Quad Electroacoustics

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Quad Electroacoustics
Rechtsform private limited company
Gründung 14. September 1936
Sitz Huntingdon, Cambridgeshire, UK
Branche Fertigung und Distribution von Unterhaltungselektronik
Website www.quad-hifi.co.uk

Quad Electroacoustics ist ein britisches Unternehmen, das Hifi-Produkte herstellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1936 von Peter J. Walker (1916–2003) in London als S.P. Fidelity Sound Systems gegründet und noch im gleichen Jahr in Acoustical Manufacturing Co. Ltd umbenannt. Fünf Jahre später wurde der Firmensitz nach Huntingdon verlegt.

Mit den Verstärkern QA12/ und QA12/P wurden 1948 die ersten Produkte für Endverbraucher angeboten. Von 1950 bis 1953 wurde der QUAD I, ein Röhren-Monoverstärker (15 Watt), produziert. Sein Nachfolger, der QUAD II, wurde von 1953 bis 1970 gebaut. 1957 wurde mit dem ESL, später ESL-57, der erste Elektrostat-Lautsprecher weltweit vorgestellt. Er wurde auch mit modernerer äußerer Hülle von der deutschen Firma BRAUN als LE1 in Lizenz gebaut. Zwei Jahre später kam der QC 22, ein Stereovorverstärker mit separatem AM/FM-Tuner, auf den Markt.

1966 wurde der erste Transistorverstärker für den Profimarkt angeboten: 50 und 50/E. Ein Jahr danach wurde die Stereo-Komponenten-Anlage Quad 33 auf den Markt gebracht, die bis 1985 über 100.000 mal gebaut wurde. Von 1975 bis 1982 wurde die Quad-Endstufe 405 und die sie ablösende Endstufe 405-2 gebaut. In den späten 1970er Jahren wurden die Vorstufen 34 und 44 vorgestellt. 1981 wurde mit dem ESL-63 ein neuer Elektrostatenlautsprecher auf den Markt gebracht.

Im Jahr 1982 wurde das Unternehmen schließlich in QUAD Electroacoustics Ltd. umbenannt.

1995 wurde QUAD Electroacoustics Ltd. an die Verity Group plc verkauft, welche auch die Marken Wharfedale und Mission besitzt. Die Produktion wurde vollständig nach Shenzhen in China verlegt.

Im September 1997 wurde QUAD gemeinsam mit Wharfedale Teil der International Audio Group. Seit Walkers Tod besitzt QUAD damit keine Verbindung mehr zur ursprünglich gegründeten Firma mit ihrem einstigen Qualitätsanspruch.

Hifi-Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elektrostatischer Lautsprecher ESL-57 (gefertigt ab Mitte der 1950er Jahre)

Peter Walker verfolgte die Absicht, hochwertige Hifi-Produkte in die Wohnzimmer zu bringen. Berühmt geworden sind die Elektrostaten der Firma Quad, welche von Braun in Lizenz gefertigt wurden. Seit 2013 wird der Braun LE1 von Quad wieder angeboten.[1][2]

Quad II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

QUAD II

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwarf Peter Walker eine Vorstufen-Endstufen-Kombination mit dazugehörigen Radioempfängern. Eine spätere Version mit 40 Watt Ausgangsleistung verwendet die Röhre KT88 anstelle der KT66.

Quad 33[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorderseite der Vorstufe Quad 33

Diese Vorstufe wurden bei quad electroaccoustics in Huntington zwischen 1967 und 1985 gebaut. Sie gehörte ursprünglich zu einem Set aus dem Vorverstärker, der Endstufe 303 und dem UKW-Radioempfänger FM3 sowie einem Holzgehäuse, in welchem Vorstufe und Empfänger platziert werden sollten. Auch soll es einen Langwellenempfänger gegeben haben. Die Geräte sind schmaler als der HiFi-übliche 19-Zoll-Standard. Klanglich orientiert sich die Anlage eher an den Vorgängermodellen Quad II mit Röhrentechnik.

Rückseite der Vorstufe Quad 33

Ein- und Ausgänge: Die Quad 33 verfügt über DIN-Eingänge. Die späteren Modelle der Baureihen 34 und 44 verfügten über Cinch-Eingänge. Auf der Rückseite befinden sich Ein- und Ausgänge für Tonbandgerät (Tape), ein Phonoeingang sowie ein Radioeingang. Bis auf Phono sind die Eingänge auf 100 mV Signalpegel ausgelegt. Da viele Geräte 1000 mV abgeben, können die Eingänge nur mit einem vorgeschalteten Spannungsteiler sinnvoll betrieben werden. Das Tapedeck wird über eine Tape-Leiterplatte angesteuert, auf der Lautstärkeanpassungen vorgenommen werden können. Die Phonokarte ermöglicht Frequenzgang-Entzerrung sowohl für magnetische als auch für Moving-Coil-Abtastsysteme und kann entsprechend umgesteckt werden. Auf der Rückseite befindet sich der 4-polige DIN-Anschluss für die Endstufe.

Das Lautstärkepotentiometer ist gleichzeitig der Ein- und Ausschalter. Dies war auch bei anderen Anlagen dieser Zeit so (z. B. Klein + Hummel, hier allerdings der Höhenpotentiometer). Das Potentiometer ist von schlechter Qualität (schlechter Gleichlauf am Anfang). Die Klangregelung besteht aus Höhen- und Tiefenregler sowie einem Potentiometer für die Regelung bestimmter, über Tasten vorgewählte Frequenzen (quasi-parametrische Klangregelung).

Steckkarten der Vorstufe Quad 33

Quad FM3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit der Quad 33 wurde im selben Design der UKW-Tuner FM 3 entwickelt.

Quad 303[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Transistorendstufe mit 2 × 45 Watt an 8 Ohm. Die Quad 303 wurde zusammen mit der Quad 33 als Nachfolgemodell der Röhrengeräte entworfen. Die klanglichen Eigenschaften sind so überzeugend gewesen, dass die Musikgruppe Pink Floyd in ihrem Studio die 303 als Monitorendstufe einsetzten.

Quad 34[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den späten 1970er Jahren wurden die beiden Vorstufen 34 und 44 vertrieben und ersetzten das Modell 33. Farblich noch an die Quad 33 angelehnt wiesen die frühen Modelle der Quad 34 noch DIN-Anschlüsse auf. Die späteren Modelle hatten dann Cinch-Ein- und Ausgänge. Das Prinzip des Einbaus von Steckkarten für Phono-Eingänge (magnetisch oder moving coil) wurde hier noch um eine Platine für CD-Spieler ergänzt. Auch die Trennung in eine Vorstufe mit einer Endstufe wurde beibehalten. Kombiniert wurde die Quad 34 mit einer Quad 405 Endstufe. Aber auch mit einer Quad 303 kann die 34/44 kombiniert werden.

Quad 44[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Quad-44-Vorstufe ist der „größere Bruder“ der Quad 34 und somit der Nachfolger der Quad 33. Als Neuerungen gab es unter anderem Cinch Ein- und Ausgänge, einen Eingang für CD-Spieler und eine neue Klangregelung.

Quad 405[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verstärker Quad 405 hat eine Halbleiter-Endstufe mit vergleichsweise niedriger Verzerrung. Das wurde mit einem sogenannten Current Dumping (einer partiellen Strom-Gegenkopplung) erreicht. Das Unternehmen erhielt darauf 1976 ein Patent (U.S. Patent 3,970,953, ausgelaufen).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivlink (Memento vom 9. November 2013 im Internet Archive)
  2. Braun LE1. In: quad-musik.de. Abgerufen am 10. Juni 2021.