Puschendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Puschendorf
Puschendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Puschendorf hervorgehoben

Koordinaten: 49° 31′ N, 10° 50′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Fürth
Höhe: 363 m ü. NHN
Fläche: 3,39 km2
Einwohner: 2331 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 687 Einwohner je km2
Postleitzahl: 90617
Vorwahl: 09101
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 5 73 124
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Neustädter Straße 7
90617 Puschendorf
Website: www.puschendorf.de
Bürgermeisterin: Erika Hütten (parteilos)
Lage der Gemeinde Puschendorf im Landkreis Fürth
Landkreis FürthBayernLandkreis AnsbachLandkreis RothSchwabachErlangenLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis Erlangen-HöchstadtFürthNürnbergObermichelbachTuchenbachPuschendorfVeitsbronnSeukendorfWilhermsdorfLangenzennCadolzburgGroßhabersdorfAmmerndorfRoßtalZirndorfOberasbachStein (Mittelfranken)Karte
Über dieses Bild
Lage von Puschendorf im Landkreis Fürth (Nordgrenze)

Puschendorf (umgangssprachlich: „Buschndoʳf“[2]) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Fürth.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt direkt an der Bahnstrecke Fürth–Würzburg im östlichen Rangau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Herzogenaurach, Tuchenbach, Veitsbronn, Langenzenn, Emskirchen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Gemeinde Puschendorf besteht nur aus dem Hauptort.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1348 in Steuerakten des Bistums Bamberg erstmals als „Puschendorf“ erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist wahrscheinlich der Familienname Busch,[4] möglicherweise auch das althochdeutsche Wort „busc/pusc“ (= Wald).[5]

Die alte Handelsstraße Nürnberg–Frankfurt, die von Burgfarrnbach–Veitsbronn–Emskirchen über Puschendorf führte, hatte erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Ortes. Der Gasthof zum Roten Ochsen war einstmals ein Pferdewechselstall und eine Herberge für Fuhrleute.
Anstelle der Ortskirche St. Wolfgang befindet sich der Burgstall Puschendorf.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Puschendorf 18 Anwesen (16 Güter, Pfarrhaus, Schulhaus). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Fraischvogteiamt Emskirchen-Hagenbüchach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg inne.[6]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 Puschendorf dem Steuerdistrikt Hagenbüchach zugeordnet. 1813 wurde die Ruralgemeinde Puschendorf gebildet, zu der die Orte Höfen und Zweifelsheim gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden zwei Ruralgemeinden gebildet:

  • Ruralgemeinde Puschendorf;
  • Ruralgemeinde Zweifelsheim mit Höfen.

Am 1. April 1836 wurde Puschendorf dem Landgericht Herzogenaurach zugewiesen, am 1. Oktober 1847 schließlich auch dem Rentamt Herzogenaurach (1920 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt).[7] Ab 1862 wurde Puschendorf vom Bezirksamt Höchstadt an der Aisch verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Herzogenaurach, von 1880 bis 1931 beim Amtsgericht Herzogenaurach. Am 1. Oktober 1931 wurde Puschendorf dem Bezirksamt Fürth (1938 in Landkreis Fürth umbenannt) und dem Amtsgericht Fürth zugewiesen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1818 1840 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2011 2016
Einwohner 135 185 198 183 204 198 196 195 193 182 195 185 191 207 217 196 241 267 492 476 699 1048 1582 2213 2141 2224
Häuser[8] 27 32 32 32 40 61 119 393 629
Quelle [9] [10] [10] [11] [10] [12] [10] [10] [13] [10] [10] [14] [10] [10] [10] [15] [16] [16] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [21] [21]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1978 kam Puschendorf zur Verwaltungsgemeinschaft Veitsbronn, trat jedoch mit den Gemeinden Obermichelbach und Tuchenbach aus, um die Verwaltungsgemeinschaft Obermichelbach-Puschendorf-Tuchenbach zu gründen. Puschendorf trat 1998 auch aus dieser Verwaltungsgemeinschaft aus.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Puschendorf hat 14 Mitglieder zuzüglich des Bürgermeisters.

CSU SPD Freie Wähler Grüne BfP Gesamt
2020 3 3 4 3 1 14 Sitze
2014 5 4 5 14 Sitze
2008 7 4 3 14 Sitze
2002 6 5 3 14 Sitze

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. März 2020 wurde Erika Hütten (parteilos) mit 51,17 % der Stimmen gewählt.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Puschendorf führt seit 1977 ein Wappen.

Wappen von Puschendorf
Blasonierung: „Über rotem Zinnenschildfuß gespalten; vorne in Gold ein golden bewehrter halber schwarzer Adler am Spalt; hinten in Silber ein grüner Eichenzweig mit drei Blättern.“[22]

Grün-gelbe Gemeindeflagge[23]

Wappenbegründung: Der halbe Adler weist auf die einstige Verbindung des Ortes zur Reichsstadt Nürnberg hin. Der Zinnenschildfuß weist auf die spätgotische Kirche, die auf dem durch Mauer und Graben befestigten Burgstall steht. Der Eichenzweig versinnbildlicht ein Naturdenkmal im Gemeindegebiet, eine mehrere Jahrhunderte alte Eiche.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptsehenswürdigkeit ist die kleine evangelische Pfarrkirche St. Wolfgang mit einem wertvollen spätgotischen Altar.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Puschendorf verfügt über einen evangelischen Kindergarten mit Kinderkrippe und Hort. Die ehemalige Grundschule wurde 1975 aufgelöst. Die Kinder werden seither in Veitsbronn eingeschult und bilden dort eine eigene Puschendorfer Klasse.

Religion und Spiritualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Puschendorf befindet sich auch die Diakoniegemeinschaft Puschendorf, eine christliche Lebensgemeinschaft von Diakonissen und anderen ledigen Frauen. Die Diakoniegemeinschaft verfügt auch über ein Mutterhaus, ein Gästehaus, eine Konferenzhalle und ein Altenheim.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Puschendorfer Kirchweih findet jedes Jahr am letzten Wochenende der bayerischen Sommerferien statt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisstraße FÜ 7/NEA 8 verläuft nordwestlich nach Pirkach bzw. südöstlich nach Veitsbronn. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Tuchenbach zur FÜ 8, nach Kirchfembach zur FÜ 11 und nach Zweifelsheim. Ein landwirtschaftlicher Verkehrsweg führt nach Retzelfembach.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Buck (* 1958), deutscher Pfarrer, Liedermacher und Kabarettist

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Puschendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. W. Wiessner, S. 74.
  3. Gemeinde Puschendorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 14. Oktober 2018.
  4. W.-A. v. Reitzenstein, S. 180f.
  5. Kluge-Seebold, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 25. Auflage, Berlin/Boston 2011, S. 165; der Ortsname zeigt noch den alten -n-Stamm (bei Kluge-Seebold: "vordeutsch *buskōn")
  6. H. H. Hofmann, S. 124.
  7. H. H. Hofmann, S. 208. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 33 (Digitalisat).
  8. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude.
  9. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 15 (Digitalisat). Dort als Buschendorf aufgelistet.
  10. a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 146, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  11. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 878, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  12. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1050, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 995 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1044 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1078 (Digitalisat).
  16. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 172, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1063 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 781 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 174 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 337 (Digitalisat).
  21. a b c Puschendorf: Amtliche Statistik des LfStat
  22. Eintrag zum Wappen von Puschendorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  23. Puschendorf. In: kommunalflaggen.eu. Abgerufen am 11. Mai 2020.