Quinoa

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Quinoa
Quinoa (Chenopodium quinoa)

Quinoa (Chenopodium quinoa)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Unterfamilie: Chenopodioideae
Gattung: Gänsefüße (Chenopodium)
Art: Quinoa
Wissenschaftlicher Name
Chenopodium quinoa
Willd.

Quinoa (gesprochen kiˈnoːa, ursprünglich von Quechua: kinwa, Aussprache: ˈkinwɑ) (Chenopodium quinoa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gänsefüße in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).[1] In den Anden ist sie seit etwa 5000 Jahren als Kulturpflanze bekannt. Die Pflanzen sind anspruchslos und gedeihen bis in Höhen von 4200 m. Der nah verwandte und ähnlich verwendete Chenopodium pallidicaule (Cañihua) wird bis in 4550 m Höhe angebaut.[1]

Die kleinen, durchschnittlich ca. 1,3 bis 2 Millimeter großen und 2 bis 6 mg schweren einsamigen Nüsschen dieser Pflanzen sind in diesen Hochregionen ein wichtiges Grundnahrungsmittel der Bergvölker, da Mais in diesen Höhen nicht mehr angebaut werden kann.[2] Das Tausendkorngewicht beträgt ca. ein bis vier Gramm, es können durchschnittlich vier Tonnen pro Hektar geerntet werden.[3]

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon erklärte das Jahr 2013 zum Jahr der Quinoa. Die Pflanze soll aufgrund ihrer spezifischen Vorteile helfen, den Hunger auf der Welt, gerade in Zeiten des Klimawandels, zu bekämpfen.[4]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quinoa ist eine einjährige, meistens gynomonözische (das bedeutet: es sind neben rein weiblichen auch zwittrige Blüten vorhanden), krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 50 bis 300 cm. Sie bildet Pfahlwurzeln aus, normalerweise ca. 30–50 cm lang, diese können aber bis 1,5 Meter tief reichen. Der aufrechte, anfangs innen massive und weiche, aber später hohle und schwammige, außen kompakte und feste,[5] unten zylindrische, dann rippige Stängel[6] ist grün, gelb, violett oder dunkelrot gefärbt, oder auch gestreift, mit einem Durchmesser bis fünf Zentimeter.[7] Er ist normalerweise verzweigt, gelegentlich aber auch unverzweigt.[8]

Die Blätter sind vierseitig-wechselständig, mit einem an der Oberseite geriffelten Stiel,[9] einfach, dicklich, bis 15 cm lang und bis 8 cm breit,[10] anfänglich grün, später gelb, violett oder rot. Die polymorphen Blätter sind im unteren Teil der Pflanze kellenförmig (trullate), dreinervig, selten ganzrandig, meistens buchtig gezähnt, im oberen Teil schmalelliptisch bis lanzettlich, fiedernervig, ganzrandig oder auch buchtig gezähnt, mit kürzeren Stielen. Die Blätter erscheinen mit ebener oder welliger Oberfläche und sind ohne Nebenblätter.[11] Die jungen Blätter sind an der Unterseite oft fein behaart.

Die endständigen, aufrechten, gelben, roten, aber auch rosa-orange und violetten Blütenstände erscheinen in verschiedenen Formen,[12] sie können 15 bis 70 cm lang werden und sind etwa 5 bis 30 cm im Durchmesser, sie bestehen aus knäueligen Teilblütenständen mit jeweils einer Länge von 1–5 cm.

Die in Knäueln erscheinenden Blüten sind unscheinbar, weiblich (2–5 mm) oder hermaphroditisch (3 mm), bei Hybriden können auch sterile männliche auftreten, sie sind stiellos, apetal, perigonblättrig und fünfteilig. Die zwittrigen Blüten besitzen fünf Staubblätter und 2–3 federige Narben, sowie einen Fruchtknoten, die weiblichen sind ohne Staubblätter. Der oberständige Fruchtknoten entwickelt sich nach der Selbst- oder Fremdbefruchtung[8] zu einer linsenartigen (lentikularen), elliptoiden, mit runden oder scharfen Kanten, etwa ein bis vier Millimeter großen, harten, gelben, orange, roten, rosa, weißen, cremefarbigen, braunen, grauen oder schwarzen (Perikarp), zweikeimblättrigen, mehrschichtigen Achäne.[1][3][13][14] Der Embryo ist krummläufig (kampylotrop) angelegt und umringt das stärkereiche Perisperm median.

Sie ist frost- und trockenheitsresistent und wächst auf durchlässigen, stickstoff- und kalziumhaltigen Böden, mit einem pH-Wert von 4,5 bis 9, am besten sandige bis sandig-lehmige Böden, sie akzeptiert gut verschiedene Klimata, der Temperaturbereich liegt bei −8 bis +38 °C, ideal ist 15 bis 20 °C.[15] Quinoa ist je nach Genotyp eine Langtagpflanze (LTP) oder Kurztagpflanze (KTP), sowie auch neutral.[14][16]

Quinoa ist eine fakultative, C3, recreto-endo-Halophyte, welche überschüssiges Salz über epidermale Blasenzellen (EBCs) (Papilla) ausscheiden kann. Oft sind Teile der Pflanze mit diesen bläschenförmigen, farblos, durchsichtigen oder violett pigmentierten Ausscheidungen bedeckt, häufig auf jungen Blättern.[8][17][18][19]

Genetik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grafische Darstellung zur Ontogenese des Quinoa-Genoms: Verdopplung eines diploiden Genoms (2n) führt zur Tetraploidie (4x).

Quinoa ist allotetraploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 4x = 36. Als Allotetraploide ist sie hervorgegangen aus der Hybridisierung zweier diploider Elternarten, deren Genom jeweils als A und B bezeichnet wird. Quelle des A-Genoms ist Chenopodium pallidicaule Aellen (Cañahua, oder Kañiwa genannt), eine einjährige Art der Anden, die ebenfalls kultiviert wird. Quelle des B-Genoms ist der schwedische Gänsefuß Chenopodium suecicum Murr. Bei Quinoa ist das gesamte Genom gegenüber dem kombinierten Genom der Elternsippen vermutlich nochmals einmal komplett verdoppelt worden, zusätzlich kam es zu umfangreichen Umbau des gesamten Genoms mit großflächigem Austausch homologer Abschnitte der beiden Elternarten zwischen verschiedenen Chromosomen. Auf die Bildung der (heute hypothetisch erschlossenen) allotetraploiden Stammsippe geht eine Reihe wild wachsender, spontan verwilderter oder kultivierter Sippen hervor, darunter vor allem der Berlandiers Gänsefuß Chenopodium berlandieri Moq. und der Bocks-Gänsefuß Chenopodium hircinum Schrad.. Nach den genetischen Daten ist der Bocks-Gänsefuß am nächsten verwandt. Da verschiedene genetische Linien von Quinoa und Bocks-Gänsefuß gegeneinander nicht monophyletisch sind, ist es möglich, dass die Tiefland- und die Hochland-Form von Quinoa unabhängig voneinander aus Ahnen aus dieser Art hervorgegangen wären. Dies deutet auf eine zweimalige, unabhängige Domestikation von Quinoa, einmal im chilenischen Küstenland und einmal im Altiplano, hin.[20]

Die meisten Quinoa-Kultivare, Landrassen und Sippen sind genetisch relativ uniform, was auf vorherrschende Selbstbestäubung zurückgeführt wird.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstbeschreibung von Chenopodium quinoa verfasste 1797 Carl Ludwig von Willdenow.[21]

Synonyme von Chenopodium quinoa Willd. sind Chenopodium album subsp. quinoa (Willd.) Kuntze, Chenopodium album var. quinoa (Willd.) Kuntze, Chenopodium canihua O.F.Cook, Chenopodium ccoyto Toro Torrico, Chenopodium ccuchi-huila Toro Torrico, Chenopodium chilense Pers. (nom invalid.), Chenopodium guinoa Krock., Chenopodium hircinum var. quinoa (Willd.) Aellen und Chenopodium nuttalliae Saff.[22] Im Deutschen sind auch folgende Begriffe für die Pflanze üblich: Inkareis, Reismelde, Inkakorn, Reisspinat, Andenhirse oder Perureis.

Quinoa gehört in eine Gruppe äußerst ähnlicher, untereinander teilweise kreuzbarer Arten, die systematisch in Genus Chenopodium, subgenus Chenopodium, Sektion Chenopodium gehören. Nach der Morphologie des Perikarp und der Blütenhülle (Perianth) wird die Gruppe um Quinoa als Subsektion Cellulata Iljin gefasst, die morphologisch durch blasige (alveolate) Fruchtwand und gekielte Kelchblätter gekennzeichnet ist. Innerhalb der Subsektion wird eine Serie Foveosa unterschieden, die neben dem Feigenblättrigen Gänsefuß Chenpopodium ficifolium Sm. vor allem Arten aus Nord- und Mittelamerika enthält. Dazu gehören eine Reihe von tetraploiden, wild wachsenden und kultivierten Arten mit Verbreitung in Nord-, Mittel- und Südamerika.[23] Die Verwandtschaft und Abgrenzung der morphologisch definierten Sippen ist problematisch, auch genetisch sind die Sippen nicht immer klar definierbar, wobei Hybride zwischen den Arten das Bild weiter verkomplizieren.[24] Für eine genaue Analyse sind weitere Studien mit breiterer Taxonabdeckung erforderlich.[20] Dies betrifft vor allem die Abgrenzung von Quinoa und des nahe verwandten Bocks-Gänsefußes mitsamt der jeweiligen Varietäten und Unterarten zueinander.

Innerhalb der Art Chenopodium quinoa kommen als Unkräuter in Kulturland wild wachsende Sippen vor, die „Ajara“ (oder auch „Ayaras“) genannt wird und nach morphologischen Kriterien als Unterart Chenopodium quinoa subsp. milleanum (Aellen) Aellen oder Varietät Chenopodium quinoa var. melanospermum Hunziker gefasst wurden.[23] Diese zeichen sich u. a. durch die schwarz gefärbten Samenhülle aus. Tatsächlich erweist sich aber die Verwandtschaft und Ähnlichkeit eher geographisch als zwischen Kultur- und Wildpflanzen determiniert. Die Wild- und die Kulturpflanzen der chilenischen Küstenebene sind untereinander ähnlicher als beide zu den jeweiligen Unkraut- und Kultursippen der Anden. Diese Zweiteilung der Art Quinoa in eine Hochland- und eine Tieflandform wurde durch die genetischen Analysen klar bestätigt.[20] Die chilenische Tieflandsippe, regional als „Quingua“ bezeichnet, ist durch die Morphologie des Blütenstands und die Form des Blattrands von derjenigen des Altiplano abgrenzbar.

Domestikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl die genetischen wie die morphologischen Daten erweisen überraschenderweise einen Ursprung des gesamten kultivierten Artenaggregats um Quinoa in Nordamerika, mit anschließender Ausbreitung nach Südamerika. In der (erschlossenen) Ursprungsheimat des Aggregats wurde früher eine weitere, heute ausgestorbene Sippe kultiviert, die als Chenopodium berlandieri subsp. jonesianum bezeichnet wird. Die wild wachsenden, als Chenopodium berlandieri bezeichneten Pflanzen Südamerikas sind Quinoa noch ähnlicher, so dass bei einigen Unkrautsippen die Zugehörigkeit zur jeweiligen Art unsicher ist. Die Daten deuten darauf hin, dass sich zunächst Chenopodium berlandieri, oder eine sehr ähnliche Stammsippe, von Nord- nach Südamerika ausgebreitet hat und diese hier zunächst wild besammelt und später domestiziert worden ist.[20], vermutlich mindestens zweimal, unabhängig im Hoch- und im Tiefland. Die Art wurde als Kulturpflanze von den präkolumbianischen indianischen Kulturen weiter verbreitet. Diese Ausbreitung wird vor allem mit dem Reich der Inka in Verbindung gebracht, ging aber weit darüber hinaus, so etwa durch das Volk der Mapuche auf die Insel Chiloé. Nach der Eroberung durch die Spanier wurde die Kultur allerdings stark zurückgedrängt und regional sogar ganz aufgegeben, so etwa in der Gegend um Bogotá in Kolumbien oder der Provinz Córdoba in Argentinien.[23]

Als Ursprungsregion im Altiplano, mit der höchsten Vielfalt an Sorten und Landrassen, gilt die Region um den Titicacasee[25] Die tatsächliche Domestikation der Art nachzuweisen ist allerdings schwierig, da die Samen vorher vermutlich lange Zeit von Wildpflanzen gesammelt wurden und Wild- und Kulturpflanzen von Quinoa (und noch mehr der nahe verwandten Cañihua) sich bis heute recht ähnlich sind. Als Hinweis auf domestizierte Pflanzen dienen vor allem größere Samen, in Verbindung mit einer bimodalen (d. h. zweigipfligen) Kurve der Größenfrequenz, die auf eine Differenzierung von Kultur- und Wildpflanzen hindeutet. Weitere Merkmale wie die Dicke der Samenschale werden ergänzend hinzugezogen. Auch nach diesen Daten ist die Gegend um den Titicacasee diejenige mit den frühesten Nachweisen (bei einem Brand verkohlten Körnern aus Chiripa), deren Alter auf etwa 3500 Jahre abgeschätzt wird.[26]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handelsübliche Quinoa vor der Zubereitung

Die mineralstoffreichen Blätter werden als Gemüse oder Salat verzehrt. Die senfkorngroßen Samen haben eine getreideähnliche Zusammensetzung, daher wird Quinoa − ebenso wie Amarant − als glutenfreies Pseudogetreide bezeichnet, wobei aber mindestens zwei Quinoasorten dennoch Glutenabschnitte enthalten.[27] Botanisch zählt Quinoa aber zu den Fuchsschwanzgewächsen, und es ist folglich eher mit dem Spinat oder den Rüben verwandt. Es lässt sich gut anstelle von Reis verwenden.

Der Naturkosthandel führt Quinoa pur oder als Zutat in Müslimischungen. Für die Inkas war es ein Mittel gegen Halsentzündungen. Besonders für Menschen, die unter Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) leiden, bildet es bei den meisten Sorten einen vollwertigen Getreideersatz. Aufgrund dieser Eigenschaften ist es für Allergiker geeignet und in der vegetarischen sowie veganen Küche sehr beliebt. Quinoa eignet sich auch für die Herstellung von glutenfreiem Bier.

Anbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltweite Quinoa-Produktion 2014
(in 1000 Tonnen)
PeruPeru Peru 114,73
BolivienBolivien Bolivien 74,38
EcuadorEcuador Ecuador 3,71
Welt gesamt 192,82
Quelle: FAO[28]
Quinoa-Ernte in Ecuador
Schulung über Quinoa-Anbau in Peru
Getrocknete Quinoa vor dem Dreschen

Quinoa wird seit etwa 5000 Jahren gemeinsam mit Amarant (lokale Bezeichnung Kiwicha) als Hauptnahrungsmittel verwendet. Es wurde besonders in den Hochebenen der Anden oberhalb einer Höhe von 4000 m angebaut. Dort waren die beiden Pflanzen für die Menschen unentbehrlich, da Mais als einziger Ersatz in diesen Höhen nicht mehr angebaut werden konnte. Während der spanischen Eroberungszüge und Kriege gegen die Inkas und Azteken im 16. Jahrhundert (siehe Francisco Pizarro und Hernán Cortés) wurde der Anbau von Quinoa und Amarant verboten und sogar unter Todesstrafe gestellt. Damit sollten die Völker geschwächt werden. Das als „unchristlich“ eingestufte Nahrungsmittel blieb dadurch in Europa bis in das 20. Jahrhundert hinein nahezu unbekannt.

1993 machte ein Bericht der NASA Quinoa als „neues“ Getreide, das sich durch seine hohen Eiweißwerte und einzigartige Aminosäurestruktur besonders für die Nutzung in Controlled Ecological Life Support Systems (z. B. Raumstationen oder Kolonien) eignen würde, international bekannt.[29][30] Die Nachfrage stieg in den kommenden Jahren in Europa und Nordamerika sprunghaft an. Die steigende Nachfrage führte zu einem erhöhten Weltmarktpreis und steigenden Einkünften der Quinoa-Bauern.[30] Andererseits konnten sich nun immer weniger Bolivianer und Peruaner das stark verteuerte Lebensmittel leisten und mussten auf billigere, industriell verarbeitete Lebensmittel ausweichen.[30]

Laut FAO wurden 2014 weltweit ca. 192.818 Tonnen Quinoa geerntet.[28] Hauptanbauländer sind Peru, Bolivien und Ecuador. In Deutschland werden nur geringe Mengen – meist zu Versuchszwecken – angebaut. Wird Quinoa in Mitteleuropa angebaut, so erfolgt die Aussaat von Anfang bis Mitte April. Die Ernte erfolgt ab Mitte September mit Mähdreschern. Da die Körner in den großen Fruchtständen ungleichmäßig reifen, ist nach der Ernte die Trocknung der Körner erforderlich.

Heute wird der Anbau dieses Pseudogetreides im Rahmen von Entwicklungsprojekten in Peru und Bolivien gefördert, da die Pflanzen geringe Ansprüche an Boden und Wasser stellen und als ein gesundes alternatives Nahrungsmittel erkannt wurden. Ein Anbau außerhalb Südamerikas ist bisher unüblich, er wird für die Himalaya-Region in Indien aber erwogen.[31]

Durchschnittliche Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

je 100 g essbarer Anteil:[32]

Bestandteile
Energie 1434 kJ
(343 kcal)
Wasser 12,7 g
Eiweiß 13,8 g
Fett 5,0 g
(MUF: 2,6 g)
Kohlenhydrate 58,5 g
davon Ballaststoffe 6,6 g
Mineralstoffe 3,3 g
Mineralstoffe
Kalium 805 mg
Phosphor 330 mg
Magnesium 275 mg
Calcium 80 mg
Natrium 10 mg
Eisen 8 mg
Zink 2,5 mg
Vitamine
Vitamin A 0,0 µg
Vitamin E 0,1 mg
Vitamin B1 170 µg
Nicotinamid 450 µg
Folsäure 50 µg
Vitamin B12 0,0 µg
Vitamin C 4 mg

Quinoa ist verhältnismäßig reich an Eiweiß sowie an den Mineralstoffen Kalium, Magnesium und Phosphor. Der Gehalt an Eiweiß und einigen Mineralien (besonders Magnesium und Eisen) übertrifft den Gehalt bei gängigen Getreidearten. Es enthält reichlich Vitamin B1 während die anderen B-Vitamine einschließlich Folsäure nur relativ gering vorhanden sind. Die fettlöslichen Vitamine A und E fehlen nahezu vollständig und Vitamin C ist nur in geringen Spuren enthalten.[13] Das Aminosäurespektrum umfasst alle essentiellen Aminosäuren, darunter auch Lysin. Die Fettsäuren sind zu über 50 Prozent ungesättigt. Vitamingehalt und Nährwert sind ungefähr dem von Reis vergleichbar. Quinoa enthält jedoch deutlich mehr Mineralien, mehr Eiweiß und eine größere Menge mehrfach ungesättigte Fettsäuren (dafür weniger Kohlenhydrate).[33] Der Verzehr von 100 g Quinoa deckt etwa ein Drittel des empfohlenen Tagesbedarfs an Eisen und Magnesium.

Gesundheitsaspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Schutz vor Schädlingen erreicht Quinoa durch bitter schmeckende Saponine, die auf der Samenschale (Perikarp) liegen. In ungeschältem Zustand ist Quinoa daher ungenießbar. Handelsübliche Quinoa ist daher geschält oder gewaschen und dadurch vom Saponin befreit und entbittert. Der Saponingehalt wird durch dieses Verfahren erheblich reduziert. Durch ein Erhitzen/Kochen kann etwa ein Drittel der eventuell verbliebenen Saponine unschädlich gemacht werden. Der mögliche Restgehalt an Saponinen ist für den Menschen nicht schädlich, da sie kaum vom Darm aufgenommen werden.

Saponine sind Glycoside von Steroiden, wie diejenigen, die in der Zellmembran vorkommen. Sie zeigen eine große Strukturvielfalt und damit eine große Variabilität in den biologischen Eigenschaften auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • C. Pulvento, M. Riccardi, A. Lavini, R. d’Andria, R. Ragab: Saltmed Model to Simulate Yield and Dry Matter for Quinoa Crop and Soil Moisture Content Under Different Irrigation Strategies in South Italy.. In: Irrigation and drainage. 62, Nr. 2, 2013, S. 229–238. doi:10.1002/ird.1727.
  • C. Cocozza, C. Pulvento, A. Lavini, M. Riccardi, R. d’Andria, R. Tognetti: Effects of increasing salinity stress and decreasing water availability on ecophysiological traits of quinoa (Chenopodium quinoa Willd.). In: Journal of agronomy and crop science. 199, Nr. 4, 2013, S. 229–240. doi:10.1111/jac.12012.
  • C. Pulvento, M. Riccardi, A. Lavini, R. d'Andria, G. Iafelice, E. Marconi: Field Trial Evaluation of Two Chenopodium quinoa Genotypes Grown Under Rain-Fed Conditions in a Typical Mediterranean Environment in South Italy. In: Journal of Agronomy and Crop Science. 196, Nr. 6, 2010, S. 407–411. doi:10.1111/j.1439-037X.2010.00431.x.
  • C. Pulvento, M. Riccardi, A. Lavini, G. Iafelice, E. Marconi, R. d’Andria: Yield and Quality Characteristics of Quinoa Grown in Open Field Under Different Saline and Non-Saline Irrigation Regimes. In: Journal of Agronomy and Crop Science. 198, Nr. 4, 2012, S. 254–263. doi:10.1111/j.1439-037X.2012.00509.x.
  • G. Gómez-Caravaca, A. Iafelice, C. Lavini, Pulvento, M. Caboni, E. Marconi: Phenolic Compounds and Saponins in Quinoa Samples (Chenopodium quinoa Willd.) Grown under Different Saline and Non saline Irrigation Regimens. In: Journal of Agricultural and Food Chemistry. 60, Nr. 18, 2012, S. 4620–4627. doi:10.1021/jf3002125. PMID 22512450.
  • Walter Aufhammer: Pseudogetreidearten – Buchweizen, Reismelde und Amarant. Herkunft, Nutzung und Anbau. Eugen Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3189-7.
  • S. Geerts, D. Raes: Deficit irrigation as an on-farm strategy to maximize crop water productivity in dry areas. In: Agric. Water Manage. 96, Nr. 9, 2009, S. 1275–1284. doi:10.1016/j.agwat.2009.04.009.
  • S. Geerts, D. Raes, M. Garcia, J. Vacher, R. Mamani, J. Mendoza, R. Huanca, B. Morales, R. Miranda, J. Cusicanqui, C. Taboada: Introducing deficit irrigation to stablize yields of quinoa (Chenopodium quinoa Willd.). In: European Journal of Agronomy. 28, Nr. 3, 2008, S. 427–436. doi:10.1016/j.eja.2007.11.008.
  • S. Geerts, D. Raes, M. Garcia, J. Mendoza, R. Huanca: Indicators to quantify the flexible phenology of quinoa (Chenopodium quinoa Willd.) in response to drought stress. In: Field Crops Research. 108, Nr. 2, 2008, S. 150–156. doi:10.1016/j.fcr.2008.04.008.
  • S. Geerts, D. Raes, M. Garcia, O. Condori, J. Mamani, R. Miranda, J. Cusicanqui, C. Taboada, J. Vacher: Could deficit irrigation be a sustainable practice for quinoa (Chenopodium quinoa Willd.) in the Southern Bolivian Altiplano?. In: Agric. Water Manage. 95, Nr. 8, 2008, S. 909–917. doi:10.1016/j.agwat.2008.02.012.
  • S. Geerts, D. Raes, M. Garcia, C. Taboada, R. Miranda, J. Cusicanqui, T. Mhizha, J. Vacher: Modeling the potential for closing quinoa yield gaps under varying water availability in the Bolivian Altiplano.. In: Agric. Water Manage. 96, Nr. 11, 2009, S. 1652–1658. doi:10.1016/j.agwat.2009.06.020.
  • S. Geerts, D. Raes, M. Garcia, R. Miranda, J. Cusicanqui, C. Taboada, J. Mendoza, R. Huanca, A. Mamani, O. Condori, J. Mamani, B. Morales, V. Osco, P. Steduto: Simulating Yield Response of Quinoa (Chenopodium quinoa Willd.) to Water Availability with AquaCrop.. In: Agron. J.. 101, Nr. 3, 2009, S. 499–508. doi:10.2134/agronj2008.0137s.
  • AquaCrop. The new crop water productivity model from FAO
  • Thomas Miedaner, Friedrich Longin: Unterschätzte Gestreidearten – Einkorn, Emmer, Dinkel & Co.,. Agrimedia, 2012, ISBN 978-3-86263-079-0, S. 101.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Wolfgang Franke: Nutzpflanzenkunde. 3. Auflage. Georg Thieme, Stuttgart/New York 1985, S. 105–106.
  2. Waldemar Ternes, Alfred Täufel, Lieselotte Tunger, Martin Zobel (Hrsg.): Lebensmittel-Lexikon. 4., umfassend überarbeitete Auflage. Behr, Hamburg 2005, ISBN 3-89947-165-2., S. 952 f.
  3. a b Atul Bhargava, Shilpi Srivastava: Quinoa: Botany, Production and Uses. CABI, 2013, ISBN 978-1-78064-226-0, S. 77–86.
  4. Bolivien und UN setzen auf Quinoa-Pflanze. Gegen Kapitalismus ist ein Kraut gewachsen. In: Süddeutsche Zeitung. 23. Februar 2013. Abgerufen am 23. Februar 2013.
  5. Quinoa (Chenopodium quinoa) auf plantwise.org, abgerufen am 28. Mai 2017.
  6. T. K. Lim: Edible Medicinal And Non-Medicinal Plants. Volume 5: Fruits. Springer, 2013, ISBN 978-94-007-5652-6, S. 115–128.
  7. Colin W. Wrigley u. a.: Encyclopedia of Food Grains. Vol. 1, 2. Auflage. Academic Press, 2016, ISBN 978-0-12-803537-5, S. 342.
  8. a b c Kevin S. Murphy, Janet Matanguihan: Quinoa. Wiley Blackwell, 2015, ISBN 978-1-118-62805-8, S. 6 f, 91, 146.
  9. Peter S. Belton, John R. N. Taylor: Pseudocereals and Less Common Cereals. Springer, 2002, ISBN 978-3-642-07691-6, S. 95.
  10. Raul Oswaldo Castillo Torres: A Study of the Long-term Storage Behaviour of Chenopodium Quinoa Willd Seeds. Department of Plant Biology, Univ. Birmingham, 1987, S. 2.
  11. D. K. Salunkhe, S. S. Kadam: Handbook of Vegetable Science and Technology. Marcel Dekker, 1998, ISBN 0-8247-0105-4, S. 563.
  12. Vijay Rani Rajpal, S. Rama Rao, S. N. Raina: Gene Pool Diversity and Crop Improvement. Band 1, Springer, 2016, ISBN 978-3-319-27094-4, S. 257.
  13. a b Elke K. Arendt, Emanuele Zannini: Cereal grains for the food and beverage industries. Woodhead, 2013, ISBN 978-0-85709-413-1, S. 413–434.
  14. a b Franc Bavec, Martina Bavec: Organic Production and Use of Alternative Crops. CRC Press, 2006, ISBN 978-1-57444-617-3, S. 78–87.
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  16. Claudia Monika Haros, Regine Schoenlechner: Pseudocereals. Wiley, 2017, ISBN 978-1-118-93828-7, S. 6.
  17. Fang Yuan, Bingying Leng und Baoshan Wang: Progress in Studying Salt Secretion from the Salt Glands in Recretohalophytes: How Do Plants Secrete Salt? In: Front Plant Sci. 7, 2016, 977, doi:10.3389/fpls.2016.00977.
  18. Karina Beatriz Ruiz Carrasco u. a.: Quinoa – a Model Crop for Understanding Salt-tolerance Mechanisms in Halophytes. In: Plant Biosystems. 150(2), 2015, S. 1–48, doi:10.1080/11263504.2015.1027317, online (PDF; 887 kB).
  19. Shabir Hussain Wani, Mohammad Anwar Hossain: Managing Salt Tolerance in Plants: Molecular and Genomic Perspectives. CRC Press, 2016, ISBN 978-1-4822-4514-1 S. 142 f.
  20. a b c d David E. Jarvis et al.: The genome of Chenopodium quinoa. In: Nature. 542, 2017, S. 307–312, doi:10.1038/nature21370.
  21. Carl von Linné, Willdenow: Chenopodium quinoa. In: Species plantarum. Band 1, Nr. 2. 1797, S. 1301–1302 (Digitalisat bei BHL).
  22. Synonyme bei Tropicos, abgerufen 30. Januar 2012.
  23. a b c Hugh D. Wilson: Quinua and Relatives (Chenopodium sect.Chenopodium subsect.Celluloid). In: Economic Botany. 44 (Supplementum 3): 92, 1990, doi:10.1007/BF02860478.
  24. T. S. Rana, Diganta Narzary, Deepak Ohri: Genetic diversity and relationships among some wild and cultivated species of Chenopodium L. (Amaranthaceae) using RAPD and DAMD methods. In: Current Science. 98 (6), 2010, S. 840-846.
  25. Sven-Erik Jacobsen, Angel Mujica: Genetic resources and breeding of the Andean grain crop quinoa (Chenopodium quinoa Willd.). PGR Newsletter 130: 54-61. Bioversity International, FAO.
  26. Maria C. Bruno: A Morphological Approach to Documenting the Domestication of Chenopodium in the Andes. Kapitel 4, In: Melinda A. Zeder, Daniel G. Bradley, Eve Emshwiller, Bruce D. Smith (Hrsg.): Documenting domestication: new genetic and archaeological paradigms. University of California Press, Berkeley and Los Angeles, California, 2006, ISBN 978-0-520-24638-6.
  27. Mahlzeit! - Superfood-Hype um Quinoa. In: Deutschlandfunk Kultur. 16. Juli 2016, abgerufen am 20. Juli 2016.
  28. a b Production: Crops. Food and Agriculture Organization of the United Nations, 2014, abgerufen am Februar 2017 (englisch).
  29. Quinoa: An Emerging "New" Crop with Potential for CELSS (PDF; 502 kB), bei ntrs.nasa.gov, abgerufen am 7. Februar 2013
  30. a b c Quinoa’s Global Success Creates Quandary at Home. In: The New York Times. 19. März 2011, abgerufen am 7. Februar 2013.
  31. Atul Bhargava, Sudhir Shukla, Deepak Ohri: Chenopodium quinoa — An Indian perspective. In: Industrial Crops and Products. 23(1), 2006, S. 73–87. doi:10.1016/j.indcrop.2005.04.002.
  32. Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, Garching (Hrsg.): Lebensmitteltabelle für die Praxis. Der kleine Souci ·Fachmann Kraut. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S. 491.
  33. Beatriz Valcárcel-Yamani, Suzana Caetano da Silva Lannes: Applications of Quinoa (Chenopodium Quinoa Willd.) and Amaranth (Amaranthus Spp.) and Their Influence in the Nutritional Value of Cereal Based Foods. In: Food and Public Health. Vol. 2, No. 6, 2012, S. 265-275, doi:10.5923/j.fph.20120206.12.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Quinoa (Chenopodium quinoa) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien