Râmnicu Sărat

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Râmnicu Sărat
Wappen von Râmnicu Sărat
Râmnicu Sărat (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Große Walachei
Kreis: Buzău
Koordinaten: 45° 23′ N, 27° 3′ OKoordinaten: 45° 23′ 0″ N, 27° 3′ 0″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 118 m
Fläche: 8,77 km²
Einwohner: 33.843 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 3.859 Einwohner je km²
Postleitzahl: 125300
Telefonvorwahl: (+40) 02 38
Kfz-Kennzeichen: BZ
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Munizipium
Bürgermeister: Sorin-Valentin Cîrjan (PSD)
Postanschrift: Str. Nicolae Bălcescu, nr. 1
loc. Râmnicu Sărat, jud. Buzău, RO–125300
Website:
Bahnhof in Râmnicu Sărat

Râmnicu Sărat (deutsch veraltet: Rümnick [2], Rümniku Sarat [3], Rimnicul-Sarat [4]) ist eine Stadt im rumänischen Kreis Buzău in der Region Walachei.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an einer sumpfigen Ebene östlich der Karpaten und westlich der Getreideanbaugebiete der südlichen Moldau. In den Bergen wird Salz und Erdöl gewonnen und es gibt erhebliche Handelsaktivitäten mit Agrargütern und Nahrungsmittelvorprodukten.

Râmnicu Sărat befindet sich an der Europastraße 85 und an der rumänischen Hauptbahn Buzău–Mărășești (CFR-Kursbuchstrecke 500).

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1900 gab es 13.134 Einwohner, darunter etwa 1500 Juden.[5] Bis 2007 stieg die Einwohnerzahl auf ungefähr 39.500. 2011 wurden 33.843 Menschen registriert, 28.164 bekannten sich als Rumänen, 2797 als Roma, sechs als Türken, fünf als Magyaren, drei bekannten sich als Deutsche und die restlichen wurden ohne Ethnie registriert.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Râmnicu Sărat war 1434 und 1573 der Schauplatz einer Schlacht zwischen den Fürstentümern Moldau und Walachei und im Jahr 1634 zwischen dem Fürstentum Walachei und dem Osmanischen Reich. Im Jahr 1789 eroberte eine österreichisch-russische Armee die Stadt von den Türken zurück. Ein Stadtbrand zerstörte 1854 die Stadt fast vollständig, sie wurde aber wieder aufgebaut.

Im Jahre 1787 erschien in Râmnicu Sărat die erste walachische (rumänische) Sprachlehre für Deutsche überhaupt.[6]

Im Ersten Weltkrieg fand hier im Dezember 1916 die Schlacht bei Rimnicul-Sarat statt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtmuseum sind Grafiken, moderne Bilder und Skulpturen der Künstler Caragea, Jalea und Medrea ausgestellt. Weiterhin beinhaltet es ethnographische Informationen, Teppiche und einheimische Trachten aus Buda und Bisoca, Keramiken, einheimische Flora und Fauna sowie exotische Schmetterlinge.

Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt befindet sich auch das berüchtigte Gefängnis des Todes, in dem Hunderte von Regimegegnern in der Ära des Kommunismus inhaftiert wurden und umkamen. Unter ihnen befand sich auch der Führer der Bauernpartei Ion Michalache. Alexandru Visinescu, der die Haftanstalt von 1956 bis 1963 geleitet hatte, wurde im Februar 2016 von Rumäniens Oberstem Gerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt.[7] Auch anderen Personen des Wachpersonals soll der Prozess gemacht werden. Im Juli 2013 wurde eine Online-Tour durch das Gefängnis freigeschaltet.[8] In den nächsten Jahren ist die Umwandlung des Gefängnisses in eine Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus geplant.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Râmnicu Sărat ist die Geburtsstadt der Komponistin Smaranda Oțeanu-Bunea, sowie des berühmten Karikaturisten Saul Steinberg.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Râmnicu Sărat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Berichte vom zweiten Türkenkrieg, 1787
  3. Knaurs Welt-Atlas. Berlin, 1928, Karte Nr. 19 Ungarn und Rumänien
  4. Regimentsgeschichten aus dem Ersten Weltkrieg
  5. Enc.Britannica, 1911 (Memento vom 23. Januar 2013 im Internet Archive)
  6. Andreas Clemens: Walachische Sprachlehre für Deutsche. Nebst einem kleinen Walachisch-Deutsch und Deutsch-Walachischen Wörterbuche. Verlag W. H. Thierry, Hermannstadt/Kronstadt 1823. S. III.
  7. Historisches Urteil in Rumänien: Erstmals muss kommunistischer Folterer ins Gefängnis, Der Spiegel, 10. Februar 2016.
  8. Virtuelle Tour durch das Gefängnis.
  9. Rumänien will Morde aus der Zeit des Kommunismus ahnden, Die Welt, 3. September 2013.