Quelle (Bielefeld)

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Quelle
Koordinaten: 52° 0′ 23″ N, 8° 28′ 36″ O
Höhe: 151 (133–313) m ü. NHN
Fläche: 8,6 km²
Einwohner: 8578 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 997 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Eingemeindet nach: Brackwede
Postleitzahl: 33649
Vorwahl: 0521
Karte
Lage von Quelle in Brackwede
Stadt Bielefeld

Quelle ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen und gehört zum Bielefelder Stadtbezirk Brackwede. Bis 1969 war Quelle eine eigenständige Gemeinde im Kreis Bielefeld.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gliederung und Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Bielefeld ist unterhalb der zehn Bezirke nicht weiter in administrative oder politische Einheiten gegliedert. Stadtteile sind in Bielefeld daher nur informelle Teilgebiete, deren Abgrenzung sich meist auf das Gebiet einer Altgemeinde bezieht. Zu statistischen Zwecken ist Bielefeld jedoch in 92 „statistische Bezirke“ eingeteilt. Die Altgemeinde Quelle entspricht dabei in etwa den statistischen Bezirken Quelle und Kupferheide, die heute in etwa die Grenzen des informellen Stadtteils Quelle definieren.

Quelle liegt direkt südlich des Hauptkammes des Teutoburger Waldes und wird von der Lutter und vom Lichtebach durchflossen. Der höchste Punkt von Quelle liegt mit 313 m ü. NHN auf dem Hünenberg.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen grenzt Quelle an Steinhagen, im Norden an den Ortsteil Hoberge-Uerentrup des Bielefelder Stadtbezirks Dornberg und im Nordosten an den Stadtbezirk Gadderbaum. Östlich grenzt Quelle an Brackwede und südlich an das ebenfalls zum Stadtbezirk Brackwede zählende Ummeln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstbesiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1036 wird der auf dem Boden des heutigen Ortsteils liegende Meyerhof Borckhusen (Meyer zu Borgsen) das erste Mal erwähnt. 1221 erfolgte die erste Erwähnung Quelles unter dem Namen Cawelle in einer Schenkungsurkunde.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 19. Jahrhundert war Quelle eine Gemeinde im Amt Brackwede des Kreises Bielefeld. Zum Gemeindegebiet gehörte ursprünglich auch das Gebiet westlich der Lutter bis zum Johannistal und zum Hof Olderdissen. Dieses Gebiet wurde am 31. Januar 1907 in die Stadt Bielefeld eingegliedert[1] und gehört heute zum Stadtbezirk Brackwede.[2]

Durch das Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld wurde Quelle zum 1. Januar 1970 in die Stadt Brackwede eingegliedert.[3] Brackwede seinerseits wurde im Zuge der Neugliederung des Raums Bielefeld zum 1. Januar 1973 nach Bielefeld eingemeindet.[4]

Feuerwehr und Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Quelle wurde am 21. August 1921 gegründet. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Quelle-Brock entstand 1958, als die damalige Kirchengemeinde Brackwede aufgeteilt wurde. Die Johanneskirchengemeinde gehört inzwischen zum Kirchenkreis Gütersloh.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1812 701 [6]
1864 921 [7]
1910 1831 [8]
1939 3808 [9]
1961 6387 [10]
1966 7080 [2]
2008 8451 [11]
2014 8578 [12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Quelle.png

Das Queller Wappen zeigt den Drei-Kaiser-Turm, dessen Bau im Dreikaiserjahr 1888 begann und der 1894 fertiggestellt wurde, auf drei roten Sparren auf Silber. Die drei Sparren deuten auf die Grafschaft Ravensberg, zu der Quelle früher gehörte, hin.

Bauwerke und Anlagen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtische und Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinschaftshaus Quelle in der Kimbernstraße
  • St.-Johanniskirche, Johannes dem Täufer gewidmet
  • Erwähnenswert ist der Friedhof im Ortsteil an der Magdalenenstraße mit einer kleinen Kapelle.[13]

Hünenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hünenburg ist eine Burgruine auf dem Hünenberg (302 m über NN.). Dieser liegt am Südhang des Teutoburger Waldes. Der 1894 errichtete Drei-Kaiser-Turm musste 1952 einem Fernmeldeturm weichen. 20 Jahre später wurde der Fernsehturm auf der Hünenburg rückgebaut, von der so neu entstandenen 40 m hohen Aussichtsplattform kann man einen Blick auf den Bielefelder Süden werfen. Gleichzeitig wurde ein neuer, 164 Meter hoher Fernmeldeturm Hünenburg gebaut, der auf den Ruinen der Burg steht.

Bildung und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Allgemeinbildende Schulen im Ortsteil sind die Grundschule Quelle an der Carl-Severing-Str. 165, die seit 1878 an dieser Stelle in Betrieb ist, und die Gesamtschule Quelle.
  • Bielefeld-Quelle ist durch die Bundesstraßen 61 und 68 an das Fernstraßennetz angeschlossen.
Haltepunkt Quelle-Kupferheide

Für den öffentlichen Personennahverkehr gelten der Westfalentarif und der NRW-Tarif.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr findet ein Weihnachtsmarkt an der Johannes-Kirche in Quelle statt. Zu Christi Himmelfahrt wird auf der Hünenburg jedes Jahr das Hünenburgfest ausgerichtet.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TuS Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TuS-Quelle-Wappen

Im Mai 1919 gründete sich in der Gaststätte Büscher der Turn- und Sportverein Quelle (TuS Quelle). Der Verein besteht aus fünf Abteilungen: Fußball, Turnen, Tischtennis, Volleyball und Basketball. Für die mehr als 1900 Mitglieder stehen drei Turnhallen und zwei Sportplätze zur Verfügung. Die Vereinsfarben sind Blau-Weiß.

ASC-Hünenburg e. V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1953 wurde der ASC-Hünenburg e. V. (Automobilsportclub e. V. im ADAC) gegründet. Der Name ist angelehnt an die Burgruine Hünenburg. Im Jahr 2003 wurde der Verein aufgelöst, lebt in Teilen des 1973 gegründeten MSC-Hünenburg e.V. (Motorrad-Sport-Club e. V.), der sich an den ASC-Hünenburg e. V. seit Gründung angegliedert hatte, weiter.

Queller Gemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Queller Gemeinschaft ist ein Verein, der das Ziel verfolgt, das Zusammenleben aller Einwohner in sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Lebensbereichen leichter, freundlicher und attraktiver zu gestalten. Es gibt mehr als 200 Mitglieder. Der Verein veranstaltet jedes Jahr zwei Stadtteilfeste: zum Himmelfahrtstag das Hünenburgfest unterhalb des Bielefelder Fernsehturmes und den Queller Weihnachtsmarkt rund um den Kirchturm der Queller Johanneskirche. Ab dem Jahr 2015 wird das Hünenburgfest nicht mehr am Himmelfahrtstag gefeiert. Hier hat sich der Vorstand und Beirat entschlossen, jeweils um die Sonnenwende im Juni den Sonntag als musikalischen Aktionstag auszustatten.[15]

HSG Quelle/Ummeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 1991 gab es einen Zusammenschluss der Handballvereine CVJM Quelle und CVJM Ummeln. Seitdem tritt die HSG Quelle/Ummeln (Handball- und Sportgemeinschaft) zusammen im Handball an. Der Verein besteht aus drei Abteilungen: Handball, Badminton und Frauenturnen. Der Verein zählt derzeit ca. 290 Mitglieder.[16]

Ehemaliger Rennplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1905 bis in die 1960er-Jahre existierte in Quelle ein Rennplatz, auf dem Pferderennen und Fahrturniere durchgeführt wurden.[17] Im Zweiten Weltkrieg wurde der Rennplatz zeitweilig militärisch als Behelfsflugplatz genutzt. Anschließend wurde auf dem Gelände ein Verkehrsübungsplatz betrieben. Heute befindet sich auf diesem Gelände eine Neubausiedlung, deren Straßennamen (Am Rennplatz, Galoppweg usw.) an den ehemaligen Rennplatz erinnern.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 273.
  2. a b Landkreis Bielefeld (Hrsg.): 150 Jahre Landkreis Bielefeld. 1966.
  3. Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld § 10. In: recht.nrw.de. 4. Dezember 1969, abgerufen am 1. Mai 2010.
  4. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  5. Website Johanneskirchengemeinde
  6. Westfalen unter Hieronymus Napoleon. 1812, S. 47, abgerufen am 20. April 2010 (Digitalisat).
  7. Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden. 1866, S. 10, abgerufen am 22. April 2010 (Digitalisat).
  8. Uli Schubert: Deutsches Gemeindeverzeichnis 1910. Abgerufen im 22. Mai 2009.
  9. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen im 22. April 2010.
  10. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 238.
  11. Sozialleistungsbericht 2008. Stadt Bielefeld, 31. Dezember 2008, S. 185, abgerufen am 25. Mai 2010 (PDF; 9,5 MB): „Einwohnerzahl der Statistischen Bezirke Quelle und Kupferheide“
  12. Statistische Bezirke Quelle und Kupferheide. Stadt Bielefeld Amt für Demographie und Statistik, abgerufen am 13. Oktober 2015.
  13. Friedhof Quelle
  14. Queller Gemeinschaft
  15. HSG Quelle/Ummeln Handball
  16. Adolf Tjaden: Das Amt Brackwede. Ein Heimatbuch. Ludwig Bechauf, Bielefeld 1948.