Quierzy

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Quierzy
Quierzy (Frankreich)
Quierzy
Region Hauts-de-France
Département Aisne
Arrondissement Laon
Kanton Vic-sur-Aisne
Koordinaten 49° 34′ N, 3° 9′ OKoordinaten: 49° 34′ N, 3° 9′ O
Höhe 38–73 m
Fläche 8,09 km2
Einwohner 428 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 53 Einw./km2
Postleitzahl 02300
INSEE-Code

Quierzy (früher Cariciacum, Carisiacum, Charisagum, Karisiacum) ist eine französische Gemeinde mit 428 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Aisne und der Region Hauts-de-France.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Quierzy liegt am Ufer der Oise zwischen Noyon und Chauny, an der Grenze zum Département Oise.

Nachbargemeinden von Quierzy sind Marest-Dampcourt im Norden, Manicamp im Osten, Bourguignon-sous-Coucy und Camelin im Süden sowie Brétigny im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Gallischen Krieg wurden in der Gegend Laeten angesiedelt, unter anderem auf dem Gutshof eines Charisius. 236 wird der Ort erstmals als Charisilittae (Laeten des Charisius) erwähnt.

Quierzy wird im Jahr 605 als „Cariciacum“ erstmals erwähnt, als Protadius, Hausmeier des Königs Theuderich II. aus dem Haus der Merowinger und Favorit der Königinwitwe Brunichild, hier im Feldlager von Angehörigen des Heeres getötet wurde.

Papst Stephan II. nimmt von Abt Fulrad von Saint-Denis die in Quierzy ausgestellte Schenkungsurkunde Pippins entgegen.

Hundert Jahre später gehört es zum Besitz der Karolinger. Hier befand sich ihre Königspfalz Quierzy, eine ihrer wichtigsten Residenzen im westlichen Frankenreich, von der heute jedoch nichts mehr zu sehen ist. Hier starb im Jahr 741 Karl Martell, befand sich die wichtigste Residenz Pippins des Jüngeren und wurden die Beschlüsse getroffen, die zur Gründung des Kirchenstaates führten (Pippinsche Schenkung), Im Jahr 877 schließlich erließ Karl der Kahle hier das Kapitular von Quierzy. Vermutlich wurde die Pfalz wenige Jahre später, 890/891, von den Normannen weitgehend zerstört.

Das Gebiet um Quierzy blieb Königsland, erst Philipp I. übertrug es dem Bischof von Noyon, der die Pfalz weiter nutzte und sie erst im 16. Jahrhundert zugunsten des Château de Quierzy am Ufer des Oise aufgab. Das Land gelangt bis zur Französischen Revolution nacheinander in die Hände der Familien Chérisy, Montmorency, Roye, Halluin, Brûlart und Bussy-Rabutin.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 340 335 312 342 362 334 425

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Königspfalz Quierzy, die vermutlich östlich des Ortes an der Straße nach Manicamp stand, und von der oberirdisch nichts mehr vorhanden ist
  • Reste der Burg von Quierzy am rechten Ufer der Oise, die im 16. Jahrhundert anstelle einer Festung der Bischöfe von Noyon errichtet wurde, und von der noch der Teiles eines Turms vorhanden sind (Privatbesitz, Monument historique)[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reste der Burg von Quierzy in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]