Puteaux

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Puteaux
Wappen von Puteaux
Puteaux (Frankreich)
Puteaux
Region Île-de-France
Département Hauts-de-Seine
Arrondissement Nanterre
Kanton Puteaux
Gemeindeverband Métropole du Grand Paris
Koordinaten 48° 53′ N, 2° 14′ OKoordinaten: 48° 53′ N, 2° 14′ O
Höhe 29–78 m
Fläche 3,19 km²
Einwohner 43.891 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 13.759 Einw./km²
Postleitzahl 92800
INSEE-Code
Website http://www.puteaux.fr/

Puteaux ist eine französische Stadt mit 43.891 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013), westlich von Paris am linken Seine-Ufer gelegen. Die Einwohner werden Putéoliens genannt.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean Nennig (1945–1947)
  • Roger Deniau (1947–1948)
  • Georges Dardel (SFIO; 1948–1969)
  • Charles Ceccaldi-Raynaud (RPR/UMP; 1969–2004)
  • Joëlle Ceccaldi-Raynaud (UMP; seit 2004)

Politika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Fusillade de Puteaux“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 wird in Puteaux ein sozialistischer Plakatkleber im kommunalen Wahlkampf erschossen. Der oder die Täter entstammen dem Umfeld des damaligen Bürgermeisters, Charles Ceccaldi-Raynaud. Der Prozess im Jahre 1974 findet landesweite Beachtung. Da Angestellte des Bürgermeisters in den Fall verwickelt sind, wird Ceccaldi-Raynaud als zivilrechtlich Verantwortlicher zu einer Strafe und Schmerzensgeld in einer Gesamthöhe von 200.000 Francs verurteilt.[1]

Dieser Vorfall hat den Regisseur Pierre Granier-Deferre zu seinem Film Adieu, Bulle (1975) mit Lino Ventura und Patrick Dewaere inspiriert.

„MonPuteaux.com“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 wird Christophe Grébert, Einwohner von Puteaux und Inhaber eines kommunalpolitisch kritischen Weblogs,[2] vom Bürgermeister Puteaux’ wegen Diffamierung verklagt. Im März 2006 wird der Blogger von der 17. Zivilkammer in Paris von diesem Vorwurf freigesprochen. Der Bürgermeister hat dagegen Revision eingelegt.

Im September 2006 werden der Bürgermeister Charles Ceccaldi-Raynaud und seine Tochter Joëlle gerichtlich wegen Diffamierung gegen den oben genannten Blogger zu einer Strafe von jeweils 2500 Euro sowie zu einem Schmerzensgeld von insgesamt 3000 Euro verurteilt, weil sie dem Blogger auf der offiziellen Website der Gemeinde „pädophile Neigungen“ unterstellten. Gegen dieses Urteil wurde ebenfalls Revision eingelegt.

Insgesamt wurden seit 2004 (Stand: September 2015) 12 Klagen gegen Christophe Grébert durch Joëlle Ceccaldi-Raynaud eingereicht.

Die Goldbarren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 wird berichtet, die Bürgermeisterin Joëlle Ceccaldi-Raynaud hätte 120 Goldbarren und ca. 800.000 Euro in bar (insgesamt ca. 3 Millionen Euro) von einem luxemburgisches Konto abgehoben.[3] Die Zeitung bezieht sich dabei auf ein Dokument aus einem Ermittlungsverfahren, welches 2002 im Gericht von Nanterre begonnen wurde. Der Fall wird aktuell vom fünften Ermittlungsrichter bearbeitet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Île de Puteaux

Die Alte Pfarrkirche Notre-Dame-de-Pitié mit Bleiglasfenstern stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Die Stadt hat eine gut erhaltene Altstadt mit typisch französischem Flair. La Défense, das bedeutende Städtebauprojekt im Westen von Paris und eines der größten Einkaufs- und Geschäftszentren Europas, befindet sich überwiegend auf dem Gemeindegebiet von Puteaux (der Rest liegt im Verwaltungsgebiet der beiden anderen Pariser Vorstädte Courbevoie und Nanterre; die zentralen Einrichtungen von La Défense, der CNIT und der Arche de la Défense, befinden sich aber in Puteaux).

Sehenswert ist auch das Naherholungsgebiet auf der Île des Puteaux, einer ehemals der Bankiersfamilie Rothschild gehörende (daher früher auch L’île Rothschild genannten) großen Seine-Insel, in dem sich heute zahlreiche Kultur- und Sporteinrichtungen und ein Rosenpark befinden.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Puteaux hat eine lange industrielle Tradition, vor allem im Bereich Automobil- (Firma De Dion-Bouton) und Flugzeugbau.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Puteaux ist ein Pionier der Städtepartnerschaften. Erste Bande hin zu einer Partnerschaft entwickelten sich 1952 zur deutschen Stadt Offenbach am Main in Form von Jugend- und Sportbegegnungen. 1955 ließ sich das feierlich festigen in einer offiziellen Verschwisterung. Als erste Städte überhaupt erhielten Offenbach und Puteaux hierfür den Europapreis des Europäischen Parlamentes in Straßburg.[4]

Puteaux unterhält Städtepartnerschaften mit zehn Gemeinden (Stand: Juli 2016):[5]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Puteaux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Revue de Presse de l'affaire de la fusillade, sur le site du Parti socialiste
  2. MonPuteaux.com
  3. Puteaux, ton univers impitoyable auf mediapart.fr (französisch)
  4. Offenbach und seine Partnerstädte. Auf: offenbach.de, abgerufen am 29. April 2016.
  5. Jumelage et Pactes d'amitié. Auf: puteaux.fr, abgerufen am 19. Juli 2016 (französisch).