Quérigut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Quérigut
Quérigut (Frankreich)
Quérigut
Region Okzitanien
Département Ariège
Arrondissement Foix
Kanton Haute-Ariège
Gemeindeverband Haute Ariège
Koordinaten 42° 42′ N, 2° 6′ OKoordinaten: 42° 42′ N, 2° 6′ O
Höhe 1.022–2.359 m
Fläche 36,40 km2
Einwohner 135 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 4 Einw./km2
Postleitzahl 09460
INSEE-Code

Quérigut – Ort und Burgfelsen

Quérigut (okzitanisch: Querigut) ist ein Ort und eine südfranzösische Gemeinde mit 135 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Ariège in der Region Okzitanien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Quérigut liegt im Donezan in einer Höhe von etwa 1210 Metern ü. d. M. an einem Bergbach gleichen Namens. Der Kurort Ax-les-Thermes befindet sich etwa 37 Kilometer (Fahrtstrecke) in westlicher Richtung; die Städte Foix und Pamiers liegen etwa 80 bzw. 100 Kilometer nordwestlich. Der spanische Grenzort Puigcerdà ist hingegen nur 50 Kilometer in südwestlicher Richtung entfernt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 197 234 171 153 142 116 136 142

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort zumeist zwischen 550 und 700 Einwohner. Die Reblauskrise und die Mechanisierung der Landwirtschaft führten im ausgehenden 19. und im 20. Jahrhundert zu einem Verlust an Arbeitsplätzen und in der Folge zu einem kontinuierlichen Rückgang der Einwohnerzahlen bis auf die Tiefstwerte der letzten Jahrzehnte.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner von Quérigut leben hauptsächlich von der Landwirtschaft, wobei die Viehwirtschaft und damit die Milch- und Käseproduktion im Vordergrund steht, aber auch Weinbau wird wieder in geringem Umfang betrieben. Außerdem spielt der Tourismus – auch in der Form der Vermietung von Ferienhäusern (gîtes) – eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben der kleinen Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erstmalige Erwähnung des Ortes, seiner Kirche Saint-Félix und der Burg stammt aus dem Jahr 844. Im 12. Jahrhundert gehörte die Gegend zur Krone von Aragón, doch Peter II. übereignete sie im Jahr 1208 den Grafen von Foix, die sie jedoch nach der Heirat Gastons IV. mit Eleonore, der Thronerbin des Königreichs Navarra, und später durch ihre Beziehungen zum Haus Albret vernachlässigten. In dieser Zeit hießen der Ort und seine Burg Quier Agut; letztere wurde im Jahr 1589 von den Katalanen belagert und zerstört. Unter Heinrich IV. wurde das Donezan mit der französischen Krone vereint, doch die Auseinandersetzungen mit den Spaniern setzten sich bis zum Pyrenäenfrieden (1659) fort.

Étang de Quérigut

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Ort eignet sich gut für Wanderungen in der waldreichen Region des oberen Ariège-Tales.
  • Die Burgruine Quérigut ist das Überbleibsel der einst mächtigen Burg.
  • Auch die alte Kirche Saint-Félix ist zerstört; die heutige Pfarrkirche ist dem heiligen Josef geweiht.
  • Der etwa 3,3 Hektar große und maximal 21 Meter tiefe Bergsee (étang) von Quérigut befindet sich auf 1876 Metern Höhe und ist etwa vier Kilometer in südwestlicher Richtung vom Ort entfernt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Quérigut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien