Quelle von Kermore

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Die Quelle von Kermore (französisch la fontaine préhistorique de Kermore) befindet sich im Gemeindegebiet von Séglien, zwölf Kilometer westlich von Pontivy im französischen Département Morbihan, in der Bretagne. Von der D782 (Straße) Pontivy - Guémené-sur-Scorff geht 12 km von Pontivy eine Abzweigung nach Süden ab, die zum Gehöft von Kermore führt.

La fontaine de Kermore Commune Seglién

Gestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besonderheit Kermores besteht in der jungsteinzeitlichen Umrandung der Quelle mit Megalithen. Dabei handelt sich um massive Steinblöcke, die mit großer Präzision miteinander verkeilt wurden. Dadurch entstandenen drei Bassins, in denen sich das Quellwasser sammelte. Die Megalithen haben ein Gewicht von bis zu sechs Tonnen und sind so ineinander gefügt, dass die Abstände nur wenige Millimeter betragen.

Die Steine weisen geglättete Oberflächen auf. Der etwa 4,5 Tonnen wiegende „Deckstein“ liegt auf einer Schicht aus Lehm und Steinen. Seine große Höhlung bildet ein Dach über dem Quelltopf. Den Abschluss der Quelleinfassung bildet eine rechteckige, senkrecht gestellte Steinplatte von etwa 0,8 t Gewicht. Sie befindet sich durch eine präzise Verkeilung mit ihren Basissteinen in der Senkrechten. Im größten Becken der Anlage liegt ein merkwürdig geformter Megalith. Er wurde so behauen, dass er seitlich eine Stufe von etwa 20 cm Höhe aufweist. Vermutlich stand der Stein ehemals aufrecht. Bruchstücke unter dem Megalithen erlauben den Schluss, dass er umgekippt wurde. Neben dem eigenartig geformten Stein befindet sich ein großer Schalenstein (französisch Pierres à écuelles), dessen glatte Oberfläche zwei kleine Schälchen sowie einige „Rinnen“ aufweist.

Der Quelle von Kermore wurde das Wasser „abgegraben“, wodurch sie austrocknete. Etwa sieben Meter vom Monument entfernt befindet sich einige Meter tiefer ein Abfluss der Quelle, der erst in jüngerer Zeit, etwa um 1700, gegraben wurde. Diese Quellabzweigung ist mit Granitsteinen umrahmt und diente zur Wasserversorgung des Gehöfts von Kermore und der Mühle von Kermore. Die flache Graniteinfassung ist etwa 300 Jahre alt, die „Steinpyramide“ darüber wurde erst 1960 gebaut.

Ein weiterer, erst 1962 gegrabener Abfluss befindet sich oberhalb des Monuments, etwa 25 m entfernt. Sein Wasser wurde zur Tränkung des Viehs auf der nahen Weide verwendet. Die Wassermenge der Quelle reichte aus um zwei "Ableitungen" zu versorgen; der Wasserfluss entspricht dem eines kleinen Baches. Im Jahre 2005 wurde eine Reinigung vom Besitzer des Geländes, Manfred Keppeler, durchgeführt und der Abfluss des Wassers der oberen Quelle so verändert, dass auch die prähistorische Quelle nun wieder Wasser führt.

Alter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anhand der Bauweise wird ein Alter bis zu 6500 Jahren angenommen.

Es finden sich Spuren der verschiedenen Zeitalter an der Quelle von Kermore. Einen Hinweis auf die megalithische Kultur geben die Werkzeuge und Feuersteinknollen aus Silex, die in Bereich des Quellbeckens gefunden wurden. Silex ist das typischen Material der Steinzeit zur Herstellung von Waffen und Werkzeugen.

Es wurden zwei Gravuren entdeckt, die auf die Steinzeit schließen lassen. Es handelt sich um zwei kugelförmige Vertiefungen mit einem Durchmesser von 4 cm und 2 cm Tiefe. Eine dieser Vertiefungen weist einen kreisförmigen Rand im Abstand von ca. 10 cm auf. Der Rand setzt sich als gerade Vertiefung fort, der in einem kleinen Kreis endet. Seitlich befindet sich eine weitere halbkreisförmige Vertiefung. Ob es sich dabei um eine astronomische Darstellung handelt konnte noch nicht geklärt werden. Zur Verdeutlichung wurden die Gravuren mit weißer bzw. roter Kreide nachgezogen.

Menhir[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Reinigung des großen Beckens der Quelle von Kermore wurde ein großer behauener Stein gefunden. Er ist etwa 1,50 m lang, 75 cm breit und 50 cm tief. Sein Gewicht beträgt ca. 1 Tonne. Der Stein hat eine ungewöhnliche, abstrakte Form, die sehr unterschiedliche Interpretation zulässt. Der Menhir könnte römischen oder keltischen Ursprungs sein. Denkbar ist auch eine Bearbeitung in der Steinzeit.

Das obere Drittel des Steins wird aus einem rechtwinkeligen Dreieck gebildet. Die längste Seite des Dreiecks ist seitlich abgeschrägt. Im unteren Drittel des Steins wurden ca. 7 cm abgetragen. Die abgeschrägte Spitze des Steins hat eine geglättete Oberfläche und ist bearbeitet. Die Abtragung im unteren Bereich weist ebenfalls auf eine bewusste Bearbeitung hin.

Der Stein wirkt sehr wuchtig und vermittelt den Eindruck einer abstrakten Skulptur. Der Stein keltischen  Ursprungs ist, wenngleich auch eine Bearbeitung in der Steinzeit nicht ausgeschlossen werden kann, da die Quelle von Kermore in verschiedenen Zeitaltern benützt und gestaltet wurde. Der Menhir hat Ähnlichkeiten mit einer Hand die auf zwei Arten interpretiert werden:

Als Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger, oder als  „Fingerfeige“, bei der der Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger geklemmt ist. Der nach oben gestreckte Arm und Zeigefinger (digitus salutaris) war im römischen Reich die gängige Begrüßungsgeste. Die „Fingerfeige“, bei der der Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger geklemmt ist, war im antiken Rom ein Fruchtbarkeits- und Glückssymbol. Als Amulett wurde die „mano in fica“ auch zur Abwehr von bösem Zauber verwendet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 48° 5′ 23,7″ N, 3° 5′ 20,8″ W