Röderland

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Röderland
Röderland
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Röderland hervorgehoben
Koordinaten: 51° 26′ N, 13° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Höhe: 91 m ü. NHN
Fläche: 46,2 km2
Einwohner: 3897 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km2
Postleitzahl: 04932
Vorwahlen: 03533,
035341 (OT Reichenhain)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 410
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Markt 1
04932 Röderland
Webpräsenz: www.gemeinde-roederland.de
Bürgermeister: Markus Terne
Lage der Gemeinde Röderland im Landkreis Elbe-Elster
Bad LiebenwerdaCrinitzDoberlug-KirchhainElsterwerdaFalkenbergFichtwaldFinsterwaldeGorden-StaupitzGroßthiemigGrödenHeidelandHerzbergHirschfeldHohenbuckoHohenleipischKremitzaueLebusaLichterfeld-SchacksdorfMassen-NiederlausitzMerzdorfMühlberg/ElbePlessaRöderlandRückersdorfSallgastSchildaSchliebenSchönbornSchönewaldeSchradenSonnewaldeTröbitzUebigau-WahrenbrückBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Röderland ist eine Gemeinde im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster. Sie entstand am 26. Oktober 2003 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Haida, Prösen, Reichenhain, Saathain, Stolzenhain und Wainsdorf des Amtes Röderland.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Röderland liegt an den Flüssen Schwarze Elster und Große Röder, letztere wurde zum Namensgeber der Einheitsgemeinde. Außerdem wird das Gemeindeterritorium vom Grödel-Elsterwerdaer Floßkanal durchzogen, einem künstlich zur Holzflößerei zwischen Elbe und Schwarzer Elster angelegten Kanal, der als Baudenkmal gilt.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Gemeinde Röderland liegt mit seinem humiden Klima in der kühl-gemäßigten Klimazone, jedoch ist ein Übergang zum Kontinentalklima spürbar. Die nächsten Wetterstationen befinden sich in Richtung Nordosten in Doberlug-Kirchhain, westlich in Torgau und südlich in Oschatz und Dresden.

Der Monat mit den geringsten Niederschlägen ist der Februar, der niederschlagsreichste der Juli. Die mittlere jährliche Lufttemperatur betrug an der etwa 20 Kilometer nordöstlich gelegenen Wetterstation Doberlug-Kirchhain im Zeitraum zwischen 1961 und 1990 im Durchschnitt 8,5 °C. Der Unterschied zwischen dem kältesten Monat Januar und dem wärmsten Monat Juli betrug 18,4 °C.[3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Haida, Prösen, Reichenhain, Saathain, Stolzenhain, Würdenhain und Wainsdorf. Hinzu kommt der Wohnplatz Maiblumengehege.[4]

Der Verwaltungssitz der Gemeinde Röderland befindet sich in Prösen, dem größten der sieben Ortsteile.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe auch: Geschichte der einzelnen Ortsteile

Historisch gehörten die einzelnen Ortsteile ursprünglich drei verschiedenen Herrschaftsbereichen an. Während der heute größte Ort Prösen, wie Saathain und Stolzenhain der Herrschaft Saathain untertänig war, gehörten Reichenhain, Haida und Würdenhain zur Anfang des 15. Jahrhunderts gewaltsam aufgelösten Herrschaft Würdenhain, die in jener Zeit in der Herrschaft Mühlberg aufging. Die Schradengemeinde Wainsdorf gehörte hingegen zur Herrschaft Frauenhain im heutigen Sachsen.

Würdenhain an der Einmündung der Großen Röder in die Schwarze Elster
Dorfanger von Stolzenhain mit Dorfkirche

Die erste urkundliche Erwähnung Saathains ist für das Jahr 1140 in einem Vertrag des Bischofs Udo von Naumburg mit dem Markgrafen Konrad von Meißen nachgewiesen. Die ursprünglich castrum Sathim genannte Burg ist eine der ältesten bekannten Wehranlagen an der Schwarzen Elster. Im ausgehenden Zweiten Weltkrieg kam es im April 1945 zu einem vorsätzlich gelegten Brand zur Zerstörung des Schlosses, wobei auch zahlreiche hier eingelagerte Kunstschätze und das alte umfangreiche Schlossarchiv verloren gingen.

Ebenfalls im Jahre 1140 wurde Prösen urkundlich erstmals erwähnt. Mit dem im 18. Jahrhundert erfolgten Bau des Elsterwerda-Grödel-Floßkanals sowie den Bahnstrecken Elsterwerda–Dresden und Riesa–Elsterwerda, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, erlangte der Ort eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung und er ist in der Gegenwart der größte Ortsteil der Gemeinde.

Im kleinsten Ortsteil der Gemeinde Röderland, dem 1346 erstmals urkundlich erwähnten Würdenhain, gab es wie in Saathain nachweislich eine befestigte Anlage in Form einer Burg oder eines Schlosses, die vermutlich im ersten Viertel des 11. Jahrhunderts entstand. 1370 war die Herrschaft Würdenhain im Besitz des römisch-deutschen Kaiser Karl IV. Das Schloss wurde 1442 auf Befehl des sächsischen Kurfürsten Friedrich der Sanftmütige zerstört, da sich der dortige kursächsische Vasall des Landfriedensbruches schuldig gemacht hatte und das Herrschaftsgebiet der benachbarten Herrschaft Mühlberg zugeteilt. Als das Gebiet durch Tausch- und Kaufgeschäfte an den böhmischen Adligen Hinko Birke von der Duba kam, wurde in der Kaufurkunde vermerkt: „Das Waell zcu Werdenhein sol zcu ewigen Zeiten nicht bebauwet noch betzimmert werden.“

Das nördlich gelegene Haida gehörte ursprünglich zur Herrschaft Würdenhain. Der Ort wurde 1349 urkundlich erstmals als „Heyde“ erwähnt und entstand im früher vielarmigen Flussgebiet der Schwarzen Elster um einen heute immer noch zu erkennenden dreieckigen Dorfanger. Mitte des 19. Jahrhunderts begann mit der Baugenehmigung für einen Ziegelofen und dem Bau der Eisenbahnstrecke Węgliniec–Falkenberg/Elster die Industrialisierung des Ortes. Traditionell hat im Dorf neben dem Baumschulwesen seit dieser Zeit die Kies- und Sandgewinnung große Bedeutung.

Das 1335 als „Rychinheim“ urkundlich erwähnte Reichenhain gehörte ursprünglich wie Haida zur Herrschaft Würdenhain. Die erste urkundliche Erwähnung des benachbarten Stolzenhain stammt aus dem Jahr 1406. Ursprünglich gehörte das Dorf zur Herrschaft Saathain.

Ebenfalls 1406 wurde das am Schraden gelegene Wainsdorf erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit war das Dorf im Besitz der Herren von Köckeritz, kam allerdings bereits 1425 an Otto von Pflug auf Frauenhain und später an die Herrschaft Zabeltitz.[5]

Die heutigen Ortsteile der Gemeinde Röderland gehörten bis 1952 zum Landkreis Liebenwerda, der von 1816 bis 1952 in der preußischen Provinz Sachsen, im Land Sachsen-Anhalt der SBZ und in der DDR bestand. Durch die Verwaltungsreform von 1952 entstand der Kreis Bad Liebenwerda im Bezirk Cottbus, dem die Gemeinden bis 1993 angehörten (ab 1990 im Land Brandenburg). Seitdem gehören sie zum Landkreis Elbe-Elster.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
2003 4 844
2004 4 775
Jahr Einwohner
2005 4 705
2006 4 633
2007 4 551
2008 4 477
2009 4 403
Jahr Einwohner
2010 4 358
2011 4 200
2012 4 161
2013 4 072
2014 3 990
Jahr Einwohner
2015 3 957
2016 3 915
2017 3 897

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[6][7][8]: Stand 31. Dezember, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Röderland besteht aus 16 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister.

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab bei einer Wahlbeteiligung von 52,5 % folgende Sitzverteilung:[9]

  • SPD: 3 Sitze
  • Die Linke: 2 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Saathain: 2 Sitze
  • CDU: 2 Sitze
  • Wählergemeinschaft Haida: 2 Sitze
  • Wählergruppe Feuerwehr Reichenhain: 1 Sitz
  • Wählervereinigung Prösener Vereine: 1 Sitz
  • Unabhängige Wählervereinigung Wainsdorf: 1 Sitz
  • Unabhängige Wählergemeinschaft Stolzenhain: 1 Sitz
  • Wählergemeinschaft Würdenhain: 1 Sitz
Wappen

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003–2011: Heiderose Hubrig[10]
  • seit 2011: Markus Terne

Terne wurde in der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 ohne Gegenkandidat mit 91,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren[11] gewählt.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Röderland wurde am 2. Dezember 2003 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot ein silbern-blau gewellter Schrägbalken, begleitet oben von vier unten von drei goldenen Lilien.“[13]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Röderland und Liste der Bodendenkmale in Röderland

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet sind hauptsächlich Betriebe des Dienstleistungsgewerbes, des Handwerks und der Landwirtschaft ansässig. Gewerbegebiete befinden sich in Prösen sowie in Haida.

Verkehr

Auf dem Territorium der Gemeinde Röderland verlaufen die Bundesstraßen B 101 zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda, B 169 zwischen Elsterwerda und Riesa sowie die Landesstraße L 59 zwischen Bad Liebenwerda und der sächsischen Landesgrenze.

Der Haltepunkt Prösen-Ost (früher Prösen-Wainsdorf) liegt an der Bahnstrecke Berlin–Dresden (Regionalbahnlinie RB 31 Elsterwerda-BiehlaDresden). Prösen und Prösen-West an der Strecke Zeithain–Elsterwerda werden von der Regionalbahnlinie RB 45 ElsterwerdaChemnitz bedient.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Walther (* 1920), Bürgermeister in Reichenhain von 1961 bis 1987, Ehrenbürger seit 26. Juni 2010[14]
  • Heinz Dreißig (* 1925), Bürgermeister in Saathain von 1951 bis 1990, Ehrenbürger seit 26. Juli 2015, erhielt 1991 vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz den „Deutschen Preis für Denkmalschutz“

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Röderland verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2017 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  3. Geoklima 2.1
  4. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Röderland
  5. Luise Grundmann, Dietrich Hanspach (Verf.): Der Schraden. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand. Hrsg.: Institut für Länderkunde Leipzig und der Sächsischen Akad. der Wissenschaften zu Leipzig. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2005, ISBN 3-412-10900-2, S. 170/171.
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 22–25
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  9. Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  10. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 24
  11. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011
  13. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  14. Helmut Walther ist Reichenhains erster Ehrenbürger. In: Lausitzer Rundschau. Regionalausgabe Elsterwerda, 29. Juni 2010 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Röderland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien