Rémy Julienne

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Rémy Julienne 2009

Rémy Julienne (* 17. April 1930 in Cepoy, Loiret, Frankreich) ist ein französischer Stuntman. Mit mehr als 1.400 Produktionen (darunter 400 Kinofilme, diverse Fernsehserien und Werbespots) gehört er zu den weltweit erfolgreichsten Vertretern seines Fachs.[1]

Leben[Bearbeiten]

Szene aus der Show Juliennes im „Walt Disney Studios Park“ in Paris.

Julienne begann seine Laufbahn im Moto-Cross und errang hier zwischen 1957 und 1962 eine Reihe von Titeln, bevor er 1964 als Stuntman im Film Fantômas debütierte. Bis Ende der 1990er-Jahre wirkte er an vielen international sehr erfolgreichen Filmen mit spektakulären Autostunts mit, so 1969 im englischen Kultfilm Charlie staubt Millionen ab, in mehreren Louis de Funès-Filmen - darunter z.B. Balduin, der Heiratsmuffel (1968) oder Die Abenteuer des Rabbi Jacob (1973) - sowie zuletzt an den Filmen Taxi (1998) und Taxi Taxi (2000).

1970 drehte er einen Werbespot als Protagonist für das FIAT Model 124. 1973 widmete ihm Filmrealisator Mario Cortesi eine halbstündige Dokumentation mit dem Titel Er stirbt 1000 Tode.

Zwischen 1981 und 1995 war er außerdem für die Stunt-Koordination der James Bond-Filme In tödlicher Mission (1981), Octopussy (1983), Im Angesicht des Todes (1985), Der Hauch des Todes (1987), Lizenz zum Töten (1989) und Goldeneye (1995) verantwortlich.

Zu einem schweren Zwischenfall kam es 1999 während der Dreharbeiten zu Taxi Taxi als während eines Stunts ein Kameramann zu Tode kam.[2] Julienne warf anschließend Produzent Besson vor, das Budget habe nicht ausreichend Mittel für die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen. In der gerichtlichen Aufarbeitung wurde der Hauptteil der Schuld jedoch Julienne zugeschrieben, den das Gericht für schuldig befand, als Stunt-Koordinator im entsprechenden Stunt die Geschwindigkeit des Fahrzeugs und die Länge des Sprungs falsch berechnet zu haben. Julienne wurde anschließend wegen fahrlässiger Tötung zu 18 Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 13.000 € verurteilt,[3] ein Berufungsgericht senkte die Strafe im Jahr 2009 auf sechs Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 2.000 €.

Neben seiner Arbeit für Film und Fernsehen gestaltete Julienne die Stunt-Show „Moteurs… Action!“ im Pariser „Walt Disney Studios Park“, bei der bis zu fünfmal am Tag ein Auto-Stunt vorgeführt wird, der anschließend in einer „Kino-Fassung“ auf der Leinwand gezeigt wird.[4]

Zitate[Bearbeiten]

„Man muss Autos und Beteiligte zur rechten Zeit am rechten Ort haben und choreographieren wie ein Ballet, dann kann gar nichts schief gehen.“[5]

Filmografie (Auszug)[Bearbeiten]

Peugeot 406 aus dem Film Taxi, bei dem Julienne die Auto-Stunts koordinierte.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Yannick Dehée & Christian-Marc Bosseno, Dictionnaire du Cinéma Populaire Français, Paris 2004, S. 457.
  2. rp-online „Tödlicher Unfall beim ‚Taxi, Taxi‘-Dreh hat Folgen“, abgerufen am 26. April 2011.
  3. blick.ch „Wegen tödlichem Stunt verurteilt“, abgerufen am 26. April 2011.
  4. www.geo.de „Ein Mann für alle Fälle“, abgerufen am 26. April 2011.
  5. zitiert nach jamesbond007.de, abgerufen am 26. April 2011.