Qinghai-See

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Qinghai-See
Qinghai lake.jpg
Geographische Lage Qinghai (VR China)
Zuflüsse Buhahe, Shaliu,[1] Daotang He[2]
Abfluss (kein)
Daten
Koordinaten 36° 54′ N, 100° 11′ OKoordinaten: 36° 54′ N, 100° 11′ O
Qinghai-See (Qinghai)
Qinghai-See
Höhe über Meeresspiegel 3194 m[1]
Fläche 4 696,77 km² (2004)[1]
Länge 108,1 kmf6
Breite 67,3 kmf7
Volumen 71,6 km³ (2009)[3]
Maximale Tiefe 27 m (1988)[2]
Mittlere Tiefe 14,8 m (1988)[2]
pH-Wert 9,3[4]
Einzugsgebiet 29.661 km²[1]

Besonderheiten

Größter Salzsee in China[1]
Salzkonzentration 12,5 g/l.[4]

Tibetische Bezeichnung
Tibetische Schrift:
མཚོ་སྔོན་པོ།
Wylie-Transliteration:
mtsho sngon po
Aussprache in IPA:
[tsʰo ŋø̃po]
Offizielle Transkription der VRCh:
Co Ngoinbo
THDL-Transkription:
Tso Ngönpo
Chinesische Bezeichnung
Vereinfacht:
青海湖
Pinyin:
Qīnghǎi Hú

Der Qinghai-See (aus dem Mongolischen auch: Koko-nor; Grünes/Blaues Meer [See]) ist einer der größten Salzseen der Erde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See befindet sich in der chinesischen Provinz Qinghai, deren Name sich von diesem See ableitet. Er erstreckt sich auf einer Höhe von 3.195 Meter über dem Meeresspiegel und hat nach offiziellen Angaben eine Fläche von 4.583 km².[5] Darin sind wohl die teilweise bereits zu selbständigen Seen (Gahai 尕海 mit 48.9 km², Shadao Hu 沙岛湖 19,6 km², Haiyan Hu 海晏湖 112,5 km² u. a.) abgetrennten ehemaligen Buchten mit eingerechnet.

In den 1960er Jahren sollen noch 108 in den See mündende Flüsse gezählt worden sein, wobei diese Zahl womöglich eine spirituelle Bedeutung hat: Der See ist für die Tibeter in Amdo ein heiliger See und hat damit im Lauf der Geschichte für den tibetischen Buddhismus Bedeutung erlangt, in dem wiederum 108 eine heilige Zahl darstellt. Trotzdem sollen 85 Prozent der Flussmündungen im Jahr 2004 ausgetrocknet gewesen sein, darunter der größte Zufluss, der 179 km lange Buhahe (von mongol. Buhain Gol; chin. 布哈河 Buha He). Allerdings trocknen viele kleine Flüsse im extrem niederschlagsarmen Winterhalbjahr des tibetischen Hochlandes aus. Der Buh He hat auf der Westseite des Qinghai Hu nahe der berühmten Vogelinsel (Niao Dao) ein Mündungsdelta ausgebildet, das zusammen mit der Niao Dao zum 1997 eingerichteten Naturschutzgebiet Qinghai Lake Natural Protection Zone gehört.[6]

Ackerlanderschließungen und Klimavariabilität haben den Wasserspiegel des Sees seit 1959 ständig fallen lassen, so dass die Fläche des Sees bis auf 4186 km² geschrumpft ist. Durch diesen Vorgang haben sich vorher zum See gehörende Wasserflächen als eigenständige Seen abgespalten. Die Verbindungen zum Qinghai-See sind ausgetrocknet. Mit der Aufgabe von ehemaligem Ackerland und Renaturierung von Grasland versucht man den Wasserhaushalt wieder zu stabilisieren. So soll die Seefläche im Jahr 2007 bei 4489 km² gelegen haben[7]. Mehr als 85.600 Menschen (Stand 2004), meist Hirten, leben im Einzugsgebiet des Quinghai-Sees.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Wang, Jianhua, et al. "Evaluation of concordance between environment and economy in Qinghai Lake Watershed, Qinghai-Tibet Plateau." Journal of Geographical Sciences 21.5 (2011): 949-960. (PDF)
  2. a b c NAKAO, Kinshiro, Ryuichi TANOUE, and Muneo OKAYAMA. "Geomorphological history of the basin and the origin of Qinghai Lake, Qinghai Plateau, China." Journal of the Faculty of Science, Hokkaido University. Series 7, Geophysics 9.5 (1995): 509-523. (PDF)
  3. Jull, AJ Timothy, et al. "14 C measurements of dissolved inorganic and organic carbon in Qinghai Lake and inflowing rivers (Ne Tibet, Qinghai Plateau), China." Radiocarbon 56.3 (2014): 1115-1127. (PDF)
  4. a b Jiang, Hongchen, et al. "Planktonic actinobacterial diversity along a salinity gradient of a river and five lakes on the Tibetan Plateau." Extremophiles 14.4 (2010): 367-376. (PDF)
  5. Qinghai Sheng Dituce [Atlas der Provinz Qinghai], Xi'an 2003, S.14
  6. More Birds in Qinghai Lake
  7. Qinghai Province Weather Bureau

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Buffetrille, Katia. “The Blue Lake of Amdo and Its Island: Legends and Pilgrimage Guide.” In: The Tibet Journal Vol. XIX, No. 4, Winter, 1994.
  • Gruschke, Andreas: “The realm of sacred lake Kokonor”, in: The Cultural Monuments of Tibet’s Outer Provinces: Amdo vol. 1. The Qinghai Part of Amdo, White Lotus Press, Bangkok 2001; pp. 93ff. ISBN 974-7534-59-2

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tour of Qinghai Lake (Radrennen)

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Qinghai-See – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien