Röllbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Röllbach
Röllbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Röllbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 46′ N, 9° 15′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Verwaltungs­gemeinschaft: Mönchberg
Höhe: 219 m ü. NHN
Fläche: 12,42 km2
Einwohner: 1647 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63934
Vorwahl: 09372
Kfz-Kennzeichen: MIL, OBB
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 151
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchgasse 10
63934 Röllbach
Website: www.roellbach.de
Erster Bürgermeister: Michael Schwing (CSU)
Lage der Gemeinde Röllbach im Landkreis Miltenberg
AschaffenburgLandkreis AschaffenburgLandkreis Main-SpessartHohe Wart (gemeindefreies Gebiet)Gemeindefreies Gebiet ForstwaldGemeindefreies Gebiet Hohe BergCollenbergDorfprozeltenAltenbuchWörth am MainWeilbach (Bayern)Sulzbach am MainStadtprozeltenSchneeberg (Unterfranken)RüdenauRöllbachObernburg am MainNiedernbergNeunkirchen (Unterfranken)MönchbergMömlingenMiltenbergLeidersbachLaudenbach (Unterfranken)Klingenberg am MainKleinwallstadtKleinheubachKirchzellHausen (bei Aschaffenburg)GroßwallstadtGroßheubachFaulbachEschau (Unterfranken)Erlenbach am MainElsenfeldEichenbühlBürgstadtAmorbachAmorbachHessenBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Röllbach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Mönchberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Röllbach („Rulpach“) in der Karte des Spessarts von Paul Pfinzing von 1594 (Norden ist rechts)

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Spessart, im Mainviereck zwischen Klingenberg, Mönchberg und Großheubach. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 486 m ü. NN am Geiersberg nordöstlich des Ortes, der niedrigste liegt am Röllbach in der Nähe der Paradeismühle auf 160 m ü. NN. Durch Röllbach führt der Fränkische Marienweg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt nur einen Ortsteil sowie mehrere Aussiedlerhöfe und Mühlen[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markt
Mönchberg
Stadt
Klingenberg am Main
Nachbargemeinden Gemeinde
Collenberg
Markt
Großheubach

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen Namen hat Röllbach vom gleichnamigen Röllbach[3], der in Röllfeld in den Main fließt.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1181 Rolebach
  • 1260 Rollebach
  • 1283 Rolbach
  • 1291 Röllbach

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Zeit der Stammesherzogtümer gehörte der Ort zum Herzogtum Franken. Der Deutsche Orden war hier früh aktiv, 1263 wird Röllbach, sowie das Patronat der Kirche an den Deutschen Orden übereignet. 1317 kauft dann der Deutsche Orden, das Haus Mergentheim, die Eigenleute von Röllbach mit Zustimmung des Adels von Hohenlohe. Röllbach wurde im 14. Jahrhundert bis 1483 zum Sitz eines Amtes des Deutschen Ordens mit der Obhut über 34 Orte und vier Höfe. Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Obernburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Röllbach lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Röllbach war nun eine der 35 Gemeinden im Landkreis Obernburg am Main. Mit der Auflösung des Landkreises Obernburg kam Röllbach am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Miltenberg.

Obwohl es in Röllbach keine militärischen Ziele gab, wurde der Ort in der Nacht vom 24. zum 25. April 1944 von alliierten Bombern angegriffen. Drei Bewohner starben, 38 Wohnhäuser wurden komplett zerstört, sowie noch viele weitere Scheunen und Nebengebäude. Aus welchem Grund der Ort angegriffen worden ist, ist bis heute nicht geklärt.


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1984 wurden die Gemeinderatsmitglieder von Röllbach ausschließlich von der CSU gestellt. Seit der Kommunalwahl 1984 ist auch die CWR (Christliche Wählergemeinschaft Röllbach) im Gemeinderat vertreten. Der Gemeinderat von Röllbach besteht aus 13 Mitglieder einschließlich des Bürgermeisters.

Seit den Kommunalwahlen 2014 traten keine Parteien, sondern nur noch eine einheitliche Bürgerliste (Röllbacher Liste) zur Wahl an. Diese bereits in der vergangenen Amtszeit alle zwölf 12 Gemeinderäte und bekam auch bei der Kommunalwahl 2020 alle Sitze.[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister von Röllbach ist Michael Schwing (CSU); er wurde am 15. März 2020 mit 95,2 % der Stimmen gewählt. Das Bürgermeisteramt war bis zur Wahl 2014 auf ehrenamtlicher Basis. Seit der Kommunalwahl 2020 hat die Gemeinde einen hauptamtlichen Bürgermeister.

Die Vorgänger von Michael Schwing waren:

  • Rudi Schreck (CSU) von Mai 2002 bis April 2020
  • Hermann Schwing, 36 Jahre von Mai 1966 bis April 2002 im Amt. Zuvor war er zehn Jahre lang 2. Bürgermeister. Zudem war er für 24 Jahre (1978–2002) stellvertretender Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Mönchberg. Hermann Schwing war Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse und Ehrenbürger Röllbachs, als er im Jahr 2010 im Alter von 86 Jahren verstarb.

Weitere Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Europawahl errangen die CSU 46,23 %, die SPD 8,05 %, die Grünen 14,03, die AfD 10,78 % und Sonstige 20,92 %.[5]

Bei den Landtagswahlen 2008 erreichte die CSU 51,13 % der Zweitstimmen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Freiherren von Hoheneck
Wappen Gde. Röllbach
[6]

Geschichte: Ein Schultheißensiegel aus dem 18. Jahrhundert ist das historische Vorbild des Wappens. Darin fand man als Zeichen der seit 1484 territorialen Zugehörigkeit zum Erzstift Mainz das sechsspeichige Rad sowie Pfahl und Schindeln aus dem Familienwappen der Freiherren von Hoheneck, die seit 1718 in Röllbach belegt und 1808 ausgestorben sind.

Erläuterung: Auf der linken Hälfte ist ein silbernes sechsspeichiges Rad. Gegenüber fünf goldene Schindeln, die in der Formation 2-1-2 von oben nach unten angeordnet sind; seit 1970.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria-Schnee-Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von einem Schneewunder, welches den Grundriss der Kapelle aufzeichnet, ist in einer Sage die Rede. Schon länger wurde hier ein Gnadenbild von Maria und dem Jesuskind in einem Eichenbildstock verehrt. Im Dreißigjährigen Krieg fielen 1631 die Schweden in Röllbach ein und legten den Ort und Kapelle in Schutt und Asche. Während dieser Zeit entwickelte sich die Kapelle als Wallfahrtsziel vieler Pestprozessionen. Hierbei wurde nicht nur die Gottesmutter, sondern auch der Hl. Rochus angebetet. 1680 wurde die Kapelle vergrößert neu aufgebaut. Seither ist auch die Orgel mit eingebaut. 1849–1850 wurde die Kapelle erhöht und von 1902 bis 1905 restauriert. Seit 1986 hat die Kapelle ihr äußeres Erscheinungsbild, das Innere wurde zuletzt 1990 erneuert.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der fruchtbare Lössboden der Gemarkung ließ die dort gewachsene Feldfrucht besonders gut gedeihen. Besonders die dicken, fetten Rüben, im Volksmund Dickwurz = Worzel, brachten den Röllbachern den Spitznamen / Ortsnecknamen „Worzelköpp“ ein.[7][8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Röllbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111123/201723&attr=OBJ&val=1704
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 190 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Ergebnis der Gemeinderatswahl vom 15. März 2020, abgerufen am 19. Juni 2020
  5. Europawahl in der Gemeinde Röllbach
  6. Eintrag zum Wappen von Röllbach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Lkr. Miltenberg 2003
  8. Uz-Atlas - Primasonntag 11. November 2012