Quadrantektomie

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Quadrantektomie ist die Bezeichnung für die brusterhaltende chirurgische Entfernung (Exzision) eines Tumors aus der Brust einer Patientin. Die Quadrantektomie ist ein Verfahren aus der Gruppe der brusterhaltenden Therapien (BET). Einige Autoren nennen die Quadrantektomie auch partielle Mastektomie oder segmentale Mastektomie.

Beschreibung und Differenzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vier Quadranten der Brust.

In den meisten Fällen handelt es sich um maligne Tumoren (Brustkrebs), die mittels Quadrantektomie entfernt werden. Dabei wird der Teil (das „Viertel“, „Quadrant“) der Brust, einschließlich der darüberliegenden Hautspindel, exzidiert, in welchem der Tumor lokalisiert ist. Befindet sich der Quadrant in laterokranialer Position, so können gleichzeitig auch die Lymphknoten im Bereich der Achselhöhle (Axilladissektion) oder der Wächterlymphknoten entfernt werden. Im Vergleich dazu wird bei einer Mastektomie die ganze Brust und bei der Lumpektomie nur der Tumor und 1 bis 2 cm umgebendes gesundes Gewebe entfernt.[1]

Die Kombination aus Quadrantektomie, Axilladissektion und Radiotherapie hat das Akronym QUART.[2]

Auswirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bereich der Brustwarze und der Brustwarzenhof bleiben – ausgenommen bei der zentralen Quadrantektomie –, wie auch der größte Teil des gesunden Brustgewebes, bei der Quadrantektomie erhalten. Dennoch kann nach dem Eingriff eine Asymmetrie beziehungsweise Deformation der Brust entstehen. Eine Reihe von verschiedenen Methoden zur Rekonstruktion können diese kosmetischen Defizite weitgehend ausgleichen.[3] Eine mögliche Variante ist die Verwendung eines autologen Transplantates, wie beispielsweise eines myokutanen Lappens (Haut-Muskel-Transplantat) des Musculus latissimus dorsi (großer Rückenmuskel). Dies kann – für den Patienten in meist vorteilhafter Weise – unmittelbar nach der Tumorentfernung beim gleichen Eingriff erfolgen.[4]

In einer Langzeitstudie über 20 Jahre wurde die Langzeitüberlebensrate von zwei Patientengruppen verglichen. Bei der einen Gruppe von Patienten wurde der Tumor durch Mastektomie entfernt, bei der anderen erfolgte der Eingriff per Quadrantektomie mit anschließender Strahlentherapie der betroffenen Brust. Die Überlebensraten waren in beiden Gruppen gleich. Die Autoren der Studie sehen daher in der brusterhaltenden Tumorentfernung das Mittel der Wahl, wenn der Tumor eine bestimmte Größe nicht überschritten hat.[5]

Medizingeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Quadrantektomie wurde von dem italienischen Chirurgen Umberto Veronesi (1925–2016) in den 1970er Jahren entwickelt.[6][7] Von ihm stammt auch der Begriff Quadrantektomie (engl. quadrantectomy).[1]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b M. Gnant und P. M. Schlag: Chirurgische Onkologie: Strategien und Standards für die Praxis. Verlag Springer, 2008, ISBN 3-211-48612-7, S. 98. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  2. O. E. Silva und S. Zurrida: Brustkrebs: Diagnostik und Therapie. Elsevier, Urban&Fischer Verlag, 2007 ISBN 3-437-24260-1 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  3. M. Hamdi u. a.: Partial mastectomy reconstruction. In: Clin Plast Surg 34, 2007, S. 51–62. PMID 17307071 (Review)
  4. V. Naraynsingh u. a.: Immediate breast reconstruction following segmentectomy using a latissimus dorsi 'myoadipose' flap through a single axillary incision: a case series. In: Cases Journal 2, 2009, 8116. PMID 19830050 (Open Access, unter CC-by-3.0-Lizenz)
  5. U. Veronesi u. a.: Twenty-year follow-up of a randomized study comparing breast-conserving surgery with radical mastectomy for early breast cancer. In: NEJM 347, 2002, S. 1227–1232. PMID 12393819
  6. U. Veronesi: Surgical treatment of primary breast cancer according to disease extent. In: Prog Clin Biol Res 12, 1977, S. 347–357. PMID 335400
  7. S. Zurrida u. a.: The Veronesi quadrantectomy: an established procedure for the conservative treatment of early breast cancer. In: Int J Surg Investig 2, 2001, S. 423–431. PMID 12678123 (Review)
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