Römerlager Haltern

Westtores des Hauptlagers
Als Römerlager Haltern werden mehrere römische Militäranlagen auf dem Gebiet der nordrhein-westfälischen Stadt Haltern am See im Kreis Recklinghausen in Westfalen bezeichnet. Dort wurden seit 1816 an verschiedenen Plätzen militärische Anlagen sowie ein Gräberfeld entdeckt, alles aus augusteischer Zeit.
Der Komplex wurde vermutlich zu Beginn unserer Zeitrechnung unmittelbar nördlich des Flusses Lippe (lateinisch: Lupia) angelegt. In Folge der römischen Niederlage in der Varusschlacht wurde er wieder verlassen. Wie die Wissenschaftler heute vermuten, hatten die Anlagen zunächst eine rein militärische Funktion und sicherten die Lippe als Schifffahrtsweg ab. Später gewannen sie auch Bedeutung als Verwaltungszentrum und Handelsplatz. Indizien weisen darauf hin, dass das in Verbindung mit der Varusschlacht von römischen Geschichtsschreibern gennante Militärlager Aliso mit den Befunden von Haltern identisch sein könnte.[1]
Lage und Forschungsgeschichte
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Im Raum Haltern wird die Lippe und ihre Ebene im Süden von der Haard, im Nordwesten von der Hohen Mark und im Nordosten von den Borkenbergen flankiert. In den vergangenen 2000 Jahren hat sich das Flussbett dort mehrfach verlagert, drei größere Verlagerungen konnten nachgewiesen werden. Die römische Marinebasis befand sich unmittelbar nördlich der Lippe, die übrigen Anlagen etwas weiter vom Fluss entfernt im hochwassersicheren Gelände. Der Fluss verlief in antiker Zeit noch ein wenig weiter nördlich als heute: im Norden der heutigen Eisenbahntrasse und südlich der Dorstener Straße und der Conzeallee sowie von An der Trappstiege/An Pastors Kamp. Die Ostgrenze der Anlagen verläuft im Bereich des heutigen Gewerbegebiets Münsterknapp (Ostlager), die nördlich Begrenzung bildet die Nordecke des Feldlagers im Bereich südlich der Eichenstraße und im Westen stellt der Annaberg die Begrenzung dar.
Die Entdeckung der ehemaligen Römerlager Haltern geht auf das Jahr 1816 zurück. In einem Brief an den Oberpräsidenten der Provinz Westfalen Ludwig Freiherr von Vincke schrieb der Richter Wesener, dass nahe beim „St. Annenberg“ bei Haltern drei Grabhügel samt römischen Funden ausgegraben worden seien. 1834 veröffentlichte Pfarrer Joseph Niesert einen Fundbericht vom Annaberg. Schließlich untersuchte der preußische Major Friedrich Wilhelm Schmidt 1838 die Wege, auf denen sich römische Truppen zur Zeit des Kaisers Augustus ins Innere Germaniens aufgemacht hatten.[2] Dabei stieß er auf dem Annaberg, der südwestlich der Stadt am Nordufer der Lippe liegt, auf die Überreste eines römischen Kastells.[3] Erst ab dem Jahr 1899 gruben Archäologen die Reste von bislang insgesamt sieben römischen Anlagen der augusteischen Epoche aus und entdeckten darüber hinaus ein Gräberfeld und einen Töpfereibezirk jener Zeit. Seither fanden viele Grabungskampagnen statt, die trotz der Erschwernis fortschreitender Siedlungstätigkeit wesentliche neue Erkenntnisse über Entwicklung und Funktion dieses Fundplatzes brachten. Die ersten Ausgrabungen führte 1899 Carl Schuchhardt und, nachdem das Archäologische Institut des Deutschen Reiches auf die Befunde aufmerksam geworden war, auch Alexander Conze noch im selben Jahr. Bis zum Ersten Weltkrieg war dann Friedrich Koepp für die Ausgrabungen in Haltern zuständig. Haltern wurde zu einer Art Schule der Provinzialrömischen Archäologie. Viele Archäologen, die später Berühmtheit erlangten, arbeiteten in Haltern, darunter Hans Dragendorff, Karl Hähnle, Gerhard Kropatscheck, Emil Krüger, Georg und Siegfried Loeschcke und Emil Ritterling. Nach dem Krieg wurden die Forschungen erst wieder ab 1935, bedingt durch eine zunehmende Bautätigkeit intensiviert. August Stieren, Erich Gose und Christoph Albrecht waren die ausführenden Wissenschaftler. Nach einer kriegsbedingten Unterbrechung waren es ab 1949 Heinrich Bleker (Museumsleiter in Haltern), Hans Aschemeyer vom Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte in Münster, erneut Erich Gose und Wilhelm Winkelmann, später Klaus Günther und Klemens Wilhelmi.[4][5]
Archäologische Befunde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Römerlager Haltern | |
|---|---|
| Limes | vor der Zeit des Limes (östlich jenseits des Limes) |
| Abschnitt | Germania magna, sogenannte Lippelager |
| Datierung (Belegung) | (11 v. u. Z. ?) oder 1 u. Z. bis 8/7 v. u. Z. |
| Typ | Versorgungslager |
| Größe | A) 7 ha B) ungesichert C) ungesichert D) 614 m ×560 m = 34,5 ha E.a) 500 m × 380 m = 19 ha E.b) 560 m × 380 m = 20,1 ha F) ungesichert G) rund 24 ha |
| Bauweise | Holz-Erde-Lager |
| Erhaltungszustand | teilrekonstruiertes Bodendenkmal |
| Ort | Haltern am See |
| Geographische Lage | 51° 44′ 22″ N, 7° 10′ 14″ O |
| Höhe | 178 m ü. NHN |
| Vorhergehend | Marschlager Holsterhausen (südwestlich) |
| Anschließend | Römerlager Olfen (südöstlich) |
Militärische Anlagen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lager auf dem Annaberg
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Im Sommer 1899 fand der Archäologe Carl Schuchhardt auf dem Annaberg-Plateau, welches die Lippe-Niederung um bis zu 30 Metern überragt, einen Graben, dessen Verlauf mittels Suchschnitten fast vollständig geklärt werden konnte.[6] Dieser 3,5 m breite und 1,5 m tiefe Spitzgraben gehörte zur Umwehrung eines etwa sieben Hektar großen Lagers. Es war von annähernd dreieckigem bis herzförmigem Grundriss. Hinter dem Graben fand sich ein in Abständen von 30 cm mit Pfosten verstärkter, etwa vier Meter breiter und 1,5 m hoher Erdwall. Weitere Pfostenspuren in dem Spitzgraben deuteten an, dass in den Wall im Abstand von 30 m Türme eingebaut waren. Ungewöhnlich an dem Befund ist, dass die Türme sich teilweise außerhalb des Walles befunden hätten. Ebenfalls unklar ist die Situation bei den beiden möglicherweise zweiflügeligen Toranlagen an der Nordost- und Nordwestseite, wo zwei von Türmen flankierte Erdbrücken auf Tore weisen sollten. Die Torhäuser rechts und links der vier Meter breiten Zufahrten hätten ebenfalls über den Spitzgraben hinausragen müssen. Schuchhardt zweifelte selbst an seinen Ergebnissen und sprach von einem „verzweifelt wirren Zerstörungszustand“. Auch spätere Untersuchungen durch Friedrich Koepp und August Stieren konnten seine Befunde nicht nachvollziehen. Insgesamt ergibt sich so ein für Militäranlagen der augusteischen Zeit zumindest sehr untypisches Bild, das sich aufgrund der späteren Störungen des Geländes auch nicht mehr erhellen lassen wird.[7][8]
Ungeklärte Anlagen am Wiegel
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Auf dem Flurstück Wiegel entdeckte der Halterner Arzt Alexander Conrads im August 1899 Keramikscherben, die als augusteisch datiert werden konnten. Nördlich einer Terrassenkante zur Lippeaue wurde bei drei Grabungskampagnen ein 300 m langer und etwa 60 m breiter Geländeabschnitt untersucht,[9] eine Ausweitung dieser bisher bekannten Befunde nach Westen und Osten ist aber laut jüngeren Hypothesen durchaus noch zu erwarten. Es fand sich dabei ein unübersichtliches Miteinander mehrerer Gräben und Gruben. Ein rund 220 m langer Graben grenzte diesen Fundplatz nach Norden ab. Während er in östlicher Richtung immer flacher und schmaler wurde, bog er in westlicher Richtung nach Süden ab. Dort mündete er nach etwa 30 m in ein System von drei bis zu sieben Metern breiten Gruben unterschiedlicher Länge – das wegen der Anordnung der Gruben zueinander so genannte „Dreieck“. Westlich davon lag ein 13 m mal 18 m (= 234 m2) großes Gebäude in italischer Bauweise, dessen der Lippe zugewandte Südfront halb offen war. Nicht weniger als acht Spitzgräben kreuzten diesen Fundplatz. In der jüngeren Foschung tendiert man zu der Annahme, dass es sich bei den Anlagen am Wiegel um Spuren der noch nicht lokalisierten Canabae legionis, der Lagervorstadt handeln könnte. Ein interessanter Fund aus diesem Bereich ist eine Amphorenscherbe mit dem Garaffito [.........] c [................]/[Ti. Claudio Ne] rone II [cos], wodurch sie auf das 2. Konsulat des späteren Kaisers Tiberius im Jahr 7 v. u. Z. datiert werden kann.[10][11]
Uferkastelle auf der Hofestatt
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(Befunde 1905)
Auf der Flur Hofestatt gruben die Archäologen Friedrich Koepp, Hans Dragendorff und Gustav Krüger in den Jahren 1901 bis 1904 vier zeitlich aufeinander folgende, sich überlagernde Befestigungsanlagen aus. Sie alle waren zur südlich gelegenen Lippe hin ausgerichtet und zum Fluss hin offen. Ihre Gräben und Holz-Erde-Mauern enden allesamt an der Abbruchkante zur Lippe. Dieser Umstand hat dazu geführt, dass sie in der Fachwelt als „Uferkastelle“ angesprochen wurden und werden.[12][13]
- Die älteste Anlage war auch die kleinste. Sie war etwa 43 m mal 10 m groß. Umgeben war sie von einem zwei Meter breiten und rund einem Meter tiefen Spitzgraben, der in der Osthälfte der Anlage doppelt ausgeführt war. Hinter den Gräben lag eine etwa drei Meter breite Holz-Erde-Mauer.[14]
- Die nächstjüngere Anlage umschloss die erste großflächig. Ihre etwa 115 m lange gerade Nordseite bog an ihren Enden in südlicher Richtung zur Lippe hin ab. Auch hier wurde ein Spitzgraben mit einer dahinter liegender Holz-Erde-Mauer gefunden. Pfostenspuren an der Nordost-Ecke lassen vermuten, dass sich dort ein Turm befunden hat. In der Mitte der Nordseite fand sich eine etwa drei Meter breite Erdbrücke, möglicherweise befand sich dort Tor zu diesem Kastell.[15] Beiderseits der Toranlage wurden im Lagerinneren die Umrisse zweier Gebäude identifiziert.[16]
- Die dritte Anlage wurde von den Römern offenbar schon während der Bauphase verändert. An der Südwestecke des Vorgängerbauwerks beginnend, verlief die wohl ursprünglich geplante Ausrichtung, von einem seichten Knick abgesehen, mehr als 220 m weit in nordöstlicher Richtung. Diese Anlage war an ihrer Westseite auf rund 75 m Länge mit einem doppelten Spitzgraben und einer Holz-Erde-Mauer versehen. In ihrem weiteren Verlauf wurde nur noch der äußere Spitzgraben gefunden. Etwa in der Mitte der nach Nordosten verlaufenden Umwehrung war eine Toranlage geplant, worauf eine breite Erdbrücke über den Spitzgraben hinweist. Tatsächlich wurde diese Anlage schließlich viel kleiner fertiggestellt und bog nach Südosten zur Lippeböschung hin ab. Sie war etwa halb so groß wie die zweite Befestigung und überlagerte diese in deren Westhälfte. An ihrer Nordostseite fanden sich eine Toranlage[17] und Spuren kleinerer Gebäude.[18]
- Die jüngste aller gefundenen Anlagen war auch die größte. Etwa 90 m westlich der anderen Befestigungen an der Uferkante beginnend, verliefen ihre beiden Spitzgräben und ihre Holz-Erde-Mauer zunächst nach Norden, bogen dann im rechten Winkel nach Osten ab, um schließlich in die östlichen Gräben der dritten Anlage zu münden. An der Westfront befand sich ein Tor, die Gräben waren dort von einer etwa drei Meter breiten Erdbrücke unterbrochen.[19] In der Nordwest-Ecke dieser Befestigung fanden die Ausgräber die Spuren eines 55 m mal 30 m (= 1650 m2) großen und zur Lippe hin offenen Gebäudekomplexes mit den Überresten von sieben parallel zueinander liegenden Schiffshäusern,[20] vergleichbar mit unseren heutigen Trockendocks. Jedes dieser Häuser war etwa 30 m lang und gut sechs Meter breit.[12][13]
Sogenanntes Feldlager
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Grabungsbefunde auf der Flur Hofestatt führten die Archäologen 1901 auf die Spur des „Feldlager“ genannten Komplexes. Es liegt auf einer bis zu 30 m hohen Erhebung nordwestlich von Wiegel und Hofestatt. Nach mehreren Untersuchungen durch mehr als 100 Sondierungsschnitte stand im Jahr 1909 die Größe des Lagers fest: Es war von annähernd fünfeckiger Form und etwa 614 × 560 m groß, was einer Fläche von etwa 34,5 ha entspricht. Umgeben war es von einem 1,60 m tiefen und bis zu 2,80 m breiten Spitzgraben. Tore fanden sich an der Nord-,[21] Ost-[22] und Südseite[23] des Lagers, nicht jedoch an der Westseite. Eine etwa 3 m breite fundlose Zone hinter dem Graben an der Innenseite des Lagers deutet auf einen Wall hin. Spuren einer Innenbebauung wurden bei den bisherigen Grabungen nicht nachgewiesen. Im Nordgraben fand sich eine Kulturschicht mit erheblichen Mengen von Holzkohle, Schlacke und römischem Fundmaterial. Da das Feldlager an verschiedenen Stellen von den Gräben des Hauptlagers geschnitten wurde, muss es älter als dieses sein. Seinerseits schneiden die Gräben des Feldlagers mindestens drei ältere Anlagen, bei zwei weiteren ist der stratigraphische Zusammenhang unklar.[24][25]
Hauptlager
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Umwehrung
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Ein Halterner Apotheker hatte 1901 römische Funde in einem Hohlweg entdeckt. Dieser stellte sich bei der Untersuchung des Fundortes durch Friedrich Koepp, Friedrich Philippi und Carl Schuchhardt als der äußere eines Doppelspitzgrabens heraus, welcher das „Hauptlager“ umgab, und dessen Verlauf Otto Dahm fast vollständig klären konnte. Die Gräben waren 5,50 m und sechs Meter breit und 2,5 m tief. Zum Inneren hin folgte nach einer zwei Meter breiten Berme eine etwa drei Meter breite und vermutlich eüber Meter hohe Holz-Erde-Mauer. Sie umschloss zunächst eine 500 m mal 380 m (= 19 Hektar) große Innenfläche, deren Längsachse von Westsüdwest noch Ostnordost verlief. Während der Untersuchungen entdeckten die Archäologen, dass das Lager zu einem Zeitpunkt, der sich nicht bestimmen ließ, nach Osten hin noch um rund 60 m verlängert worden war. In seinem letzten Ausbaustadium hatte es eine Ausdehnung von etwa 560 mal 380 m und bedeckte eine Fläche von 20,13 ha. In der Umwehrung fanden sich vier Toranlagen, wobei die Torgassen sieben bis zehn Meter breit waren. Eine Pfostenspur nahe dem Westtor weist auf einen Lagerturm hin. Die Doppelgräben des Hauptlagers durchschneiden mehrfach den – später entdeckten – Graben des Feldlagers, das daher früher als das Hauptlager angelegt worden sein muss. Während sich West-,[26] Süd-[27] und Osttor noch einigermaßen in Richtung der Mitten der Kastellseiten orientierten, wich das Nordttor[28] unter Berücksichtigung der topographischen Gegebenheiten davon ab: es befand sich an der höchsten Stelle des Areals nahe der Nordwestecke des Lagers. Rund 156 Meter der Westmauer einschließlich des Westtores wurden an Ort und Stelle rekonstruiert und zur so genannten „Römerbaustelle“ gestaltet,[29] den Freibereich des LWL-Römermuseums.[30][31]
Innenbebauung
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Bis zum Ersten Weltkrieg hatten die Ausgräber mit den fünf Hauptstraßen des Lagers (Via principalis (Haupt- und Ausfallstraße)), Via praetoria (Querstraße), Via decumana (rückwärtige Verlängerung der Hauptstraße), Via quintana (rückwärtige Querstraße) und parallel dazu verlaufenden Nebenstraßen ein nahezu rechtwinklig zueinander verlaufendes System von Straßen innerhalb der Lagerfläche entdeckt. Die Via praetoria war über 45 m, die Via principalis 30 m, die Via decumana und die Via quintana bis zu 20 m breit. Parallel zur Umwehrung verlief im Lagerinnern die Via sagularis (Lagerringstraße). Die Innenbebauung wies das für römische Lager dieser Größe zu erwartende Spektrum an Gebäuden auf. Das Hauptquartier (Principia) maß rund 49 m mal 54 m (= 2646 m²) und ragte mit seiner Eingangshalle in die Via Principalis. Die Principia bestanden aus einem von Säulengängen gesäumten Innenhof, der im Norden mit einer Querhalle und einer rückwärtigen Raumflucht abschloss. Nördlich davon befand sich das repräsentative Dienst- und Wohnanwesen des Lagerkommandanten (Praetorium), zu dem wohl auch ein westlich danebenliegender, großer Peristylhof gehörte. Neben Principia und Praetorium lagen die Häuser der Militärtribunen.
Die Häuser des östlich dieser Repräsentativbauten liegenden Baukomplexes wurde aufgrund der zahlreichen, dort gefundenen Werkzeuge als Fabricae (Werkstätten) angesprochen. Südlich davon (und auch südlich der Via principalis) in der Praetentura dextra (rechter, vorderer Lagerteil) befand sich ein 80 m mal 44 m (= 3520 m²) großes, mit einem Innenhof versehenes Gebäude, das man in Analogie zu vergleichbaren Lagern als Valetudinarium (Lazarett) interpretierte. Östlich des Valetudinariums und vor allem in der Retentura (rückwärtiger Lagerteil) lagen die Kasernengebäude mit ihren Stuben (Contubernia) und den Kopfbauten der Centurionen.
Auffällig ist das nachträgliche Errichten von Neubauten repräsentativen Charakters in den Straßenraum hinein, was für einen gestiegenen Personalbedarf an Offizieren spricht.[32][31]
Ostlager „In der Borg“
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Ostlager wurde erst 1997 entdeckt. Das Lager hat einen unregelmäßigen Grundriss und nimmt die Kuppe einer Anhöhe im heutigen Gewerbegebiet Münsterknapp ein. In seinem nordöstlichen Abschnitt wurde der Spitzgraben von der mittelalterlichen Landwehr sekundär genutzt. Bemerkenswert an der Umwehrung ist die Entdeckung eines Clavicula-Tores im nordwestlichen Abschnitt. Bei Clavicula-Toren wurde ein halbkreisförmiger Schutzwall ins Lager hinein gezogen, so dass sich Angreifer nach dem Passieren des Tores um 90 Grad drehen und so den Verteidigern ihre nicht durch den Schild gedeckte rechte Seite zuwenden mussten. Dies ist ein Tortyp, den man bisher nur von Militärlagern kannte, die Ende des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung errichtet wurden, obwohl seit 1995 bekannt ist, dass schon Gaius Iulius Caesar bei der Belagerung Alesias (52 v. u. Z.) derartige Tore einsetzte.[33] Im Inneren des Lagers wurden Feldbacköfen, Abfallgruben und eine 3,50 m mal 5 m große Baracke freigelegt.[34]
Älteres Marschlager
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2021 wurde bei Ausgrabungen der Spitzgraben eines weiteren, rund 2000 Jahre alten Marschlagers bei Haltern entdeckt. Es soll eine Größe von etwa 24 Hektar bedeckt und bis zu 20.000 Legionären Platz geboten haben.[35] Laut den Forschern sei es das erste römische Marschlager an dieser Stelle und vermutlich in der Zeit der Feldzüge des Drusus um 12/11 v. u. Z. angelegt worden.[36] Hinweise auf dieses Lager gab es bereits 2011 durch die Luftbildarchäologie.[37]
Sonstige Befunde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gräberfeld
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erste Grabhügel waren nahe dem Annaberg bereits 1816 gefunden und ergraben worden. Grabungen am Osthang des Annabergs fanden 1925 unter August Stieren und 1932 unter Christoph Albrecht statt, bei denen augusteische Brandbestattungen gefunden wurden. 1958 wurde in diesem Gebiet zufällig ein weiteres augusteisches Grab entdeckt. Als etwa 500 m östlich noch ein Grab entdeckt wurde, begannen 1982 planmäßige Grabungen, bei denen bis 1988 weitere 32 Gräber entdeckt wurden. Inzwischen sind über 100 römische Brandgräber bekannt, darunter auch Bestattungen von Frauen und Kindern. Das bislang entdeckte Gräberfeld erstreckt sich auf einer Länge von annähernd 500 m auf einem etwa 45 m breiten Streifen von der Südostecke von Feld- und Hauptlager zum Annaberg zu beiden Seiten der römischen Straße.[38] In allen Fällen handelt es sich um Brandbestattungen, wobei die Verbrennung fand auf einem bislang nicht lokalisierten zentralen Verbrennungsplatz, der so genannten Ustrina statt fand. Als Urnen wurden Kochtöpfe verwendet. Die Grabbeigaben setzten sich aus Tierknochen, oft kleinen Salböl-Flaschen und seltener aus Amphoren, Krügen und sonstigem Geschirr zusammen. Häufig fanden sich Nägel, sowohl von den Schuhen der Verstorbenen als auch von Totenbetten, auf denen diese verbrannt worden waren. Die Totenbetten, die bei rund 30 % aller Bestattungen verwendet worden sind, waren mit aufwändigem beinernen Schnitzwerk verziert und teilweise mit Blattgold überzogen.[39][40][41][42] Solche Klinenbestattungen sind nördlich der Alpen singulär und weisen auf italische Einflüsse. Rund die Hälfte der Gräber war mit teilweise monumentalen Grabmälern ausgestattet oder als ebenfalls monumentale Tumuli von bis zu 15 Metern Durchmesser ausgeführt.[43]
Töpfereibezirk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Südlich des Hauptlagers wurde 1991 ein Töpfereibezirk mit zehn Töpferöfen sowie Spuren von Gebäuden entdeckt. Der Bezirk lag vor der Porta praetoria und wird wahrscheinlich ursprünglich größer gewesen sein. Der Erhaltungszustand der Öfen war unterschiedlich, bei einigen waren Lochtennen und die unteren Bereiche der bis zu zwei Meter eingetieften Brennkammern vorhanden. Es waren Öfen vom Typus „Schachtofen mit Lochtenne“, die runde oder rechteckige Brennkammern und rechteckige Arbeitsgruben hatten. Die Arbeitsgruben, Feuerungsräume und Brennkammern waren aus Feldsteinen gemauert und an ihren Innenseiten mit Ziegelbruch gemagertem Lehm bestrichen. Die Kuppeln dürften aus ebenfalls mit Lehm verstrichenem Flechtwerk bestanden haben. Das Produktionsspektrum umfasste einfache, massenhaft hergestellte Gebrauchskeramik (Krüge, Kannen, Töpfe und Schüsseln), aber auch glasierte und figürliche Keramik, Terra sigillata-Imitationen und Lampen. Die Produktionsquantitäten scheinen deutlich über dem lokalen Bedarf gelegen zu haben. Und tatsächlich sind Haltener Töpfereiprodukte unter anderem aus Köln und Anreppen bekannt.
In einer Arbeitsgrube fanden sich unter Töpferabfällen insgesamt 25 Skelette, davon 24 menschliche ohne Reste von Bekleidung und Ausrüstung, sowie das Skelett eines Hundes. 16 der menschlichen Skelette konnten als Männer im Alter zwischen 20 und 50 Jahren bestimmt werden, der Nachweis von Verletzungen war nicht mehr möglich. Da es sich mehr um ein Verscharren als um eine Bestattung handelt, galt als sicher, dass es sich nicht um Römer, sondern um deren Feinde handelt. Diese Hypothese wurde mittels einer Strontiumisotopenanalyse bestätigt, die ergab, dass sechs Individuen aus der Region und vier aus Böhmen oder aus dem Schwarzwald stammten. Sie gehörten vermutlich zwei verschieden germanischen Stämmen an. Die Datierung der Funde ist unklar, aber es drängt sich natürlich eine Analogie zu den Berichten über Lucius Caedicius auf,[44][45] der als Primus Pilus (höchster Zenturio) und Praefectus castrorum (Lagerkommandant) noch nach der Clades Variana, im Winter 9/10 u. Z. das Militärlager Aliso gegen germanische Belagerer verteidigte.[46][47]
Weitere Befunde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erst 2023 wurden innerhalb der großen Militärlager die Überreste zweier Tempel und einer Opfergrube entdeckt, die jedoch bislang noch nicht publiziert worden sind. Sollten sich diese Funde verifizieren, wären sie für augusteische Militärlager singulär.[48]
Funktion und denkbare Besatzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Lager auf dem Annaberg den Wissenschaftlern Rätsel auf, weil es nicht zu dem Bild anderer augusteischer Militäranlagen passt. Seine Funktion ist bislang ungeklärt. Ebenso verhält es sich mit dem Fundplatz Wiegel am Rande der Hochterrasse zur Lippeaue. Zunächst wurde darin ein mit Speicherbauten ausgestatteter Anlegeplatz für Schiffe vermutet. Dazu hätten jedoch nicht die zahlreichen Siedlungsfunde (Münzen, Fibeln, Feinkeramik und Buntglas) gepasst, die man in einer Hafenanlage in so hoher Anzahl eher nicht erwarten kann. Bei der vierten, jüngsten Befestigungsanlage am Hofestatt handelt es sich den Befunden zufolge eindeutig um einen befestigten Marinestützpunkt. Die Funktion der zuvor an dieser Stelle errichteten Anlagen ist unklar. Auch wenn sich auch dort jeweils eine Nutzung als befestigter Landeplatz für Schiffe annehmen lässt, so ist das durch Befunde bislang nicht erhärtet worden. Der Lagerkomplex diente zum Zeitpunkt seiner Auflassung offenbar nicht mehr allein militärischen Zwecken. Die Annahme einer außerdem administrativen und auch schon zivilen Nutzung stützt sich auf mehrere Befunde. Zum einen wurde das Lager erheblich vergrößert, was aber offenbar nicht geschah, um Platz zum Unterbringen weiterer einfacher Soldaten zu gewinnen. Stattdessen gibt es Hinweise darauf, dass Kasernen zugunsten der Anlage von Offiziersunterkünften und Werkstätten abgerissen wurden. Hierfür sprechen der Neubau eines Speichergebäudes, der Umbau mehrerer Gebäude, der Neubau von Tribunenhäusern, so dass der Lagerkomplex insgesamt mehr Gebäude für höhere Offiziere enthielt, als es für ein reines Militärlager nötig gewesen wäre. Siegmar von Schnurbein zufolge konnte das Lager in seiner Spätzeit lediglich noch sechs oder sieben Kohorten und einige Hilfstruppenkontingente aufnehmen. Die Keramikproduktion des Lagers diente ab einem ungewissen, späteren Zeitpunkt offenbar nicht mehr allein dem Zweck, den Bedarf vor Ort zu decken. Handelsbeziehungen lippeaufwärts bis zum Römerlager Anreppen sowie lippeabwärts zum Rhein und an diesem bis nach Mainz und Wiesbaden sind nachweisbar.[49]
Abschließend lässt sich sagen, dass das späte Haltern offenbar im Wandel begriffen war von einem reinen Militärlager hin zu einem Standort, dem zunehmend auch zivile Bedeutung zukam. Das passt zu den Schilderungen der antiken Schriftsteller Tacitus und Cassius Dio. Tacitus berichtete in seinen Annalen (1, 59) von Arminius, er habe in einer Rede gegen die Römer von neuen Siedlungen („novas colonias“) gesprochen;[50] Cassius Dio beschrieb in seinem in griechischer Sprache veröffentlichten Werk Ῥωμαϊκὴ ἱστορία (Römische Geschichte), die Römer hätten zur fraglichen Zeit im rechtsrheinischen Gebiet erste Städte („Polis“) und Märkte („Agora“) aufgebaut.[51] Während im Römischen Forum Lahnau-Waldgirmes an der Lahn inzwischen eine solche Stadtgründung aus augusteischer Zeit entdeckt wurde, diente Haltern aufgrund der Funde und Befunde zumindest als Handelsplatz.
Offen ist, welche Truppen einst in Haltern stationiert waren. Auf die zeitweilige Anwesenheit zumindest von Teilen der in der Varusschlacht untergegangenen Legio XIX weisen zwei Funde hin: ein Terra-Sigillata-Teller mit der Ritzinschrift eines Soldaten mit dem wenig verbreiteten Namen Fenestela,[52] dessen in Forum Iulii (Frejus) gefundener Grabstein ihn als Angehörigen dieser Legion ausweist, sowie ein im Hauptlager gefundener Bleibarren,[53] auf dem sich ebenfalls ein Hinweis auf die 19. Legion befindet.[54]
Haltern = Aliso (?)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit der Entdeckung der römischen Hinterlassenschaften Halterns wabert die Diskussion durch die Fachwelt, ob Haltern mit dem in den historischen Quellen genannten Aliso identisch dein könnte. Es gibt mehrere Gründe, die sich allesamt auf antike Quellen und theoretische Erkenntnisse beziehen, die für diese Hypothese sprechen, aber keinen plausiblen Grund, der dagegen spricht.
- Velleius Paterculus (2,120,4) beschreibt ein Ereignis nach der Clades Variana des Jahres 9 u Z., bei dem Lucius Caedicius das von den Germanen belagerte Aliso verteidigt. Diese Beschreibung wird von Cassius Dio (56,22) und Zonaras (10,37) dahingehend ergänzt, dass es sich bei Aliso um die einzige nicht von Germanen eroberte militärische Anlage östlich des Rheins handelt. In diesen Kontext gehört auch die Überlieferung, dass Aliso von dem Legaten Lucius Nonius Asprenas entsorgt worden sei.
- Tacitus (Annalen 2,7,1) berichtet über ein Kastell an der Lippe, das im Jahr 16 u. Z. von Germanen belagert worden wäre, und weiter, dass das gesamte Gebiet zwischen Aliso und dem Rhein von Germanicus mit neuen Wegen und Dämmen befestigt worden sei.(2,7,3)
- In der Geographia (2,11,19) des Claudius Ptolemaios wird ein Ort namens Aleison mit den Koordinaten ½ Grad östlich und ¼ Grad südlich von Vetera erwähnt, was eine Wahrscheinlichkeit für Haltern plausibel erscheinen lässt.
Schon Siegmar von Schnurbein, der grundsätzlich an einer Identität von Haltern und Aliso zweifelte, hatte in seinen „Untersuchungen zur Geschichte der römischen Militäranlagen an der Lippe“ eine solche behutsam angedeutet. Seitdem haben die Ausgrabungen an der Lippe außer Haltern keinen anderen militärischen Stützpunkt, wie er mit Aliso beschrieben wird, zu Tage gefördert. Zudem bestätigte ein Schmuckanhänger aus dem Legionslager Dangstetten die Existenz des ersten Centurios Caedicius der Legio XIX. Auch die Skelette des Töpferofens weisen auf Kämpfe nach der Clades Variana hin, möglicherweise auf eine Belagerung im Winter 9/10 u Z., wie sie für Aliso überliefert ist. Dafür würden auch die zusätzlichen Sperrvorrichtungen an Süd- und Osttor sprechen. Zudem wurden im unmittelbaren südlichen Vorfeld des Hauptlagers Krähenfüße, Schleuderbleie, Steinkugeln und dreiflügelige Pfeilspitzen geborgen und auch Überlagerungen von Gräbern in der Nekropole festgestellt. All diese Befunde weisen auf ein Bestehen von Haltern über das Jahr 9 u Z. hinaus. Mit diesen Befunden und Erkenntnissen hat die Wahrscheinlichkeit einer Identität zwischen Haltern und Aliso jedenfalls zugenommen. Letzte Sicherheit werden aber nur künftige wissenschaftlich Untersuchungen liefern können.[55]
Funde und Datierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Fundspektrum ist reichhaltig, wie der nachfolgende Überblick verdeutlicht.
- Münzen: vier Goldmünzen, 309 Silbermünzen und 2561 Bronzemünzen
- Bauausstattung/Wohnen: Bleirohre (Wasserleitung), Zeltheringe, Lampen, Kandelaber, Reste von Schlössern und Schlüsseln.
- Keramik/Glas: hochwertige Feinkeramik, Gebrauchskeramik, Buntglas (Millefioriglas, Retticellaglas, Streifenmosaikglas, einfarbiges Buntglas), Spielsteine.
- Werkzeuge: Bleigewichte, Äxte, Hacken, Zangen, Sicheln, Dolabrae, Bauklammern, Mauerhaken, Bleilote, Bleibarren, Bronzebarren, Ambosse, Gussformen, Handbohrer, Hämmer, Sägen.
- Waffen: Dolche, Helm, Schildbuckel, Schwertscheiden, dreiflügelige Pfeilspitzen, Schleuderbleie, Pilum- und Lanzenspitzen, Katapultpfeile, Handfesseln.
- Essen/Kochen/Trinken: Krüge, Töpfe, Schalen, Teller, Tassen, Amphoren, Backplatten, Kellen, Siebe. Der Fundort ist ein Eponym des Halterner Kochtopfes.
- Kult: Urnen, Totenbetten, Schälchen und andere Kultgefäße, Kultfiguren.
- Medizin: Arzneibüchse, Sonden, Nadeln, Pinzette, Fläschchen, Kanne, Schaber.
- Reiterei: Pferdegeschirr-Beschläge, Trensen, Hebelarmhakamore, Bronzeglocken.
- Bekleidung/Schmuck: Bronzeschnallen mit Lederriemenresten, Gürtelschließen, Schmuckscheiben, Knöpfe, Fibeln, Ringe, Gemmen, Amulette, Anhänger.
Wann der Lagerkomplex Haltern gegründet wurde, steht bislang nicht eindeutig fest. Zeitlich zuordnen ließ sich die Gründung bislang allein durch Vergleichen des Halterner Fundmaterials mit dem anderer, bereits fest datierter Fundplätze. Aus dem Formenspektrum der Keramikfunde ließ sich ableiten, dass Haltern erst einige Jahre nach Aufgabe des Römerlagers Oberaden, welches spätestens im Jahr 8 v. Chr. aufgelassen wurde, gegründet wurde. In den historischen Quellen ist für den Zeitraum von 7 v. Chr. bis 1 n. Chr. kein Grund für das Errichten eines derartigen Militärkomplexes erkennbar. Daher sprach einiges dafür, dass Haltern im Zusammenhang mit den von dem römischen Schriftsteller Velleius Paterculus erwähnten Unruhen in Germanien des Jahres 1 n. Chr. steht, auf die die Römer mit Feldzügen unter Marcus Vinicius reagierten (immensum bellum). Eine Gründung bereits ab den Jahren 7–5 v. Chr. wird allerdings nicht ausgeschlossen, da in diesen Jahren auch die rechtsrheinische militärischen Infrastruktur nach dem Ende der Drusus-Feldzüge (12 bis 8 v. Chr.) neu strukturiert wurden.
Der Lagerkomplex bei Haltern schien von den Römern nur bis zum Jahr 9 n. Chr. genutzt worden zu sein. Anhand von Münzstatistiken konnte Konrad Kraft diese Annahme 1956 erstmals belegen.[56] Diese Datierung wurde in späteren Jahren von Bernard Korzus und anderen auf der Grundlage des weiter gewachsenen Münzbestandes bestätigt. Für die Aufgabe des Lagers im Zusammenhang mit der, oder in der Nachfolge der Varusschlacht sprachen unter anderem auch drei Hortfunde. Entdeckt wurden außer einer Kiste, die mehr als 3000 Geschützpfeile enthielt, ein weiterer Hort mit Waffen und anderen Objekten aus Metall sowie ein Münzschatz, der mit einer Gold- und 186 Silbermünzen in seinem damaligen Wert in etwa dem Jahressold eines Soldaten entsprach. Andererseits wurden im näher zum Rhein gelegenen Holsterhausen mehrere Marschlager der Drususzeit entdeckt, so dass man möglicherweise davon ausgehen kann, dass auch einige der im Aufmarschgebiet von Holsterhausen in Richtung Oberaden liegenden Halterner Anlagen in denselben Zeitraum gehören. Das Fundmaterial zumindest des Hauptlagers von Haltern ist wiederum jünger. Dies gilt vor allem für die Terra-Sigillata-Funde, die dafür sprechen, dass das Hauptlager erst nach der Auflassung von Oberaden gegründet wurde. Letztlich ist eine Existenz der Lager um die Zeitenwende gesichert, während alles andere bis zum Vorliegen neuer Funde und Befunde reine Spekulation bleiben muss.
Das Enddatum der römischen Präsenz in Haltern im Zusammenhang mit der Clades Variana wird hingegen in der jüngeren Forschung heftig diskutiert. Neuere numismatische Analysen lassen das bisherige Enddatum unsicher erscheinen. Hinzu kommen Befunde wie die der Skelette im Töpferofen, die auf Aktivitäten nach der Varusschlacht weisen. Eine Weiterbelegung oder Wiederbesetzung ist daher durchaus denbar. Diese könnte bis zum Jahre 16 u. Z., dem Jahr des tiberischen Abbruchs der Offensiven gegen Germanien, gedauert haben.[57]
Fundverbleib, Präsentation und Denkmalschutz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das LWL-Römermuseum ist der Nachfolger des bereits 1900 begründeten und 1907 eröffneten Römisch-Germanischen Museums am Kärntner Platz. Es wurde zwischen den südlichen Umwehrungen von Feld- und Hauptlager erbaut und vollzieht deren Verlauf durch die Gebäudeform nach. Es wurde 1993 eröffnet, seine Oberlichter in dem begrünten Dach des Flachbaus sollen an die Zelte der römischen Soldaten erinnern. Nicht nur die Funde aus Haltern, sondern auch die der meisten weiteren bislang an der Lippe entdeckten Lager – von West nach Ost: Marschlager Holsterhausen, Uferkastell Beckinghausen, Römerlager Oberaden und Anreppen – sowie die aus dem weiter südlich gelegenen Römerlager Kneblinghausen werden in dem Museum ausgestellt. Zusätzlich zum eigentlichen Museum sind im Außenbereich, in der so genannten „Römerbaustelle“ rund 156 Meter der Westmauer einschließlich des Westtores rekonstruiert.[58] den Freibereich des LWL-Römermuseums.
Wesentliche Teile der ehemals römischen Siedlungkomplexe sind heute überbaut. Die Geländebereiche mit den römischen Befunden wurden nach dem nordrhein-westfälische Denkmalschutzgesetz vom 13. April 2022[59] unter Schutz gestellt und sind als Bodendenkmale mit den Nummern B 3 (Uferkastelle), B 4 (Annaberg, Am Wiegel, Feldlager, Hauptlager, Uferkastelle und Gräberfeld), B 30 (Marschlager) und B 32 (Gräberfeld) in die Liste der Bodendenkmäler in Haltern am See eingetragen. Nachforschungen, gezieltes Sammeln von Funden und Bodeneingriffe jeder Art sind genehmigungspflichtig. Zufallsfunde sind an die Denkmalbehörden zu melden.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rudolf Aßkamp: Haltern. In: Bendix Trier (Hrsg.): 2000 Jahre Römer in Westfalen. Mainz 1989, ISBN 3-8053-1100-1, S. 21–43.
- Rudolf Aßkamp, Renate Wiechers: Westfälisches Römermuseum Haltern. Hrsg. Westfälische Römermuseum, Haltern, im Auftrag des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Ardey-Verlag, Münster 1996, ISBN 3-87023-070-3.
- Rudolf Aßkamp: Haltern, Stadt Haltern am See, Kreis Recklinghausen (= Römerlager in Westfalen 5). Altertumskommission für Westfalen, Münster 2010 (Digitalisat).
- Stephan Berke: Die römische Nekropole von Haltern. In: Stephan Berke, Torsten Mattern (Hrsg.): Römische Gräber augusteischer und tiberischer Zeit im Westen des Imperiums. Akten der Tagung vom 11. bis 14. November 2010 in Trier, (= Philippika 63), Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-447-06994-6, S. 58–92.
- Stephan Berke: Der siebzigste Geburtstag. Ein Beitrag zur Forschungsgeschichte der römischen Anlagen von Haltern. In: Hans-Otto Pollmann (Hrsg.): Archäologische Rückblicke. Festschrift für Daniel Bérenger (= Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie 254), Bonn 2014, ISBN 978-3-7749-3915-8, S. 183–194.
- Stephan Berke: Die relative Chronologie in der römischen Nekropole von Haltern und ihre Verknüpfung mit der absoluten Chronologie der augusteischen Germanenkriege. In: Stefan Burmeister, Salvatore Ortisi (Hrsg.): Phantom Germanicus. Spurensuche zwischen historischer Überlieferung und archäologischem Befund. Symposium vom 2.–3. Juli 2015 Museum und Park Kalkriese/Universität Osnabrück (= Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens 53), Rahden/Westfalen 2018, ISBN 978-3-89646-845-1, S. 161–187.
- Stephan Berke, Haltern und Germanicus. In: Kai Ruffing (Hrsg.): Germanicus. Rom, Germanien und die Chatten, Geschichte in Wissenschaft und Forschung. Kohlhammer, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-17-036756-2, S. 152–185 (Digitalisat).
- Stephan Berke: Die römische Nekropole von Haltern. Neue Befunde und Funde. In: Erich Claßen, Michael M. Rind, Thomas Schürmann, Marcus Trier (Hrsg.): Roms fließende Grenzen. WGB Theiss, Darmstadt 2021, ISBN 978-3-8062-4428-1, S. 482–489.
- Joachim Harnecker: Katalog der Eisenfunde von Haltern aus den Grabungen der Jahre 1949–1994. Zabern, Mainz 2001, ISBN 3-8053-2452-9.
- Konrad Kraft: Das Enddatum des Legionslagers Haltern. In: Bonner Jahrbücher 155–156, 1955/56, S. 95–111 (doi:10.11588/bjb.1955.1.75923).
- Johann-Sebastian Kühlborn: Haltern. In: Heinz Günter Horn: Die Römer in Nordrhein-Westfalen. Lizenzausgabe Nikol, Hamburg 2002 für Theiss, Stuttgart 1987, S. 431–439.
- Johann-Sebastian Kühlborn: Der augusteische Militärstützpunkt Haltern. In: Ders. (Hrsg.): Germaniam pacavi. Germanien habe ich befriedet. Münster 1995, S. 82–102.
- Johann-Sebastian Kühlborn: Haltern. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde 13. Berlin 1999, S. 460–469.
- Johann-Sebastian Kühlborn: Auf dem Marsch in die Germania Magna – Roms Krieg gegen die Germanen. In: Martin Müller, Hans-Joachim Schalles, Norbert Zieling (Hrsg.): Colonia Ulpia Traiana. Xanten und sein Umland in römischer Zeit. Zabern, Mainz 2008, ISBN 978-3-8053-3953-7, S. 67–91, insbesondere S. 78–83 und Abb. 70–73.
- Josef Mühlenbrock: Aliso 2.0. Revision der schriftlichen und archäologischen Quellen. In: Erich Claßen, Michael M. Rind, Thomas Schürmann, Marcus Trier (Hrsg.): Roms fließende Grenzen. WGB Theiss, Darmstadt 2021, ISBN 978-3-8062-4428-1, S. 490–497.
- Martin Müller: Die römischen Buntmetallfunde von Haltern. Zabern, Mainz 2002, ISBN 3-8053-2881-8.
- Bernhard Rudnick: Die römischen Töpfereien von Haltern. Zabern, Mainz 2001, ISBN 3-8053-2796-X (Digitalisat).
- Siegmar von Schnurbein: Die römischen Militäranlagen bei Haltern. Bericht über die Forschungen seit 1899 (= Bodenaltertümer Westfalens. 14). Aschendorff, Münster 1974 (2. Auflage Münster 1981, ISBN 3-402-05117-6).
- Siegmar von Schnurbein: Zum Ende von Haltern. In: Archäologisches Korrespondenzblatt 43.1 (2013), S. 91–98 (Digitalisat).
- August Stieren: Grabungen in Haltern 1929 - 1931. In: Germania, Band 16, Nummer 1, 1932, S. 36–45 (Digitalisat).
- Bettina Tremmel: Prospektionen im augusteischen Marschlager Haltern-»In der Borg« (Ostlager). In: Archäologie in Westfalen-Lippe 2011 (2012), S. 89–92 (Digitalisat).
- Bettina Tremmel: Die westliche Umwehrung des augusteischen Hauptlagers von Haltern. In: Archäologie in Westfalen-Lippe 2012 (2013), S. 62–66 (Digitalisat).
- Bettina Tremmel: Das Wachhaus am Westtor des Hauptlagers von Haltern. In: Erich Claßen, Michael M. Rind, Thomas Schürmann, Marcus Trier (Hrsg.): Roms fließende Grenzen. WGB Theiss, Darmstadt 2021, ISBN 978-3-8062-4428-1, S. 474–479.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Römermuseum Haltern
- Jona Lendering: Haltern. In: Livius.org (englisch)
- Geschichte der Erforschung des römischen Haltern auf der Seite des Heimatvereins Haltern
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Archäologische Indizien bekräftigen: Haltern war wohl das antike Aliso. Presseinformation vom 12. August 2010.
- ↑ Hartmut Polenz: Die Archäologischen Sammlungen und Museen im Ruhrgebiet. In: Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, ISSN 1436-7661, Jg. 2002, Heft 2, S. 9–16, hier S. 12.
- ↑ Zeitschrift für die Alterthumswissenschaft. Band 5, 1838, S. 1202 ff.
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern. In: 2000 Jahre Römer in Westfalen. Zabern, Mainz 1989, ISBN 3-8053-1100-1, S. 21.
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern, Stadt Haltern am See, Kreis Recklinghausen (= Römerlager in Westfalen 5). Altertumskommission für Westfalen, Münster 2010, S. 2–7 (Digitalisat).
- ↑ Lager Annaberg weitläufig um 51° 43′ 45,5″ N, 7° 9′ 16″ O
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern. In: 2000 Jahre Römer in Westfalen. Mainz 1989, ISBN 3-8053-1100-1, S. 27–28.
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern, Stadt Haltern am See, Kreis Recklinghausen (= Römerlager in Westfalen 5). Altertumskommission für Westfalen, Münster 2010 (Digitalisat)., S. 7–8.
- ↑ Anlagen am Wiegel weitläufig um 51° 44′ 20″ N, 7° 10′ 22″ O
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern. In: 2000 Jahre Römer in Westfalen. Zabern, Mainz 1989, ISBN 3-8053-1100-1, S. 24, 28–29.
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern, Stadt Haltern am See, Kreis Recklinghausen (= Römerlager in Westfalen 5). Altertumskommission für Westfalen, Münster 2010 (Digitalisat)., S. 8–9.
- ↑ a b Rudolf Aßkamp: Haltern. In: 2000 Jahre Römer in Westfalen. Zabern, Mainz 1989, ISBN 3-8053-1100-1, S. 30–33.
- ↑ a b Rudolf Aßkamp: Haltern, Stadt Haltern am See, Kreis Recklinghausen (= Römerlager in Westfalen 5). Altertumskommission für Westfalen, Münster 2010, S. 9–11 (Digitalisat).
- ↑ Uferkastell 1 ungefähr bei 51° 44′ 20″ N, 7° 10′ 22″ O
- ↑ Nordtor Uferkastell 2 ungefähr bei 51° 44′ 26,5″ N, 7° 10′ 50″ O
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern. In: 2000 Jahre Römer in Westfalen. Zabern, Mainz 1989, ISBN 3-8053-1100-1, S. 30.
- ↑ Nordosttor Uferkastell 3 ungefähr bei 51° 44′ 26″ N, 7° 10′ 51″ O
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern. In: 2000 Jahre Römer in Westfalen. Zabern, Mainz 1989, ISBN 3-8053-1100-1, S. 31.
- ↑ Westtor Uferkastell 4 ungefähr bei 51° 44′ 25″ N, 7° 10′ 41,5″ O
- ↑ Schiffshäuser weitläufig um 51° 44′ 24,5″ N, 7° 10′ 44″ O
- ↑ Nordtor Feldlager ungefähr bei 51° 44′ 42,5″ N, 7° 10′ 3,5″ O
- ↑ Osttor Feldlager ungefähr bei 51° 44′ 43″ N, 7° 10′ 41,5″ O
- ↑ Südtor Feldlager ungefähr bei 51° 44′ 31″ N, 7° 10′ 25″ O
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern. In: Ders. (Hrsg.): 2000 Jahre Römer in Westfalen. Zabern, Mainz 1989, ISBN 3-8053-1100-1, S. 32 f.
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern, Stadt Haltern am See, Kreis Recklinghausen (= Römerlager in Westfalen 5). Altertumskommission für Westfalen, Münster 2010, S. 12–13 (Digitalisat).
- ↑ Westtor Hauptlager bei 51° 44′ 26,9″ N, 7° 10′ 4,9″ O
- ↑ Südtor Hauptlager ungefähr bei 51° 44′ 27″ N, 7° 10′ 17″ O
- ↑ Nordtor Hauptlager ungefähr bei 51° 44′ 34,5″ N, 7° 10′ 1,5″ O
- ↑ Zur Römerbaustelle auf der Webpräsenz des LWL-Römermuseums, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern. In: 2000 Jahre Römer in Westfalen. Zabern, Mainz 1989, ISBN 3-8053-1100-1, S. 33–34.
- ↑ a b Rudolf Aßkamp: Haltern, Stadt Haltern am See, Kreis Recklinghausen (= Römerlager in Westfalen 5). Altertumskommission für Westfalen, Münster 2010, S. 15–19 (Digitalisat).
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern. In: 2000 Jahre Römer in Westfalen. Zabern, Mainz 1989, ISBN 3-8053-1100-1, S. 34–35.
- ↑ Michel Reddé: Titulum et clavicula. A propos des fouilles récentes d'Alésia. In: Revue Archéologique de l'Est du Paléolithique au Moyen Âge, 46,2, Paris 1995, S. 349–356.
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern, Stadt Haltern am See, Kreis Recklinghausen (= Römerlager in Westfalen 5). Altertumskommission für Westfalen, Münster 2010 (Digitalisat)., S. 14–15.
- ↑ Weiteres Römerlager in Haltern am See entdeckt bei WDR.de vom 6. Oktober 2021, abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ Ältestes römisches Marschlager in Haltern am See entdeckt bei Archäologie in Deutschland, abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ Spitzgräben im Nieselregen in Westfälische Nachrichten vom 6. Oktober 2021, abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ Gräberfeld weitläufig um 51° 44′ 8″ N, 7° 9′ 42″ O
- ↑ Stephan Berke: Geschnitzte Klinenteile aus dem Gräberfeld von Haltern, Mitteilungen der Archäologischen Gesellschaft Steiermark 3, 1989–1990, 33–43.
- ↑ Stephan Berke: Tod in Aliso – kunstvolle Ruhebetten für den Scheiterhaufen. In: LWL-Archäologie für Westfalen (Hrsg.): 100 Jahre/100 Funde. Das Jubiläum der amtlichen Bodendenkmalpflege in Westfalen-Lippe. Darmstadt 2020, S. 51.
- ↑ Stephan Berke: Das Gräberfeld von Haltern. In: Bendix Trier (Hrsg.): Die römische Okkupation nördlich der Alpen zur Zeit des Augustus. Kolloquium Bergkamen 1989; Vorträge, Bodenaltertümer Westfalens 26, Münster 1991, ISBN 3-8053-1100-1, S. 149–157.
- ↑ Stephan Berke: Requies aeterna. Der Grabbau 12/1988 und die relative Chronologie innerhalb der römischen Gräberstrasse von Haltern, In: Torsten Mattern (Hrsg.): Munus. Festschrift für Hans Wiegartz, Münster 2000, ISBN 3-932610-17-2, S. 27–37.
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern, Stadt Haltern am See, Kreis Recklinghausen (= Römerlager in Westfalen 5). Altertumskommission für Westfalen, Münster 2010, S. 39–41 (Digitalisat).
- ↑ Velleius Paterculus, Historia Romana, 2, 120.
- ↑ Sextus Iulius Frontinus, Strategemata, 3, 15, 4 und 4, 7, 8.
- ↑ Krešimir Matijević: Germanische ,Gefolgschaften‘und Germanicus-Horizont. Zur Aussagekraft des Leichenfundes im Halterner Töpferofen Nr. 10. In: Klio 93.1, 2011, S. 167–172.
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern, Stadt Haltern am See, Kreis Recklinghausen (= Römerlager in Westfalen 5). Altertumskommission für Westfalen, Münster 2010 (Digitalisat)., S. 19–21.
- ↑ Sensationeller Fund im Römerlager. Mini-Tempel und Opfergrube entdeckt. in der Halterner Zeitung vom 6. November 2023, abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Siegmar von Schnurbein: Neues zu Germanien unter Varus. In: Varus-Gesellschaft (Hrsg.): Varus-Kurier. Dezember 2000, S. 10 f.
- ↑ Tacitus, Annalen 1, 59.
- ↑ Cassius Dio, Römische Geschichte 56, 18, 2.
- ↑ AR / Fenestela
- ↑ CCIII / l(egio) XIX
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern. In: 2000 Jahre Römer in Westfalen. Mainz 1989, ISBN 3-8053-1100-1, S. 41–43.
- ↑ Rudolf Aßkamp: Haltern, Stadt Haltern am See, Kreis Recklinghausen (= Römerlager in Westfalen 5). Altertumskommission für Westfalen, Münster 2010 (Digitalisat)., S. 33–37.
- ↑ Konrad Kraft: Das Enddatum des Legionslagers Haltern. In: Bonner Jahrbücher 155–156, 1955/56, S. 95–111 (doi:10.11588/bjb.1955.1.75923).
- ↑ Aßkamp: Haltern. 1989, S. 41 ff.
- ↑ Zur Römerbaustelle auf der Webpräsenz des LWL-Römermuseums, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ DSchG NRW, abgerufen am 8. Dezember 2025.
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