Queckborn

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Queckborn
Stadt Grünberg
Koordinaten: 50° 34′ 34″ N, 8° 55′ 49″ O
Höhe: 208 m ü. NHN
Fläche: 8,36 km²[1]
Einwohner: 1326 (30. Jun. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 159 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 35305
Vorwahl: 06401
Karte
Stadtteile von Grünberg

Queckborn ist der zweitgrößte Stadtteil von Grünberg im mittelhessischen Landkreis Gießen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Queckborn liegt 3 km südwestlich von Grünberg in Mittelhessen im Vorderen Vogelsberg am Äschersbach. Im Osten Ort führt die Landesstraße 3007 und im Norden die Bundesstraße 49 am Ort vorbei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen in der Queckborner Bruchgasse um 1900.[2]

Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Dorf im Jahre 1108. Vermutlich im 11. Jahrhundert wurde die Kirche in Queckborn erbaut. 1894 wurden die Quellen der Ortslage gefasst, sie liefern bis heute das gesamte Trinkwasser nicht nur für Queckborn, sondern auch für Gießen.
siehe auch Burgstall Queckborn

1939 gehörte der Ort zum Landkreis Gießen und hatte 676 Einwohner.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Queckborn am 31. Dezember 1970 auf freiwilliger Basis in die Stadt Grünberg eingegliedert.[3]

Historische Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname wird mit zu den lebendigen, fließenden Brunnen gedeutet. In erhaltenen Urkunden wurde Queckborn unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[4]

  • Quecbrunnen, de (1108) [XIII Jh. UB Mainz 1, Nr. 436]
  • Quecbrunnun, in (1111/1137) [Kopiar UB Mainz 1, Nr. 616]
  • Quecburnen, in (1199) [Mainzer Urkundenbuch 2, 1, Nr. 695]
  • Queppurne, de (1241) [Urkundenbuch des Klosters Arnsburg 3, Nr. 31]
  • Kwakburne, de (1275) [Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1, Nr. 316]
  • Queppurnen (1311) [Baur, Hessische Urkunden 1 (Starkenburg und Oberhessen), Nr. 934]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Queckborn lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[4][5]

Gerichte seit 1803[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Queckborn das „Amt Grünberg“ zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Grünberg“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht, das für Queckborn zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolgedessen die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Grünberg“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[9] Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Grünberg, Queckborn wurde dem Amtsgericht Gießen zugelegt.[10] In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[4]

• 1577: 032 Hausgesesse
• 1630: 001 vierspännige, 1 dreispännige, 3 zweispännige Ackerleute, 6 Einläuftige
• 1677: 050 Hausgeseß, davon 14 freie
• 1742: 002 Geistl./Beamte, 83 Untertanen, 30 Junge Mannschaften, 5 Beisassen/Juden
Queckborn: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2017
Jahr  Einwohner
1791
  
488
1804
  
531
1830
  
641
1834
  
651
1840
  
689
1846
  
680
1852
  
709
1858
  
659
1864
  
612
1871
  
619
1875
  
610
1885
  
606
1895
  
596
1905
  
554
1910
  
607
1925
  
629
1939
  
676
1946
  
1.120
1950
  
1.081
1956
  
929
1961
  
663
1967
  
887
2013
  
1.328
2017
  
1.326
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [4][1]; 1791:[6]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[4]

• 1830: 641 evangelische Einwohner
• 1961: 722 evangelische, 154 römisch-katholische Einwohner

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[4]

• 1961: Erwerbspersonen: 226 Land- und Forstwirtschaft, 181 Prod. Gewerbe, 38 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 21 Dienstleistungen und Sonstige.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Vereine bestimmen das kulturelle Dorfleben, nämlich

  • ASV Saibling e.V. 1980 Queckborn
  • DRK Queckborn
  • Freiwillige Feuerwehr Queckborn
  • Gesangverein
  • Obst- und Gartenbauverein Queckborn
  • Singtreff Mittendrin
  • Sportverein 1927 Queckborn
  • VdK Ortsgruppe Queckborn/Harbach

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Einwohnerzahlen. In: Internetauftritt. Stadt Grünberg, archiviert vom Original; abgerufen im Mai 2018. (Daten aus Archiv)
  2. „Personen in der Bruchgasse in Queckborn, um 1900“,. Historische Bilddokumente aus Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  3. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 294
  4. a b c d e f Queckborn, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 9. Februar 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. a b Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 197, 277 (online bei HathiTrust’s digital library).
  7. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 8 (online bei Google Books).
  8. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 419 (online bei Google Books).
  9. Großherzog von Hessen und bei Rhein: Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 17,8 MB]).
  10. Der Hessische Minister der Justiz: Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 2 a) und Artikel 2, Abs. 4 d) (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 298 kB]).