Push-Pull-Modell der Migration

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Das Push-Pull-Modell der Migration stellt den Kern der ökonomisch motivierten Migrationstheorie dar, die Everett S. Lee (1917–2007[1]) in den 1960er Jahren aufstellte. Die Theorie geht davon aus, dass Menschen aus einem ursprünglichen Gebiet „weggedrückt“ werden (engl.: „to push“, „drücken“) und/oder von einem anderen Gebiet „angezogen“ (engl.: „to pull“, „ziehen“) werden. Die Theorie wird sowohl auf nationale als auch auf internationale Wanderung angewandt. Lees Arbeit (1966[2]/1972) basiert auf dem Prinzip des „ökonomischen Rationalismus“ und wurde von anderen Autoren aufgegriffen und weiterentwickelt.[3] Lee geht davon aus, dass aufgrund der natürlichen Trägheit und Risikoscheu ein Übergewicht an begünstigenden Faktoren noch nicht zwangsläufig zur Migration führt.

Push-Faktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

auch Migrationsdruck oder „Fluchtursachen“

Sozio-ökonomische Gründe
Politische Gründe
Ökologische Gründe

Pull-Faktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ökonomie
Gesellschaft
Demographie
  • ausreichendes Flächenangebot
  • strukturierte Raumplanung
  • Arbeitskräftemangel (z.B. durch den demographischen Wandel)
  • soziale Netzwerke – Migranten suchen Länder auf, in denen sie Kontakte und Anknüpfungspunkte haben oder erhoffen. Schlepper und Schleuser beeinflussen die Entscheidung von Migranten ebenso wie Mundpropaganda während der Migration.[5] Das BAMF erklärte im Mai 2015, Deutschlands starke Wirtschaft sei durchaus ein Anreiz für Migration.[6]
Politik

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Everett S. Lee (1966): A Theory of Migration. In: Demography, 5. Jahrgang, Nr. 1, 1966, S. 47–57; auch abgedruckt in J. A. Jackson (Hrsg.): Migration. Cambridge University Press, 1969, S. 282–297 (Sociological Studies, Bd. 2) – ISBN 978-0-521-13568-9.
  • Everett S. Lee (1972): Eine Theorie der Wanderung. In: György Széll (Hg.): Regionale Mobilität. Nymphenburger Verlag 1982, S. 117–129.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. loc.gov
  2. [1]
  3. [2], S. 9
  4. Politische und rechtliche Aspekte im Umgang mit zentralamerikanischen Migrantinnen und Migranten in Nordamerika. Teil 1: Wanderungsbewegungen (Herkunfts- und Zielländer), Migrationsursachen. In: WD 2–3000-030/16. Deutscher Bundestag, 2016, abgerufen am 25. Juli 2017. S. 15.
  5. Warum Deutschland? BAMF, 1. Dezember 2013, abgerufen am 18. März 2017.
  6. Bundesamt erwartet 450.000 Asylanträge in diesem Jahr. BAMF, 7. Mai 2015, abgerufen am 18. März 2017.