Qeqertarsuatsiaat

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Qeqertarsuatsiaat (ziemlich große Inseln)
Fiskenæsset (die Landspitze der Fische)
K'eĸertarssuatsiait
Qeqertarsuatsiaat 2009
Qeqertarsuatsiaat 2009
Kommune Kommuneqarfik Sermersooq
Distrikt Nuuk
Geographische Lage 63° 5′ 19″ N, 50° 40′ 39″ WKoordinaten: 63° 5′ 19″ N, 50° 40′ 39″ W
Qeqertarsuatsiaat (Grönland)
Qeqertarsuatsiaat
Höhe m
Einwohner 184
(1. Januar 2019)
Gründung 1754
Zeitzone UTC-3

Qeqertarsuatsiaat [qɜqɜˌtːɑsːuat͡sːiˈaːtˢʰ] (nach alter Rechtschreibung K'eĸertarssuatsiait; dänisch Fiskenæsset) ist eine grönländische Siedlung im Distrikt Nuuk in der Kommuneqarfik Sermersooq.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Qeqertarsuatsiaat liegt auf der Insel Qeqertarsuatsiaq, auf der etwa fünf Kilometer südwestlich die ehemalige Herrnhuter Missionsstation Akunnaat (Lichtenfels) liegt. Vor dem Ort verläuft der lange, schmale, sehr zerklüftete Qeqertarsuatsiaat Kangerluat, der sich knapp 50 km ins Landesinnere schneidet. Qeqertarsuatsiaat liegt heute vergleichsweise abgelegen, da die nächsten bewohnten Orte, Nuuk im Norden und Paamiut im Süden, 131 km und 132 km entfernt sind.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1605 fuhren drei Schiffe, auf denen sich die Seefahrer John Cunningham, James Hall, John Knight und Godske Lindenov befanden, auf Befehl von König Christian IV. in Richtung Grönland. Wegen Streitereien trennte sich Lindenov von den anderen beiden Schiffen und fuhr ankerte vermutlich im Qeqertarsuatsiaat Kangerluat, wo er mit dort aufgefundenen Inuit Handel trieb, aber auch zwei Einheimische nach Dänemark entführte.[2]

Qeqertarsuatsiaat (1893)

1754 wurde die Siedlung unter dem Namen Fiskenæsset durch den norwegisch-dänischen Handelsverwalter Anders Olsen gegründet. 1872 wurde die lange eigenständige Kolonie der Kolonie Godthåb untergeordnet.[3]

In den 1920er Jahren begann ein jahrzehntelanger Dorschboom in Südwestgrönland, der bis in die 1980er Jahre anhielt. Aus diesem Grund bewilligte man 1925 färöischen Fischern hier im Fjord zu fischen.[4]

In den 1950er und 1960er Jahren wuchs die Einwohnerzahl von Qeqertarsuatsiaat aufgrund der grönländischen Zentralisierungspolitik stark an, da die Bewohner der Siedlungen Akunnaat, Kangillermiut, Uugarsiorfik und Kangerluarsussuaq nach Qeqertarsuatsiaat ziehen mussten.[4]

Die Gegend um Qeqertarsuatsiaat ist zudem insofern bedeutend, als dass es Typlokalität der beiden Mineralien Sapphirin und Kornerupin ist, die hier 1819 und 1884 entdeckt und erstbeschrieben wurden.[5] Das Gestein enthält zudem größere Mengen an Chromit.[3] Seit 2015 werden in der Mine Aappaluttoq etwa 20 km südöstlich von Qeqertarsuatsiaat Rubine und rosane Saphire abgebaut.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wesentlichste Einkommensquelle des Ortes ist die Fischerei. Seit dem Niedergang der Dorschvorkommen in der Gegend werden heute in der Fischfabrik auch Seehasen und Garnelen verarbeitet. Bedeutend ist zudem die Robbenjagd.[3][4]

Infrastruktur und Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Qeqertarsuatsiaat gibt es zwei Hafenanlagen, eine im Norden und eine im Westen des Dorfs. Der Fjord ist ganzjährig befahrbar.

Nukissiorfiit ist für die Strom- und Wasserversorgung von Qeqertarsuatsiaat zuständig. Der Müll wird deponiert und verbrannt.[4]

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Qeqertarsuatsiaat gibt es eine Schule, einen Kindergarten und ein Altenheim. Eine Pilersuisoq-Filiale versorgt die Bewohner mit Waren. Für die medizinische Versorgung gibt es eine Krankenstation. Beispielsweise Sanitäreinrichtungen finden sich im Servicegebäude. Es gibt zudem ein Dorfbüro, ein Versammlungsgebäude, ein Postgebäude, einen Kiosk, einen Fußballplatz, eine Sporthalle und eine Zimmerei. Die Kirche ist eines der erhaltenswürdigen Gebäude in Qeqertarsuatsiaat. Ein weiteres Gebäude steht unter Denkmalschutz.[4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Hendrik (um 1834–1889), Übersetzer, Jäger und Arktisforscher
  • Augo Lynge (1899–1959), Politiker, Lehrer und Schriftsteller
  • Lars Motzfeldt (1908–1987), Landesrat, Schäfer, Katechet und Lehrer
  • Jørgen Petersen (1918–1991), Pastor und Kommunalpolitiker

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Qeqertarsuatsiaat ist eines der größeren Dörfer Grönlands. 1981 wurde der Höchststand der Einwohnerzahl erreicht, als 347 Menschen hier wohnten. Seitdem ist die Bevölkerungszahl stark zurückgegangen und heute schwankt sie um eine Zahl von etwa 200 Einwohnern.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Qeqertarsuatsiaat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte mit allen offiziellen Ortsnamen bestätigt vom Oqaasileriffik, bereitgestellt von Asiaq
  2. Did a recently found bird spear belong to a kidnapped Greenlander? bei sciencenordic.com
  3. a b c Qeqertarsuatsiaat in Den Store Danske
  4. a b c d e Qeqertarsuatsiaat bei sermersooq2028.gl (.pdf)
  5. Qeqertarsuatsiaat bei mindat.org
  6. Grønland bliver snart et mineland igen bei knr.gl
  7. Erilainen ystävyyskunta bei jormanmaailma.fi
  8. Einwohnerzahl Qeqertarsuatsiaat 1977–2019 bei bank.stat.gl