Pyramiden-Günsel

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Pyramiden-Günsel
Pyramiden-Günsel (Ajuga pyramidalis)

Pyramiden-Günsel (Ajuga pyramidalis)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Ajugoideae
Gattung: Günsel (Ajuga)
Art: Pyramiden-Günsel
Wissenschaftlicher Name
Ajuga pyramidalis
L.

Der Pyramiden-Günsel (Ajuga pyramidalis L.) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pyramiden-Günsel in den Alpen Vallorcine (Frankreich)

Die pyramidenförmig wachsende, mehrjährige, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa meist 5 bis 20 (bis 35) Zentimetern. Sie bildet im Gegensatz zum Kriechenden Günsel keine Ausläufer. Der steif aufrechte Stängel ist vierkantig und kurz behaart. Die einfachen Laubblätter besitzen einen schwach welligem Rand. Es ist eine dichte, grundständige Blattrosette vorhanden, deren Blätter deutlich größer sind als die Stängelblätter.

Meist alle Stängelblätter tragen Blüten, sind also Hochblätter. Der Blütenstand ist nach oben hin streng vierkantig, pyramidenförmig. Die langsam kleiner werdenden, ganzrandigen oder schwach gekerbten Hochblätter sind intensiv rotviolett überlaufen und sind doppelt so lang wie die Blüten. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph. Die 10 bis 18 mm lange Blütenkrone ist lila bis violett mit kurzer Unterlippe, welche Strichsaftmale aufweist (Bestäuber sind Hummeln und Schmetterlinge).

Die Blütezeit reicht von Juni bis August.

Die Chromosomenzahl ist 2n = 32.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochblätter im Blütenstand bilden wirksame Schutzdächer für die Blüten gegen Regen, ihre rotviolette Farbe erhöht die Signalwirkung der Blüten. Die zottige Behaarung des Kelches schützt die Blüte gegen kleine, kriechende Insekten. Der Nektar ist zusätzlich durch einen steifen, nach oben gerichteten Haarring gesichert.

Die Früchte mit fleischigen, ölhaltigen Anhängseln (Elaiosomen) werden von Ameisen verschleppt, deshalb ungleichmäßiges Auftreten in verschiedenen Gesellschaften.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorkommen sind vor allem in den zentralen und südlichen Alpen, aber auch in den Gebirgen Süd- und Nordeuropas und dem Kaukasus. Der Pyramiden-Günsel ist eine Art der Silikat-Gebirgs-Magerrasen; er ist eine Charakterart der Ordnung Nardetalia. In den Alpen kommt er bis in Höhenlagen von 2700 m vor.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann zwei Unterarten unterscheiden[1]  :

  • Ajuga pyramidalis subsp. meonantha (Hoffmanns. & Link) Fern.Casas: Sie kommt vom nördlichen Portugal und nördlichen Spanien bis zum südwestlichen Frankreich vor.[1]
  • Ajuga pyramidalis subsp. pyramidalis.

Heilpflanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich beim Pyramiden-Günsel um eine alte Heilpflanze, die als Wundmittel und bei Stoffwechselstörungen verwendet wird.

Volksnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Pyramiden-Günsel ist auch der Name Steingünsel belegt.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3
  • M. A. Fischer, W. Adler & K Oswald.: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, Linz, 2005, ISBN 3-85474-140-5
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8 Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001. Seite 794. ISBN 3-8001-3131-5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Rafaël Govaerts (Hrsg.): Ajuga pyramidalis - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 13. Februar 2016.
  2. Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, Verlag von Philipp Cohen Hannover 1882, Seite 14

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pyramiden-Günsel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien