikalische Zusammenarbeit. Im Oktober 2012 veröffentlichte Purple Schulz nach 15 Jahren sein erstes Studioalbum So und nicht anders, bei dem er erstmals auch als Produzent fungierte. Die Texte dazu schrieb er überwiegend zusammen mit seiner Frau.
Von 2012 bis zum Sommer 2015 stand Purple Schulz mit dem Gitarristen Schrader auf der Bühne, der zuvor in der Gruppe von Guildo Horn spielte. Im November 2013 erschienen das Livealbum und die DVD So ist das live!. Im Dezember 2013 war Purple Schulz neben Gaby Köster zu Gast in den Weihnachtsshows der Gruppe Brings in der Lanxess Arena in Köln.
2014 und 2015 ist Purple Schulz auf einer 140 Konzerte umfassenden Tour in Deutschland unterwegs und spielt dort u. a. auch in psychiatrischen Einrichtungen.

Neben seinen Konzerten engagiert sich Schulz zunehmend bei den Themen Demenz und Alzheimer, unter anderem mit einem Video auf Youtube. Dort schlüpfte Schulz in die Rolle eines an Demenz Erkrankten. Das Video dient zum Einstieg bei Kongressen zum Thema Alzheimer und wird auch bei der Ausbildung von Pflegekräften eingesetzt.[5] Seit der Herbst-Tour 2015 spielt Purple Schulz mit dem Violinisten und Gitarristen Markus Wienstroer, der vorher u. a. mit Westernhagen auf der Bühne stand. Am 23. November 2015 erscheint das erste Buch von Purple Schulz: „Sehnsucht bleibt“ ist eine Reise durch vier Jahrzehnte künstlerischen Schaffens und die deutsch-deutsche Geschichte.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Charts[6][3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE
1985 Hautnah 20
(11 Wo.)
Purple Schulz und die Neue Heimat
Erstveröffentlichung: 1983 als Neue Heimat
1985 Verliebte Jungs 26 Gold
(34 Wo.)
1987 Der Stand der Dinge 57
(4 Wo.)
1988 ['tsvai] 42
(4 Wo.)
1990 Purple Schulz 46
(8 Wo.)
1992 Haha 35
(10 Wo.)
1993 Singles 1984–1992 17 Gold
(19 Wo.)
Kompilation
1994 Spass beiseite? 43
(8 Wo.)
1999 Sehnsucht – Die Balladen 1984–1999 39
(7 Wo.)
Kompilation

weitere Alben

  • 1982: Die Härte (als Neue Heimat)
  • 1997: Pop
  • 2003: Programmänderung
  • 2012: So und nicht anders
  • 2013: So ist das live! (Live, CD und DVD)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[6][3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
1984 Sehnsucht
Hautnah
6
(23 Wo.)
20
(8 Wo.)
6
(9 Wo.)
Purple Schulz und die Neue Heimat
1985 Nur mit dir
Verliebte Jungs
51
(11 Wo.)
1985 Verliebte Jungs
Verliebte Jungs
15
(15 Wo.)
1986 Kleine Seen
Verliebte Jungs
25
(14 Wo.)
1987 (Viel zuwenig) Zeit
Der Stand der Dinge
55
(6 Wo.)
1990 Du hast mir gerade noch gefehlt
Purple Schulz
33
(18 Wo.)
1992 Bis ans Ende der Welt
Haha
58
(12 Wo.)
1996 Wenn du runterfällst
Spass beiseite?
66
(9 Wo.)
1999 Ich will raus (Sehnsucht) ’99 15
(16 Wo.)
40
(2 Wo.)
33
(5 Wo.)
mit Kami

weitere Singles

  • 1985: Heartsick
  • 1985: Halt mich fest
  • 1987: Es tut weh
  • 1987: Manchmal hilft nur eins
  • 1988: Nie genug
  • 1988: Herz voller Gold
  • 1988: Kleine Welt
  • 1989: Was ist passiert / Sorbas und Gerdi
  • 1990: Schöne Leute
  • 1991: Sehnsucht ’91
  • 1992: Blindenhund
  • 1993: Weitergehen
  • 1994: Du hast alles gesehen
  • 1995: Noch ein Tag, noch ein Jahr
  • 1996: Eins trinken wir noch
  • 1996: Ein gutes Gefühl
  • 1997: Über 30
  • 2008: Wir haben alle was zu sagen
  • 2012: Ich hab Feuer gemacht
  • 2012: Fragezeichen

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992: Album Die Rühmann Revue (Heinz Rühmann Tribute-Album, Various Artists) – "La Le Lu" und All-star Aufnahme "Was sind wir Männer doch für’n lustiger Verein" gemeinsam mit u. a. Wolfgang Niedecken, Achim Reichel, Stefan Waggershausen u. a.

2002: Album With a little help from my friends (Beatles-Tribute-Album Various Artists, u. a.Peter Maffay, Reamonn, 2Raumwohnung u. v. a.) – "Rain".

2010: Album Maurenbrecher für alle (Manfred Maurenbrecher Tribute Album, Various Artists, u. a. Reinhard Mey, Götz Alsmann, Klee, Konstantin Wecker, Heinz Rudolf Kunze, Ulla Meinecke, u. v. a.) – "Avignon"

2012: Album Ich bin von Heinz Rudolf Kunze – neue Duett-Version des Kunze Liedes "Längere Tage".[7]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dennis Vlaminck: Glessen gibt ihm Kraft, in Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, vom 28./29. September 2013, S. 50 und Rundgang durch Glessen, Fotostrecke mit Purple Schulz
  2. http://www.nwzonline.de/wesermarsch/kultur/weit-mehr-als-die-verliebten-jungs_a_30,1,2620004125.html
  3. a b c Gold-/Platin-Datenbank DE
  4. Purple Schulz in hr3
  5. „Ein Song muss gelebt werden.“ Porträt Schulz’ von Karin Grunewald, Bergischer Bote, 2014.
  6. a b Chartquellen: Alben / Singles
  7. http://werkzeug.heinzrudolfkunze.de/musik/alben/ichbin.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Purple Schulz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien