Quentchen

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Quent ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum deutschen Soziologen siehe Matthias Quent.

Ein Quentchen, Quent, Quint, Quentlein, Quentin, Quintchen, Quintlein, Quentgen bzw. Quäntchen ist eine alte Maßeinheit.

Wortherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die obigen Worte leiten sich von mittellateinisch quentinus, der fünfte Teil, von lateinisch quintus, der fünfte, zu lat. quinque, fünf, ab. Die letzteren sind Diminutiv von Quent bzw. Quint, einem alten deutschen Handelsgewicht. In der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 wird das Wort – etymologisch falsch – von Quantum, einer Bezeichnung für eine bestimmte Menge oder eine bestimmte Anzahl, abgeleitet.[1]

Die Worte Drachme, Dragme (fr.), Drachma (lat.) waren Synonyme.[2]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der fünfte Teil eines Lots
  • 4 Pfenniggewichte
  • 3,65 g
  • Der zehnte Teil eines Lots 1,67 g (Preußen ab 1858) abgeleitet von 1 Zollpfund = 30 Lot = 300 Quentchen = 500 Gramm
  • Der vierte[3] Teil eines Lots, 1 Pfund = 32 Lot = 128 Quint[2][4]
  • 1 Quint = 3 Skrupel (Apothekergewicht)[2]
  • Quint(lein) als Apotheker-Gewicht: 96. Teil des Apotheker-Pfundes (1 Pfund = 12 Unzen = 24 Lot = 96 Quentchen = 288 Skrupel)[5]
  • umgangssprachlich synonym für "ein bisschen" oder "ein Hauch", z. B. ein Quentchen Glück

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Quentchen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theodor Ickler: Die sogenannte Rechtschreibreform – ein Schildbürgerstreich, Leibniz, St. Goar 1997, ISBN 3-931155-09-9, S. 20–22 [1]
  2. a b c Quintlein, Quent, Quentin, Quint, Quentgen. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 30, Leipzig 1741, Spalte 359. »Fr. Dragme, Lat. Drachma, ist das vierdte Theil von einem Loth. Auf ein Pfund gehen hundert und acht und zwantzig Quint. Im Apothecker=Gewichte hält ein Quint drey Scrupel, und wird Drachma genennet.«
  3. Univ. Trier, UB, Hagen Reinstein: Krünitz Online. In: www.kruenitz1.uni-trier.de. Abgerufen am 7. April 2016.
  4. Amtsblatt der Regierung zu Aachen Jahrgang 1816, Seiten 166–169: »Anweisung zur Verfertigung der Probemaaße und Gewichte nach § 1. der Maaß- und Gewichtordnung. Vom 16. Mai 1816.« § 21. »Das Preußische Pfund § 18 soll auch als Kramergewicht dienen, und zu diesem Zwecke in zwei und dreißig Lothe, das Loth aber in vier Quentchen getheilt werden.«
  5. Thomas Gleinser: Anna von Diesbachs Berner ‚Arzneibüchlein‘ in der Erlacher Fassung Daniel von Werdts (1658), Teil II: Glossar. (Medizinische Dissertation Würzburg), jetzt bei Königshausen & Neumann, Würzburg 1989 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, 46), S. 224.