Qualitätsmanagement in der Medizin

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Qualitätsmanagement (QM) in der Medizin umfasst in Deutschland nach § 135a Abs. 2 Nr. 2 (früher § 136b Abs. 1 Nr. 1) SGB V als einrichtungsinternes Qualitätsmanagement alle organisatorischen Maßnahmen, die zur Planung, Lenkung und Verbesserung der Leistungsqualität in medizinischen Einrichtungen erforderlich sind. Meistens werden die Normen ISO 9000, ISO 9001 und DIN EN 15224 dem QM-Verständnis zugrunde gelegt.

Abgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgrenzung zur Qualitätssicherung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Qualitätsmanagement in der Medizin ist Management hinsichtlich der Qualität in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung. Die Norm ISO 9000:2015 merkt an, dass dazu das Festlegen der Qualitätspolitiken und der Qualitätsziele, sowie Prozesse für das Erreichen dieser Qualitätsziele durch Qualitätsplanung, Qualitätssicherung, Qualitätssteuerung und Qualitätsverbesserung gehören können. Zentrale Ziele des internen Qualitätsmanagements sind 1. die Befähigung zur Darlegung, dass beständig Produkte und Dienstleistungen bereitgestellt werden, die die Anforderungen der Kunden und der zutreffenden gesetzlichen und behördlichen Anforderungen erfüllen und 2. durch Anwendung des QM-Systems die Kundenzufriedenheit erhöht und die Prozesse verbessert werden.

Im § 135a SGB V Sozialgesetzbuch V fordert der Gesetzgeber von den Leistungsbringern ein einrichtungsinternes QM. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat mit der Qualitätsmanagement-Richtlinie die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes QM für alle Leistungsanbieter formuliert.

Der weiter reichende Begriff Qualitätssicherung in der Medizin (QS) umfasst alle Maßnahmen zur Sicherung der Qualität ärztlicher Leistungen und anderer medizinischer Fachberufe, einschließlich der Schutzgesetzgebung des Staates zum Strahlenschutz, zur Hygiene, zu Arzneimitteln und Medizinprodukten, der Aus- und Weiterbildungsverordnungen, der Richtlinien des G-BA usw. An der umfassenden QS der Medizin ist eine große Zahl von Institutionen mit teilweise sehr spezifischen Anliegen beteiligt,

Der engere Begriff der einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung wird auf Maßnahmen zum statistischen Vergleich von ausgewählten Behandlungen durch ein externes Institut angewandt § 137a SGB V.

Der in der deutschen Fachsprache übliche Begriff „Qualitätssicherung“ wurde Anfang 1993 zur Vermeidung von Missverständnissen durch die Bezeichnung "Qualitätsmanagement" ersetzt. In den Normen ist seitdem QM der Oberbegriff und QS eine Bezeichnung für Methoden der Qualitätskontrolle oder Qualitätsdarlegung. In der Medizin bleibt QS ein Oberbegriff für Maßnahmen sehr unterschiedlicher Akteure und Methodik zur Sicherung der Qualität in der Medizin. Der Sprachgebrauch ist deswegen uneinheitlich und vom Kontext abhängig. GMDS Begriffe zum Qualitätsmanagement[1]

Abgrenzung zur Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einrichtungen der Gesundheitsversorgung haben das Konzept des Qualitätsmanagements der internationalen Normen (vorzüglich nach den ISO 9000 ff.) als Stand der Technik weitgehend übernommen. Die Normen schließen (materielle) Produkte und (immaterielle) Dienstleistungen gleichermaßen ein. Trotzdem sind Unterschiede zum produzierenden Gewerbe offensichtlich:

  1. Der Patient als Kunde ist an der Leistungserstellung unmittelbar beteiligt, was beim Käufer einer Ware nicht der Fall ist.
  2. Medizinische Behandlung ist fast immer Einzelfertigung, nur in Ausnahmefällen Serienproduktion.
  3. Die Anzahl gleicher Leistungen ist gering und lässt statistische Vergleiche nur bedingt zu.
  4. Wie alle Dienstleistungen lassen sich medizinische Leistungen nicht auf Vorrat herstellen und dann nachträglich nach dem Grad der Qualität selektieren.
  5. Die meisten Behandlungsprozesse sind „spezielle Prozesse“, d. h. ihr Ergebnis lässt sich nicht oder nur mit erheblichem Aufwand prüfen.
  6. Der Beratungsbedarf bei den festzulegenden Anforderungen (Identifikation des Behandlungsbedarfes) ist besonders groß und auf approbierte Berater beschränkt.

Das führt dazu, dass viele in der Industrie bewährte QM-Maßnahmen (wie z. B. statistische Vergleiche) nicht auf die Medizin übertragbar sind. Hinzu kommt, dass der Markt für medizinische Leistungen bei der Durchsetzung qualitativ hochwertiger und wirtschaftlicher Produkte weitgehend versagt: das Preis-Leistungs-Verhältnis ist schwer abschätzbar, die kundenseitige Nutzen-Kosten-Abwägung ist verzerrt. Staatliche Regulation und Finanzierung über Versicherungssysteme schränken Angebot und Nachfrage erheblich ein.

Grundelemente und Grundsätze des Qualitätsmanagements[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat im § 3 seiner QM-Richtlinie[2] 6 Grundelemente des Qualitätsmanagements identifiziert:

  • Patientenorientierung, einschließlich Patientensicherheit
  • Mitarbeiterorientierung, einschließlich Mitarbeitersicherheit
  • Prozessorientierung
  • Kommunikation und Kooperation
  • Informationssicherheit und Datenschutz
  • Verantwortung und Führung

Die Grundelemente decken sich weitgehend mit den 7 Grundsätzen des Qualitätsmanagements der Norm[3] Kundenorientierung; Engagement von Personen; prozessorientierter Ansatz; Führung. Die Grundsätze Verbesserung; faktengestützte Entscheidungsfindung; Beziehungsmanagement gehen über die Grundelemente des G-BA hinaus, während Kommunikation/Kooperation; Informationssicherheit und Datenschutz in der Norm fehlen.

PDCA-Zyklus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontinuierliche Qualitätsverbesserung durch Standardisierung

Der PDCA-Zyklus (Demingkreis) beschreibt einen iterativen vierphasigen Problemlösungsprozess. PDCA steht hierbei für das Englische Plan – Do – Check – Act, (dt.: Planen – Umsetzen – Überprüfen – Handeln).[4] Die Instrumente eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements, „Festlegung von konkreten Qualitätszielen für die einzelne Praxis, Ergreifen von Umsetzungsmaßnahmen, systematische Überprüfung der Zielerreichung und erforderlichenfalls Anpassung der Maßnahmen“ werden durch den Fachbegriff „PDCA-Zyklus“ ergänzt, um die geforderte Systematik des Qualitätskreislaufs mit der verbreiteten Begrifflichkeit zu verdeutlichen.[5] Der PDCA-Zyklus beschreibt die Phasen im kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP), der die Grundlage aller Qualitätsmanagement-Systeme darstellt.

CIRS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Critical Incident Reporting System (CIRS) (deutsch Berichtssystem über kritische Vorkommnisse ) ist ein Berichtssystem zur anonymisierten Meldung von kritischen Ereignissen (englisch critical incident) und Beinahe-Schäden (englisch near miss) in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Es stammt ursprünglich aus der Luftfahrt. Folgende Berichtssysteme gibt es:

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CIRRNET – Critical Incident Reporting & Reacting NETwork[23]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CIRSmedical Austria[24]
  • CIRS des Österreichischen Roten Kreuzes im Rettungs- und Krankentransportdienst.[25]

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Qualitätsmanagement in der ambulanten Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement der QM-RL des G-BA gelten auch für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, Vertragspsychotherapeutinnen und Vertragspsychotherapeuten, medizinische Versorgungszentren, Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte. Die Rahmenbedingungen werden sektorspezifisch konkretisiert für Vertragsärzte im Anhang 1, für Vertragszahnärzte in Anhang 2.[28] Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat für niedergelassene Ärzte das System Qualität und Entwicklung in Praxen (QEP) entwickelt[29]. Laut einer Erhebung der Stiftung Gesundheit 2010 lag QEP bei den Humanmedizinern mit einem Nutzeranteil von 25 Prozent auf Platz eins der genutzten Systeme, bei Psychotherapeuten sogar mit einem Nutzeranteil von 64 Prozent.[30] Das System ist an den Normen zum QM orientiert. Sie interpretiert deren Anforderungen und fügt viele Themen hinzu, die für Arztpraxen relevant sind

Patientenversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Praxisführung/Mitarbeiter/Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Regelung von Verantwortlichkeiten
  • Mitarbeiterorientierung (z. B. Arbeitsschutz, Fort- und Weiterbildung, Schulung und Training)
  • Praxismanagement z. B. Terminplanung, Datenschutz, Fluchtplan
  • Hygienemanagement (u. a. Hygiene- und Hautschutzplan),
  • Gestaltung von Kommunikationsprozessen (intern/extern) und Informationsmanagement inklusive Risikokommunikation
  • Kooperation und Management der Nahtstellen der Versorgung
  • Integration bestehender Qualitätssicherungsmaßnahmen in das interne Qualitätsmanagement.

Stichprobenziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Jahr 2014 wurde gemäß § 8 der ÄQM-RL[28] zum 8. Mal der Einführungs- und Entwicklungsstand des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements (QM) in Vertragsarztpraxen und MVZ erhoben. Ausgewertet wurden die Selbstauskünfte einer Stichprobe von mindestens 2,5 % der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten, wobei Niedergelassene im MVZ sowie ermächtigte Ärzte in die Grundgesamtheit integriert sind. Die Befragung erfolgte mittels eines bundeseinheitlichen Fragebogens, der sich aus den Vorgaben der ÄQM-RL ableitet.

Ergebnisse der Stichprobenziehung 2014[31][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl Vertragsärzte N = 3.064 entsprechend 100 %

noch nicht mit Planung begonnen 35 entsprechend 1,1 %

Phase I – mit Planung begonnen 312 entsprechend 10,2 %

Phase II – mit Umsetzung begonnen 462 entsprechend 15,1 %

Phase III – mit Überprüfung begonnen 166 entsprechend 5,4 %

Phase IV – mit Weiterentwicklung begonnen 2087 entsprechend 68,2 %

Externes Qualitätsmanagement der deutschen Krankenhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krankenhäuser, die nach § 108 zugelassen sind, müssen jährlich Statistikdaten im Rahmen der externen stationären Qualitätssicherung melden. Rechtsgrundlage hierfür sind § 135a und § 137 Sozialgesetzbuch V. Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das zentrale Beratungs- und Beschlussgremium. Er setzt die gesetzlichen Regelungen in praktische Vorgaben für die Krankenhäuser um. Die von ihm beschlossenen Richtlinien sind für alle Ärzte und Krankenhäuser bindend. Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung im Krankenhaus – organisatorisch der jeweiligen Landesärztekammer oder Landeskrankenhausgesellschaft angegliedert[32] – sammeln die Daten auf Landesebene und erstellen Auswertungen für die Krankenhäuser. Das unabhängige AQUA-Institut wertet die Daten auf Bundesebene aus. Ziele der externen Qualitätssicherung sind die Sicherung eines akzeptablen Qualitätsniveaus in der Patientenversorgung und mehr Transparenz von Qualität und Ergebnissen der Behandlungen. Um dies zu erreichen, werden nach Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vergleichbare Daten in allen Krankenhäusern für ausgewählte Operationen und Diagnosen gesammelt, auf Basis festgelegter Qualitätsmerkmale anonymisiert ausgewertet und jährlich als Bericht an die Krankenhäuser zurückgesandt. Einbezogen in die externe Qualitätssicherung sind zurzeit 30 Operationen und Diagnosen (zum Beispiel Gallenblasenentfernungen und Hüftgelenksendoprothesen).

Aus der Jahresauswertung kann das eigene Qualitätsniveau im Vergleich zum Referenzbereich, der von Bundesfachgruppen festgelegt wurde, und zum Landesdurchschnitt der andern Krankenhäuser abgelesen werden. Bei wesentlichen Abweichungen vom Referenzbereich schließt sich ein sogenannter Strukturierter Dialog mit einzelnen Krankenhäusern bzw. Abteilungen an, d. h. die betroffenen Einrichtungen werden um eine schriftliche Stellungnahme gebeten oder aufgefordert konkrete Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten. Vom G-BA ausgewählte Ergebnisse der externen Qualitätssicherung (z. B. Komplikationsraten) müssen die Krankenhäuser in einem jährlich zu erstellenden Qualitätsbericht auch veröffentlichen.

Internes Qualitätsmanagement der deutschen Krankenhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur eine Minderheit von deutschen Krankenhäusern erfasst bisher (2012Q3) Prozessdaten fortlaufend mit dem Ziel eines mitlaufenden (kontemporären) Qualitätsmanagements oder Risikomanagements. Gesetzliche Vorgaben über die Weitergabe von Statistikdaten hinaus fehlen, so dass diesem Ansatz keine besondere Bedeutung beigemessen wird. Die Geschäftsberichte der Deutschen Krankenhausgesellschaft (2009, 2010, 2011) verweisen erstmals 2011 lediglich auf die Zeitschrift Das Krankenhaus und dort behandelte Themen.

Qualitätsmanagement der Krankenhaushygiene in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Ablösung der veralteten Seuchenschutzgesetze (bis 2000) und Novellierung als Infektionsschutzgesetz (IfSG, ab 2001) mit zugehörigen Krankenhaushygieneverordnungen der Bundesländer wird die Bestellung eines Hygieneverantwortlichen für jede Fachklinik und eines Hygienefacharztes für jeden Klinikstandort vorgeschrieben.

Als letztes Bundesland hat die Freie Hansestadt Bremen 2012 die Notwendigkeit erkannt, Defizite des Qualitätsmanagements der Krankenhaushygiene zu beheben, und einen Hygienefacharzt bestellt.

Qualitätsmanagement in der stationären Rehabilitation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einrichtungen der stationären medizinischen Rehabilitation müssen gemäß § 21(3) SGB IX über ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem (QMS) verfügen, damit sie von Sozialleistungsträgern belegt werden dürfen. § 20 SGB IX sieht vor, dass die unterschiedlichen QM-Verfahren von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (BAR) akkreditiert sein müssen.

Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (AQuMed/ÄZQ)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (German Agency for Quality in Medicine) (AQuMed/ÄZQ) ist das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) für medizinische Leitlinien, Patienteninformationen, Patientensicherheit, Evidenzbasierte Medizin, Qualitätsindikatoren und medizinisches Wissensmanagement. Es wurde 1995 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin.

Das ÄQuMed/ÄZQ hat bereits seit 2001 ein Kompendium Q_M_A für die Einführung in praktikable und bewährte Qualitätsmanagement-Konzepte in der ambulanten Versorgung ein Internet-, Informations- und Fortbildungsprogramm zum Qualitätsmanagement in der ambulanten Versorgung (Q-M-A) entwickelt.[33]

Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung (GQMG) ist eine Fachgesellschaft für Qualitätsmanagement in den Einrichtungen des Gesundheitssystems. Die Problembewältigung sowie die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung ist auf der professionellen Seite nur unter Einbeziehung und in Kooperation aller beteiligten Berufsgruppen möglich.

Die GQMG liefert Positionspapiere und Empfehlungen, wie beispielsweise

  • das GQMG-Positionspapier (2011) zum Prozessmanagement in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung[34]
  • das GQMG-Positionspapier (2011) zum Qualitätsmanager im Krankenhaus[35]

Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verfahren der Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ) ist eine Branchenlösung für das Gesundheitswesen. Seit 2002 ist die KTQ als GmbH eine eigenständige Rechtsperson. Seit Mitte 2002 läuft der Regelbetrieb der KTQ, bisher wurden über 2000 Einrichtungen zertifiziert.

Die Entwicklungsphase des KTQ-Zertifizierungsverfahrens für Krankenhäuser lief von 1997 bis 2002 und wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (Deutschland) gefördert und vom Institut für Medizinische Informationsverarbeitung in Tübingen wissenschaftlich begleitet.

Institut für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (IQMG)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (IQMG) hat sich zur Aufgabe gemacht, Qualitätsmanagementinstrumente für den Gesundheitssektor zu entwickeln. Zunächst wurde das Integrierte Qualitätsmanagement-Programm-Reha (IQMP-Reha) in Zusammenarbeit mit Werner Müller-Fahrnow (Charité Universitätsmedizin Berlin) entwickelt. Dieses steht den Rehabilitationseinrichtungen seit März 2004 zur Verfügung. Ein vergleichbares Qualitätsmanagement-Programm für Akutkliniken existiert bisher nicht.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als unabhängiges wissenschaftliches Institut untersucht das IQWiG den Nutzen und den Schaden von medizinischen Maßnahmen für Patienten. Über die Vorteile und Nachteile von Untersuchungs- und Behandlungsverfahren wird in Form von wissenschaftlichen Berichten und allgemein verständlichen Gesundheitsinformationen informiert.

Weitere Qualitätsinstitutionen im Gesundheitswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Institutionen und Organisationen beschäftigen sich in Deutschland mit Qualitätsmanagement in der Medizin und im Gesundheitswesen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Gesellschaft für Qualität (Hrsg.): Qualitätsmanagement in der sozialen Dienstleistung. Beltz Juventa, Weinheim ; Basel 2016, ISBN 978-3-7799-2355-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Glossar Begriffe und Konzepte des Qualitätsmanagements 4. Auflage.
  2. [1] Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 17. Dezember 2015, zuletzt geändert am 17. September 2020. Abgerufen am 2. Mai 2021
  3. DIN EN ISO 9000 Qualitätsmanagementsysteme - Grundlagen und Begriffe November 2015
  4. Deming, W.E.: Out of the Crisis. Massachusetts Institute of Technology, Cambridge 1982, ISBN 0-911379-01-0, S. 88.
  5. Änderung der Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragsärztliche Versorgung. Tragende Gründe zum Beschlussentwurf des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Umsetzung des § 137 Absatz 1d Satz 1 SGB V vom 23. Januar 2014. Abgerufen am 25. Mai 2016.
  6. CIRSmedical. Abgerufen am 25. Mai 2016.
  7. CIRS-AINS. Abgerufen am 25. Mai 2016.
  8. CIRSdent. Abgerufen am 25. Mai 2016.
  9. KH-CIRS. Abgerufen am 25. Mai 2016.
  10. PaSIS. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  11. CIRSmedical WL. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  12. Netzwerk CIRS-Berlin. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  13. CIRS zur präklinischen Notfallmedizin, Abgerufen am 26. Mai 2016.
  14. CIRS-Pädiatrie. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  15. Fehler-Berichts- und Lernsystem für Hausarztpraxen, Abgerufen am 26. Mai 2016.
  16. Fehlerberichtssystem des KDA für die Altenpflege (Memento vom 10. April 2016 im Internet Archive). Abgerufen am 26. Mai 2016.
  17. CIRS der gesetzlichen Unfallversicherung im Feuerwehrdienst. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  18. CIRS Rettung@1@2Vorlage:Toter Link/www.cirs-rettung (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. . Abgerufen am 26. Mai 2016.
  19. CIRS Bayern. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  20. CIRS-Palliativ (Memento vom 11. Januar 2016 im Internet Archive). Abgerufen am 26. Mai 2016.
  21. CIRS MSP. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  22. CIRS Urologie. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  23. CIRRNET – Critical Incident Reporting & Reacting NETwork (CH). Abgerufen am 26. Mai 2016.
  24. CIRSmedical Austria. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  25. CIRS des Österreichischen Roten Kreuzes. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  26. High 5s Project
  27. European Union Network for Patient Safety and Quality of Care. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  28. a b Richtlinie über grundsätzliche Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, Vertragspsychotherapeutinnen und Vertragspsychotherapeuten, medizinische Versorgungszentren, Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte sowie zugelassene Krankenhäuser – QM-RL – Gemeinsamer Bundesausschuss. In: www.g-ba.de. Abgerufen am 8. Mai 2021.
  29. Information der KBV zu QEP
  30. Qualitätsmanagement und Patientensicherheit in der ärztlichen Praxis 2010, Studie der Stiftung Gesundheit durchgeführt von der Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  31. Berichterstattung der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gemäß Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragsärztliche Versorgung (ÄQM-RL). Abgerufen am 21. Oktober 2016.
  32. Strukturierter Dialog zum EJ 2018. Bayerische Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in der stationären Versorgung (BAQ), abgerufen am 10. Juli 2019.
  33. Q-M-A
  34. GQMG Positionspapier Prozessmanagement (PDF; 291 kB).
  35. GQMG Positionspapier Qualitätsmanager (PDF; 300 kB).