Rögnitz (Fluss)

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Rögnitz
Verlauf der Rögnitz

Verlauf der Rögnitz

Daten
Gewässerkennzahl DE: 59364
Lage Westmecklenburg
Flusssystem Elbe
Abfluss über Sude → Elbe → Nordsee
Ursprung Übergang aus der Beck bei Neu Lüblow
53° 22′ 37″ N, 11° 27′ 26″ O
Quellhöhe 30 m ü. NN
Mündung Bei Sückau in die SudeKoordinaten: 53° 19′ 5″ N, 10° 56′ 57″ O
53° 19′ 5″ N, 10° 56′ 57″ O
Mündungshöhe m ü. NN
Höhenunterschied 22 m
Sohlgefälle 0,42 ‰
Länge 52 km
Abfluss am Pegel Laave[1]
AEo: 390 km²
Lage: 11 km oberhalb der Mündung
NNQ (oft)
MNQ 1961–2013
MQ 1961–2013
Mq 1961–2013
MHQ 1961–2013
HHQ (9. März 1963)
0 l/s
364 l/s
2,66 m³/s
6,8 l/(s km²)
8,7 m³/s
15,2 m³/s
Abfluss MQ
3,7 m³/s
Linke Nebenflüsse Krullengraben, Laaver Graben
Rechte Nebenflüsse Ludwigsluster Kanal, Simmergraben
Die Rögnitz bei Leussow

Die Rögnitz bei Leussow

Die Rögnitz ist ein 52 Kilometer langer linker Nebenfluss der Sude[2] im Westen Mecklenburg-Vorpommerns und im Osten Niedersachsens.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Rögnitzquelle ist heute wegen Entwässerungs- und seit 1480 durchgeführter Kanalisierungsmaßnahmen[3] schwer auszumachen. Südlich des Lüblower Ortsteils Neu Lüblow trifft die Beck auf den Neuen Kanal, wird unter diesem verrohrt hindurch geführt und fließt ab dort als Rögnitz[4] zunächst in südlicher Richtung und macht westlich von Ludwigslust einen Knick nach Südwesten. Dort nähert sich der Ludwigsluster Kanal der Rögnitz bis auf etwa 30 Meter. An dieser Stelle existieren ein Verteilerwehr mit einer verrohrten Verbindung sowie seit 2009 zwei Umgehungsgerinne, die den Fischaufstieg ermöglichen sollen.[5] Die Bezeichnung der Fließgewässer wechselt hier die Seiten.[6]

Planungen zum Elde-Rögnitz-Überleiter (1986)

Weiter in südwestlicher Richtung wird die Griese Gegend durchquert. Bei Menkendorf mündet rechtsseitig der Ludwigsluster Kanal ein, der davor einige Kilometer parallel zur Rögnitz verlief. Linksseitig existiert an dieser Stelle seit den 1970er Jahren eine künstliche Wasserverbindung zur Elde, der sogenannte Elde-Rögnitz-Überleiter.[7]

In der Region um Woosmer schlägt das Gewässer einen Bogen in Richtung Nordwesten, bildet von dort bis Gudow die Landesgrenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen und verläuft in sieben bis zehn Kilometern Abstand etwa parallel zur Elbe durch das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Mecklenburg-Vorpommern (und das ehemalige Naturschutzgebiet Rögnitzwiesen bei Neu Lübtheen). Bei Gudow wird die Landesgrenze zu Niedersachsen überschritten. Im zur Gemeinde Amt Neuhaus gehörenden Sückau mündet die Rögnitz in die Sude, welche ihrerseits bei Boizenburg in die Elbe entwässert.

In ihrem Verlauf fließen der Rögnitz mehrere Gräben zu. Über die Größe des Einzugsgebietes existieren verschiedene Angaben, die von 504[2] bis 592 km²[8] reichen. Die langjährige mittlere Abflussmenge beträgt 3,7 m³/s.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flussname leitet sich vom altslawischen Wort rogŭ oder rakyta für Horn ab und bedeutet so viel wie Hornbach.[9]

Ursprünglich entsprang die Rögnitz im „Neustädter Bürgerholze ohnweit Wöbbelin“. Nach Anlage des Ludwigsluster Kanals wurde die Rögnitz an einem Kreuzungspunkt unter diesen hindurch geführt.[10]

Bis Ende 2011 wurden die obere Rögnitz auf einer Länge von etwa 20 Kilometern und in Teilen der Ludwigsluster Kanal durch den Ersatz von Wehren durch Sohlgleiten oder die Einrichtung von Umgehungsgerinnen renaturiert. Ein Ziel war, Fischen den Aufstieg zu ermöglichen.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rögnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Elbegebiet, Teil III 2013. (PDF) ISSN 0949-3654. Freie und Hansestadt Hamburg, Hamburg Port Authority, S. 141, abgerufen am 4. Oktober 2017 (deutsch, Auf: dgj.de).
  2. a b ARGE Elbe - Fischbestandsbericht in Sude, Aland und Havel (PDF-Datei)
  3. Bernd Kasten, Jens-Uwe Rost: Schwerin. Geschichte der Stadt. Helms, Schwerin 2005, ISBN 3-935749-38-4, S. 124: Karte zur Entwicklung der Schifffahrtswege und Eisenbahnen in Mecklenburg aus dem Jahr 1938.
  4. Kartenportal Umwelt MV
  5. Zurück in die Zukunft. In: Schweriner Volkszeitung, 12. Juni 2009.
  6. Geoportal Mecklenburg-Vorpommern, Luftbild
  7. Unternehmensdarstellung des Vermessungsbüros Wagner-Weinke, Schwerin/Güstrow
  8. a b Michael Bergemann: Gesamtliste der Fließgewässer im Elbeeinzugsgebiet. Behörde für Umwelt und Energie, Hamburg 1. Juli 2015 (fgg-elbe.de [PDF; 802 kB; abgerufen am 29. November 2015]).
  9. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168.
  10. Gustav Hempel: Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Meklenburger Landes. Theil 1: Allgemeine geschichtlich-geographische Beschreibung. Frege, Güstrow 1837.
  11. Ludwigsluster Stadtanzeiger: Erster und Zweiter Bauabschnitt „Renaturierung der Oberen Rögnitz“ fertiggestellt@1@2Vorlage:Toter Link/www.stadtludwigslust.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., September 2009.