Quintus Petilius Secundus

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Grabstein des Quintus Petilius Secundus

Quintus Petilius Secundus war ein römischer Legionär. Er wurde um 40 n. Chr. vermutlich in Mailand geboren und starb mit 25 Jahren in Bonn.

Lebenslauf[Bearbeiten]

Quintus Petilius Secundus, Sohn des Quintus Petilius, stammte vermutlich aus Mailand und gehörte zum Stimmbezirk (Tribus) Oufentina. Petilius war Soldat der Legio XV Primigenia, die ihren eigentlichen Standort in Vetera bei Xanten hatte. Wahrscheinlich zur Durchführung von Bauaktivitäten wurde er in das römische Lager in Bonn abkommandiert. Die XV Primigenia war knapp vier Jahre lang in ihrem Hauptlager Mogontiacum (Mainz-Weisenau) stationiert.[1] Er starb im Alter von 25 Jahren, nachdem er fünf Dienstjahre abgeleistet hatte. Sein Erbe ließ für Petilius einen Grabstein aufgrund des Testamentes anfertigen.

Grabstein[Bearbeiten]

Der Grabstein, der an Quintus Petilius Secundus erinnert, wurde 1755 im Kurfürstlichen Schloss, der heutigen Universität, in Bonn gefunden. Er ist im Rheinischen Landesmuseum und – als Kopie – in der „römischen Straße“ in der Rheinaue in Bonn zu sehen.

Die Stele deutet die Nische eines Grabbaues an. Die Halbkuppel ist durch ein Profil vom Unterbau abgesetzt, die Zwickel über dem mit Vierecken geschmückten Nischenbogen tragen ein Akanthusornament.

Kleidung und Ausrüstung[Bearbeiten]

In der Nische steht der verstorbene Legionär in Waffen, aber ohne Panzer, Helm und Schild. Er trägt über der kurzen Tunika einen im Rücken tief herabhängenden Mantel (paenula). Seine Ausrüstung beschränkt sich auf die charakteristische Wurflanze (pilum), das Kurzschwert (gladius) und den Dolch (pugio). Die beiden Koppel (cingulum militare) sind mit eckigen Metallbeschlägen verziert. Vom oberen Koppel hängen in der Mitte vier mit Metallanhängern versehene Lederriemchen herunter.

Die Geste der linken Hand lässt sich als Griff in die Falten des Mantels oder als das Halten eines Gegenstandes, beispielsweise einer Schriftrolle, deuten.

Inschrift[Bearbeiten]

Die Inschrift auf ungerahmter Fläche unter dem Relief lautet[2]:

Q(uintus) PETILIVS Q(uinti)F(ilius) O(u)FEN(tina tribu)
SECVNDVS DOM(o)
MEDIO(lano)MILES LEG(ionis)
XV PRIM(igeniae) ANN(oruum) XXV
STIP(endiorum) V
H(eres) ex T(estamentum) F(aciendum) C(uravit)

Deutsche Übersetzung des lateinischen Textes:

Quintus Petilius Secundus, Sohn des Quintus, aus dem Stimmbezirk Oufentina
beheimatet in Mailand
Soldat der Legio XV Primigenia (starb) mit 25 Jahren
nach 5 Dienstjahren.
Der Erbe hat (das Grab) aufgrund des Testamentes anfertigen lassen.

Literatur[Bearbeiten]

Ernst Künzl: Römische Steindenkmäler 1. 2. Auflage. Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1985, ISBN 3-7927-0451-X, (= Rheinisches Landesmuseum Bonn, Kleine Museumshefte 2)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Julio Rodríguez González: Historia de las Legiones romanas. Madrid 2011 (ISBN 84-931207-8-2).
  2. CIL 13, 08079