Quedlinburger Annalen

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Blatt 31v mit Eintrag zum Jahr 1009 (MIX.)

Die Quedlinburger Annalen bieten eine selbständige Darstellung der Jahre von 984 bis 1025. Sie sind auch in diesem Zeitraum entstanden, aber nur in einer einzigen Handschrift aus dem 16. Jahrhundert überliefert.

Sie enthalten eine Weltchronik, die sich auf die Annales Hersfeldenses und Annales Hildesheimenses maiores stützt. Im Abschnitt der Weltchronik finden sich viele sagenhafte Elemente und teils grobe Ungenauigkeiten, z. B. dass für Attila († 453) 532 als Todesjahr angegeben wird. Für dieses Jahr wird auch der Regierungsantritt Theuderichs I. genannt, der aber schon 511 erfolgte.[1] Die Einträge ab 702 sind in Annalenform abgefasst, ab 913 finden sich eigene Formulierungen. Für die Zeit von 961 bis 983 besteht eine Lücke, ab 984 ist die Darstellung von anderen bekannten Quellen unabhängig.

In der Diskussion um den/die Verfasser der Annalen wird von Martina Giese wieder eine weibliche Verfasserin vermutet[2] – wohl aus dem Umkreis des Quedlinburger Stifts.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezensionen der neuesten Ausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludger Körntgen: Rezension von: Martina Giese (Hrsg.): Die Annales Quedlinburgenses, Hannover 2004, in: sehepunkte 7 (2007), Nr. 3 [15. März 2007], (online)
  • Besprechung von Caspar Ehlers, in: Concilium Medii Aevi 9 (2006) S. 1017–1019 (online)
  • Julian Führer: Rezension zu: Giese, Martina (Hrsg.): Die Annales Quedlinburgenses. Hannover 2004, in: H-Soz-Kult, 2. August 2005, (online)
  • Hartmut Hoffmann: Zu den Annales Quedlinburgenses, in: Sachsen-und-Anhalt. Jahrbuch der historischen Kommission für Sachsen-Anhalt 27 (2015), S. 139–178.

Übersetzungen und Forschungsliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Holtzmann: Die Quedlinburger Annalen. In: Sachsen und Anhalt. Jahrbuch der historischen Kommission Sachsen-Anhalt 1 (1925), S. 64–125.

Von 1998 bis 2009 wurden von Hans K. Schulze jahrweise die Einträge der Quedlinburger Annalen übersetzt und kommentiert.

  • Hans K. Schulze: Eine unheilige Allianz: was die Quedlinburger Annalen zum Jahr 1003 berichten und was sie verschweigen - das Osterfest in Quedlinburg und das Bündnis Heinrichs II. mit den heidnischen Slawen. In: Quedlinburger Annalen 6 (2003), S. 6–13.
  • Hans K. Schulze: Zwischen Pavia, Prag und Bautzen: Italienzug und Polenkriege: was die Quedlinburger Annalen und Thietmar von Merseburg zum Jahr 1004 berichten. In: Quedlinburger Annalen 7/2004 (2004), S. 6–16.
  • Hans K. Schulze: Polenkrieg, heidnische Kampfgefährten und ein fragwürdiger Friede: das Jahr 1005 in den Quedlinburger Annalen und der Chronik Thietmars von Merseburg. In: Quedlinburger Annalen 8 (2005), S. 6–9.
  • Hans K. Schulze: Ein gescheiterter Feldzug und ein harter Richter: das jahr 1006 in den Quedlinburger Annalen und der Chronik Thietmars von Merseburg. In: Quedlinburger Annalen 9 (2006), S. 6–8.
  • Hans K. Schulze: Brun von Querfurt und die Ostmission: was die Quedlinburger Annalen und Thietmar von Merseburg über die Ereignisse des Jahres 1009 berichten. In: Quedlinburger Annalen 12 (2009), S. 6–14.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Annales Quedlinburgenses – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eine angebliche Beteiligung von Sachsen an der Unterwerfung des Thüringerreiches wird ebenfalls erwähnt. Diese Beteiligung wird heute allerdings für sehr unwahrscheinlich gehalten. vgl. Matthias Springer: Die Sachsen. Kohlhammer, Stuttgart 2004, S. 90 ff., ISBN 3-17-016588-7.
  2. Einleitung. I. Entstehungsort, Abfassungszeit und Verfasserfrage. In: Martina Giese (Hrsg.): Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum separatim editi 72: Die Annales Quedlinburgenses. Hannover 2004, S. 60–66 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)