Push-Pull-Modell der Migration

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Das Push-Pull-Modell der Migration stellt den Kern der ökonomisch motivierten Migrationstheorie dar, die Everett S. Lee in den 1960er Jahren aufstellte. Die Theorie geht davon aus, dass Menschen aus einem ursprünglichen Gebiet „weggedrückt“ werden (engl.: „to push“, „drücken“), während sie von einem anderen Gebiet „angezogen“ (engl.: „to pull“, „ziehen“) werden. Die Theorie wird sowohl auf Probleme der nationalen wie der internationalen Wanderung angewandt. Mit seiner Arbeit (Original von 1966) begründet Lee eine Familie von Migrationstheorien, die sich am Prinzip des „ökonomischen Rationalismus“ (Scheibelhofer) orientieren.[1]

Push-Faktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sozio-ökonomische Gründe
Politische Gründe
Ökologische Gründe

Pull-Faktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ökonomie
Gesellschaft
Demographie
Politik

Nach den Ergebnissen einer vom BAMF in Auftrag gegebenen Studie von 2013 sind vor allem Netzwerke von Migranten als Pull-Faktor von Bedeutung. Die meisten Asylsuchenden gingen dorthin, wo bereits Kontakte und Anknüpfungspunkte bestehen. Auch Schlepper- und Schleusernetzwerke beeinflussten die Entscheidung von Migranten und Flüchtlingen, ergänzt durch „Mundpropaganda“ während der Migration. Aufgrund der eingeschränkten Wissenslage haben nach Auffassung der vom BAMF befragten Experten asyl- und flüchtlingspolitische Regelungen nur eine eingeschränkte Wirkung.[2] Das BAMF erklärte im Mai 2015, Deutschlands starke Wirtschaft stelle durchaus einen Anreiz für Migration dar.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lee, Everett S. (1966): A Theory of Migration. In: Demography, 5. Jahrgang, Nr. 1, 1966, S. 47–57; auch abgedruckt in J. A. Jackson (Hrsg.): Migration. Cambridge: Cambridge University Press, 1969, S. 282–297 (Sociological Studies, Bd. 2) – ISBN 978-0-521-13568-9
  • Lee, Everett S. (1972): Eine Theorie der Wanderung. In: Széll, G. (Hg.): Regionale Mobilität. Nymphenburger Verlagshandlung, München, S. 117–129.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uni-bielefeld.de/tdrc/ag_comcad/downloads/workingpaper_40_Moravek_Magisterarbeit_Auswandern.pdf, S. 9
  2. Warum Deutschland? BAMF, 1. Dezember 2013, abgerufen am 18. März 2017.
  3. Bundesamt erwartet 450.000 Asylanträge in diesem Jahr. BAMF, 7. Mai 2015, abgerufen am 18. März 2017.