Quirnheim

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Ort Quirnheim. Zum Adelsgeschlecht siehe Merz von Quirnheim.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Quirnheim
Quirnheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Quirnheim hervorgehoben
49.5844444444448.1263888888889310Koordinaten: 49° 35′ N, 8° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Grünstadt-Land
Höhe: 310 m ü. NHN
Fläche: 4,45 km²
Einwohner: 756 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67280
Vorwahl: 06359
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 042
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Industriestraße 11
67269 Grünstadt
Webpräsenz: www.gruenstadt-land.de
Ortsbürgermeister: Hubert L. Deubert
Lage der Ortsgemeinde Quirnheim im Landkreis Bad Dürkheim
Bad Dürkheim Grünstadt Grünstadt Haßloch Meckenheim (Pfalz) Niederkirchen bei Deidesheim Ruppertsberg Forst an der Weinstraße Deidesheim Wattenheim Hettenleidelheim Tiefenthal (Pfalz) Carlsberg (Pfalz) Altleiningen Ellerstadt Gönnheim Friedelsheim Wachenheim an der Weinstraße Elmstein Weidenthal Neidenfels Lindenberg (Pfalz) Lambrecht (Pfalz) Frankeneck Esthal Kindenheim Bockenheim an der Weinstraße Quirnheim Mertesheim Ebertsheim Obrigheim (Pfalz) Obersülzen Dirmstein Gerolsheim Laumersheim Großkarlbach Bissersheim Kirchheim an der Weinstraße Kleinkarlbach Neuleiningen Battenberg (Pfalz) Neuleiningen Kirchheim an der Weinstraße Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Erpolzheim Bobenheim am Berg Bobenheim am Berg Dackenheim Dackenheim Freinsheim Freinsheim Herxheim am Berg Herxheim am Berg Herxheim am Berg Kallstadt Kallstadt Weisenheim am Berg Weisenheim am Berg Landkreis Alzey-Worms Worms Ludwigshafen am Rhein Frankenthal (Pfalz) Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Germersheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der Pfalz Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Quirnheim, historisch auch Querum[2], pfälzischQuerem“, ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim, die der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land angehört. Sie liegt im Nordwesten der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Pfalz auf einer Anhöhe am Nordostrand des Pfälzerwalds nahe dem Nordende der Deutschen Weinstraße.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Quirnheim mit dem Hertlingshäuserhof, Boßweiler und Quirnheim-Tal mit den Wohnplätzen Neuhäuschen, Göbelshaus, Bruchmühle und Papiermühle.[3]

Gewässer[Bearbeiten]

Der Hauptort sowie die beiden Ortsteile werden durch den Quirnheimer Bach entwässert, einen linken Zufluss des Eisbachs.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Mai 771 wurde die Kirche St. Maria und St. Martin erstmals urkundlich erwähnt; sie gilt damit als älteste Kirche des Landkreises. Der Ortsteil Boßweiler ist bereits 767 im Lorscher Codex erwähnt. 1467 gelangte Quirnheim in den Besitz der Grafen von Leiningen-Westerburg. In den Jahren 1671 bis 1672 wurde der Mainzer Patrizier Quirinus von Merz, Kanzler des Speyerer Bischofs, zuerst mit dem Quirnheimerhof beschenkt und dann mit beiden Orten belehnt. Dies geschah aus Dankbarkeit der Leininger Grafen und des Fürstbischofs von Speyer für die erbrachten Dienste; denn der beträchtliche Schaden durch französische Überfälle in den 1690er Jahren wurde finanziell von der Familie Merz getragen.

In Folge der französischen Revolution wurde die Region 1794 im ersten Koalitionskrieg besetzt und 1798 in den französischen Staat eingegliedert. Bis 1814 gehörte Quirnheim zum Kanton Grünstadt im Département du Mont-Tonnerre. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen wurde das Gebiet 1815 zunächst Österreich zugeordnet und 1816 in einem Staatsvertrag an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Quirnheim zum Landkommissariat Frankenthal im Rheinkreis.

Der Ort gehörte von 1938 an zum Landkreis Frankenthal (Pfalz), bis dieser 1969 aufgelöst wurde. Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Funktional- und Gebietsreform wurde Quirnheim 1972 der neugeschaffenen Verbandsgemeinde Grünstadt-Land zugeordnet.

Religion[Bearbeiten]

Ende des Jahres 2014 waren 39,7 % der Einwohner evangelisch und 27,9 % katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Quirnheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FWG WGR Gesamt
2014 2 3 3 4 12 Sitze
2009 2 3 4 3 12 Sitze
2004 3 3 3 3 12 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Quirnheim e. V.

Wappen[Bearbeiten]

Die Beschreibung des Wappens lautet: „In geteiltem und oben gespaltenem Schild, oben rechts wiederum gespalten, rechts von Silber und Blau dreizeilig geschachtet, links in Gold ein goldbekrönter halber schwarzer Adler am Spalt, oben links in Blau ein rotbewehrter und -bezungter silberner Löwe, unten in Silber ein blaues Hufeisen mit abwärts gekehrten Stollen.“

Es wurde 1926 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel von 1674.[6]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Protestantische Kirche
Ehemaliges Merz’sches Schloss (Hertlingshauser Hof) mit Park

Flugsport

Auf einer Anhöhe des Ortes liegt das Segelfluggelände des Luftfahrtvereins Grünstadt und Umgebung.

Museum

Im Gewerbegebiet auf dem Gelände des ehemaligen US-Army-Munitionslagers bzw. -Truppenübungsplatzes wurde ein von ehrenamtlichen Kräften geleitetes Motorrad- und Technikmuseum geschaffen. In direkter Nachbarschaft befinden sich der Flugplatz und eine aufgegebene Patriot-Raketenstation.

Regelmäßige Veranstaltungen

Der Ort feiert zweimal Kirchweih, die in der örtlichen Mundart Kerb genannt wird: Die Erbsekerb wird im Juli, die Dorfkerb in der ersten Woche im Oktober veranstaltet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Quirnheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011). (Hilfe dazu)
  2. Richard Dertsch: Die Urkunden des Stadtarchivs Mainz: Regesten, Bände 1-2, Verlag des Stadtarchivs Mainz, 1962, Seite 122 – Google Books (Snippet-Ansicht)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2014, Seite 88 (PDF; 2,4 MB)
  4. KommWis, Stand: 31. Dezember 2014
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.