Römerturm (Köln)

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Römerturm, 2007

Der Römerturm war der nordwestliche Eckturm der Stadtmauer der römischen Kolonie Colonia Claudia Ara Agrippinensium (dem heutigen Köln) aus dem 2. und 3. Jahrhundert. An der Adresse Zeughausstraße 13[1] gelegen, ist er der besterhaltene Teil der römischen Stadtbefestigung. Dort gab es insgesamt 19 Türme.

Lage und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römische Nordmauer, Reste des Lysolphturmes

Auffallend am Römerturm ist seine reiche ornamentale Ausschmückung mit Hilfe unterschiedlicher Gesteine. Verwendet wurden weißer Kalkstein, roter Sandstein, grauer Trachyt und dunkle Grauwacke. Auffällig ist dabei weiterhin, dass sich die mosaikartige Verblendung im unteren von der im oberen Teil des Turms unterscheidet. Der Unterteil reicht bis zur Höhe von 4,5 Meter über dem Boden, der Oberteil ist nochmals 1,25 Meter hoch. Die obere Zone ist offenbar erst nach einer Zerstörung entstanden. Den Turm schließt eine Zinnenkrone ab.

Der Kölner Römerturm liegt in der Innenstadt, ca. 200 Meter vom U-Bahnhof Appellhofplatz und ca. 500 Meter vom Dom entfernt.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Turm wurde ab dem 14. Jahrhundert als Abfallort des Klarissenklosters St. Klara benutzt. 1833 zu einem mehrstöckigen Wohnhaus umgebaut, wurde er 1874 Eigentum der Stadt. Die Anbauten wurden wieder entfernt, doch als 1898/1899 das angebaute neugotische Gebäude (Architekt: Carl Moritz; Sitz der Dombauverwaltung von 1904 bis 1948) entstand, wurde die oberste Zone mit den sichtbaren Zinnen ergänzt. Heute ist der seit 1980 denkmalgeschützte[1] Turm wieder in Privatbesitz.

Turm im März 2020 mit Sicherungen
Römerturm Köln mit Sicherungen-5618.jpg
Sicherungsnetz mit Gewichten
Römerturm Köln mit Sicherungen-5621.jpg
Gegengewichte


Anfang 2020 wurde bei Untersuchungen festgestellt, dass an der Nordseite des Turmes eine Art Blase zwischen Mauerschale und Kernmauerwerk entstanden ist. Mit Hilfe von Spannseilen, Netzbespannung, Gewichten und Gegengewichten wird die Mauerschale gesichert, bis eine Sanierung erfolgen kann.[2]

Helenenturm

Weitere Reste von römischen Türmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Etwa 100 m weiter südlich steht die Ruine des Helenenturms, eines weiteren, allerdings schmucklosen Turms der römischen Stadtbefestigung an gleichnamiger Straße (Koordinaten).
  • Der Lysolphturm bei St. Maria ad Ortum.
  • Das Ubiermonument oder „Hafenturm“, welches bis auf das Oppidum Ubiorum zurückgeht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Schäfke (Hrsg.): Am Römerturm. Zwei Jahrtausende eines Kölner Stadtviertels. Publikationen des Kölnischen Stadtmuseums. Band 7, Köln 2006, ISBN 3-927396-99-0
  • Werner Schäfke: Kölns romanische Kirchen. Köln 1984. (DuMont Kunst-Reiseführer), S. 205, Abb. 124

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Römerturm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Rest der röm. Stadtbefestigung (Römerturm) auf bilderbuch-koeln.de
  2. Sabine Wotzlaw: Römerturm muss restauriert werden. Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 14. Februar 2020, abgerufen am 17. März 2020.

Koordinaten: 50° 56′ 27,4″ N, 6° 56′ 47,8″ O