Röhrnbach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Röhrnbach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Röhrnbach
Röhrnbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Röhrnbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 44′ N, 13° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Höhe: 438 m ü. NHN
Fläche: 40,63 km2
Einwohner: 4382 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94133
Vorwahlen: 08582, 08551
Kfz-Kennzeichen: FRG, GRA, WOS
Gemeindeschlüssel: 09 2 72 141
Marktgliederung: 44 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausplatz 1
94133 Röhrnbach
Webpräsenz: www.roehrnbach.de
Bürgermeister: Josef Gutsmiedl (CSU)
Lage des Marktes Röhrnbach im Landkreis Freyung-Grafenau
Landkreis Regen Landkreis Deggendorf Landkreis Passau Schöfweg Waldhäuserwald Schönbrunner Wald Schlichtenberger Wald Sankt Oswald Pleckensteiner Wald Philippsreuter Wald Mauther Forst Spiegelau Graineter Wald Annathaler Wald Zenting Waldkirchen Thurmansbang Spiegelau Schönberg (Niederbayern) Neuschönau Sankt Oswald-Riedlhütte Saldenburg Röhrnbach Ringelai Philippsreut Perlesreut Neureichenau Mauth Jandelsbrunn Innernzell Hohenau (Niederbayern) Hinterschmiding Grainet Grafenau (Niederbayern) Fürsteneck Freyung Eppenschlag Schöfweg Leopoldsreuter Wald Frauenberger und Duschlberger Wald Haidmühle Österreich TschechienKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Der Brunnen auf dem Marktplatz

Röhrnbach ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau und ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Röhrnbach liegt in der Region Donau-Wald im südlichen Bayerischer Wald. Der Markt befindet sich an der B 12, rund 22 km nördlich von Passau, acht Kilometer westlich von Waldkirchen, zwölf Kilometer südlich von Freyung, 30 km von der Grenze zu Tschechien (bei Philippsreut) und 28 km von der Bundesautobahn 3 (Ausfahrt Aicha vorm Wald) entfernt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 44 Ortsteile[2]:

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das eigentlich eher raue Klima des Bayerischen Waldes trifft auf Röhrnbach nur bedingt zu, liegt es doch unterhalb von 500 Metern in einem geschützten Talkessel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1170 erstmals erwähnte Röhrnbach lag am Bergreichensteiner Ast des Goldenen Steiges. Da hier der goldene Steig auf die Klafferstraße traf, hatte Röhrnbach besonders im 16. Jahrhundert Bedeutung als Handelsplatz. Der 1612 zum Markt erhobene Ort des Hochstiftes Passau (der weitgehende Eigenrechte genoss), hatte 1649 über 600 Opfer der Pest zu beklagen.

Der Marktflecken wurde 1803 mit dem größten Teil des hochstiftischen Gebietes zugunsten Erzherzog Ferdinand von Toskana säkularisiert und fiel erst 1805 an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Kriegstagen wurden in Röhrnbach 42 Häuser zerstört, dazu 36 Bauernanwesen in den umliegenden Dörfern. Aus dem Wiederaufbau heraus entstand ein rasches Wachstum des Ortes, als neuer Handwerkszweig kam die Glasveredelung in den Markt.

Im Jahr 1983 entstand ein neues Gemeindezentrum. Ab 1984 wurde die Umgehungsstraße erbaut.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teile der ehemals selbständigen Gemeinden Wilhelmsreut und Oberndorf wurden am 1. April 1971 eingegliedert.[3] Die frühere Gemeinde Außernbrünst kam am 1. Januar 1976 hinzu. Am 1. Mai 1978 wurde ein Teil der ehemaligen Gemeinde Kumreut angegliedert. Am 1. März 1979 kam ein Gebiet der Kreisstadt Freyung mit etwa 500 Einwohnern hinzu.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1840: 2607 Einwohner
  • 1871: 2753 Einwohner
  • 1900: 2969 Einwohner
  • 1925: 2848 Einwohner
  • 1939: 2691 Einwohner
  • 1950: 3942 Einwohner
  • 1961: 3546 Einwohner
  • 1970: 3832 Einwohner
  • 1980: 3890 Einwohner
  • 1987: 4145 Einwohner
  • 1991: 4345 Einwohner
  • 1995: 4360 Einwohner
  • 2000: 4492 Einwohner
  • 2005: 4611 Einwohner
  • 2010: 4524 Einwohner
  • 2015: 4382 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Josef Gutsmiedl (CSU).

Die katholische Pfarrkirche St. Michael

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten gehören der Ortskern mit dem Marktplatz und den historischen Bürgerhäusern. Die Gemeinde diente als Kulisse in der Fernsehserie Forsthaus Falkenau, wo die Ortschaft allerdings Küblach genannt wird. Die spätbarocke Pfarrkirche St. Michael entstand von 1746 bis 1750 auf den Turmmauern eines spätgotischen Baues. 1970/71 wurde der dreischiffige Gewölbebau erweitert.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 28, im produzierenden Gewerbe 1340 und im Bereich Handel und Verkehr 140 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 100 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1438. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 114 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2238 ha, davon waren 788 ha Ackerfläche und 1448 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof von Röhrnbach
Schienenbusse der Passauer Eisenbahnfreunde im Bf. Röhrnbach

Röhrnbach ist mit der Bundesstraße 12 von Passau nach Freyung / Grenzübergang Philippsreut an das überörtliche Straßenverkehrsnetz angeschlossen.

Seit 1890 existierte in Röhrnbach ein Bahnhof an der so genannten Ilztalbahn von Passau nach Freyung. Im Jahr 1982 wurde der reguläre Personenverkehr eingestellt. Bis August 2002 befuhren diese Strecke noch Güterzüge und Sonderzüge. Seitdem war diese Strecke durch Hochwasserschäden nicht mehr befahrbar. Von August 2009 bis Juli 2011 wurde die Bahnstrecke durch die Ilztalbahn GmbH unterstützt durch den Förderverein Ilztalbahn e. V. wieder befahrbar gemacht. Am 16. Juli 2011 wurde der Bahnverkehr im Rahmen des Freizeitverkehrsprojektes Donau-Moldau wieder an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen im Sommerhalbjahr und zu Sonderfahrten ganzjährig aufgenommen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 125 Kindergartenplätze mit 150 Kindern
  • Volksschulen: zwei mit 25 Lehrern und 417 Schülern

Bis 1970 gab es auch in Außernbrünst eine Grundschule.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SV Röhrnbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim SV Röhrnbach gibt es die Sparten Fußball, Volleyball, Tischtennis, Ski, Schach, Tanz, Stockschießen, Kickboxen, Bogenschießen, Wanderfreunde, Kinderturnen, Damengymnastik, Versehrtensport, Coronar Treff und die der Burgnarren

Motor-Sport-Club Röhrnbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der MSC Röhrnbach hat etwa 230 Mitglieder und umfasst folgende Sparten:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Röhrnbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111214/192845&attr=OBJ&val=662
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 596.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 627 und 628.