Römershausen (Gladenbach)

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Römershausen
Das Wappen von Römershausen
Koordinaten: 50° 46′ 25″ N, 8° 32′ 2″ O
Höhe: 309 m ü. NHN
Fläche: 6,17 km²[1]
Einwohner: 367 (31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35075
Vorwahl: 06462
Ortsansicht von Nordwesten. Im Hintergrund die Bergkette des Naturraums Zollbuche (v.l.n.r Dreisberg, Koppe, Hemmerich)
Ortsansicht von Nordwesten. Im Hintergrund die Bergkette des Naturraums Zollbuche (v.l.n.r Dreisberg, Koppe, Hemmerich)

Römershausen ist ein Stadtteil von Gladenbach im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Der Ort liegt im Gladenbacher Bergland und damit im Naturpark Lahn-Dill-Bergland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 1334 erstmals unter dem Ortsnamen Ramishusen in einer Urkunde erwähnt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts standen in Römershausen schon 45 Häuser. Es war damals eines der größten Dörfer im Umkreis.

Am 1. Juli 1974 wurde Römershausen im Rahmen der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Gladenbach eingegliedert.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Römershausen unterstand im Überblick:[4][1]

Gerichte seit 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rechtsprechung gibt 1821 im Rahmen der Trennung von Justiz und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte über. „Landgericht Gladenbach“ war daher von 1821 bis zur Abtretung an Preußen 1866 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Gladenbach. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Nach der Abtretung des Kreises Biedenkopf an Preußen infolge des Friedensvertrags vom 3. September 1866 zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Preußen wurde der Landgerichtsbezirk Gladenbach preußisch.[6] Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung im vormaligen Herzogtum Nassau und den vormals zum Großherzogtum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.[7] Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Landgerichts in Amtsgericht Gladenbach. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Dillenburg und das Appellationsgericht Wiesbaden.[8]

Vom 1. Oktober 1944[9] bis 1. Januar 1949[10] gehörte das Amtsgericht Gladenbach zum Landgerichtsbezirk Limburg, danach aber wieder zum Landgerichtsbezirk Marburg. Am 1. Juli 1968 erfolgte die Aufhebung des Amtsgerichts Gladenbach[11], welches fortan nur noch als Zweigstelle des Amtsgerichts Biedenkopf fungierte.[12] Am 1. November 2003 wurde diese Zweigstelle schließlich aufgelöst.[13]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1967 sind:[1]

1502: 17 Männer
1577: 39 Hausgesesse
1630: 35 Untertanen. (8 zweispännige, 7 einspännige Ackerleute, 20 Einläuftige)
1742: 11 Haushalte
1830: 243 evangelische Einwohner.
1867: Erwerbspersonen: 80 Landwirtschaft, 4 Bergbau und Hüttenwesen, 16 Gewerbe und Industrie, 1 Handel, 1 Erziehung und Unterricht.
1885: 256 evangelische, 4 katholische Einwohner
1961: 317 evangelische, 25 römisch-katholische Einwohner. Erwerbspersonen: 99 Land- und Forstwirtschaft, 88 produzierendes Gewerbe, 9 Handel- und Verkehr, 13 Dienstleistungen und sonstiges.
Römershausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
253
1840
  
274
1846
  
302
1852
  
306
1858
  
261
1864
  
271
1871
  
232
1875
  
279
1885
  
260
1895
  
304
1905
  
306
1910
  
305
1925
  
337
1939
  
359
1946
  
526
1950
  
498
1956
  
376
1961
  
365
1967
  
354
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Kultur und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche von Südosten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Römershausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 5. Juli 2017)
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Stadt Gladenbach, abgerufen im August 2017
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 351.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 7 (bei google books).
  6. Art. 14 des Friedensvertrages zwischen dem Großherzogthum Hessen und dem Königreiche Preußen vom 3. September 1866 (Hess. Reg.Bl. S. 406–407)
  7. Verordnung über die Gerichtsverfassung in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim vom 26. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1094–1103)
  8. Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 26. Juni d. J. in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen, mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 218–220)
  9. Erlaß zur Änderung von Oberlandesgerichtsbezirken vom 20. Juli 1944 (RGBl. I S. 163)
  10. Erlass des Hessischen Ministers der Justiz vom 14. Dezember 1948 — 3230/2 — Ia 4988 — Betrifft: Gerichtsorganisation (Änderung von Landgerichtsbezirken) (StAnz. 52/1948 S. 563)
  11. Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 12. Februar 1968 (GVBl. I S. 41–44)
  12. Anordnung des Hessischen Ministers der Justiz vom 1. Juli 1968 — 3211 — II/4 — 894 — Betrifft: Gerichtsorganisation (Errichtung von Zweigstellen der Amtsgerichte) (StAnz. 28/1968 S. 1037–1039)
  13. Dritte Verordnung zur Anpassung gerichtsorganisatorischer Regelungen vom 10. Oktober 2003 (GVBl. I S. 291)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Römershausen (Gladenbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien