Quaddel

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Quaddeln, hier als Symptom der Nesselsucht

Als Quaddel bezeichnet man punktartige bis knopf- oder plateauähnliche Erhebungen der menschlichen Haut, die nach mechanischen Beschädigungen der Haut (z. B. durch Kratzen, Reiben oder Insektenstiche) entstehen oder Symptome einer Allergie oder Nesselsucht sein können.

Symptomatik[Bearbeiten]

Eine Quaddel entsteht durch eine erhöhte Durchlässigkeit der dermalen Blutgefäße, die wiederum durch eine überhöhte Ausschüttung von Mediatoren (meist Histamin) aus den Mastzellen verursacht wird und zu einer Wassereinlagerung in der oberen Epidermis führt. Quaddeln sind meist knopf- oder plateauförmig, häufig blasser als ihre Umgebung und von verschiedener Größe. Sie können kreisrund oder unregelmäßig geformt sein. Quaddeln sind oft von einem roten Hof umgeben. Ebenfalls typisch für Quaddeln ist ein kurz- oder längerfristig auftretender Juckreiz.[1]

Ursachen[Bearbeiten]

Pflanzengifte[Bearbeiten]

Quaddeln erscheinen oft nach Berühren bestimmter Pflanzen, besonders bei Brennnesseln, aber auch bei tropischen Pflanzen wie z. B. dem Brennnesselbaum und dem Giftsumach.[2] Aber auch die Pollen von Pflanzen können Quaddeln und Hautrötungen hervorrufen (siehe Heuschnupfen).[1]

Insektenstiche[Bearbeiten]

Quaddeln sind oft typische Symptome eines Insektenstiches. Stechende Insekten, wie z. b. Flöhe, Plattwanzen, Zecken, Stechmücken und Regenbremsen hinterlassen infolge ihrer Speichelabgabe beim Blutsaugen juckende Quaddeln, die bei Menschen mit empfindlicher Haut besonders unangenehm auffallen.[3]

Allergien[Bearbeiten]

Quaddeln bilden sich auch bei Allergien unterschiedlichster Natur. Sei es eine Lebensmittelallergie, eine sogenannte Lichtallergie oder eine Medikamentenunverträglichkeit. Allen gemein ist eine vermehrte Quaddelbildung in Hals- und Hüftnähe, die längerfristig ausfallen kann. Eine spezifische Allergie muss von einem Dermatologen diagnostiziert und behandelt werden.[1]

Nesselsucht[Bearbeiten]

Weiterer Auslöser von Quaddeln kann die sogenannte Nesselsucht (Urticaria) sein, eine durch überhöhte Histaminausschüttung infolge von Stress oder äußeren Einflüssen (z. B. Kälte, Hitze oder Luftdruckveränderungen) hervorgerufene Hautirritation. Nesselsucht hat ihren Namen von der schwarmweise auftretenden Quaddelbildung, die an eine Berührung mit Brennnesseln erinnert. Die Quaddeln erscheinen bei Nesselsucht mit oder ohne rotem Hof auf Schulter, Bauch, Oberschenkel und Unterarm. Meist verschwinden die Quaddeln innerhalb von Minuten oder ein bis zwei Stunden (akute Nesselsucht) wieder, sie können aber auch dauerhaft auftreten (chronische Nesselsucht). Auch Nesselsucht muss von einem Arzt diagnostiziert und behandelt werden.[1]

Gegenmaßnahmen[Bearbeiten]

Bei übermäßiger Quaddelbildung, deren Ursache nicht eindeutig bestimmbar ist, ist ein Arzt aufzusuchen, der mit Hilfe von Hauttests und Laboruntersuchungen feststellt, was für die Quaddelbildung verantwortlich ist. Er erstellt eine Diagnose sowie die notwendigen Therapien zur erfolgreichen Behandlung. Meist reicht die Einnahme von sogenannten Antihistaminika.[1] Betroffene sollten Quaddeln nicht durch Kratzen zusätzlich reizen, vielmehr empfiehlt sich sofortiges Kühlen der betroffenen Hautpartie. Bei Brennnessel- oder Insektenstichen soll das Einreiben der Quaddeln mit Essig Linderung bringen.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Bäumler: Heilpflanzenpraxis heute: Porträts, Rezepturen, Anwendung. Elsevier, Urban&FischerVerlag, 2006, ISBN 3437572709
  • Stefan Nöldeke: Klinikleitfaden chirurgische Ambulanz. Elsevier, Urban&FischerVerlag, 2009, ISBN 3437229419
  • Lothar Jäger: Allergien: Ursachen, Therapien, Vorbeugung. Beck, 2000, ISBN 3406447406

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Lothar Jäger: Allergien. Seite 9, 22 – 26, 48 – 52, 82 – 98.
  2. a b Siegfried Bäumler: Heilpflanzenpraxis heute. Seite 109.
  3. Stefan Nöldeke: Klinikleitfaden chirurgische Ambulanz. Seite 453.
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