Putlitz

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Putlitz, zum gleich lautenden Familiennamen siehe zu Putlitz.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Putlitz
Putlitz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Putlitz hervorgehoben
Koordinaten: 53° 15′ N, 12° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Amt: Putlitz-Berge
Höhe: 57 m ü. NHN
Fläche: 119,68 km²
Einwohner: 2737 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16949
Vorwahl: 033981
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 325
Stadtgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Zur Burghofwiese 2
16949 Putlitz
Webpräsenz: www.amtputlitz-berge.de
Bürgermeister: Bernd Dannemann (BVB/FREIE WÄHLER[2])
Lage der Stadt Putlitz im Landkreis Prignitz
Lenzerwische Lenzen (Elbe) Lanz Cumlosen Groß Pankow (Prignitz) Pritzwalk Gumtow Plattenburg Legde/Quitzöbel Rühstädt Bad Wilsnack Breese Weisen Wittenberge Perleberg Karstädt Gülitz-Reetz Pirow Berge Putlitz Kümmernitztal Gerdshagen Halenbeck-Rohlsdorf Meyenburg Marienfließ Triglitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Putlitz Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Putlitz ist eine Stadt im nordwestlichen Brandenburg, Landkreis Prignitz. Sie ist Sitz des Amtes Putlitz-Berge, dem auch die Gemeinden Berge, Gülitz-Reetz, Pirow und Triglitz angehören.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Putlitz liegt im Norden der Prignitz an der Stepenitz. Im Bereich der Gemeinde liegen das Naturschutzgebiet Putlitzer Hainholz und Teile der Naturschutzgebiete Stepenitz und Marienfließ sowie Teile des FFH-Gebietes Mathildenhofer See.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Putlitz gehören die folgenden Ortsteile, bewohnten Gemeindeteile und Wohnplätze:[3][4]

Es handelt sich hierbei um ehemals selbstständige Gemeinden, die am 31. Dezember 2001 nach Putlitz eingemeindet wurden.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergfried der Burg Putlitz
Gans im Wappen der Stadt Putlitz, dem Wappen der Stadtgründerfamilie Gans zu Putlitz entnommen.

Die Stadt Putlitz gehört zu den ältesten Städten der Prignitz.

Die erste urkundliche Erwähnung einer slawischen Burg gab es bereits 946, König Otto I. stattete das von ihm begründete Bistum Havelberg u. a. mit Burg und Burgbezirk Pochlustin aus. Im Zuge der Landnahme nach dem Sieg über die Wenden wurde 1179 der Ritter Johannes Gans aus der Altmark mit der Burg und den Ländereien belehnt, seither gilt Putlitz als Stammsitz des mächtigsten Zweiges der Familie Gans. Die Familie gilt auch als Gründer der Stadt Putlitz, welche zunächst aber eher als eine dörfliche Siedlung neben der Burg existierte. Bis zur Reformation war der Bischof von Havelberg Territorial- und Oberlehnsherr der Herrschaft (Terra) Putlitz, die damit im Gegensatz zu anderen Prignitzstädten Mediatstadt war. 1259 wird Putlitz als Pfarrort erwähnt. 1543 erhält die Stadt das Marktrecht. In der Geschichte der Stadt gibt es mehrere große Brände. Im Jahr 1638 wurde die Stadt durch ein Feuer vollkommen zerstört und ist anschließend auch als Folge des Dreißigjährigen Krieges für einige Jahre unbewohnt.[6] 1652 kam es durch Neusiedler aus Sachsen, Hannover und Holstein zu einem Neuanfang. Im Jahr 1700 lebten wieder circa 600 Menschen in Putlitz, 1718 wurde die letzte Hinrichtung ausgeführt. 1734 entsteht eine Schule. 1885 gab es laut Meyers Konversations-Lexikon 1852 evangelische Einwohner. Am 4. Juni 1896 wurde die Bahnstrecke von Pritzwalk nach Putlitz eröffnet, es folgte im Jahr 1911 die Kreisringbahn Putlitz–Berge–(Perleberg) und 1912 die Verbindung Putlitz–Suckow. Die Strecke von Putlitz nach Berge wird seit 1969, die nach Suckow seit 1980 nicht mehr bedient.

Bis 1898 war Putlitz Gerichtssitz, danach fanden im Rathaus noch mehrere Gerichtstage im Jahr statt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwüsteten wieder mehrere Brände die Stadt, so dass man seither auf die Errichtung von Fachwerkhäusern verzichtete. Seit 1921 gibt es in Putlitz elektrischen Strom. 1926 wurde die Badeanstalt eingeweiht und 1962 das Wasserwerk eröffnet. Seit 1995 ist Putlitz an das Erdgasnetz angeschlossen. 2010 bekam die Kirche ihre Kirchturmspitze wieder. Im Jahr 2010 wurde die Friedenseiche vor dem Rathaus, der größte Baum der Stadt gefällt, was zahlreiche Proteste nach sich zog.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 2 160
1890 1 935
1910 2 065
1925 2 095
1933 2 162
1939 2 069
1946 2 763
1950 2 873
1964 2 337
1971 2 388
Jahr Einwohner
1981 2 179
1985 2 130
1989 2 130
1990 2 114
1991 2 067
1992 2 038
1993 2 014
1994 2 000
1995 1 981
1996 1 960
Jahr Einwohner
1997 1 925
1998 1 891
1999 1 892
2000 1 857
2001 3 209
2002 3 193
2003 3 147
2004 3 098
2005 3 068
2006 3 009
Jahr Einwohner
2007 2 973
2008 2 921
2009 2 850
2010 2 780
2011 2 761
2012 2 758
2013 2 730
2014 2 745

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[7][8], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 mit einer Wahlbeteiligung von 41,4 % führte zu folgender Verteilung der 16 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung, zu der auch der ehrenamtliche Bürgermeister gehört:[9]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Wählergemeinschaft Bürger für Stadt und Land 42,2 % 7
Freie Wähler Putlitz 26,7 % 4
CDU 16,5 % 3
Die Linke 13,3 % 2

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1997 ist Bernd Dannemann Bürgermeister von Putlitz. Zuletzt wurde er bei der Bürgermeisterwahl 2014 mit 65,4 % der gültigen Stimmen für weitere fünf Jahre[10] im Amt bestätigt.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. Januar 1992 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot auf grünem Boden eine flugbereite gold-bewehrte silberne Gans.“[12]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Stadt ist Grün – Weiß – Rot gestreift und mittig mit dem Stadtwappen belegt.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaltenkirchen in Schleswig-Holstein ist Partnerstadt von Putlitz.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtkirche
Herrenhaus Philippshof
Ehemaliges Schrankenwärterhäuschen am Bahnhof, jetzt Museum

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Wassermühle
  • Burgruine mit Bergfried und Wallanlage
  • Rathausplatz mit Rathaus und Apotheke
  • Gutshaus Philippshof
  • Gutsanlagen in Laaske und Nettelbeck
  • Kuppelgrab Nettelbeck
  • Grabdenkmale auf dem Friedhof für britische, indische und polnische Kriegsgefangene, die samt ihrem deutschen Bewacher im April 1945 von SS-Männern erschossen wurden
  • Gedenkstein aus dem Jahre 1954 von dem Bildhauer Gerhard Genz vor dem Rathaus in der Ernst-Thälmann-Straße 35 für die Opfer des Faschismus
  • siehe auch: Liste der Baudenkmale in Putlitz

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Putlitz findet jedes Jahr im Sommer das VuuV Festival statt, eines der größten Psytrance/Goa Festivals Europas mit jährlich zwischen 10.000 und 20.000 Besuchern.

Der in Putlitz ansässige Literaturverein 42er Autoren e.V. lobt seit 2005 unter der Schirmherrschaft des Gebhard Gans Edler zu Putlitz jährlich den Putlitzer Preis aus.[13]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Putlitz liegt mit der gleichnamigen Anschlussstelle wenige Kilometer von der A 24 entfernt genau in der Mitte der Autobahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg.

Putlitz erhielt 1896 Eisenbahnanschluss mit einer Verbindung nach Pritzwalk, die 1912 bis zur Landesgrenze bei Suckow verlängert wurde, wo bis 1945 Anschluss nach Parchim bestand. Im Jahr 1911 wurde eine Bahnstrecke nach Berge eröffnet. Der Verkehr auf den Strecken nach Berge und Suckow wurde in den 1960er und 1970er Jahren eingestellt.

Der Zugverkehr auf der Strecke nach Pritzwalk (Linie PE70 der Prignitzer Eisenbahn GmbH) wurde am 10. Dezember 2006 vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg abbestellt. Die Einstellung des für den 2007 durch den Putlitz-Pritzwalker Eisenbahnförderverein wieder aufgenommenen Schülerverkehrs auf der Strecke war zunächst für Dezember 2012 geplant.[14] Nachdem sich die Stadt Putlitz bereit erklärte, 10.000 € zur Streckenabsicherung beizusteuern, wurde der Eisenbahnbetrieb bis zum Fahrplanwechsel 2014 verlängert.[15]

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[16] 1 632 1 654 1 657 1 655 1 677 1 695 1 703
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 549 566 581 595 607 615 624

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Putlitz ist der Sitz der Prignitzer Leasing AG, eine der größten brandenburgischen Leasinggesellschaften, sowie der Enon-Gruppe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. http://bvb-fw.de/index.php/regionalrat
  3. Hauptsatzung der Stadt Putlitz vom 1. April 2009 PDF
  4. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung – Stadt Putlitz
  5. Bildung einer neuen Stadt Putlitz. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 9. November 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 49, Potsdam, den 5. Dezember 2001, S.831 PDF
  6. Christopher Clark: Preußen, S. 59
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz. S. 26–29
  8. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  10. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  12. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  13. Website des Putlitzer Preis des Literaturvereins 42er Autoren e.V. aus Putlitz
  14. Michael Beeskow: Bahnverkehr nach Putlitz vor dem Aus – Einstellung der Personenbeförderung im Dezember / Weitere Fahrplanänderungen ab 6. August. In: Märkische Allgemeine. Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH, Potsdam 1. August 2012 (Online (Memento vom 6. Januar 2013 im Webarchiv archive.is) [abgerufen am 3. Januar 2016]).
  15. Weitere Aufrechterhaltung der Strecke Putlitz – Pritzwalk beschlossen. In: Landkreis Prignitz (Hrsg.): Pressemeldung. Perleberg 9. November 2012 (Online [abgerufen am 3. Januar 2016]).
  16. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Putlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien