Römisches Verfassungsrecht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Römische Verfassungsrecht behandelt die staatsrechtlichen Handlungsgrundlagen der höchsten politischen Ämter des Römischen Reiches zwischen dem 8. Jahrhundert v. Chr. und dem 7. Jahrhundert n. Chr. Betroffen sind davon vornehmlich die leitenden Amtsführer der jeweiligen Epochen, zunächst die Könige, dann die Prätoren und Konsuln, später die Kaiser. Daneben ist das Recht der unter den Konsuln stehenden Magistrate bedeutsam, die innerhalb der Ämterlaufbahn, dem cursus honorum liegen. Außerhalb der Ämterlaufbahn werden als verfassungsrechtliche Hoheitsträger ganz besonders der römische Senat und das Amt des Diktators erfasst. Der Senat nahm im römischen Verfassungsleben eine permanent aktive Rolle ein, wobei seine anfänglich sehr hohe Autorität im Laufe der Zeit zunehmend untergraben wurde. Andere Ämter entstanden und erloschen. Ebenfalls außerhalb der Ämterlaufbahn standen die Volksversammlungen und die Volkstribunen.

Die römische Verfassungsgeschichtsschreibung gilt bezüglich der Zeitalter der Königszeit und weitgehend auch der Republik als sehr unsicher. Die Quellen der erhaltenen Überlieferungen und die Art, wie diese benutzt wurden, werfen häufig Fragen der Glaubwürdigkeit auf. Im günstigen Falle liegen uralte Berichte vor, die mündlich überliefert und trotz möglicherweise vieler Ausschmückungen grundsätzlich authentisch sind. Im ungünstigen Falle lehnen sich Erdichtungen oberflächlich an tatsächliche Ereignisse an, liefern damit jedoch keinerlei Bestimmtheit und Gewähr. Geschichtsschreiber, die die Republik als Weiterentwicklung des Königtums und die Konsuln als Nachfolger der Könige sehen, haben die staatsrechtlichen Verhältnisse entweder rekonstruiert oder einer im Volksbewusstsein lebendig vorherrschenden, alten Überlieferung entnommen, die während der Republik geändert und ausgeschmückt worden sein mag, sodass es sich durchaus um falsche Erzählungen handeln kann, die jedoch das alte Recht richtig widerspiegeln. Die frühe Kaiserzeit ist ordentlich, die späte Kaiserzeit gut bezeugt.

Verfassungsrechtliche Einteilungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach vorherrschender Auffassung der Rechtshistoriker wird der römische Machtbereich verfassungsgeschichtlich in vier Zeitabschnitte unterteilt. Üblicherweise liegt der Darstellung die Abfolge von unterschiedlichen Staatsformen als Einteilungskriterien zugrunde. Diesen soll gefolgt werden. Danach repräsentierte von 753 bis 510/509 v. Chr. zunächst die überwiegend legendäre Römische Königszeit die Herrschaftsverhältnisse in Rom. Ihr folgte, vermittelnd wird das Jahr 509 v. Chr. als deren Beginn genannt, unter Ablösung der monarchischen Struktur die Römische Republik. Sie war aristokratisch geprägt und bezog zunehmend demokratische Züge mit ein. 27 v. Chr. überführte Augustus die Republik in das Zeitalter des Prinzipats, der begrifflich synonym für frühe und hohe Kaiserzeit verwendet wird. Der Prinzipat beendete die jahrzehntelangen innenpolitischen Kämpfe, aus denen die Kräfte der aristokratischen Republik als Verlierer hervorgegangen waren. Die Bemühungen Sullas, etwas später Caesars, geordnete Verhältnisse im Rahmen umfassender Diktatur zu schaffen, katalysierten den Staatsnotstand nur, denn die Republik ließ sich nicht wunschgemäß „wiederherstellen“. Der Beginn eines Systemwechsels hin zur Aufrichtung des Kaisertums, ist in der Forschung daher grundsätzlich unstrittig. Schwieriger ist dann der Endpunkt der Kaiserzeit zu bestimmen. Eine Vielzahl von Ereignissen lässt theoretisch eine ebensolche Vielzahl von verfassungsrechtlich denkbaren Zäsuren zu. Überwiegend verständigt sich die Forschung heute darauf, dass mit Diokletian ab 284 n. Chr. die Epoche der Spätantike (in der althistorischen Forschung auch als Dominat bezeichnet) begann. Prinzipat und spätantike Kaiserzeit waren gleichermaßen monarchisch, gleichwohl begründet sich die Trennung verfassungsrechtlich aus der andersartigen Struktur der Kaisergewalt. Das Kaisertum der frühen Periode war – bei aller Gewalt über die Untertanen – stark an das Recht gebunden, wohingegen der spätantike Kaiser sich selbst als Gesetz verstand und sich von allen rechtlichen Bindungen befreit sah. Dies kam in einem beträchtlich ansteigenden Bedürfnis zur Abfassung von Kaiserkonstitutionen zum Ausdruck. Die Bestimmung des Ausklangs der Spätantike stellt die Forschung erneut vor (noch größere)[1] Schwierigkeiten. Zumeist koinzidiert das Ende der Spätantike aber mit dem Ende die Regierungszeit Justinians. Justinian war der letzte Kaiser, der den ernsthaften Versuch unternommen hatte, die Einheit des Reiches wiederherzustellen, indem er unter anderem das vollständig daniederliegende klassische Recht „einsammelte“ und neu kodifizierte.

Der epochalen verfassungsrechtlichen Einteilung stellen sich nachfolgende Kritikansätze entgegen, die nach einer abweichenden Einteilung verlangen.

Aus politologischer Sicht wird angeführt, die Königszeit und die Republik präge dem Grunde nach ein gemeinsamer und kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Eine Abgrenzung ließe sich sinnvoller nach prägenden rechtlichen und gesellschaftlichen Ereignissen vornehmen, die tatsächliche Veränderungen herbeigeführt hätten. Ab 367 v. Chr. werde nämlich deutlich, dass sich ein ursprünglich patrizischer Adelsstaat zu einer patrizisch-plebeischen Nobilität gewandelt habe.[2] Ausschlaggebend dafür seien die langen Standeskämpfe zwischen Patriziern und Plebejern gewesen, die letzteren schlussendlich nachhaltige Vorteile eingebracht hätten. Begonnen habe dieser Wandlungsprozess bereits mit den Kodifikationen des Zwölftafelgesetzes/um 450 v. Chr. und der lex Canuleia/445 v. Chr., dem eine secessio plebis vorangegangen war. Dadurch hätten die Plebejer im zivilrechtlichen Bereich erste Anerkennung erfahren, um den großen Durchbruch 367 v. Chr. mit der entscheidenden aller secessiones plebis zu erleben, mit der erreicht worden sei, dass die leges Liciniae Sextiae auf den Weg gebracht werden konnten,[3] ein Gesetzespaket, das den Plebejern zusicherte, dass sie Zugang zu den wichtigsten Magistraten, dem Konsulat und der Praetur bekommen würden und damit unmittelbare Beteiligung an den Staatsgeschäften. Dieses rechtliche Zugeständnis wiederum habe nicht nur den Ständekonflikt beendet, sondern die Entwicklung der sich anschließenden Staatsverfassung selbst entscheidend vorangetrieben.[4]

Unter sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Gesichtspunkten wird häufig zwischen einer bauernstaatlichen und einer imperialen Phase unterschieden. Bis Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. sei Rom ein allein bäuerlich geprägter Gemeindestaat gewesen.[5] Dieser Staat habe seine Regelungen aus lang erprobtem (longa et invertata consuetudo) und unbestrittenem (consensus omnium) Gewohnheitsrecht bezogen,[6] sowie der Väter heiligen Sitte, mos maiorum. Regeneriert habe er sich, indem veraltete oder nicht angewendete Rechtsvorstellungen verworfen wurden.[7] An diesen archaischen Bauernstaat habe sich der Imperialismus angeschlossen, der geprägt war von hegemonialer Weltherrschaft, die bis etwa Ende des 3. Jahrhunderts n. Chr. andauerte.[8]

Abgrenzung zum Privatrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenüber dem vielbeachteten römischen Privatrecht, das gelegentliche Kodifikationen erfuhr, war das Verfassungsrecht weitgehend ungeschriebenes Recht. Rechtsquellen waren vornehmlich gewohnheits- und sakralrechtliche Praktiken, die auf den bewährten Grundsätzen des mos maiorum beruhten, althergebracht, allgemein anerkannt und häufig angewandt. Auch gab es im antiken Recht Roms keinen Grundsatz der Gewaltenteilung, sodass konstitutive Elemente von Verfassung, Verwaltung und Rechtsprechung in allen praktizierten Staatsformen weitgehend ineinander „verwoben“ erscheinen.

Wie das Verfassungsrecht, wird das römische Privatrecht zeitlich unterteilt. Einem altrömischen Recht mit bauernstaatlicher Verfassung (Zwölftafel-Zeitalter und ältere Republik) folgte ein den punischen Kriegen nachgehendes (vor-)klassisches Zeitalter, das in der jüngeren Republik und unter dem Prinzipat hochrangige Rechtswissenschaft hervorbrachte. Daran schloss die Spätantike an, in der sich gegenläufige Tendenzen im stark rechtsvereinfachenden, postdiokletianischen Vulgarrecht etablierten. Soweit Vulgarrecht, das primär noch auf Gewohnheitsrecht basierte, im Westen des Reiches bis ins Mittelalter prägend blieb, konnte es im Osten durch eine Art klassizistischer Renaissance überwunden werden und hatte seinen Höhepunkt in der kompilierten Kodifikation Justinians.[8]

Die Verfassung der Königszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellenlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Überlieferungen zu den ersten Jahrhunderte Roms wurden lange als zuverlässige Geschichtsschreibung betrachtet.[9] Nach und nach erschloss sich, dass die Berichte an unzähligen Ungereimtheiten litten. Daneben kam die Vermutung auf, dass dies den Schriftstellern der Antike zumindest teilweise selbst bewusst gewesen sein müsste. Heute besteht in der Forschung Einigkeit darüber, dass die Kenntnisse zur Verfassung des römischen Königreiches als gering betrachtet werden müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass in der Antike nur wenige Werke überhaupt geschaffen wurden und diese wenigen Schriftzeugnisse sich weitgehend beim großen gallischen Brand von 390 v. Chr. auch noch verloren. Das archivalische Material, welches sich gegen Ende der Republik fand, war dürftig. Die Hinterlassenschaft an Zeugnissen über die Kaiserzeit ist dem Anstieg der Geschichtsliteratur dieser Zeit zu verdanken.

Die Arbeitsweise der frühen Geschichtsschreiber entsprach keinesfalls den heutigen Ansprüchen. Auf historische Quellen wurde gar nicht oder völlig beiläufig verwiesen. Oft wurden die Beschreibungen aus den Quellen zur Weiterverarbeitung selbst schon nicht erwähnt oder willkürlich fortgesponnen. Beispielsweise will Dionysios von Halikarnassos Literatur von Quintus Fabius Pictor studiert haben. Die fehlenden Quellenangaben machen es dem Leser aber nahezu unmöglich, Kontrolle über den Text zu gewinnen, die der Autor selbst schon aus der Hand gegeben hatte. Andere Autoren wie Titus Livius verzichteten auf Quellenvielfalt und folgten häufig kritiklos allein der bevorzugten Quelle, deren Richtigkeit heute unklar ist.[9] Die Kritikpunkte können nur insoweit überwunden werden, dass eine Mehrzahl von Berichten zum gleichen Sachverhalt sich zur (zumindest eingeschränkten) gegenseitigen Kontrolle eignen. Ein Abweichen von der Überlieferung bleibt nur dann unentdeckt, wenn die Geschichtsschreiber sich übereinstimmend wiederholen.[9]

Dennoch liefert Titus Livius die ausführlichsten Berichte zur römischen Königszeit in seiner „Römischen Geschichte“[10] und der Grieche Dionysios von Halikarnassos in seiner „Römischen Archäologie“,[11] jeweils Quellen aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. Lange nach den Ereignissen werden die historischen Fakten mit Legenden vermischt worden sein, aber sie berichten übereinstimmend, dass Rom ursprünglich von sieben Königen beherrscht wurde, und ihre Ausführungen vermitteln Fakten für eine Königsliste. Frühere Berichterstatter waren Quintus Fabius Pictor und Lucius Cincius Alimentus, die zu den ältesten Geschichtsschreibern überhaupt zählen. Beide waren Senatoren, die in griechischer Sprache schrieben und von Livius als sehr exakte Gewährsleute aufgeführt wurden.[12] Nachrangig bedeutsam ist Literatur über die Königszeit seitens Marcus Porcius Cato (Orgines) und Lucius Calpurnius Piso sowie Naevius und Ennius. Unter den „Spätrepublikanern“, beschäftigten sich beispielsweise Valerius Antias, Licinius Macer und Claudius Quadrigarius mit dem Königtum. Ausführungen von Cassius Dio gelten als weitgehend bedeutungslos, da die sich auf die Königszeit beziehenden Bücher – bis auf wenige Bruchstücke – verloren sind.[9]

Überlieferungen zur Königserhebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung Roms als befestigte Stadt wird dem kulturellen Einflussbereich der Etrusker im frühen 6. Jahrhundert v. Chr. zugeschrieben. Nach der Legende um Romulus wird das Ereignis auf den 21. April 753 datiert.[13] 300 v. Chr. hatte ein unbekannter griechischer Autor verschiedene Überlieferungen zusammengestellt. Danach müssen zumindest die ersten drei Könige als solche gedeutet worden sein, Romulus als Stadtgründer, Numa Pompilius als Priesterkönig, Tullus Hostilius als Kriegerkönig. Funktional hatten die Könige die oberste Heerführerschaft und die oberste Priesterschaft inne.[14] Theodor Mommsen thematisiert auch die ursprünglichste Königsfunktion überhaupt, die des obersten Richters im Rahmen der staatlichen Gerichtsherrschaft.[15]

Ein Augur erklärt Numa Pompilius nach dem Orakel des Vogelfluges zum glücklichen König (Bernhard Rode 1769).

Unklar ist, nach welchen Regeln der König (rex) die Herrschaft erlangte. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass sie nicht auf Erbfolge beruhte, denn diesen Hinweis geben Schriftzeugnisse zur einzigen von Livius festgehaltenen Ausnahme:[16] So soll der nach der Macht greifende Lucius Tarquinius Superbus den Tod seines Vorgängers Servius Tullius verantwortet haben, um dessen „iusta ac legitima regna“ zum Erlöschen zu bringen.[17] Zu einer vorangegangenen Designation schweigen die Quellen. Möglicherweise aber war die Königswürde doch erblich, denn auch dafür gibt es Indizien. Beispielsweise wird König Ancus Marcius als Enkel des Königs Numa bezeichnet. Dessen Söhne sollen nach Livius den Mord am Etrusker L. Tarquinius Priscus in Auftrag gegeben haben, um den „Usurpator“ beseitigt zu wissen, denn sie sahen sich als die legitimen Nachfolger des Vaters.[18] Tatsächlich wird der Schwiegersohn Servius Tullus Nachfolger. Lucius Tarquinius Superbus wiederum soll nicht nur der Schwiegersohn des Servius Tullus gewesen sein, sondern auch Sohn oder Enkel des L. Tarquinius Priscus. Wie seine beiden Vorgänger, war L. Tarquinius Superbus etruskischer, zwei von ihnen gar tarquinischer, Herkunft.

Das archaische Recht muss als genuin römisch bezeichnet werden. Verbindungen zum etruskischen oder griechischen Recht sind nicht erwiesen. Prägung erfuhr es allein durch religiös motivierten Ritualismus. Die Einzelheiten sind zwar unklar und hypothetisch, aber für den Rechtshistoriker Wolfgang Kunkel stellt sich die Königserhebung am ehesten als ein mystischer Akt dar.[19] Beim augurium deuteten die Priester des ältesten Priesterkollegiums, die Auguren, nach besonderen Regeln die Zeichen der Götter. Übereinstimmend berichten Dionysios von Halikarnassos und Livius, dass Romulus wie Remus ein augurium erhalten hätten, dem einen zwölf, dem anderen sechs Geier zur Vogelschau.[20] Ausführlich schildert Livius auch das augurium bei Numa Pompilius,[21] dann aber brechen die Auspizien zunächst ab, denn Tullus Hostilius und Ancius Marcius sollen keine erhalten haben. Sie seien vom Volk „bestimmt“ oder auch „gewählt“ gewesen (iussit, creavit) und sie seien vom Senat bestätigt worden.[22] In der Literatur Dionysius von Halikarnassos’ fällt ins Auge, dass er stets auf die „Zeichen der Götter“ hinweist.[23] Erst Lucius Tarquinius Priscus und Servius Tullius erhielten als Insigne ihrer Auserwähltheit nochmals ein augurium.[24] Der letzte König Tarquinius Superbus war nicht mehr vom Willen der Götter getragen, worauf letztlich sein Sturz zurückgeführt wird.[25] Der Sturz der Tarquinier soll der Legende nach die Monarchie für Rom noch nicht ganz beendet haben, denn der etruskische König von Clusium, Lars Porsenna, eroberte Rom kurzfristig, war 503 v. Chr. allerdings schon wieder Vergangenheit.

Überlieferungen zur königlichen Machtausübung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

War der römische König im Amt, hatte er die oben beschriebenen religiös-magischen Funktionen in Personalunion inne. Sein Amt brachte umfassende gewohnheitsrechtliche und sakrale Befugnisse mit sich.[26] Der König bestätigte thaumaturgische Kräfte vor der Volksversammlung (inauguratio), vergleichbar dem germanischen Sakralkönigtum. Er konnte zur Urteilsfindung die Götterzeichen einholen, zumeist mit Deutungshilfe des Priesterkollegiums. Schwierigste Fälle wurden durch Gottesurteil entschieden.[8] Da die Kurienversammlungen über den Kultus wachten, war ihnen bestimmt, ihrem königlichen Oberhaupt bei seiner Amtseinführung mittels des Auguren den göttlichen Weg zu ebnen und darüber gemäß einer lex curiata de imperio zu beschließen.[27]

Die politische Macht des Königs hatte damit einen sakralen Ursprung. Während drei der ersten vier Könige der Frühzeit ihre Funktionen annähernd im Sinne einer heutigen Staatspräsidentschaft ausübten, nahmen die drei ab Lucius Tarquinius Priscus folgenden Herrscher ihre Aufgaben wohl deutlich absolutistischer wahr.[27] Tarquinius Priscus war es dann auch, der den Grundstein für die Zenturie legte, Hundertschaften von Bürgern, die militärisch die römische Legion bildeten. Die Zenturiatsversammlungen verhandelten auf dem Marsfeld und damit außerhalb der Stadtgrenzen. Diese Versammlungen übten höchste politische Macht aus. Sie wählten Oberbeamte, die über Krieg und Frieden abstimmten, Gesetzgebungsbefugnisse innehatten und strafrichterliche Kapitalprozesse führten.[27] Bereits in der Frühphase der Königszeit entstand im Ostteil des Forum Romanum die Regia, die traditionell als Regierungssitz des zweiten römischen Königs Numa Pompilius bezeichnet wurde und in der schriftlichen Überlieferung als eines der ältesten Gebäude Roms gilt.[28]

Einen hohen Stellenwert für das antike Rechtsleben hatten soziale, sittliche und auf Herkunftsfragen beruhende Regeln. Diese beruhten eher auf „gelebter Praxis“ denn auf „gesetztem Recht“, letzteres repräsentierte sich durch „Königsgesetze“ (leges regiae).[29] Darunter soll ein Tötungsgesetz (paricidas-Gesetz) des Königs Numa Pompilius gewesen sein, was die erste Spur für ein archaisches Strafgesetz legt. Die Besonderheit liegt darin, dass archaische Gesellschaften grundsätzlich kein staatliches Strafrecht kannten, denn für Vergeltung sorgten die Sippengenossen. Numa Pompilius soll allerdings Blutrache verboten haben. Nach modernerem Verständnis liegt darin ein Abwehrrecht gegen jedermann. Damit wurde die klassische Sippenordnung erstmals einschränkt.[27] Vielfach wurde Numa als zivilisatorischer Erneuerer rezipiert, so etwa bei Cicero in De re publica, bei Ovid im 15. Buch der Metamorphosen (Verse 1–11), bei Vergil in der Aeneis, bei Plutarch[30] und Titus Livius.[31] Im Gleichklang bescheinigten die Autoren Numa ein vorausschauendes und bedächtiges Regierungshandeln, dessen hohes Ansehen Schiedsfunktionen auf den Plan gerufen habe.

Gesellschaftsordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die überwiegend römisch-latinischen Bewohner wurden von vorwiegend etruskischen Adelsgeschlechtern dominiert. Die Häupter dieser aristokratischen gentes durften zwar Senatoren stellen, ihre politischen Rechte gingen während der Königszeit jedoch nicht über beratende Tätigkeiten hinaus. Stets umstritten ist geblieben, ob es einen Senat während der Königszeit überhaupt gegeben hat. Gesetzgebungskompetenzen und Vetorechte, die spätere Kernkompetenzen des Senats darstellten, sollen ihm in dieser Zeit verwehrt gewesen sein. Zugesprochen wurde ihm anscheinend bestenfalls die Eigenschaft eines „Kronrates“, eines Beratungsgremiums des Monarchen. Neben dieser Beratungstätigkeit mag die Senatorenschaft den interrex, einen obersten Verwalter für die Zeitspanne zwischen den Königen, gestellt haben.[32] Die „gentes“ stellten auch die Volksversammlung, die in 30 Sakralverbände untergliedert war, die Kurien, welche jeweils Familien gemeinsamer Abstammung umfassten. Je zehn Kurien bildeten eine der drei tribūs, Ramnes, Tities und Luceres. Die Namen der tribūs sind etruskischen Ursprungs, weswegen angenommen wird, dass deren Ordnungsschema zu den ersten Akten der Staatsorganisation zählt.[33] Im Rahmen der Kurienversammlungen nahm die Volksversammlung vornehmlich religiös-rituelle Aufgaben wahr.[27]

Zur Gesellschaftsordnung der Königszeit und Grundlage der Verfassung gehörte die Familie (familia). Die familiäre Hausgemeinschaft bestand aus Menschen, Tieren und Sachen und befand sich insgesamt in Händen (manus) des pater familias, der die Allgewalt in eigener Verantwortung ausübte (patria potestas). Die in die Familie eintretende Ehefrau und die Ehefrauen der Söhne und Enkel unterlagen der väterlichen Hausgewalt ebenfalls.[33]

Im Magistratsrecht, wo Beamte inauguriert wurden, und im Bereich der zivilrechtlichen Rechtsgeschäfte, wo die Manzipation oder die Stipulation weit über die XII Tafeln hinaus große Bedeutung erlangt hatten und behielten, werden Züge altrömischer Religion sichtbar.[27]

Die Verfassung der Römischen Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vergewaltigung der Lucretia; Gemälde von Tizian, 1571

Der Überlieferung nach wurde die Königszeit mit dem Sturz des letzten etruskischen Königs Lucius Tarquinius Superbus im Jahr 510 v. Chr. beendet. Ausgangspunkt dafür soll die von Althistorikern als spätere Erfindung abgetane „Schändung der Lucretia“ gewesen sein,[34] gefeiert als Gründungsmythos der Republik. Die Legende betont allerdings die Urheberschaft durch eine monarchiefeindliche Adelsrevolte. Der Adel etablierte nach anfänglichen Wirren den Senat als beherrschenden Spruchkörper, denn der setzte sich aus Vertretern ihrer Interessen zusammen (Adelsrat). Der Senat bestimmte fortan jährlich wiederkehrend den praetor maximus. Diesem Jahresmagistrat oblag die Oberfunktion für die Regierungsgeschäfte.

Beim König waren allein die religiösen Funktionen verblieben. Er amtierte als rex sacrorum, der bisweilen auch als rex sacrificolus, rex sacrificiorum oder rex sacerdos bezeichnet wurde. Er verrichtete kultische Dienste an Janus. Mit Aufkommen des Jupiterpriesters schwand seine Bedeutung wohl wieder, wobei die Bedeutungsschwerpunkte der Verehrungskulte im Einzelnen umstritten sind.[35] Unumstritten ist andererseits, dass der Rex sacrorum als Überbleibsel der Königszeit trotz höchsten Priesterrangs hierarchisch dem pontifex maximus unterstellt war.[36] Dies geschah nicht ohne Grund, da die politische Elite der Republik und sogar noch der Kaiserzeit die Sorge umtrieb, dass das Königsamt wieder erstarken könnte. Zur Verhinderung der Wiederherstellung der königlichen Macht wurde das Amt einer Aufsicht unterstellt.[37]

An die Königszeit erinnert auch das politische Amt des interrex. Livius datiert die Entstehung des Dienstes im Sinne dieses Titels in die Zeit, die dem ersten König Romulus unmittelbar folgte: Unklar war, wer Romulus folgen sollte, weshalb zehn Decurien gebildet wurden, die einen Vorsteher wählten, der alle 5 Tage wechselte und „cum insignibus imperii et lictoribus“ („mit Imperium und liktorischem Begleitschutz“) ausgestattet war. Für diese Zeit galt der als interrex.[38] Die Unzufriedenheit im Volk führte jedoch zur Wahl des zweiten Königs, Numa Pompilius. Bedeutung erlangte das Amt des interrex später für das interregnum zwischen den Königen und bestand in dieser Form weiter in der Republik fort und zwar für den Fall, dass beide Konuln vorzeitig aus ihrem Amt geschieden waren. Das geschah letztmals 52 v. Chr.[39]

Die eigentliche Konsularverfassung dürfte nach Auffassung vieler Forscher erst später begründet worden sein. Allerdings blieb sie während der Zeit der Republik und formell bis zur Neuordnung durch Kaiser Diokletian (Ende des Prinzipats) in Kraft. Auch bei den ersten Konsuln sollen nach Dionysios noch königliche Insignien wie das elfenbeinerne Zepter und der elfenbeinerne Thron eine Rolle gespielt haben.[40]

Allgemeine Rechtsentwicklungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem oberflächlichen Anschein nach ähneln sich die Verfassungen der Königszeit und der Republik, denn die politischen Amtsbezeichnungen und Funktionen sind grundsätzlich gleichlautend geblieben. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich allerdings eine Verschiebung in der Bedeutung der rechtlichen Einrichtungen. Im Prinzip liegt weiterhin alle politische Rechtsgewalt bei der Magistratur. Funktional war sie teils gar noch erweitert, etliche Kompetenzen waren ihr allerdings entzogen. Gegenspieler war der Senat geworden, der in neuer Zusammensetzung mit umfangreichen Rechten ausgestattet war. Er konnte selbständig Einfluss auf die Regierungsgeschäfte nehmen. Auch die Volksgemeinde nahm einen Teil des Kompetenzverlustes der Magistratur auf und verantwortete eigene politische Rechtskompetenzen.[41]

Unbekanntes Porträt aus den Vatikanischen Museen. Das bedeckte Haupt lässt darauf schließen, dass es sich bei dem alten Mann um einen römischen Priester bei der Durchführung eines Rituals handeln könnte. Die Gestaltungsmerkmale sind typisch für die spätrepublikanische Kunst der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts v. Chr. (Inv. 1751)

Mit dem Sturz des letzten Königs im Jahr 510 v. Chr. trat außerdem das Kollegium der Pontifices in den Blick der Öffentlichkeit. Sie waren Staatspriester, die vornehmlich dem Kult und Ritus verpflichtet waren. Sie kontaktierten die Götter mittels Opfern, sie formulierten Verträge und stellten den Bürgern die Regelwerke zur Ehrung der Götter und gedeihlichen Lebens untereinander auf. Sie hielten alle sakralrechtliche Handlungshoheit (ius). Sie sorgten für die Festsetzung der Gerichtstage und -programme, gaben die Spruchformeln für den jeweiligen Klagetyp vor. Während der „mittleren Republik“ nahmen die Pontifices in der Geistlichkeit sukzessive die führende Stellung ein. Rituale und Sprache, die die Gesetzesabfassung und die Regelung der Bedingungen von Rechtsgeschäften begleiteten, unterschieden sich von der der Auguren erheblich, sodass bald von der „pontifikalen Jurisprudenz der Republik“ die Rede war. Die Auslegung der Gesetze erfolgte dabei streng wortlautgerecht. Spielräume für rechtliche Interpretationen oder gar Analogien waren völlig ausgeschlossen. Aufgrund ihres unbeugsamen und starren Festhaltens an diesen Grundsätzen kam die Geistlichkeit bis zur Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. in den Ruf eines unflexiblen „pontifikalen Rigorismus“.[42]

Für auswärtige Angelegenheiten, wurde der pater patratus aus dem Priesterkollegium der Fetialen bedeutsam. Ihm oblag – die Historizität ist allerdings umstritten – die Aufgabe des Abschlusses beschworener Vereinbarungen (foedera), die der Freundschafts-, Bündnis- oder Friedensregelung dienten.[43][44]

Zunehmend stellten sich die zunehmenden griechischen Einflüsse dem rigoristischen Rechtssystem entgegen. 156/5 v. Chr. hielt eine athenische Gesandtschaft Lehrvorträge vor der römischen Nobilität. Die metaphysische Universallehre der Stoa hielt mit ihr Einzug in die römische Gesellschaft und färbte auch auf die spätrepublikanische Jurisprudenz ab. Stellvertretend für einige seien ausgezeichnete Juristen wie Publius Mucius Scaevola und Publius Rutilius Rufus genannt, die anfingen, herkömmliche Jurisprudenz mit nunmehr wissenschaftlichem Anspruch zu verknüpfen. Mit frisch gegründeten Rechtsschulen entwickelte sich eine erste juristische Methodenlehre, die auch hergebrachte Fachbegriffe neu definierte.

Viele der Ideen führt Helmut Coing mittelbar auf Aristoteles zurück,[45] denn die einsetzende Schärfung und Konturierung einzelner Rechtsinstitute sowie deren Veranschaulichung nach dem Prinzip der Bildung begrifflicher Zusammenhänge verweisen auf diesen bedeutendsten Vordenker von Wissenschafts- und Staatstheorie. Die Logik juristischer Arbeit konzentrierte sich auf die Abstraktion von Rechtssätzen und suchte Erst- und Endbegründungen für Denkketten. Damit verbesserten sich Argumentationskraft und rechtliche Gestaltungsökonomie schlagartig. Die methodische Auslegung von Rechtsnormen gewann durch die Einführung der dialektischen Umkehrung von Lehrsätzen zusätzlich an Wirkung, so durch das argumentum e contrario und das argumentum a minori ad maius.[45] In Summe gehören sie zur allgemeinen Argumentation, die Aristoteles in seiner Topik mit dem Ziel erörtert hatte, aus wahrscheinlichen Sätzen beliebigen Inhalts Schlüsse zu ziehen.

Cicero führte in seiner Topica einem Freunde (Trebatius) eine ganze Reihe solcher Schlussformen in Anwendung auf juristische Probleme vor. Er gedachte seines Vorbildes Aristoteles ausdrücklich.[46][45]

Insbesondere wurde das antike Verständnis von Gerechtigkeit im Recht eingeführt. Vormals hatte sich der Rechtsanwender auf die strikte Befolgung von Gesetzen beschränkt. So konnte nicht ausbleiben, dass sich ein Grundsatz von Treu und Glauben (bona fides) herauskristallisierte, der ins moderne Recht fortgetragen wurde.[27]

Verfassungselemente und Gesetzgebungszuständigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine geschriebene Verfassung im formellen Sinn existierte noch nicht. Erst im Laufe der Jahrhunderte kristallisierten sich die Regelwerke der Republik heraus, wobei einige Prinzipien besondere Bedeutung erlangten. Es galt zunächst das Annuitätsprinzip. Das bedeutet, dass sämtliche Magistraturen lediglich für die Dauer von einem Jahr ausgeübt werden durften.[47] Das mit dem Annuitätsprinzip verknüpfte Iterationsverbot schloss zur Belebung der Regierungsgeschäfte eine zweite Amtszeit aus. Außerdem wurde Beamten verboten, Ämter unmittelbar aneinander anzuschließen. Alle Ämter – mit Ausnahme des Zensors und der Diktatur – wurden von mindestens zwei Personen gleichzeitig, also kollegial besetzt. Über Interzessionsrechte konnte gegenseitige Kontrolle ausgeübt werden und jeder Inhaber eines Amtes besaß das Recht Entscheidungen seines Kollegen zu verhindern oder rückgängig zu machen. Um ein Amt ausüben zu können, musste im Rahmen des Cursus honorum zuvor das nächstniedrigere Amt eingenommen gewesen sein.

Problematisch ist die theoretische Erfassung dieser republikanischen Konsularverfassung. Da es ein Gewaltenteilungsprinzip in der Antike nicht gab, verwundert die Vermengung grundverschiedener Aufgabenstellungen innerhalb ein und desselben Magistrats. So stießen zivile und öffentliche Aufgabenstellungen in einer Funktion genauso aufeinander, wie gesetzgeberische und verwaltende Tätigkeiten. Ebenso wenig lässt sich eine verfassungsreine Herrschaftsform feststellen. Am ehesten wird daher von einer Mischverfassung, die sich aus monarchischen, aristokratischen und demokratischen Elementen zusammensetzte, gesprochen.[27] Bereits der antike Geschichtsschreiber Polybios charakterisierte das republikanische Rom als eine komplexe Zusammenführung einzelner Verfassungselemente, in denen sich das Prinzip der Monarchie im Konsulat, das der Aristokratie im Senat und das der Demokratie in der Volksversammlung wiederfand. Es wird davon ausgegangen, dass mit diesem Konstrukt höchstmögliche Stabilität erzeugt werden sollte.

Die Gesetzgebungskompetenzen lagen in der Zeit der römischen Republik in unterschiedlichen Händen, ebenso die formelle Zuständigkeit für die Gesetzgebungsverfahren. Das republikanische Gesetz ist zuvörderst die lex. Für den Erlass von leges waren die Komitien zuständig. Sie waren kompliziert gegliedert und nach festen Verfahrensreglements organisiert. Den leges verwandt, aber später aufgekommen, sind die zum Ende der Republik prominenten Plebiszite (plebiscita), die von den Versammlungen der Plebs beschlossen wurden. Die Gesetzesbeschlussverfahren entsprachen einander ziemlich genau. Nicht zu den Gesetzen zählen während der Republik die Senatsbeschlüsse, sie gingen erst in der Kaiserzeit in die Entwicklung der Gesetzgebung ein. Nach republikanischem Verständnis waren sie zunächst nur unverbindliche Empfehlungen, Kommuniqués. Schließlich war noch jedem Magistrat das Recht verliehen, im Rahmen seines Kompetenzbereiches publik zu machen, welche Maßnahmen er während seiner Amtsperiode auszuführen gedachte. Seine Entscheidungen, die sogenannten Edikte waren trotz ihrer unmittelbaren Wirkung im Rechtsalltag keine Gesetze, denn ihnen fehlte der Charakter der Dauerhaftigkeit. Mit Amtsabtritt erloschen diese persönlichen Maßnahmen des edizierenden Magistrats nämlich.

Gesetzgebung diente häufig gezielter Bewältigung von Problemen und der Steuerung des sozialen Lebens. Zielgerichtete Gesetzgebung dieses Zuschnitts begegnet bereits in den XII Tafeln. Sie repräsentierten keine gelehrte erkenntnistheoretische Rechtsaufzeichnung, sie brachten politische Zielvorstellungen zum Ausdruck. Die Aufzeichnung selbst verdingt sich der Wahrung des Rechtsfriedens. Noch deutlicher wurden politische Einflussnahmen in die legislatorischen Akte bei der gracchischen Reformgesetzgebung oder bei den augusteiischen Ehegesetzen der frühen Kaiserzeit. Und immer noch war es die Absicht der Überwindung eines Notstands, als Diokletian die wirtschaftspolitisch motivierten Preisverordnungen zu Beginn der Spätantike auf den Weg brachte. Im verfassungsverständlichen Sinne münden die Maßnahmen im Einzelfallgesetz, häufig geprägt durch Abwehrversuche durch Umgehungstatbestände.[48]

Monarchische Elemente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsätzliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der spätere Konsul und Diktator Gaius Iulius Caesar (hier eine Büste, sogenannter Grüner Caesar, aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.) wurde 62 v. Chr. zum Prätor gewählt. Als Proprätor diente er in Hispania Ulterior.

Am Anfang soll der praetor maximus gestanden haben. Als einziger Oberbeamter, möglicherweise Träger alter königlicher Gewalt,[49] könnte er aus der Königszeit hervorgegangen sein. Möglicherweise an ihn angelehnt, etablierte sich durch die Leges Liciniae Sextiae das Konsulat. Ob das Konsulat beim Sturz des letzten Königs bereits bestanden hatte, ist strittig. Die Sage betont, dass erster Konsul, Lucius Iunius Brutus gewesen war. In der Phase der Republik wurde das Amt zur höchsten Staatsgewalt. Diese ging ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. von zwei Konsuln aus. In funktional abgewandelter Form scheint der praetor maximus den Konsuln anfänglich innerhalb eines Dreierkollegiums vorangestanden zu haben.[27] Die Quellen werfen kein deutliches Licht darauf, wie sich das Verhältnis des Prätors und der Konsuln in der Folgezeit entwickelt haben könnte. Spätestens ab 367 v. Chr. war den Konsuln jedenfalls aufgegeben, kollegial zusammenzuarbeiten. Sie hatten Imperium maius inne, was unbeschränkte Amtsgewalt bedeutete. Ihrer Oberaufsicht unterlagen die gesamte Zivil- und Militärverwaltung, Gerichts- und Gesetzeshoheit, das Recht zur Senatorenernennung und zur Einberufung von Senat und Volksversammlung.

Vorbehalte, Einschränkungen und Eingriffsrechte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Republik war allerdings daran gelegen, potentiellem Rechts- und Machtmissbrauch der Konsuln wirksam entgegenzutreten. Die Außen- und Finanzpolitik wurde deshalb an den Senat gebunden. Volkstribune erhielten Vetorechte und galten als sakrosankt und damit unverletzlich.[50] Die Praetur[51] erhielt in besonderer Eigenzuständigkeit den Hoheitsbereich der ordentlichen Gerichtsbarkeit (iurisdictio) übertragen. Per Edikt verkündete der Prätor zu Beginn seines Amtsjahres die Grundsätze der beabsichtigten Rechtsanwendung und die Rechtsschutzverheißung (Klagen, Einreden und Einwendungen). Ab 366 v. Chr. gingen die fiskalrechtlichen Angelegenheiten und die Organisation der Heeresgliederung auf den Zensor über, der ab 312 v. Chr. anstelle der Konsuln zudem das Recht der Ernennung der Senatoren aufgetragen erhielt.

Als collega minor des Konsulats hatte der Prätor imperiale Befugnisse. Er konnte die Konsuln in Kriegszeiten oder anlässlich sonstiger Abwesenheit, wirksam vertreten. Um 242 v. Chr. wurde dem mittlerweile praetor urbanus genannten Stadtprätor noch ein praetor peregrinus (Fremdenprätor) zur Seite gestellt, der die Prozesse leitete, die Nichtbürger betraf. Ab 227 v. Chr. wurden weitere Prätoren für die Verwaltung neuerworbener Provinzen eingesetzt. Im Rahmen seines Anordnungsbefugnis entwickelte der praetor urbanus Regelungen zur Rechtsprechung. Gesetze, wie die prominenten XII Tafeln, wurden im Lichte der jeweils aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung interpretiert, was eine „magistratische Rechtsschöpfung“ auslöste.[52] Der Jurist Iulianus formulierte unter Hadrian 130 n. Chr. in der Kaiserzeit eine endgültige Fassung des prätorischen Edikts, das edictum perpetuum, kein prätorisches Allmachtszeugnis in Rechtsangelegenheiten, denn die Entwicklung des Rechts lag ab diesem Zeitpunkt bereits in den Händen des Kaisers und dessen Rechtsberatern.

Ein weiteres Ordnungsorgan waren die Liktoren. Außerhalb der Stadtgrenze waren sie mit dem Amtssymbol der höchsten Machthaber ausgerüstet, dem Liktorenbündel. Innerhalb der Stadtgrenzen hatten römische Bürger ein Provokationsrecht gegenüber der Volksversammlung, wenn sie sich durch die Gewalt staatlicher Magistrate bedroht sahen.[27] Ädilen, Volkstribune und Quästoren hatten kein Imperium. Sie übten sachlich definierte und untergeordnete Amtsgewalten aus, Ädilen im Rahmen der Versorgungsfürsorge als Getreidebeaufsichtigte, Veranstalter öffentlicher Spiele und Polizei, Quästoren als Aufsichtsbefugte über die Staatskasse.

Die Konsuln genossen die konstitutionelle Ermächtigung, Vetorechte (ius intercedendi) gegen Anordnungen des Prätors geltend zu machen. In Krisenzeiten durfte sich das Kollegium der Konsuln auflösen und ihre Amtsaufgaben auf den Diktator übertragen.[8] Der wiederum unterlag keinen einschränkenden Maßregeln, denn er war supermächtiger außerordentlicher Beamter, allein der Aufgabe verpflichtet.

Das Amt des Königs verblieb nur in der Form des rex sacrorum als reiner, religiöser Opferkönig. Dieses wurde deshalb bestehen gelassen, weil bestimmte sakrale Aufgaben weiterhin durch einen „König“ (eine Person mit diesem Titel) wahrzunehmen waren.[27]

Aristokratische Elemente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Senatssitzung, die nicht in der Kurie, sondern in einem Tempel stattfand (Fresko Cesare Maccaris, 1888).

Einen klassisch-aristokratischen Spruchkörper repräsentierte das Kontroll- und Gesetzgebungsorgan des römischen Senats. In der Königszeit gehörten ihm ausschließlich Angehörige patrizischer Adelsgeschlechter an, die in das verhältnismäßig unbedeutende Amt „hineingeboren“ wurden. Während der Republik erlangte der Senat sehr hohe Bedeutung, die Senatoren wurden zunächst von den Konsuln, ab 312 v. Chr. von den Zensoren „auf Lebenszeit“ ernannt. Zur Hervorhebung der Bedeutung, kamen anfänglich nur ehemalige Magistrate mit imperium in Betracht, also ehemalige Prätoren und Konsuln. Später konnten auch nachrangige Amtsvertreter in die senatorische Nobilität aufsteigen, wenn sie den cursus honorum durchlaufen hatten. Ab Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. stand das Amt sogar kurulischen Ädilen offen, ab Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. Volkstribunen und plebejischen Ädilen, ab 81 v. Chr. Quästoren. Die Erstellung der Senatsliste (lectio senatus) erfolgte in der „hohen Republik“ regelmäßig alle fünf Jahre, weshalb es lange dauern konnte, bis ein Senator offiziell dazugehörte (qui in senatu sunt). Unter dem Diktator Sulla wurde die Zahl der Senatsmitglieder im Zeichen der personellen Schwächung durch den Bürgerkrieg von 300 auf 600 Personen verdoppelt. Unter Caesar stieg die Anzahl zeitweilig auf rund 900 bis 1000 Senatoren an. Senatsbeschlüsse erforderten eine Stimmenanzahl von 100. Wichtigster Tagungsort war die Curia Hostilia am östlichen Rand des (heutigen) Forum Romanum, nach derer Zerstörung im Jahr 52 v. Chr., die Curia Iulia. Gelegentlich wich der Senat zu seinen Sitzungen in Tempelanlagen aus, wie den Tempel des kapitolinischen Iuppiter oder den Castor und Pollux.

Die Einberufung des Senats erfolgte durch einen Imperialträger, der Ratschlag benötigte.[53] Der Senat konnte de jure zwar nur Rat erteilen, de facto stellte er tragende politische Entscheidungen her. Rechtlich nicht durch Annuität oder Kollegialitätspflichten beschränkt, vermochte er mit hoher Kontinuität zu arbeiten und gerierte sich spätestens zu Zeiten der „späten Republik“ als eigentliches Führungsorgan der res publica.

S.P.Q.R.: Senatus Populusque Romanus („Senat und Volk von Rom“)

Die rechtliche Einordnung des Senats als Legislativ- und Exekutivorgan in die Verfassung der Republik wurde insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert kontrovers diskutiert. Während die Althistoriker Theodor Mommsen und Joseph Rubino den Spruchkörper Senat lediglich als „Verstärkung der Magistratur“[54] verstanden, was ihn als akzessorisches Bestandteil gesamtpolitischer Willensbildung erscheinen lässt und überdies in die Nähe eines „monarchischen Grundgedankens“ rückt,[55] gilt diese Auffassung heute als überholt. Folgt man stattdessen dem Rechtshistoriker Wolfgang Kunkel, „schaffte der Senat Verfassungsrecht“. Stellvertretend für große Teile der verfassungsgeschichtlichen Forschung,[56] geht er gar davon aus, dass der Senat zumindest in der späten Republik, das beherrschende Regierungsorgan war.[57] Er verweist auf eine Redestelle Ciceros, die die Unterordnung aller Amtsträger (Magistrate) unter den Willen des Senats betont,[58] was Tradition gehabt habe, zumal der Überlieferung nach bereits Romulus neben seiner eigenen Schirmherrschaft (auspicia) allein einen ebenbürtigen Senat an seine Seite gestellt sah (…et senatus).[59] Er sieht den Senat nicht so, dass er vornehmlich gesetzgebende Instanz (Legislative) und daneben auf dem Gebiet der Exekutive bloße Kontrollinstanz gewesen sei, vielmehr stellte er im Zusammenwirken mit der Magistratur selbst die Exekutive dar. Die rechtspolitische Kompetenz des Senats fasst Kunkel so zusammen, dass er eine Parallele zur Verwaltungsarbeit und -hoheit des deutschen Gemeinderates (auf kommunaler Ebene) zieht.[57] Dem Rechtswissenschaftler Max Kaser zufolge, existierten in Roms Volksordnung zwei unabhängige Legitimatoren: einerseits die Rechtsordnung, andererseits die rechtsfreie Machtordnung. Seiner Auffassung nach habe der Senat „neben dem Recht bestanden“.[60]

Senatsbeschlüsse unterlagen der auctoritas senatus. Obgleich verfassungsrechtlich nicht konstitutiv bindend, wurden sie von den Magistraten regelmäßig umgesetzt. Die hohe Identifikation mit dem Senat äußert sich im Hoheitszeichen S.P.Q.R., senatus populusque romanus („Senat und Volk von Rom“). Mittels des senatus consultum ultimum konnte der Senat den Ausnahmezustand ausrufen[61] und den Konsuln diktatorische Vollmachten übertragen.[8] Zur Geschichte des Senats dieser Zeit gehört auch, dass Julius Caesar sich gegen ihn erhob, ihn entmachtete und sich, begleitet vom währenden Bürgerkrieg, zum „Diktator auf Lebenszeit“ ernennen ließ.

Demokratische Verfassungselemente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsätzliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Roms gemischte Verfassung
nach Polybios (Hist. VI)
Verfassungsorgan: staatstheoretische
Einordnung:
Consulat monarchisches Element
Senat aristokratisches Element
Römisches Volk demokratisches Element

Demokratisch hingegen aufgebaut waren die Volksversammlungen, zudem dreigliedrig organisiert. Im Rahmen der comitia brachte das Gesamtvolk (populus Romanus) seinen politischen Willen zum Ausdruck. Aus der Königszeit überbracht waren die Kurienversammlungen, die gegen Ende der Republik förmlich zwar noch bestanden, aber keine echte Volksversammlung mehr waren. Ihre Funktion erschöpfte sich in der formalen Amtsbestätigung von Imperialträgern und der Beteiligung bei zwei klassischen Privatrechtsakten, der adrogatio (Annahme an Sohnes Statt, Adoptivrecht) und dem testamentum calatis comitis (Erbeinsetzungsfragen). Die Zenturiatsversammlungen, ursprünglich Heeresversammlungen, wählten auf dem Marsfeld die Zensoren, Konsuln, Prätoren und den obersten Wächter des altrömischen Götterkults, den pontifex maximus. Letzterer führte die Oberaufsicht über alle sakralen Angelegenheiten. In der gesetzgebenden Volksversammlung hingegen wurden politisch bedeutende Entscheidungen über Krieg und Frieden getroffen, Gesetze verabschiedet und Verbrechen verhandelt. In einer dritten Volksversammlung, der städtischen Stammesversammlung, die während der mittleren Republik in 35 tribūs gegliedert war, wurden Ädilen, Quästoren und die vigintisexviri gewählt. Letztere waren einfache Richter oder Beamte (magistrati minores), die noch bevor sie in die senatorische Ämterlaufbahn eintraten, üblicherweise Gerichtsverhandlungen abhielten. Die ersten 21 tribūs des römischen Staatsgebiets entstanden angeblich schon bis 495 v. Chr.[62] Nach Schaffung weiterer 14 tribūs im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr., wurden 241 v. Chr. Velina und Quirina eingerichtet. Die comitia tributa wollten mit der ungeraden Anzahl an tribūs verhindern, dass Pattsituationen bei Abstimmungen entstehen.

Im gesetzlichen Spruchkörper des „concilium plebis“ führte das Volk unter Ausschluss weiterer Öffentlichkeit seine Sonderverhandlungen. Das Gremium war ähnlich den Stammesversammlungen organisiert und tagte im comitium. Dort wurden die Volkstribunen und die plebejischen Ädilen gewählt. An Empfehlungen und Vorgaben des Senats war das concilium plebis nicht gebunden.[8]

Historische Entwicklung des Plebiszits[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wahl der höchsten Staatsbeamten, auch der Konsuln, war somit in die Hände der „comitia centuriata“ gelegt. Seit den Leges Liciniae Sextae stand dieses Amt auch Plebejern offen,[63] erstmals praktiziert 342 v. Chr. Das aus der internen Führungsschicht des „plebs“ entstandene Volkstribunat wählte in seinen Versammlungen (concilia plebis) jährlich zunächst zwei, später zehn ständige politische Interessensvertreter gegenüber der aristokratisch-patrizischen Staatsführung, die tribuni plebis. Ausgestattet waren sie mit Schutzrechten ihres Standes (ius auxilii) und Interventionsrechten (ius intercedendi). Wie sich neues Recht etablieren und das Staatswesen verändern konnte, verdeutlicht die Entstehung der aus den Standeskämpfen hervorgegangenen tribunizischen Gewalt der Volksversammlung. Der „plebs“ forderte Zugang zu den höheren Verwaltungsämtern, denn bislang war ihm eine Karriere über das Amt des Ädilen hinaus verwehrt. Die Plebejer zogen aus der Stadt aus, auf den Aventin, um ihrer Forderung nach Gleichberechtigung Druck zu verleihen. Ein Stadtauszug (secessio plebis) wurde in Rom als „Streikmaßnahme“ verstanden und als rechtswidriger Gewaltakt verurteilt. Gleichwohl duldete die patrizische Gegenseite ihn stillschweigend, da die Furcht bestand, die Plebejer würden ihre Aufstände noch verschärfen. Faktisch bedeutete dies die Einführung des Volkstribunats, denn das Patriziat begann die Duldung als faktischen Rechtszustand zu akzeptieren. Der „plebs“ lenkte sein unverbrüchliches Interzessionsrecht gegen jedes Amt, die Patrizier waren auf die Volksversammlung beschränkt. Ein illegal entstandener Spruchkörper hatte sich legalisiert. Letztlich wurden die Tribunen in den cursus honorum integriert. Die lex Ogulnia 300 v. Chr. erlaubte es Plebejern, auch Pontifikat und Augurat auszuüben. Noch in der Spätphase der Republik wurde unter Sulla das Volkstribunat aus dem cursus wieder extegriert.[64]

Gesetze stärkten den „plebs“ zusätzlich. Durch die lex Hortensia (287 v. Chr.) erlangten Beschlüsse Gesetzeskraft. Plebiszite waren über die Grenzen Roms hinaus für den Gesamtstaat verbindlich. Fortan wurden plebiscita als leges bezeichnet.[65] Die lex Aquilia (286 v. Chr. ?) regelte Schadenersatzansprüche und kam über das erste Plebiszit überhaupt zustande, eines der letzten Plebiszite war die lex Falcidia.[66] Die lex Claudia de nave senatorum wurde gar gegen den Widerstand des Senats durchgesetzt.[67]

Entwicklung, Krise und Untergang der Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handelsware: Doppelkopfgefäß (Sigillata Chiara) aus der Provinz Africa proconsularis.

Nach Beendigung der Standeskämpfe und dem innenpolitischen Friedensschluss im Jahr 367 v. Chr. (leges Liciniae Sextiae), peilte das nunmehr gefestigte Rom die Vorherrschaft in Latium an. Diese errang sie 338 v. Chr. Bis zum Jahr 275 v. Chr. war ganz Italien unterworfen. Rom stieg zur Großmacht auf, was Begehrlichkeiten mit Karthago auslöste, das den westlichen Mittelmeerraum beherrschte. Mit dem Ersten Punischen Krieg verleibte sich Rom 241 v. Chr. mit Sicilia seine erste überseeische Provinz ein. Weiterer Expansionsdrang bescherte dem Reich im Zweiten Punischen Krieg 201 v. Chr. Hispanien. Mittels geschickt geschmiedeter Bündnisse, treu ansonsten dem Leitspruch „divide et impera“ („teile und herrsche“), brachte Rom bis 168 v. Chr. große Teile des hellenistisch orientierten Ostens des Mittelmeerraums unter Kontrolle. Den dabei eroberten Gebieten wurden teils abgestufte Selbstverwaltungsrechte eingeräumt, teils wurden sie in römische Provinzen verwandelt. So entstanden Africa, Achaea oder Asia. In den Provinzen wurden römische Statthalter eingesetzt und in der Hoffnung, den unmittelbaren Einfluss in der Region zu festigen, römisches Volk angesiedelt.[8]

Allerdings stellte sich heraus, dass diejenigen Verfassungsmechanismen, die während der innerrömischen Ständekonflikte tadellos funktioniert hatten, inprobat für ein unangreifbares Weltreich waren. Neid, Missgunst, Korruption, Erpressung und überzogene Machtgelüste prägten den konservativ-patrizischen und senatstreuen römischen Uradel sowie die patrizisch-plebejische Geldaristokratie gleichermaßen. Dann scheiterte die Gracchische Reform (leges Semproniae und lex Sempronia agraria), ein Land- und Sozialreformenpaket zur Wiederherstellung des einst freien Bauernstaates. Vornehmlich die marxistische Forschung betont, dass Verfallselemente in der fehlerhaften Bewirtschaftung der Produktionsmittel, allen voran in Bezug auf Grundeigentum (ager publicus) und antike Sklavenhaltung, lagen.[68]

Ihn deutlich prägender Zeitzeuge der gracchischen Reformbemühungen war Sulla, der den Beginn einer Geschichte von Verfassungsbrüchen und Gewaltakten beobachten musste. So wurde der Senat bei Gesetzesvorlagen umgangen, Rechte eines Volkstribuns wurden beschnitten, denn er durfte gegen Gesetze keine Interzessionen führen. In Eigentum wurde illegal eingegriffen, zudem unter Eingriff in senatorische Hoheitsrechte zur Finanzverwaltung (Erbe des Königs Attalos von Pergamon). Der Senat rief daraufhin den Staatsnotstand aus. Als Tote zu beklagen waren, war eine handfeste Krise entstanden. In deren Zentrum standen im Ringen um die Macht die Lager der Optimaten, die die konservativen Ideale und eine Adels- wie Senatsvorherrschaft verteidigten und die Popularen, Vertreter des Volkes. In Kriegszeiten zeichnete sich ab, dass das Machtwort des Kommandanten den Soldaten stärker ertüchtige, als die Identifizierung mit dem republikanischen Staatswesen. Es tobte ein nunmehr offener Bürgerkrieg. Von verfassungsrechtlicher Dimension waren zudem der Bundesgenossenkrieg, der ein Kampf italischer Stämme um das römische Bürgerrecht war und schließlich die Diktatur Sullas zur Wiedererlangung der republikanischen Vormachtstellung. Legitimation erfuhr der durch die Lex Valeria im Jahr 82 v. Chr. Nachdem Sulla bis 79 v. Chr. eine griffige Vielzahl von Gesetzen zur Neuordnung und Wiederherstellung der Republik auf den Weg gebracht hatte, legte er seine Ämter nieder und trat ab.

Bald jedoch erging erneut der Ruf nach einem „starken Mann“, den Iulius Caesar erhörte. Auch Caesar wurde Diktator mit vielen außerordentlichen Vollmachten. Er plante zudem weitreichende gesetzliche Maßnahmen, die auch Teile der Umschreibung der Verfassung beinhalteten und in die leges Iuliae aufgenommen werden sollten. Die besonderen Vollmachten sollten ein konstitutives Element in der neuen Verfassung werden. Caesar nahm im gedanklicher Hinsicht damit Elemente vorweg, die sich im anschließenden Prinzipat durchsetzen sollten.[8] Allerdings wurde Caesar 44 v. Chr. ermordet, gerächt durch Umsetzung der im Jahr darauf ergangenen Lex Pedia.

Flugs brachte andererseits Marcus Antonius die Lex Antonia in den Senat ein, um das Amt des Diktators abzuschaffen. Das Ausnahme-Magistratsamt wurde häufig als Triebfeder für missbräuchliche Eingriffe in die tradierten und bewährten republikanischen Werte wahrgenommen. Dennoch führte nicht so sehr die Autorität des Gesetzes dazu, dass die diktatorische Vollmacht als Handlungsbefugnis verschwand, denn der Senat bot sie Octavian schon 22 v. Chr. wieder an, der sie allerdings ablehnte; vielmehr war das Machtverständnis Octavians ausschlaggebend, der seine Befugnisse aus der Verlagerung von Rechtskompetenzen und Oberaufsichten über andere außerhalb der magistratischen Ämter liegende Kompetenzen (seit Sulla: Volkstribunat, daneben Senat) zu ziehen verstand, sodass es für seine Machtfülle keines weiteren außerordentlichen Amtes bedurfte.

Die Verfassung des Prinzipats[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Jahr 27 v. Chr. wird in der römischen Reichsgeschichte der Beginn einer neuen Regierungsform verknüpft, der Prinzipat. Iulius Caesars Großneffe und Adoptivsohn Oktavian hatte in der Schlacht bei Actium seinen Gegenspieler Marcus Antonius, ehemaliges Co-Mitglied des Triumvirats, besiegt und mit ihm die ägyptische Königin Kleopatra. Damit erfüllte sich das Hauptanliegen des Legitimationsgesetzes des Zweiten Triumvirats, die Lex Titia. Mit ihm sollten die Wirren des Bürgerkriegs und damit der Staatsnotstand überwunden werden. Das mittlerweile allein auf Oktavian kaprizierte Triumvirat beendete jener, indem er Senat und Volk von Rom die Souveränität zurückgab („restitutio rei publicae“). Dahinter stand letztlich weitblickendes taktisches Kalkül, denn er zielte auf die Alleinherrschaft im Reich ab. Dazu brauchte er den Senat lediglich davon zu überzeugen, dass sein Alleinherrschaftsanspruch eng mit der Aufrichtung der für jedermann erkennbar ausgehöhlten republikanischen Traditionen verknüpft war, um das Placet für die Begründung der julisch-claudischen Kaiserdynastie zu erhalten.

Postrepublikanische Ideologie und Verfassungswirklichkeit im Kaiserreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oktavians Grundanliegen war es, seine im Bürgerkrieg errichtete Gewaltherrschaft zu legitimieren, um bei den Eliten auf die Akzeptanz zu stoßen, die er für seine Herrschaftsausübung benötigte. Aus diesem Grunde musste er zunächst formal die Republik wiederherstellen. Am 13. Januar 27 v. Chr. gab er deshalb alle außerordentlichen Gewalten an den Senat und das Volk zurück. Ob Oktavian Sondervollmachten innehatte – ähnlich eines Gaius Iulius Caesar – wird kontrovers diskutiert.[69] Vorhersehend jedenfalls, dass der Senat dieser Geste der recusatio imperii und der damit verbundenen Abdankung widersprechen würde, gab er sich damit zufrieden, dass ihm allgemeines imperium proconsulare übertragen wurde, das ihm den Oberbefehl über alle Streitkräfte gewährte. Der Senat verlieh ihm den sakralen Ehrentitel Augustus („der Erhabene“; eigentlich: „der mit magischer Kraft Versehene“, hergeleitet aus augur), den Oktavian fortan wie einen Namen trug. Bald darauf erhielt er die tribunicia potestas (Volkstribunengewalt) auf Lebenszeit und ein ebenso lebenslanges Imperium „an Stelle eines Konsuls“, das er seit 19 v. Chr. innehatte (Imperium proconsulare maius).

Damit waren die republikanischen Ämter de facto entwertet. Offiziell als „Wiederherstellung der Republik“ deklariert, hatte er in Wirklichkeit deren dauerhafte Umwandlung in eine Monarchie mit Alleinherrschaft betrieben. Charakteristischerweise ging das so vor sich, dass Teilgewalten und Einzelrechte aus den Ämtern ausgegliedert und auf den Kaiser erweitert wurden. So entnahm er sich aus der konsularischen Gewalt (consularis potestas) das Recht auf Prüfung der Geeignetheit von Amtsanwärtern, das Nominationsrecht (nominatio). Damit nicht genug. Er machte auch das Recht geltend, dem senatorischen Wahlgremium die von ihm ausgewählten Kandidaten zu empfehlen (commendatio). Da Rat und Empfehlung des Kaisers aufgrund dessen politischer Bedeutung stets angenommen wurden, konnte er so seinen Willen durchsetzen. Ein anderes Beispiel ist das Relationsrecht, das er auf sich vereinigte. Er durfte damit dem Senat Bericht erstatten und mehr noch, er durfte Anträge (relationes) stellen; die erwuchsen gleichsam zum Gesetz, denn eines Senatsbeschlusses bedurfte es nicht mehr. Als Rechtsgrundlage galt die kaiserliche Rede (oratio principis). Später genügte dafür sogar eine quästorische Verlesung bei persönlicher Abwesenheit des Kaisers. Was den Geist der Republik in Wirklichkeit umstülpte, argumentierte Augustus als Wiederherstellung der Republik: er, der Kaiser, maße sich kein Unrecht an, denn er habe keinesfalls mehr Rechtsmacht inne, als der jeweilige Magistrat. Was vordergründig sogar plausibel wirkt, denn als Sonderrechtsinhaber einer konsulischen Teilgewalt konnte er kaum eine amtliche Kompetenzüberschreitung begehen, ist hintergründig letztlich unzutreffend. Was nämlich für die Ausübung des einzelnen Amtes gelten mag, gilt nicht für die Ausübung der Summe aller Ämter. Der Kaiser konnte sich auf die Wiederherstellung der Republik insoweit nicht berufen, als sein Vorgehen durch keine Rechtsgrundlage gedeckt war. Vielmehr hatte er die zwei republikanische Verbote ostentativ verletzt, Verbote die sich gegen das Prinzip der Ämterhäufung (Kumulation) und das der Kollegialität (kein Amtskollege) richteten. Die inhaltlichen und strukturellen Änderungen lassen daher nur den Schluss zu, dass Augustus eine andere, eine neue Rechtsordnung geschaffen hatte.[70]

Begrifflich leitet sich der Prinzipat von lateinisch „princeps“ („der Erste“) ab. Augustus führte den Staat als „Erster Bürger“ der Zivilgesellschaft (princeps civium), ohne ein ordentliches Amt in Anspruch zu nehmen. Bis 23 v. Chr. war er immerhin noch Konsul. Das Amt des Prinzeps war durch die Verfassung nicht vorgegeben, bedeutete allerdings Alleinherrschaft. Der „Verfassungsbegriff“ im antiken Rom ist nicht identisch mit dem neuzeitlichen. In diesem Zusammenhang wirft die Forschung zunächst die Frage auf, wie er zur Kaiserzeit zu definieren ist und wie ein Kaiser sich sodann außerhalb der Verfassung platzieren kann.

Eine begriffliche Herleitung aus dem Kontext des Konstitutionalismus des 19. Jahrhunderts ist unzulänglich, ebenso die Verwendung des Begriffs des „Verfassungsrechts“ der Gegenwart, denn in beiden Fällen müsste der nachweisliche Bestand einer (qualifizierten) Rechtsordnung vorausgesetzt werden, also ein normatives Konstrukt, das ein politisches System auf seiner höchsten Entscheidungsebene regelt.[71] In Ermangelung dieses korrelierenden ordnungsrechtlichen Aspekts muss letztlich konzediert werden, dass der römische Verfassungsbegriff diesen Rechtsbezug nicht benötigte. Damit entfällt aber auch die zweite prägende Komponente des modernen konstitutionalistischen Verfassungsbegriffs, die „Legitimation“. Nach heutigem Verständnis bildet sie den Rechtfertigungsgrund für jedwedes Herrschaftssystem.[71] Da die Verfassung des Prinzipats weder rechtliche Bestimmung noch Rechtfertigung des Kaiserapparates kannte, musste Oktavian seine Gewaltherrschaft keinesfalls rechtlich, sondern allein gesellschaftlich rechtfertigen, als er die von ihm aufgenommene „Gewalt“ zum Zwecke des Retransfers zunächst an den Senat und das Volk zurückspielte.

Darauf aufbauend, verblüfft nicht mehr, dass Theodor Mommsen bereits zum augusteischen Prinzipat zusammenfasste, dass es „wohl nie ein Regiment gegeben [habe], dem der Begriff der Legitimität so völlig abhanden gekommen wäre…“.[72]

Max Weber folgert daraus,[73] dass es zumindest einige Normen der so definierten Verfassung geben kann, die keine Rechtsqualität, auch keine sonstige allgemeine Anerkennung genießen, obwohl hinter ihnen garantierte und regelkonforme, politische Gewalt ausgeübt wird. Im Rahmen der jeweiligen Kraftverhältnisse kann eine derartige Verfassungsordnung unterschiedliche Regierungskonzeptionen in sich aufnehmen; allein in unumstrittenen Teilbereichen wirkt der Charakter einer gefestigten Tradition.

Zuletzt stellte der Historiker Egon Flaig die These in den Raum, im Prinzipat habe es gar kein „Staatsrecht“ gegeben und auch nicht geben können. Damit will er insbesondere der Gilde der Juristen den Hinweis geben, sie solle nicht versuchen, das politische System der frühen und hohen Kaiserzeit (staats-)rechtlich erfassen zu wollen.[74] Die Provokation in der These wird von den Juristen unter den Rechtshistorikern zwar als fruchtbare Kritik an den vorherrschenden Lehrmeinungen in ihren Kreisen verstanden, ebenso entschieden wird jedoch widersprochen. So wird entgegengehalten, dass Flaig den staatsrechtlichen Begriff verzerre, wenn er für seine Definition widerspruchsfreie Kompetenzabgrenzungen und Legitimität zu staatlichem Handeln fordere. Der Rechtsforschung genügt das Staatsrecht begrifflich als bloßer juristischer Ordnungsbegriff. Kennzeichnend sei die „Organisation staatlicher Machtausübung im weitesten Sinn“, getragen von einem gesellschaftlichen Konsens, welche Spielregeln eingehalten werden sollen. Unter Juristen besteht in diesem Punkt Einigkeit, vor allem wenn berücksichtigt wird, dass das überragend prominente Privatrecht der hohen Kaiserzeit sich kaum im stattgehabten Maße hätte entfalten können, wenn es auf ein rechtlich unsicheres Umfeld staatlicher Ordnung gestoßen wäre, dem letztlich unweigerlich die wirtschaftlichen Anreize gefehlt hätten.[75]

Gleichwohl: Stets stellte sich Augustus als „Privatmann“ außerhalb aller Staatlichkeit dar. Er vermittelte den Eindruck, er habe sich selbstlos aufgeschwungen, um die öffentliche Ordnung Roms treuhänderisch zu schützen. Seine Machtbefugnisse leitete Augustus deshalb weniger aus den amtlichen Befugnissen des imperiums und der potestas ab, vielmehr aus höchstpersönlicher auctoritas,[76] wie er in seinem Tatenbericht, den res gestae divi Augusti wissen ließ.[77]

Vorgehensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Augustus in seiner Eigenschaft als Pontifex maximus, mit bedecktem Haupt, Toga und Patrizierschuhen (calcei patricii)

Nicht wenige politische Kniffe begleiteten Augustus’ Weg in die Alleinherrschaft. So übernahm er 19 v. Chr. das Amt des Konsuls, bereits in Abweichung zur verfassungsrechtlichen Doktrin der Republik, weil er es bis 23 v. Chr. jährlich wiederaufnahm. Um die annuitätische Fiktion zu wahren, ließ er die Vollmacht jährlich ausdrücklich wiederholen, was freilich reinem Automatismus unterlag. Der offiziellen Proklamation der „Wiederherstellung der Republik“ („restitutio rei publicae“) stellte er ein „militärisches imperium“ entgegen, das er gleichsam unbefristet wahrnahm, da er es nach zehnjähriger Festschreibung immer wieder verlängerte. Selbiges sicherte ihm seine Machtstellung in der Außenpolitik. 23 v. Chr. legte er zwar das Amt des Konsuls nieder, ließ sich stattdessen – die Quellenlage dazu ist unklar und streitig[78] – die tribunicia potestas, die Amtsgewalt der Volkstribunen, auf Lebenszeit übertragen, was ihm allen Einfluss auf Volk und Senat gestattete und seine Machtstellung in der Innenpolitik stärkte.

Die politische Legitimation der Macht der Volkstribunen leitete er aus der sacrosanctitas, dem ius subselli und dem ius auxilii ab. Um ius auxilii für sich beanspruchen zu können, musste er Amt und Gewalt trennen. Augustus schnitt das plebejische Amt (tribuni plebis) von der Amtsgewalt (tribunicia potestas) ab und ließ sich allein die Rechtskompetenz (potestas) übertragen, womit er Amtsgewalt innehatte ohne die Verpflichtungen des Amtes selbst wahrnehmen zu müssen. Die zusätzliche Entbindung dieser Amtsgewalt von jeglicher Befristung (tribunicia potestas annua et perpetua) bedeutete, dass er die erste der beiden angestrebten Kernvollmachten innehatte.

Damit aber nicht genug: Durch Gesetz ließ sich Augustus lebenslanges imperium proconsulare maius übertragen, das ihm in der Reichsverwaltung die Oberaufsicht über die vom Senat (seit 28 v. Chr. war Augustus dort selbst bereits princeps senatus) befriedeten und verwalteten Provinzen auch in der Zivilverwaltung ermöglichte. Nunmehr verfügte er über die zweite Kernvollmacht. Als pontifex maximus war Augustus zudem oberster Aufseher der römischen Kulte. In der Summe seiner Titel war er: Imperator, Caesar, Divi filius, Augustus, pontifex maximus, consul XIII, tribunicia potestate XXXVII, imperator XXI, pater patriae und nach seinem Tod durch Augustales selbst vergöttlicht. Da das Volk nach den Wirren der Bürgerkriege nach Rechtssicherheit dürstete, gab es keinen Widerstand gegen Augustus’ Machtansprüche. Von der großen Mehrheit der Römer wurde er verehrt, sein verfassungsrechtliches Werk gar als Pax Augusta verklärt.

Magistrate, Senat und Volksversammlung im Prinzipat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Magistrate blieben weiterhin bestehen. Die Wahl der Magistrate, unter Augustus noch Aufgabe der Volksversammlungen und seit Tiberius Befugnis des Senates, wurde von nun an aber vom Kaiser überwacht. Der hatte sowohl das Recht, Kandidaten bindend vorschlagen (commendatio), als auch bloß zu empfehlen (suffragatio).[79] Konsul wurde zu einem reinen Ehrentitel für verdiente Beamte. Um möglichst vielen Beamten diese Anerkennung zugestehen zu können, wurden jährlich Konsulpaare ernannt, bisweilen im Zweimonatsrhythmus. Teilweise wurde ihnen Zuständigkeit für die Gerichtsbarkeit übertragen, die in der deutlichen Hauptsache allerdings beim Prätor verblieb. Die Ädilen behielten ihre marktordnenden Funktionen, wohingegen den Quästoren die Verwaltung der Staatskasse entzogen wurde, um sie auf kaiserliche Beamte zu übertragen. Die republikanische Kasse (aerarium) verlor an Bedeutung, die des Kaisers (fiscus) wurde rege eingesetzt. Der imperiale Erfolg des Reiches brachte viele Beamtenstellen hervor.

Die Rechtsstellung des Senats, seine Mitglieder wurden immerhin in den prosopographia Imperii Romani geführt,[80] änderte sich während des Prinzipats nachhaltig, denn er verlor sämtliche politischen Befugnisse an den Prinzeps. Aber auch die legislatorischen Befugnisse änderten sich eindrucksvoll. So verloren die Volksversammlungen ihre gesetzgeberischen Befugnisse insoweit, als leges und plebiscita mit Augustus und danach kaum mehr eingesetzt wurden. Als wohl letztes Plebiszit (und damit auch lex) gilt die Lex de imperio Vespasiani.[81] Stattdessen ersetzten die senatorischen Beschlüsse (senatus consulta) und Kaiserkonstitutionen die gesetzgebende Gewalt der Volkstribune. Der Senat wurde durch eine von Augustus neu begründete „kaiserliche Regierungsinstitution“, für die sich in der Forschung der Begriff consilium principis[82] eingebürgert hat, überwacht.[83] Ausweislich der Historia Augusta wurden in das kaiserliche Consilium seit Hadrian zunehmend Juristen einbezogen, namentlich Neratius Priscus, Julian und Celsus, was die Judikatur deutlich professionalisierte.[84] Die während der Republik hoch verehrten aristokratischen und demokratischen Verfassungselemente stellten sich während der Kaiserzeit jedoch entscheidend geschwächt dar. Zur Rettung einer demokratischen Gesetzgebung hätte es wohl eines Übergangs von einer „unmittelbaren“ zu einer „repräsentativen“ Verfahrensstruktur bedurft.[81]

Die an den Prinzeps abgegebenen politischen Befugnisse des Senats stellten überdies eine Umkehrung des Weges der politischen Willensbildung gegenüber der Zeit der Republik dar. Soweit der Senat in wichtigen politischen Angelegenheiten seine Empfehlungen während der Republik an die Magistrate gerichtet hatte, trat nunmehr der Prinzeps mit seinen Wünschen an den Senat heran, welcher die formulierten Vorhaben als senatus consulta umsetzte. Dies stützte die Auffassung, dass Senatsbeschlüsse gesetzesgleiche Wirkung hätten. Tatsächlich aber hatte sich der Senat seiner eigenen politischen Willensbildung begeben und stützte allein die des Prinzeps. Der entscheidende Schritt war die oratio, die „Thronbotschaft“ des Princeps, die zunächst in Abwesenheit, später in seinem Beisein im Senat verlesen wurde. Bis zur Regentschaft des Claudius hatte der Senat sich meist noch nicht auf den Prinzeps bezogen.[85] Nun verlas er die orationes in der Sitzung, um sie danach als kaiserliche Gesetzgebung amtlich zu machen. In gewisser Weise lag der Senatsbeschluss zwischen zwei kaiserlichen Akten, der konstitutionellen oratio (principis in senatu habita) und der den Dienst des Senats bestätigenden confirmatio.[86]

Gaius beschrieb bereits im 2. Jahrhundert diese lediglich vordergründige Aufwertung der senatus consulta.[87] Ganz offensichtlich nutzten die Kaiser dieses Gesetzesmedium rege, denn die ersten beiden Jahrhunderte unserer Zeitrechnung waren geradezu geprägt durch Senatsbeschlüsse.[8] Inhaltliche Schwerpunkte waren der Status, das Erb- und Familienrecht sowie die Wahrung der öffentlichen Ordnung. So verbot das Senatus consultum Velleianum den Gerichten beispielsweise,[88] Verfahren gegen bürgende Ehefrauen zuzulassen,[89] das Senatus consultum Macedonianum verbot die Vergabe von Darlehen an Haussöhne[90] und das Senatus consultum Silanianum ließ die Folter von Sklaven im Falle des ungeklärten Todes ihres Hausherrn zu.[91] Die den senatus consulta zugrundeliegenden kaiserlichen Handschreiben (orationes) fanden Einlass in die spätantiken Codices Theodosianus und Iustinianus.[92] Ansonsten war dem Senat seit der frühen Kaiserzeit die Rolle eines Gerichtes zugewiesen, insbesondere auf dem Gebiet des Strafrechts.[93]

Auch die Komitien und das concilium plebis verloren im Prinzipat an Bedeutung. Deren Befugnisse gingen wiederum schrittweise an den Senat über. Gesetzgeberische Funktionen übten die Komitien unter Augustus noch regelmäßig aus, so beispielsweise zur Bestätigung der augusteischen Ehegesetze. Das letzte uns bekannte Gesetz der Komitien ist eine lex agraria aus der Regierungszeit Nervas. Ebenso verblieb die Wahl der Magistraten vorerst bei den Volksversammlungen. Dieses Recht wurde im Jahr 5 n. Chr. durch die lex Valeria Cornelia insofern eingeschränkt, als die Kandidaten für das Konsulat und die Prätur durch ein Gremium von Senatoren und Rittern vorbestimmt wurden. Tiberius schließlich übertrug die Wahl der Magistraten dann im Jahre 14 n. Chr. dem Senat, obwohl die Volksversammlungen noch bis in die Severerzeit zusammenkamen, um der Verkündung (renuntiatio) der Wahlergebnisse beizuwohnen.[94]

Der Prinzipat unter den Nachfolgekaisern Augustus’[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inschrift aus Philippi, Griechenland: Der Name des Kaisers Domitian wurde nach dessen damnatio memoriae gelöscht (…AVG[]CAESAri…).

Die Augustus nachfolgenden Kaiser, beginnend mit Tiberius (prokonsularisches Imperium), beließen es bis zum Ende des 3. Jahrhunderts n. Chr. und trotz eines rechtsdogmatisch kritischen Zustands bei dieser Verfassungsform. De jure war die Kaiserwürde aber auch nach Augustus nie erblich. Die vielbeachtete Blütezeit des Römischen Reiches unter den Adoptivkaisern (Nerva, Trajan, Hadrian, Antoninus Pius, Mark Aurel und Lucius Verus) fußte sicherlich auf Augustus’ Fundament. Ähnliches gilt trotz weiterer Abwandlungen für die severerische Ära und die frühen Soldatenkaiser.

Nach dem Tode Domitians schien der angesehene Jurist Nerva die Republik wiederherstellen zu können. Er bereicherte den Prinzipat mit attraktiven freiheitlichen Elementen (principatum ac libertatem).[95] Aufgrund weiterer Forschungen (vgl. Karl Christ) stellte sich jedoch heraus, dass sowohl der Senat als auch das Volk, vertreten durch die Volksversammlung, es innerhalb eines zurückliegenden Centenniums verlernt hatten, sich politisch selbst zu bestimmen. Daran änderte auch das Auslöschung des Andenkens Domitians nichts.

Trajan, dessen Führungsstil antike Kardinaltugenden verkörperte,[96] vermochte den Prinzipat zu festigen, wenngleich die Kaiser des zweiten Vierkaiserjahres 193 n. Chr. und des Sechskaiserjahres 238 n. Chr. (Morde, Bürgerkrieg und Strukturkrisen) suggerierten, der augusteische Prinzipat sei in eine Krise geraten. Spätestens 284 n. Chr. endete der Prinzipat, als Diokletian die Tetrarchie gegen die Alleinherrschaft einführte und dazu ein Maßnahmenpaket grundlegender Verwaltungs-, Wirtschafts- und Gesellschaftsreformen schnürte.

Die Reichsverwaltung der Kaiserzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Leistung von Bedeutung ist die Einrichtung einer schlagkräftigen Reichsverwaltung hervorzuheben. Sie bestand aus auskömmlich besoldeten Berufsbeamten, die vornehmlich aus dem Senatoren- und Ritterstand (eques romanus) kamen. Die Provinzstatthalter verrichteten die Aufgaben ihrer Ämter unter kaiserlicher Zentralverwaltung. Die Zentralbehörden des princeps waren zumeist durch zuverlässige und gebildete kaiserliche Freigelassene und Sklaven besetzt worden, ab Hadrian von Angehörigen des Ritterstandes. Den Schriftverkehr führten noch immer die kaiserlichen Kanzleien a memoria (Personalbüro, Ernennungsdekrete), ab epistulis (Beamtenanfragen) und a libellis (Eingaben von Privatpersonen). Die steuerliche Finanzverwaltung hatte sich grundsätzlich in den kaiserlichen fiscus und das vom Senat verwaltete aerarium aufgespaltet. Für die wichtigsten Ämter des Stadtpräfekten und des Prätorianerpräfekten, kamen a priori nur Senatoren oder Ritter in Betracht.

Stellung zum Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Christentum, das von den Römern jahrzehntelang als jüdische Sekte angesehen wurde (bis etwa 130 n. Chr.), wurde anfänglich bis auf lokal begrenzte Verfolgungen toleriert, zwischenzeitlich rechtlich sogar abgesichert. So genossen die Juden seit Caesar im Prinzip Religionsfreiheit.

Zunehmend setzten ab Mitte des 3. Jahrhunderts jedoch gesamtstaatliche Christenverfolgungen ein, die unter Diokletian zwischen 303 n. Chr. und 311 n. Chr. ihren Höhepunkt erreichten. Nach Auffassung des Vierkaiserregiments waren Staat und Religion nicht trennbar und der Ausschließlichkeitsanspruch des Christentums („Christus ist der Herr“) unvereinbar mit dem staatlichen Kaiserkult. Nach dem Edikt gegen die Offenbarungsreligion der Manichäer (wohl vor 302 n. Chr.), erging 303 n. Chr. ein Edikt, das den Christen den Zugang zu öffentlichen Ämtern versperrte, ihre Gottesdienste verbot, die Zerstörung ihrer Gotteshäuser anordnete und ihre heilige Schriften (siehe Märtyrer der heiligen Bücher) verbannte[97] und letztlich ihre Bürgerrechte kassierte.[98]

Die Verfolgungen endeten erst 313 n. Chr. mit der Mailänder Vereinbarung unter Konstantin dem Großen (Westkaiser) und Licinius (Ostkaiser). Die Konstantinische Wende führte dazu, dass der Zwang zum Kaiserkult abgeschafft wurde. Endgültig aber sorgte erst Theodosius der Große mit seiner Amtszeit (380–391 n. Chr.) für die Anerkennung des Christentums als Staatsreligion in der Gestalt der „orthodoxenReichskirche.[99]

Staatsrechtlich und -politisch relevante Besonderheiten während des Prinzipats[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kaiserzeit ist bekannt dafür, dass eine Vielzahl von Gesetzen geschaffen wurde. Für die einfachgesetzliche Lebensordnung griff Augustus den Gesetzeskatalog seines Großonkels Caesar, die leges Iuliae auf und ergänzte insbesondere Familien- und Strafvorschriften. Das Lex iudiciorum publicorum et privatorum regelte eine Vielzahl von Verfahrens-, Straf- und Privatrechtsvorschriften und deren Gerichtsbarkeit, lex de adulteriis coërcendis und lex de maritandis ordinibus[100] behandelten Sanktionen bei Eheverstößen und Heiraten außerhalb des Standesrechts. Da Augustus das Familienrecht besonders am Herzen lag, verfügte er die leges Iulia und Papia Poppaea um Ehe- und Kinderlosigkeit zu bekämpfen. Um die Zeitenwende folgten sklavenrechtliche Vorschriften mit der lex Fufia Caninia und der lex Aelia Sentia. Ohne dass die Urheberschaft erwiesen wäre, wurde noch während des 1. Jahrhunderts die Sklavenschutzvorschrift der lex Petronia eingeführt. Eine Theorie des Gewohnheitsrechts hatten die römischen Juristen nicht entwickelt, weshalb ein Rechtssatz zwar seine historische Herkunft bezeichnet, nicht jedoch den gegenwärtigen Geltungsgrund. Das gewissermaßen „vorgegebene“ Recht war durch interpretatio weiterzubilden.

In Tiberius’ Amtszeit fallen – bei sprunghaftem Anstieg – insgesamt 60 Majestätsprozesse, zurückzuführen auf eine extensive gerichtliche Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs „laesa maiestas“ („verletzte Erhabenheit“)[101] und eine stark konsolidierende Haushaltspolitik.

Der Nachfolger Caligulas, Claudius, galt als großer Interessent in Sachen Recht und Gerichtsbarkeit.[102] Er führte den Vorsitz in öffentlichen Prozessen mit oft zweifelhaftem Erfolg[103] und gab bis zu 20 Verordnungen am Tag heraus, die medizinische Ratschläge bis hin zu moralischen Urteilen beinhalteten. Sein Verhältnis zum Senat nahm bisweilen verschwörungsgleiche Züge an.[104]

Nero machte als überlegt handelnder und souveräner Richter von sich Reden.[105] Er griff die Tradition von Augustus auf und unterhielt lange Zeit ein gutes Verhältnis zum Senat, wobei er dessen Eigenständigkeit in der Rechtsprechung betonte bis sich dieses zum Schlechten wandelte.[106]

Galba, Kaiser der Ersten Vierkaiserjahre, führte das Heer mit eisernen Maßnahmen zur Disziplin.[107] Sanktionen durften bei Zuwiderhandlungen allein aufgrund seiner kaiserlichen Autorität ausgesprochen werden. Aber trotz der mit seinem Regime einhergehenden Strenge waren damit erstmals seit dem Ende der Republik einheitliche Strafzumessungen entstanden, weshalb die Soldaten sich im römischen Heer einer gewissen Rechtssicherheit erfreuen konnten. Die militärische Rechtsprechung hatte zuvor allein auf frei auslegbarem und ungeschriebenem Gewohnheitsrecht beruht.

Der als zurückhaltend und bescheiden geltende Begründer der flavischen Dynastie, Vespasian, verfolgte mit seiner pax Flavia (fiskalische) Sicherheitspolitik nach innen. Unter ihm erhielt Hispanien das latinische Bürgerrecht (ius Latii), eine Vorstufe zum römischen Bürgerrecht. Als bedeutende Hinterlassenschaft gilt seine lex de imperio Vespasiani, sein Amtsantrittsgesetz von 69 n. Chr.[108] Seine Machtstellung manifestierte sich im imperium proconsulare maius und in der tribunicia potestas, Sondervollmachten, die bereits Augustus, Tiberius und Claudius innehatten.

Wie sein Vater Vespasian, galt Titus als gerühmter Herrscher. Seiner dynastischen Legitimation galt der jüdische Krieg.

In Domitians Ära fallen die Bronzetafeln der leges Salpensana, Irnitana und Malacitana, welche hispanische Stadtrechte verewigten. Innenpolitisch bekämpfte er energisch die Korruption, sorgte für eine effizientere Verwaltung und konsolidierte die Staatsfinanzen, machte sich aber auch durch seine Terrorherrschaft einen Namen.

Hadrian fixierte das edictum perpetuum und gab dem Justizwesen damit einen wichtigen Impuls. Auf weißen Holztafeln wurden die Regelungen auf dem Forum Romanum vor dem Amtssitz des Prätors zu Beginn seiner Amtszeit veröffentlicht.

Marc Aurels besonderes Augenmerk galt den Schwachen und Benachteiligten der römischen Gesellschaft. Er versuchte den Sklaven, Frauen und Kindern ihre Situation zu erleichtern. Die meisten der Gesetzgebungsakte des „Philosophen auf dem Kaiserthron“ zielten auf die Verbesserung der Rechtsstellung der Schwachen. Entsprechend seiner Anliegen im Gesetzesinitiativakt, handelte er als oberstes Rechtsprechungsorgan, ein Amt, das er bei akribischer Sorgfalt mit stoischer Gelassenheit ausgeübt hat.

Unter Septimius Severus vermehrten sich die Anzeichen für eine ökonomische Krise, sodass sich die Frage stellt, ob er die „Reichskrise des 3. Jahrhunderts“ verzögerte oder vielmehr mit auslöste. Innenpolitisch betrieb er die Ausschaltung des Senats, weil er auf den Ritterstand in Verwaltung und Militär setzte.

Nach heutigem Forschungsstand[109] sind 427 Verordnungen (constitutiones) auf Severus Alexander zurückzuführen, enthalten im Codex Iustinianus. Er besann sich bei seiner Gesetzgebung insbesondere in den Jahren 223/4 auf die Hervorhebung moralischer Grundsätze und schärferem Sanktionsrecht im Falle von Ordnungsverstößen, womit er die teils despotische Rechtspraxis seiner severischen Vorgänger korrigierte.

Maximinus Thrax gilt traditionell als der erste Soldatenkaiser (Hohe Kaiserzeit), weil er ein stark auf das Militär gestütztes Kaisertum einläutete, das den Senat weiter marginalisierte.

Blütezeit und Niedergang des Prinzipats[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fragment eines Militärdiploms um 160 n. Chr. und der Gewährung des römischen Bürgerrechts als ehemaliger Soldat der Kohorte V Bracaraugustanorum. Aus dem Museum Quintana (Künzing)

Das Zeitalter des Prinzipats sicherte dem römischen Weltreich für zweieinhalb Jahrhunderte friedliche innere Existenz und bedeutungsvolle kulturelle Entwicklung. Die Wirtschaft florierte, sodass mancherorts auftretende Engpässe problemlos aufgefangen werden konnten. 212 n. Chr. verlieh Kaiser Caracalla allen freien Einwohnern des Reichs die römischen Bürgerrechte. Die Anordnung dazu basierte auf einem Dekret, die Constitutio Antoniniana. Bedeutungsvoll war das Bürgerrecht, weil es zum aktiven wie passiven Wahlrecht in den Volksversammlungen berechtigte. Allerdings unterstellte Cassius Dio Caracalla, er habe die Verordnung zur Eintreibung höherer Steuern erlassen.[110] Die constitutiones, zumeist Edikte (so durchweg unter der julisch-claudischen Dynastie),[111] Dekrete oder Reskripte (zunehmend seit Vespasian),[112] waren nach Ulpian und bereits zuvor nach Gaius, neben den Senatsbeschlüssen die zentrale Form der Gesetzgebung in der Kaiserzeit.[113] Gewährleistet wurde die Bearbeitung der Flut von bürgerlichen Rechtsanfragen zumeist durch die kaiserlichen Sekretariate „a libellis“ und „ab epistulis“, gelegentlich antworteten einzelne Juristen, die mit „ius respondendi“ ausgestattet waren.[81]

Nach wie vor ließ es die republikanische Staatsrechtstradition nicht zu, das Kaiseramt an eine Erbfolge zu binden, was zu Nachfolgeproblemen führte. Die Kaiser des Prinzipats behalfen sich mit einem Kunstgriff, indem bereits zu Lebzeiten geeignete Kandidaten erwählt wurden, die in die Mitregentschaft einbezogen wurden. Häufig waren die leiblichen Nachkömmlinge für Regierungsgeschäfte ungeeignet oder gar nicht vorhandenen, weshalb sie mittels Adoptionen ersetzt wurden. An Kindes statt rechtmäßig zum Kaiser gekürt, bestiegen etwa Trajan, Hadrian, Antoninus Pius oder Marc Aurel den Kaiserthron („Zeitalter der Guten Kaiser“). Der Senat hatte seinen früheren Einfluss auf bevorstehende Nachfolgeordnung derweil weitgehend verloren. Mit dem Dynastiebegründer Septimius Severus, der in gewissem Sinne der erste Militärdiktator war, konnte das Imperium nochmals stabilisiert werden, vorrangig aufbauend auf der Legionsdisziplin. Gefolgsleute im Heer, die in immer stärkerem Maße aufschwangen, politische Verantwortung zu übernehmen, wurden mit Geschenken bedacht und oft bestochen. Das führte unter den nachfolgenden Kaisern zu inneren und äußeren Spannungen, denn gleichzeitig war ein wachsender Kontrollverlust über die Truppen zu beklagen.[8]

Bereits mit Auslauf des severischen Zeitalters um 235 n. Chr. fiel das Reich in eine Krise, die insgesamt ein halbes Jahrhundert dauern sollte. Das Dilemma war „wirtschaftlicher Natur“, weil an allen Kriegs- und Kriegsabwehrfronten das Geld ausging, was deutlich spürbar wurde bei den Auseinandersetzungen gegen die Parther und gegen die Germanen. Plünderfeldzüge, Revolten und Verwüstungen standen an der Tagesordnung. Die Krise war aber auch „politischer Natur“, weil die Kaiser sich regelmäßig bei ihren Truppen aufhielten und das „verwaiste“ Rom als Haupt des Reiches derweil an Bedeutung einbüßte. Parallel buhlten Kriegsgeneräle um die Kaiserwürde. Nicht zu vernachlässigen ist, dass die Krise letztlich auch „rechtskultureller Natur“ war, denn die hoch angesehene klassische Rechtswissenschaft kam quasi zum Erliegen. Vermisst wurden die einst in der Frühklassik beherzt auftretenden Vertreter der vorherrschenden Rechtsschulen, auf die mancherlei methodische und rechtsproblembewusste Diskussionen zurückzuführen waren. Verloren schienen die hochklassischen Juristen, deren Rechtspragmatismus ebenso gefeiert war wie die Vielzahl lesenswerter juristischer Beiträge zur Rechtsliteratur. Nun stand auch noch der Verlust des Einflusses der spätklassischen, später so genannten Zitierjuristen zu befürchten, deren Werke die Grundlage für die Rechtsentwicklung viel späterer Jahrhunderte werden sollten. Diese wurden erst wieder aufgegriffen, als die vulgarrechtlichen Kompilationen der Spätantike die vielen juristischen Verständnisprobleme lösen helfen sollten.[114] Heutzutage relativiert die Forschung viele Aspekte der Vulgarliteratur allerdings.[115]

Die Verfassung des Dominats (Spätantike)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiserherrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ende der severischen Dynastie (235 n. Chr.) zeichnete sich der politische und wirtschaftliche Niedergang des Reiches deutlich ab. Der äußerlich als Republik „getarnte“ Prinzipat war in seiner monarchischen Struktur verfassungsrechtlich nicht abgesichert und nun dem Untergang geweiht. Problematisch war stets das Nachfolgeproblem in Sachen Regentschaft. Die julisch-claudischen (14-68 n. Chr.), flavischen (68-96 n. Chr.) und severischen (193-235 n. Chr.) Dynastien regelten die entstandene Vakanz erst nach dem Tod des Kaisers. Interregna (68/9 und 193 n. Chr.) setzten das Reich derweil an den Rand des Abgrunds.

Corpus iuris civilis Romani. Institutiones et Digestae. Gothofredus, 1583

Die über 200 Jahre währende Pax Romana konnte andererseits durch eine perfekt funktionierende Verwaltung und durch ein hoch entwickeltes Privatrecht sowie durch an diesem geschultes Volksbewusstsein gewährleistet werden. Das Ende der Severer ist ausweislich der Forschung mit dem Beginn der Reichskrise verknüpft. Die ältere Forschung interpretierte die Zeit als eine schwere Krise des Reichs, weil es an den Grenzen und im Inneren mit zahlreichen Problemen konfrontiert worden war. In der neueren Forschung wird aber wesentlich differenzierter geurteilt und häufig sogar der Begriff „Krise“ an sich in Frage gestellt. Er sei untauglich zur retrospektiven Würdigung der Situation im Reich.[116]

Tatsächlich sei es den letzten Soldatenkaisern und insbesondere Diokletian gelungen, das Reich zu restabilisieren. Als „dominus et deus“ trieb Diokletian eine Art der konstitutionellen Monarchie voran. An der Spitze der Macht standen während seiner Zeit, Diokletian kam 284 n. Chr. an die Macht, zwei Augusti und zwei Caesares. Sie bildeten eine Viererherrschaft. Das Prinzip des Mehrkaisersystem wurde auch anschließend praktiziert um die Reichsherrschaft effektiver zu gestalten, wenngleich Diokletians Viererherrschaft schon kurz nach seinem freiwilligen Rücktritt 305 zusammenbrach. Die „göttliche“ Komponente des Kaisertitels entsprach einer hellenistischen Tradition und wurde in den Provinzen des Ostens gepflegt. Sie verdeutlichte imposant die alleinige kaiserliche Deutungshoheit in Glaubensfragen.[117][118] Diokletian stieß die überkommenen Traditionen von Republik und Prinzipat zunehmend ab, denn deren Legitimationen schienen ihm überholt. Bereits die Anrede des Kaisers als Herr (domus) verdeutlichte eine Grundhaltung, die im späten 1. Jahrhundert n. Chr. aufgekommen war. Nach dem in der Forschungsliteratur unterschiedlich interpretierten Vorbild des sassanidischen Großkönigtums[119] wurde nun ein Untertanenstaat errichtet und etabliert.[8] Daran sollte auch die Tatsache nichts ändern, dass Kaiser Konstantin 313 n. Chr. das Christentum annahm und das Christentum in der Zeit der Kaiser Theodosius I., Gratian und Valentinian II. Staatsreligion wurde (vergleiche Dreikaiseredikt). An die Stelle der „Göttlichkeit“ trat zwanglos das „Gottesgnadentum“.

Die überbrachten Grundsätze der Akklamation zur Volksfürsorge band die Kaiser. Im konstitutiven Sinne war das Amt weiterhin grundsätzlich nicht vererbbar. Direkt dem Kaiser unterstellt waren die Prätorianerpräfekten. Anders als unter Historikern bisweilen diskutiert, waren erlassene Gesetze rechtsverbindlich und bindend. Darauf machte am nachhaltigsten der Codex Iustinianus (später Bestandteil des Corpus iuris civilis) aufmerksam.[120] Das einem Patrimonialismus verpflichtete Grundgerüst der spätantiken Verfassungen, bei dem der Verwaltungs- und Militärapparat dem Alleinherrscher weisungsgebunden war, ist aus zahlreicher „Kaiserliteratur“ zu Justinian I. bekannt. Der kaiserlich praktizierte Herrschaftsstil wurde bis weit ins Mittelalter literarisch aufgearbeitet, nach Erkenntnissen Berthold Rubins sogar bis hin zum Ende des byzantinischen Reiches.[121] Justinians Herrschaft wurde von einigen seiner Zeitgenossen wie Agapetos, Silentiarius und Malalas äußerst positiv eingeschätzt und gepriesen; andere – wie Prokop und Euagrios – gingen bereits früh zu Justinian in Opposition, weil sie die Vielzahl beliebiger Veränderungen und willkürlicher Anpassungen des Verfassungsrechtssystems für „verfassungsmissbräuchlich“ hielten. Massive Kritik äußerte im 12. Jahrhundert nochmals Johannes Zonaras.[122] Rubin untersuchte die Normativität der byzantinischen Verfassung genauer und zog dabei die geheimgeschichtlichen und durchaus polemischen „Anekdota“ Prokops heran. Er stellte fest, dass die „monarchische Idee“ unangefochten war, andererseits aber noch „republikanische Bewusstseinsreste“ anzutreffen waren. Letztere hätten einer Identifikation von Reich und Kaiser im Wege gestanden. Die gelebte Verfassung habe sich zwischen zwei Polen, dem Kaiser einerseits und der res publica andererseits, abgespielt. Dem Kaiser wurde vorgeworfen, er beuge Recht und passe Normen nach Gutdünken an, um seine Amtsgeschäfte wie Privataffären führen zu können. Während Justinian sich von entgegenstehenden Gesetzen arbiträr befreit habe, hätte sein kaiserlicher Wille als Rechtsquelle Formen des Übermaßes angenommen.[121] Detlef Liebs beschrieb Justinians Verfahrensstil beim Erlass neuer Gesetze. So waren im Verfahren demnach die Beratungen der hohen Beamten und des Senats vorzuschalten, bevor der Kaiser das Gesetz dann aber höchstselbst ausfertigte. Liebs fasst so zusammen: Der Kaiser verfügt nichts Geringeres als das Grundgesetz der konstitutionellen Monarchie.[123]

Kaiserkonstitutionen von Diokletian bis Justinian[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der Spätantike lag das Gesetzgebungsmonopol bereits ausschließlich beim Kaiser. Die offizielle Sprachregelung lautete wieder lex.[124] Der Begriff wurde zuletzt in der Endphase der Republik verwendet, wobei die „lex“ bereits zu der Zeit lediglich noch als „Plebiszit“ in Erscheinung trat. Das Plebiszit ging mit Beginn des Prinzipats unter und wurde durch kaiserliche und senatorische Gesetzgebung ersetzt. Die spätantiken Kaiser nutzten die lex als wiederentdeckte Kompetenz rege. Die zunehmende Bürokratisierung und die damit einhergehende Beschäftigung von immer mehr Staatsbediensteten führte zu einem raschen Ansteigen der zur Entscheidung gestellten Vorhaben. Letztlich setzte eine regelrechte Flut an Regulierungen ein. Dieser galt es irgendwann Einhalt zu gebieten, denn es war nicht mehr klar, wann der Kaiser sich zu einem Vorgang lediglich äußerte und wann er Anordnungen traf, die Gesetzescharakter hatten. Um in die staatsrechtlichen Angelegenheiten Ordnung und Übersicht einkehren zu lassen, wurden sie in Kodifikationen festgehalten.

Vorausgeschickt sei, dass das Verfassungsrecht und die Verfassungswirklichkeit der Spätantike nicht leicht zu fassen sind. Es griffe aber zu kurz, wenn mit einer Vielzahl von Stimmen allein auf die Kodifikationen abgestellt würde. Das bedeutete nämlich die Begriffswelt des „Verfassungsrechts“ mit der der „Kaiseridee“ gleichzusetzen. Schon das Wort Monarchie für die Verfassungsform, heißt ja Alleinherrschaft, suggeriert einen solchen Schluss bereits. Die Forschung wählte unterschiedliche Ansätze um einer Gleichstellung in Ausschließlichkeit entgegenzutreten. Der Byzantinist Hans-Georg Beck stellte fest, dass die aus der Spätantike fortgeschriebene byzantinische Darstellung der Kaiseridee nicht schon die Verfassung darstellen muss.[125] Denn: Auch ein Alleinherrscher ist nicht allein auf der Welt, er sieht sich vielmehr den Einflüssen Einzelner und Gruppen sowie Institutionen ausgesetzt. Selbst wenn der Herrscher Quelle der Macht ist, so repräsentiert er gleichwohl nicht die gesamte Staatsgewalt.[126] Ob die Tätigkeiten des Senats noch als verfassungsrechtlich betrachtet werden können, oder ob ihre Funktion im „gesellschaftlichen Bereich“ aufgeht, wird unterschiedlich beantwortet. Alexander Demandt rückt die „Senatoren“, nicht aber den „Senat“ selbst, in die Nähe des Gesellschaftslebens, den Völkern der Gesellschaft, Frauen, Kindern, Sklaven. Kaiser, Armee und Verwaltung hingegen seien Staat.[127] Jochen Bleicken trennt ebenfalls zwischen Staat und Gesellschaft. Er bezeichnet das Kaisertum und die kaiserliche Reichsverwaltung, subsumiert sind Bürokratie, kaiserliche Zentralverwaltung und Armee, als staatlich und nimmt den Senatorenstand als Bestandteil der „sozialen Gliederung des Reichs“ auf.[128] Die angelsächsische Forschung geht darüber noch hinaus, indem zum Begriff der Staatsverfassung die ständischen Zwangsvereinigungen und die Kirchenorganisation hinzugezogen werden.[129]

Zu den Kodifikationen: Im später so genannten Gesamtwerk des Corpus iuris civilis war unter anderen Werken der Codex Iustinianus enthalten. Darin wurden alle noch gültigen Kaiserkonstitutionen gesammelt, die vornehmlich aus der Zeit stammten, die der Reichsteilung vorausgegangen war. Zur Auswertung für die Wissenschaft sind vornehmlich die in den Corpus eingeflossenen diokletianischen codices Gregorianus und Hermogenianus aus den 290er Jahren von Bedeutung. Daneben die wohl ebenfalls Hermogenian zuzuordnenden Iuris epitomae.

In die Frühphase der Christianisierung, etwa zur Zeit der konstantinischen Wende, fielen weitere bedeutende Kaisererlasse: so die in Teilen erhaltenen gebliebenen und in der Bibliotheca Apostolica Vaticana verwahrten Fragmenta Vaticana aus dem Jahr 320. Das Christentum war bereits Staatsreligion geworden, als um die Wende zum 5. Jahrhundert die in der Collatio enthaltenen Kaiserkonstitutionen veröffentlicht wurden. Möglicherweise zeitgleich erschien der Codex Theodosianus. Theodosius II. unternahm als erster den Versuch einen Gesamtüberblick über das seit Alters her wirkende römische Recht zu verschaffen.[130]

Tatsächlich gelang dies dann unter Justinian I. Der Kaiser schuf zwei grundlegende Rechtslehrbücher, zum einen die auf den klassischen Institutiones Gai aufbauenden Institutiones für Anfänger, zum anderen die Digesten, welche vornehmlich dem Rechtsunterricht für Fortgeschrittene galten. Hinter diese beiden Bücher gliederte er den bereits erwähnten Codex Iustinianus und abschließend seine persönlichen Kaisererlasse, die Novellae. Letztere, offiziell nicht kompiliert, fanden sich in wahrscheinlich etwas später erst verfassten Privatsammlungen wieder, vorrangig im Authenticum. Soweit sie nicht bereits in Latein urverfasst worden waren, finden sich darin „Wort für Wort“ (kata-poda) aus dem Griechischen übersetzte Novellen, 134 an der Zahl. Beachtung verdient noch die Epitome Iuliani, eine Einführungsvorlesung des Rechtslehrers (antecessor) Julian zu einer Sammlung mit 124 Novellen. Alle seit Diokletian erwähnten Gesetzeswerke, die teils durch ihre historisch bedingten Leitfunktionen in den späteren Werken aufgegangen waren, fanden Einlass im Corpus iuris civilis.

Magistrate und Senat in der Spätantike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den Herrschern der Spätantike bestanden die klassischen republikanischen Ämter des cursus honorum, Konsulat (erhalten bis 542 n. Chr.) Praetur und Volkstribunat zwar fort, ihre Bedeutung erschöpfte sich jedoch in bloßem Formalismus. Macht ging nicht mehr von ihnen aus.

Mommsen schrieb dem Prinzipat noch Züge eines dyarchischen Nebeneinanders von Senat und Kaiser zu.[131] Die neuere Forschung hält ihm zugute, dass er, wie sie selbst, über einen gleichzeitigen Auftritt von Kaiser, Magistratur und Senat irritiert war, zumal erschwerend noch die republikanische Rhetorik fortbestand. Gleichwohl wird heute attestiert, dass der Senat kein gleichwertiges Gegengewicht mehr zum Kaiser abgegeben habe. Dass ihm die hoheitliche Verwaltung der befriedeten Provinzen noch zugestanden war, habe ihn nicht von seiner Mitverantwortung entbunden, im Übergang von Republik zur frühen Kaiserzeit Unfähigkeit, Auswege aus der politischen Misere zu finden, aufgezeigt zu haben.[132] Sicherlich geschickt von Augustus eingefädelt, war dem Senat echte Partizipation an der Macht zunehmend verwehrt, bis zum Beginn der Spätantike kaum mehr institutionelle Reputation übrig war.

Auch das Volk hatte keine institutionelle Basis mehr. Der Spruchkörper der Komitien, der einst wichtige Rechtspolitik betrieben hatte, war verschwunden. Übriggeblieben waren vereinzelte Gremien, die im Interesse der Stände Provinzialpolitik betrieben. Die wirksamsten Auftritte hatte das Volk gerade mal noch als Menge an Köpfen, als „Volksmasse“. In Zirkusparteien organisiert, standen die Menschen aller sozialen Schichten dem Kaiser im Circus gegenüber und der Kaiser konnte Stimmungen in ihren Reihen wahr- und aufnehmen. Beschrieben wird, dass dem Volk in der Spätantike eine zeremonielle Rolle zugeschrieben war, die darin lag, dass der Kaiser mit Forderungen verknüpfte Akklamationen erfuhr,[133] die ihn bei Missachtung einer latenten Gefahr aussetzten, Schmähungen zu erfahren (Nika-Aufstand). Soweit also zugestanden werden kann, dass das Wohlverhalten des Volkes einen Teil der kaiserlichen Legitimation ausmachte, muss gleichwohl konstatiert werden, dass dem demokratischen Prinzip kein Verfassungsrang mehr zukam, uneingedenk einer Rhetorik, wonach der Kaiser dem Volk „verpflichtet“ blieb.[134][135]

Politik wurde allein im Umfeld des Kaisers gemacht. Der Senat verstand es im oströmisch geprägten 4. Jahrhundert dabei eine Rolle zu spielen, die bedeutender war als die während des Prinzipats: Über die Wahrung eigener Standesinteressen hinaus war er in die kaiserliche Politik und Verwaltung eingebunden.[136] De facto repräsentierte er eine elitäre Versammlung von aktiven und ehemals aktiven höchsten kaiserlichen Beamten. Mommsen-Forscher Stefan Rebenich beschreibt ein Selbstbild des Senats als „besseren Teil der Menschheit“ (pars melior humani generis).[137][138] Aber trotz seines hohen Sozialprestiges war der Senat sehr inhomogen. Er teilte sich auf in senatores clarissimi, spectabiles und illustres. Dadurch war der Zugang zum mittlerweile vererbbaren Senatorenamt deutlich erleichtert. Die strukturelle Entwertung unterstützte letztlich nur den Niedergang des Senats. Die Zugehörigkeit zum ordo senatorius verlor an Exklusivität. Die Kaiser bedurften seiner Anerkennung nicht mehr und die Gesetzgebungskompetenz verlor sich in der Bedeutungslosigkeit. Kompetenzen verblieben ihm allein zur Regelung seiner traditionellen Ständeordnung.[136] Möglicherweise ist der Bericht der Historia Augusta nicht authentisch, aber er liefert einen spätantiken Nachweis darüber, dass sich der Senat noch in dieser Zeit als Hüter der res publica verstand.[139] Waren Standesgenossen des Hochverrats anzuklagen, verblieb dem Senat das Privileg, über sie zu richten.

Ab der Mitte des 5. Jahrhunderts wurde es möglich, dass Senatoren im Westen des Reichs selbst in die Kaiserrolle treten konnten. Dies war ihnen durch ihre soziale Stellung ermöglicht. Einst Senatoren waren die Kaiser Petronius Maximus, Avitus und Olybrius. Alle regierten sie allerdings glücklos.[136] Der Stand der Ritter verschwand während der Spätantike gänzlich von der Bildfläche.

Beamtenapparat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diokletian ging als bedeutender Verwaltungsreformer in die Geschichte ein. Die seiner zentralisierten Regierungsgewalt unterstellten Behörden wurden mit einem Apparat ausgestattet, den der Historiker Mommsen als eine angeblich umfassende gesellschaftliche Zwangsordnung beschrieb. Sowohl die aus domus hergeleitete Begrifflichkeit des „Dominats“ (etwa 4. bis 6. Jahrhundert n. Chr.), wie dessen Bürokratiestruktur als Zwangsordnung, sind heute sehr streitig oder werden in der neueren historischen Forschung als unzutreffend abgelehnt, weshalb vorherrschend der neutralere Begriff „Spätantike“ verwendet wird.[140]

In der neueren Forschung wird kritisiert, dass die ältere Forschung sich zu sehr auf formale Aspekte konzentrierte und die faktische Umsetzung der Herrschaftsordnung und deren Auswirkungen, die in den Quellen fassbar ist, zu wenig beachtete. In keinem neueren historischen Handbuch wird die Zwangsstaatthese, die bis in die 1970er Jahre recht verbreitet war, noch vertreten.[141] Mommsens einflussreiche, jedoch zeitgebundene Beurteilung des spätrömischen Reiches, wird mittlerweile abgelehnt.[142] Alexander Demandt urteilte, dass der „sogenannte antike Zwangsstaat (…) ein Wahngebilde von Forschern“ sei, „die gesetzliche Bestimmungen mit historischen Tatsachen verwechseln“.[143]

Geleugnet wird nicht, dass in formaler Hinsicht der Anspruch bestand die Untertanen zu reglementieren. Auch gliederte Diokletian die Militär- und Zivilverwaltung rechtlich auf und beide wurden durch eine eigene geheime Staatspolizei (agentes in rebus) flankiert. Daraus leitet sich aber ebenso wenig eine Zwangsverwaltung ab wie bei Konstantin, dessen in Diözesen untergliederter Präfekturbetrieb das Maß einer moderater „Bürokratisierung“ kaum überschritten haben sollte. Die behördlichen Karrierechancen hatten sich sogar eher verbessert, selbst das Amt des Kaisers konnte angestrebt werden, ablesbar am Aufstieg des einfachen Bauernsohnes Justin I.. Festzuhalten ist am ehesten, dass der Einfluss der Heermeister einerseits und der wachsenden Kirche andererseits begonnen hatten, das Bewusstsein der Menschen grundlegend zu verändern. Dies lässt sich in allen Klassenschichten nachzeichnen. Letztlich wurde sogar die kaiserliche Machtausübung eingeschränkt.

Die „zentralisierte Hofgewalt“ äußerte sich in einem großen Beamtenkörper.[144] Zu den wichtigsten Funktionären zählten die des magister officiorum, zuständig für alle kaiserlichen Kanzleien, insbesondere als Vorstand der mit Rechtsangelegenheiten betrauten „scrinia memoriae, epistularum“ und „libellorum“. Diese befehligten außerdem die Palastgarde und die Staatspolizei. Weitere wichtige Funktionen übte der quaestor sacri palatii aus, der Gesetze und andere Anordnungen vorbereitete. Der „comes sacrarum largitionum“, verwaltete den Staatsschatz (Fiskus) und dem „comes rerum privatarum“ unterstand die kaiserliche Domänenverwaltung. Diese vier Ressortköpfe gehörten zusammen mit anderen hochrangigen Beamten und Offizieren dem kaiserlichen Staatsrat an, der nunmehr „consistorium“ (vormals: „consilium“) hieß. Später kam der umfassende Aufgabenbereich des Hofkämmerers („praepositus sacri cubiculi“) hinzu, der die gesamte Hofverwaltung verantwortete.

Unweigerlich musste der Verwaltungsapparat einen Machtfaktor im politischen System darstellen. Es liegt dann auch nicht fern, dass ein Kaisergesetz, das den Namen des Kaisers trug, nicht zwingend dessen Eigenleistung gewesen sein musste, so jedenfalls ausweislich CJ 1.14.8. Das wiederum eröffnet die Frage, ob die stattdessen für den Gesetzeserlass verantwortliche Verwaltungsspitze sich überhaupt in noch ihrem normativen Rahmen bewegte. Eine Kompetenzüberschreitung wäre es zumindest gewesen, wenn neben Verwaltungs-, Regierungsgeschäfte durch die hohen Beamten wahrgenommen worden wären.[145]

Das Reich war zudem in vier übergeordnete Verwaltungsgebiete unterteilt: Oriens, Illyricum, Italia und Gallia. Unter Konstantin wurden sie von Prätorianerpräfekten als Stellvertreter des Kaisers geleitet. Die Präfekturen wurden in 14, später 12 Finanzverwaltungen gegliedert, die von vicarii verwaltet wurden und die die Appellationsgerichtsbarkeit (entspricht Rechtsbehelfsverfahren) ausübten. Ihrer Aufsicht unterstanden zunächst 98, später 117 Provinzen sowie deren Statthalter, die praesides oder correctores.

Lenkung von Gesellschaft und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kopie (Abguss) eines in Aizanoi gefundenen Bruchstückes des Höchstpreisedikts im Pergamonmuseum Berlin aus dem Bestand des Berliner Münzkabinetts

Seit Caracallas Constitutio Antoniniana teilte sich die Gesellschaft nicht mehr in Bürger und Nicht-Bürger auf. Stattdessen: wenige Bürger, denen hohe (wirtschaftliche) Autorität oder Reputation zuteil war, grenzten sich von den gewöhnlichen Bürgern ab. Den „honestiores/potentes“ standen die „humiliores“ gegenüber. Auswirkungen hatte dies nachweislich in Strafverfahren, denn der einfache Bürger hatte deutlich empfindlichere Strafen zu erwarten.[146] Privates Vermögen lag in den Händen einer relativ kleinen Oberschicht. Die Kurialen, lokale Aristokratie, verloren sich zunehmend unter den fiskalischen Lasten. Der zunehmende Entzug ökonomischer Grundlagen machte der Oberschicht im westlichen wie im östlichen Teil des Reiches schwer zu schaffen, bis sie im Westen im 6., im Osten dann im 7. Jahrhundert verschwand. Geldknappheit plagte beide Teile des Reichs. Trotz vieler Maßnahmen, vermochte es bereits Diokletian nicht, den aus der Krisenzeit herrührenden Wirtschaftsverfall aufzuhalten. Ein Steuerreformgesetz, das Capitatio-Iugatio, ging mit seinem Verteilungsgrundsatz nach Leistungsfähigkeit nicht auf, die Inflationsbekämpfung mittels Münzreform blieb wirkungslos und die an die Münzreform gekoppelten Preiskontrollen, insbesondere das Höchstpreisedikt von 301 n. Chr. scheiterten.[147] Selbst die Abwertung der Währung zur Erstellung der Wettbewerbsfähigkeit, führten nicht zum avisierten Ziel. Die niederen Berufsfelder wurden von den öffentlichen Lasten nahezu erdrückt.

Die Beamten, Soldaten, Handwerker und das Bauerntum waren zum Erhalt der Ertragskraft als erbliche Stände organisiert. Berufs- und Standeswechsel wurden mit hohen Strafen bedroht. Zwangsordnungen in der Landwirtschaft führten zu halbfreien Kolonaten. Die Kleinpächter gerieten in vollständige Abhängigkeit von den Großgrundbesitzern, an der zusätzlich der Verlust der Freizügigkeit hing. Als glebae adscripti[148] („an die Erdscholle Gebundene“) wurden sie gleich Sachen und konnten mit dem Grundstück zusammen veräußert und vindiziert werden. Wie bedeutend die Rolle der Sklaven in der Spätantike noch war, ist in der Forschung umstritten, zumindest war sie rückläufig.[149]

Trotz gesetzlicher Beschränkungen waren die reellen, in den Quellen fassbaren Auswirkungen auf die Gesellschaft wohl weniger dramatisch, als in der älteren Forschung oft angenommen. So kannte die gesamte Antike „keine individuellen Freiheiten vom Staat, sondern nur Privilegien einzelner Gruppen im Staat“.[150] Die gesellschaftliche Mobilität war in der Spätantike zudem sehr hoch; in der neueren Forschung wird sie als die höchste in der gesamten römischen Geschichte angesehen.[151]

Niedergang der Reiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die große politische Schwäche, mitursächlich seinerzeit für den Niedergang des Prinzipats, sollte sich nach Auffassung der kaiserlichen Obrigkeit nicht wiederholen, die Prätendentenproblematik. Um für ordentliche Nachfolgeordnung zu sorgen, versuchte Diokletian die Tetrarchie einzuführen. Dazu ernannte er Maximian zu seinem Mitregenten dem er nur an auctoritas (Würde, Autorität) überlegen war. Beide bestimmen einen Nachfolger für sich, den sie zu ihrem Mitregenten (Caesar) ernannten. Jeder der vier Herrscher erhielt einen Reichsteil zugeteilt. Die Regelung erwies sich als unpraktikabel und bereitete die Reichsteilung in Ost und West vor, vollzogen 337 n. Chr. von Kaiser Konstantin dem Großen und dessen Söhnen. Verbunden waren beide Reiche durch eine gemeinsame Gesetzgebung, bis die Kaiser Arcadius und Honorius, Söhne des nochmals kurzzeitig reichseinenden Kaiser Theodosius I., 395 n. Chr., die völlige Trennung der Reichshälften verfügten. Nachdem Byzanz 326 n. Chr. unter Kaiser Konstantin als Konstantinopel zur kaiserlichen Residenzstadt geworden war, bedeutete dies im Rückblick auf Diokletians Politik, dass die von ihm beabsichtigte Wiederbelebung der klassischen römischen Kultur ebenfalls gescheitert war.

Unter der germanischen Völkerwanderung brach das weströmische Reich schließlich zusammen. 476 n. Chr. setzte Skirenfürst Odoaker den weströmischen Kaiser Romulus Augustulus ab, wohingegen Ostrom einen nachhaltigen kulturellen wie wirtschaftlichen Aufschwung erlebte, der die Regierungsgeschäfte Kaiser Justinian I. beflügelte. Zwischenzeitlich wurde die westliche Reichshälfte wiedergewonnen. Das byzantinische Reich bestand bis zur Eroberung Konstantinopels durch die Türken im Jahr 1453 fort.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römische Königszeit
  • Andreas Alföldi: Das frühe Rom und die Latiner. Aus dem Englischen übersetzt von Frank Kolb. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1977, ISBN 3-534-07538-2, S. 271; Kapitel Die Landbezirke innerhalb und außerhalb der sakralen Grenze des ager Romanus. S. 269–282; (Karte S. 264).
  • Franz Bernhöft: Staat und Recht der römischen Königszeit im Verhältnis zu verwandten Rechten., Nachdruck der Ausgabe Stuttgart, Enke 1882, Verlag B. R. Grüner, Amsterdam 1968, S. 1–16. (Behandelter Gegenstand: Römisches Recht; Geschichte 700 v. Chr.-500 v. Chr.).
  • Jochen Bleicken: Gesammelte Schriften. Teilband 1: Griechische Geschichte. Römische Geschichte (Anfang). Steiner, Stuttgart 1998, ISBN 3-515-07241-1, S. 281–300 (284).
Römische Republik
  • Jochen Bleicken: Die Nobilität der römischen Republik. In: Gymnasium. 88, 1981, S. 236–253.
  • Jochen Bleicken: Die Verfassung der Römischen Republik. (= UTB. 460). 7. Auflage Schöningh, Paderborn 1995, S. 105 ff.
  • Jochen Bleicken: Das römische Volkstribunat. In: Chiron. 11, 1981, S. 93.
  • Robert Bunse: Die Chancenverteilung zwischen Patriziern und Plebejern in den comitia consularia. (PDF; 159 kB). In: Göttinger Forum für Altertumswissenschaft. Nr. 8, 2005.
  • Klaus Bringmann: Geschichte der Römischen Republik. Von den Anfängen bis Augustus. Verlag C.H.Beck, München 2002, ISBN 3-406-49292-4.
  • Herbert Grziwotz: Der moderne Verfassungsbegriff und die „Römische Verfassung“ in der deutschen Forschung des 19. und 20. Jahrhunderts; (= Rechtshistorische Reihe. Band 51). (Zugleich: München, Dissertation, 1985). Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 1986, ISBN 3-8204-8816-2, S. 341–356 (hier: S. 348 f.) und S. 285–338 (hier: S. 287 ff). (Behandelter Gegenstand: Römisches Reich, Staatsrecht und Geschichte von 500 v. Chr.–27 v. Chr.; Rezeption; Geschichte 1800–1980).
  • Christian Meier: Res publica amissa: eine Studie zu Verfassung und Geschichte der späten römischen Republik, 4. Auflage, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-515-11642-8. (Behandelter Gegenstand: Römisches Reich; Verfassung, Geschichte 91. v. Chr.-60 v. Chr.).
  • Gerhard Plaumann: Das sogenannte Senatus consultum ultimum, die Quasidiktatur der späteren römischen Republik. In: Klio. Band 13, 1913, S. 321–386.
  • Polybios: Die Verfassung der römischen Republik. Historien, VI. Buch. Übersetzt und herausgegeben von Karl-Friedrich Eisen und Kai Brodersen. Reclam, Stuttgart 2012 (Reclams Universal-Bibliothek 19012), ISBN 978-3-15-019012-8. (Behandelter Gegenstand: Verfassungsgeschichte von 220–168 v. Chr.)
Römische Kaiserzeit
  • Karl Christ: Geschichte der Römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin. 6. Auflage. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59613-1. (mit aktualisierter Bibliographie)
  • Christian Gizewski: Zur Normativität und Struktur der Verfassungsverhältnisse in der späteren römischen Kaiserzeit. (= Münchener Beiträge zur Papyrusforschung und antiken Rechtsgeschichte. Heft 81). Habilitation. Beck, München 1988, ISBN 3-406-32437-1, Kapitel A, S. 1–35 (hier: S. 1–3). (Behandelter Gegenstand: Römisches Reich; Verfassung; Geschichte 250-550 n. Chr.)
  • Ernst von Herzog: Geschichte und System der römischen Staatsverfassung. Die Kaiserzeit von der Diktatur Cäsars bis zum Regierungsantritt Diokletians, Titel: R 1; Geschichtliche Übersicht, Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1887, Scientia Verlag Aalen 1965.
  • Ernst von Herzog: Geschichte und System der römischen Staatsverfassung. Die Kaiserzeit von der Diktatur Cäsars bis zum Regierungsantritt Diokletians, Titel: R 2; System der Verfassung der Kaiserzeit, Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1891, Scientia Verlag Aalen 1965.
  • Michael Stahl: Imperiale Herrschaft und provinziale Stadt: Strukturprobleme der römischen Reichsorganisation im 1. – 3. Jh. der Kaiserzeit, (= Schriftenreihe: Hypomnemata: Untersuchungen zur Antike und zu ihrem Nachleben), Vandenhoeck Ruprecht, 1978, (Zugleich: Technische Universität Berlin, Dissertation, 1975), ISBN 3-525-25147-5. (Behandelter Gegenstand: Verfassung, Geschichte von 1–300).
Spätantike
  • Alexander Baumann: Freiheitsbeschränkungen der Dekurionen in der Spätantike. (= Schriftenreihe: Sklaverei – Knechtschaft – Zwangsarbeit: Untersuchungen zur Sozial-, Rechts- und Kulturgeschichte), Hildesheim, Zürich, New York, Olms 2005, (zugleich Universität, Dissertation, Trier 2013), ISSN 1860-9317.
  • Marie Theres Fögen: Die Enteignung der Wahrsager. Studien zum kaiserlichen Wissensmonopol in der Spätantike. (Zugleich Universität Frankfurt am Main, Habilitationsschtrift, 1992/93), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993. ISBN 3-518-58155-4.
  • Wolfgang Kaiser: Authentizität und Geltung spätantiker Kaisergesetze: Studien zu den "Sacra privilegia concilii Vizaceni", Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-55121-5.
  • Mischa Meier: Das späte Römische Kaiserreich ein 'Zwangsstaat'? Anmerkungen zu einer Forschungskontroverse. In: Dariusz Brodka u. a. (Hrsg.): Freedom and its limits in the Ancient World. Proceedings of a colloquium held at the Jagiellonian University Kraków. (= Electrum. 9). Krakau 2003, S. 193–213.
  • Karl Leo Noethlichs: Beamtentum und Dienstvergehen: zur Staatsverwaltung in der Spätantike, (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Habilitationschrift, 1980 – unter dem Titel: Militia und Subreptio), Steiner, Wiesbaden 1981, ISBN 3-515-03424-2.
  • Wolfgang Sellert (Hrsg.): Das Gesetz in Spätantike und frühem Mittelalter. (= Schriftenreihe: Symposion der Kommission Die Funktion des Gesetzes in Geschichte und Gegenwart / Akademie der Wissenschaften in Göttingen), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1992, ISBN 3-525-82483-1.
  • Christoph F. Wetzler: Rechtsstaat und Absolutismus: Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand von CJ 1.14.8, (= Freiburger rechtsgeschichtliche Abhandlungen). Zugleich: Universität, Dissertation, Freiburg (Breisgau), 1995/96. Duncker und Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-08968-5.
  • Franz Wieacker: Recht und Gesellschaft in der Spätantike, Kohlhammer, Stuttgart 1964, (Schriftenreihe: Urban Taschenbücher; 74). Recht, Gesellschaft, Spätantike: Geschichte 284-600 n. Chr.
Überblicks- und Privatrechtswerke mit staats- und verfassungsrechtlichen Einlassungen
  • Heinz Bellen: Grundzüge der Römischen Geschichte. dreiteiliges Werk, 2. Auflage. Veröffentlichung: Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1995, ISBN 3-534-02726-4, Teil 1: Von der Königszeit bis zum Übergang der Republik in den Prinzipat, 3. Auflage 2016 (hieraus: S. 5–14 (11)); daneben: Teil 2: Die Kaiserzeit von Augustus bis Diocletian: Grundzüge der römischen Geschichte; 2003. Teil 3: Die Spätantike von Constantin bis Justinian, 2. Auflage 2016.
  • Susanne Hähnchen: Rechtsgeschichte. Von der Römischen Antike bis zur Neuzeit. 4. Auflage. C.F. Müller Verlag, Heidelberg u. a. 2012, ISBN 978-3-8114-9842-6, S. 13.
  • Jan Dirk Harke: Römisches Recht, (Von der klassischen Zeit bis zu den modernen Kodifikationen). Verlag C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57405-4, S. 6.
  • Herbert Hausmaninger, Walter Selb: Römisches Privatrecht. (= Böhlau-Studien-Bücher). Böhlau Verlag, Wien 1981, ISBN 3-205-07171-9, S. 4–16. (9. Aufl. 2001)
  • Ernst von Herzog: Geschichte und System der römischen Staatsverfassung (Königszeit und Republik). Band 1, Abt. 2: System der republikanischen Staatsverfassung. Neudruck der Ausgabe Leipzig 1884. Scienta Verlag, Aalen 1965, S. 579 f. (hier: S. 579)
  • Heinrich Honsell: Römisches Recht. Schriftenreihe: Springer-Lehrbuch, 8. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg 2015, ISBN 978-3-662-45869-3, S. 3–18.
  • Max Kaser: Römische Rechtsgeschichte. 2. Auflage. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1967, S. 41–45, 88, 103. (Digitalisat)
  • Max Kaser, Rolf Knütel: Römisches Privatrecht. Ein Studienbuch. 19. Auflage. Verlag C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57623-2, S. 2 ff.
  • Wolfgang Kunkel, Martin Schermaier: Römische Rechtsgeschichte. 13. Auflage. Böhlau, Köln u. a. 2001, ISBN 3-8252-2225-X, S. 21, 27–30, 91, 110–111.
  • Ulrich Manthe: Geschichte des römischen Rechts. (= Schriftenreihe: C.H. Beck Wissen; 2132). C.H. Beck, München 2016, ISBN 3-406-44732-5, S. 11–13; 36–40.
  • Johannes Michael Rainer: Römisches Staatsrecht, Republik und Prinzipat. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-11544-9 (Behandelter Gegenstand: Römisches Recht; Staatsrecht; Constitutional; Rome; Politics and government).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jochen Bleicken: Verfassungs- und Sozialgeschichte des Römischen Kaiserreiches, Band 1, Paderborn [u. a.]: Schoeningh, 1989, Einleitung, S. 9–16. Als Ereignisse werden genannt: 375 (Hunnensturm); 395 (Reichsteilung in West und Ost); 476 Sturz des Romulus Augustulus durch den Skiren Odoaker; als spätestes sogar die Eroberung von Konstantinopel (1453).
  2. Jochen Bleicken: Die Nobilität der römischen Republik. In: Gymnasium 88, 1981, S. 236–253.
  3. Jan Dirk Harke: Römisches Recht, (Von der klassischen Zeit bis zu den modernen Kodifikationen), Verlag C.H. Beck, München 2008, S. 6.
  4. Jochen Bleicken: Die Verfassung der Römischen Republik. (= UTB. 460). 7. Auflage. Schöningh, Paderborn 1995, S. 105 ff.
  5. Kaser/Knütel: Römisches Privatrecht. Ein Studienbuch. 19. Auflage. Verlag C.H. Beck, München 2008, S. 2 ff.
  6. Instruktive Beiträge zum Gewohnheitsrecht: Siegfried Brie: Die Lehre vom Gewohnheitsrecht. Eine historisch-dogmatische Untersuchung. M. & H. Marcus, Breslau 1899 (Neuauflage, Minerva, Frankfurt am Main 1968); Wolfgang Kunkel: Kleine Schriften, 1974, S. 367 ff.; Franz Wieacker: Römische Rechtsgeschichte, Band I, 1988, S. 499 ff. Die Existenz eines Gewohnheitsrechts wird von diversen Autoren bestritten, so insbesondere von: Werner Flume: Gewohnheitsrecht und römisches Recht, Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften, (Vorträge G 201), 1975.
  7. Heinrich Honsell: Römisches Recht. 5. Auflage, Springer, Zürich 2001, S. 3–18.
  8. a b c d e f g h i j k Herbert Hausmaninger, Walter Selb: Römisches Privatrecht. (= Böhlau-Studien-Bücher). Böhlau, 9. Auflage, Wien 2001, ISBN 3-205-07171-9, S. 3–16.
  9. a b c d Franz Bernhöft: Staat und Recht der römischen Königszeit im Verhältnis zu verwandten Rechten, Verlag B. R. Grüner, Amsterdam 1968, S. 1–16.
  10. Titus Livius: Römische Geschichte. Lateinisch–deutsch (= Sammlung Tusculum). Hrsg. von Hans Jürgen Hillen und Josef Feix. Wiss. Buchgesellschaft, Darmstadt 1974–2000.
  11. Gottfried Jakob Schaller, Adolph Heinrich Christian (Übersetzer): Dionysius von Halikarnaß: Urgeschichte der Römer. Zwölf Bändchen, Stuttgart 1827–1849.
  12. Titus Livius 1, 44; 2, 40.
  13. Susanne Hähnchen: Rechtsgeschichte. Von der Römischen Antike bis zur Neuzeit. 4. Auflage. C. F. Müller, Heidelberg u. a. 2012, S. 13.
  14. Hans Jürgen Hillen: Die Geschichte Roms. Römische und griechische Historiker berichten. Textauswahl von Hans Jürgen Hillen, mit Einleitungstexten von Gerhard Fink. Artemis & Winkler, Düsseldorf, Zürich, 2006, ISBN 978-3-538-07235-0, Einführung S. 594.
  15. Theodor Mommsen: Römisches Staatsrecht 3. (Handbuch der römischen Alterthümer II/1, Leipzig 1887), S. 14.
  16. Titus Livius 1, 48, 2.
  17. Titus Livius 1, 48, 8.
  18. Titus Livius 1, 40, 2.
  19. Wolfgang Kunkel, Zum Römischen Königtum. In: Ius et lex. Festgabe zum 70. Geburtstag von Max Gutzwiller (hrsg. von der Juristischen Fakultät der Universität Freiburg (Basel 1959)), S. 17; ihm folgend Roland Wittmann: Rezension zu Vincenzo Mannino, L'autoritas patrum, ZRG RA 100 (1983), S. 574.
  20. Titus Livius 1, 7, 1; Dionysios von Halikarnassos 1, 86.
  21. Titus Livius 1, 18, 6-10.
  22. Titus Livius 1, 22, 1 und 1, 32, 1.
  23. Dionysios von Halikarnassos 2, 60 (Numa Pompilius); 3, 1 (Tullus Hostilius); 3, 37 (Ancus Marcius).
  24. Titus Livius 1, 34, 8 und 1, 39, 1; Dionysius von Halikarnassos 3, 47 und 4, 2.
  25. Thomas Olechowski: Das römische Königtum Rnr. 14.
  26. So beispielsweise Verurteilungen aus crimen incesti-Tatbeständen
  27. a b c d e f g h i j k Ulrich Manthe: Geschichte des römischen Rechts (= Beck’sche Reihe. 2132). Beck, München 2000, S. 11–13.
  28. Beispielsweise Ovid, Tristia 3,1,30; Fasti 6,263 f.; Plutarch, Numa 14.
  29. Humboldt-Universität Berlin: Juristische Fakultät, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozess- und Insolvenzrecht sowie Römisches Recht (online)
  30. Vinzenz Buchheit: Plutarch, Cicero und Livius über die Humanisierung Roms durch König Numa. In: Symbolae Osloenses. 66, Nr. 1, 2008, S. 71–96.
  31. Vergil, Aeneis 6,808–813; Zu Plutarchs Numa-Bild, Renate Zoepffel: Hadrian und Numa. In: Chiron. 8, 1978, S. 391–427, (405–407).
  32. Frank Frost Abbott: A History and Description of Roman Political Institutions. Elibron Classics, 1901, ISBN 0-543-92749-0, S. 1–17 (hier: S. 1, 10 und 15 ff.)
  33. a b Heinz Bellen: Grundzüge der Römischen Geschichte. dreiteiliges Werk, 2. Auflage, Darmstadt 1995, ISBN 3-534-02726-4, S. 5–14 (hier: S. 11).
  34. Titus Livius Ab urbe condita Kap. 58–60.
  35. Vergleiche: Georg Wissowa: Religion und Kultus der Römer, S. 103; Thomas Olechowski: Das römische Königtum, Rnr. 22 f.
  36. Georg Wissowa: Religion und Kultus der Römer, S. 510.
  37. Georg Wissowa: Religion und Kultus der Römer, S. 505; Heinrich Siber: Römisches Verfassungsrecht in geschichtlicher Entwicklung, 1952, S. 155.
  38. Theodor Mommsen: Staatsrecht, S. 15 Fn. 5.
  39. Titus Livius 1, 17, 6.
  40. Dionysios von Halikarnassos 3, 63; Titus Livius 30, 15, 11.
  41. Ernst von Herzog: Geschichte und System der römischen Staatsverfassung (Königszeit und Republik), Band 1, Abt. 2: System der republikanischen Staatsverfassung. Neudruck der Ausgabe Leipzig 1884. Scienta Verlag, Aalen 1965, S. 579 f. (hier: S. 579).
  42. Ein häufig zitiertes Beispiel, das die Prozessniederlage eines Klägers damit herleitet, dass er den Schaden für abgeschlagene „Weinstöcke“ einklagte, statt „Bäume“ anzuführen. In: Gaius, institutiones 4,11.
  43. Pomponius: Dig. 49,15,5 pr.1 f.
  44. Karl-Heinz Ziegler: Zum Völkerrecht in der römischen Antike. In: Iurisprudentia universalis: Festschrift für Theo Mayer-Maly. 2002, S. 933–944.
  45. a b c Helmut Coing: Zum Einfluß der Philosophie des Aristoteles auf die Entwicklung des römischen Rechts. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. 1952 – degruyter.com, S. 26–33. (online).
  46. M. Tullius Cicero, Topica, A. S. Wilkins, Ed. Chapter 3 ff.
  47. Jochen Bleicken: Staat und Recht in der römischen Republik (1978). In: Jochen Bleicken: Gesammelte Schriften. Teilband 1: Griechische Geschichte. Römische Geschichte (Anfang). Steiner, Stuttgart 1998, S. 281–300 (284).
  48. Christoph F. Wetzler: Rechtsstaat und Absolutismus: Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand von CJ 1.14.8, (= Freiburger rechtsgeschichtliche Abhandlungen). Zugleich: Universität, Dissertation, Freiburg (Breisgau), 1995/96. Duncker und Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-08968-5, S. 73–79.
  49. Titus Livius, Ab urbe condita 7, 3, 5: Lex vetusta est (…) ut, qui praetor maximus sit, idibus Septembribus clavum pangat. („Es gibt ein altes Gesetz (…), dass der praetor maximus an den Iden des September einen Nagel [ergänze: im Jupitertempel] einschlagen soll.“)
  50. Jochen Bleicken: Das römische Volkstribunat. In: Chiron 11, 1981, S. 93.
  51. Titus Livius, Ab urbe condita 3, 55, 12: (…) iis temporibus nondum consulem iudicem, sed praetorem appellari mos fuerit. („Damals nannte man den Richter noch nicht consul, sondern praetor.“)
  52. Detlef Liebs: Römisches Recht. Ein Studienbuch. (= UTB. 465). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1975, S. 37 f.
  53. Gaius: Institutiones, 2,256,3; 2,258,3; 2,259,6; 2,286a,5 (online)
  54. Theodor Mommsen: Römisches Staatsrecht, Band III, 2, 1887. (Nachdruck: Basel 1952, S. 1026)
  55. Joseph Rubino: Untersuchungen über römische Verfassung und Geschichte. 1. Teil: Über den Entwicklungsgang der römischen Verfassung bis zum Höhepunkte der Republik. Cassel 1839, S. 157 und 115 f.; Rubino führte die Bedeutung des Senats während der Zeit der Republik auf Rang und Ansehen der Könige zurück, weshalb er ihm lediglich eine unselbständige Stellung gegenüber der Magistratur zubilligt.
  56. Herbert Grziwotz: Der moderne Verfassungsbegriff und die „Römische Verfassung“ in der deutschen Forschung des 19. und 20. Jahrhunderts. (= Rechtshistorische Reihe. Band 51). Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 1986, ISBN 3-8204-8816-2, S. 341–356 (hier: S. 348 f.); Schlagwortartig wird der Senat identifiziert als: „der wirkliche Herrscher von Rom“ (Rostovtzeff); „der eigentliche Souverän der römischen Republik“ (Heuss) u.w.m.
  57. a b Wolfgang Kunkel: Magistratische Gewalt und Senatsherrschaft. In: ANRW. I, 2, 1972, S. 3–22 (hier: S. 9–13 und 20).
  58. Cicero: Pro Sest. 65, 137; Übersetzter Text: Unsere Vorfahren haben, als sie die Macht der Könige nicht mehr ertragen konnten, Jahr für Jahr Beamte gewählt mit der Maßgabe, dass ein ständiger Rat, der Senat den Staat leiten sollte, dass dieser Rat vom ganzen Volk beschickt werde und der Zugang zu diesem höchsten Stande allen Bürgern nach ihrem Fleiß und ihrer Tüchtigkeit offenstehe. Den Senat haben unsere Vorfahren zum Wächter, Beschützer und Verteidiger des Staatswesens bestimmt; sie wollten, dass sich die Amtsträger nach dem Willen dieses Standes richten und gleichsam die Diener dieses bedeutendsten Gremiums seien.
    Quelle Cicero: nosse discriptionem civitatis a maioribus nostri sapientisssime constitutam; qui cum regum potestatem non tulissent, ita magistratus annuos creaverunt et Consilium senatus rei publicae praeponerent sempiternum, deligerentur autem in id Consilium ab unsiverso populo aditusque in illum summum ordinem Omnium civium industriae ac virtuti pateret. Senatum rei publicae custodem, praesidem, propugnatorem conclaverunt; huius ordinis auctoritate uti magistratus et quasi ministros gravissimi consili esse voluerunt…
  59. Cicero: De rep. II 10, 17. „Haec egregia duo firmamenta rei publicae … auspicia et senatus“.
  60. Max Kaser: Souveränitätsbegriff im römischen Recht. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte RA 59, S. 710–724.
  61. Plutarch: Caius Gracchus, 14.1-2. (online)
  62. Titus Livius 2,21,7; vgl. Dionysios von Halikarnassos VII 64,6); historisch bestritten durch: Andreas Alföldi: Das frühe Rom und die Latiner. Aus dem Englischen übersetzt von Frank Kolb. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1977, S. 271; Kapitel Die Landbezirke innerhalb und außerhalb der sakralen Grenze des ager Romanus. S. 269–282; (Karte S. 264).
  63. Robert Bunse: In: Göttinger Forum für Altertumswissenschaft. Nr. 8, 2005. Die Chancenverteilung zwischen Patriziern und Plebejern in den comitia consularia. (PDF; 159 kB)
  64. Hans-Joachim Gehrke als Herausgeber mit Helmuth Schneider: Geschichte der Antike. Ein Studienbuch. Anhang: Republikanische Ämterlaufbahn (cursus honorum) zur Zeit Ciceros, J. B. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2000, ISBN 3-476-01455-X, S. 528.
  65. So wurden Luxusgesetze, Glücksspielverbote, Schenkungsbeschränkungen (lex Cincia, 204 v. Chr.), Vermächtnisregelungen (lex Furia testamentaria, 181 v. Chr.) und Erbeinsetzungen zugunsten von Frauen (lex Voconia, 169 v. Chr.) geschaffen, sowie Gesetze zu wirtschaftlichen Themenkreisen der Kredit-, Bürgschafts- und Wuchergesetzgebung.
  66. Die lex Aquilia, die das Schadensersatzrecht regelt, ist noch heute geltendes Recht in Südafrika; die Lex Falcidia, die das Erbrecht regelte, galt in Deutschland bis 1899, bevor 1900 das BGB eingeführt wurde (Manthe, S. 39).
  67. Titus Livius: ab urbe condita. Buch 21, 63, 3-4. (online); Anne Kolb: Die lex Claudia de nave senatorum (Zu den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Folgen und Hintergründen eines Gesetzes in der römischen Republik) (online)
  68. Karl Marx: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. 1857/8, (Rohentwurf). Berlin 1974, S. 400 ff.; Karl Christ: Römische Geschichte. Einführung, Quellenkunde, Bibliographie. 3. Auflage,. Darmstadt 1980, S. 197; Herbert Grziwotz: Der moderne Verfassungsbegriff und die „Römische Verfassung“ in der deutschen Forschung des 19. und 20. Jahrhunderts. (= Rechtshistorische Reihe. Band 51). Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 1986, ISBN 3-8204-8816-2, S. 285–338 (hier: S. 287 ff.)
  69. Henning Börm, Wolfgang Havener: Octavians Rechtsstellung im Januar 27 v. Chr. und das Problem der „Übertragung“ der res publica. In: Historia. Band 61, Nr. 2, 2012, S. 202–220 (Digitalisat).
  70. Jochen Bleicken: Verfassungs- und Sozialgeschichte des Römischen Kaiserreiches, Band 1, Paderborn [u. a.]: Schoeningh, 1989, S. 34–37.
  71. a b Christian Gizewski: Zur Normativität und Struktur der Verfassungsverhältnisse in der späteren römischen Kaiserzeit. (= Münchener Beiträge zur Papyrusforschung und antiken Rechtsgeschichte. Heft 81). Habilitation. Beck, München 1988, ISBN 3-406-32437-1, Kapitel A, S. 1–35 (hier: S. 1–3).
  72. Theodor Mommsen: Römisches Staatsrecht. Band 2, 2. Abt., Leipzig 1875, S. 791.
  73. Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Studienausgabe. 5., rev. Auflage. Besorgt von Johannes Winckelmann. Mohr, Tübingen 1972, S. 122 ff. (Nachdrucke 1976, 1980, 1985, 1990, 1995, 2002 und 2009)
  74. Egon Flaig: Den Kaiser herausfordern. Die Usurpation im Römischen Reich. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 1992, ISBN 3-593-34639-7, S. 182, weiterhin 176 f. und 201.
  75. Christoph F. Wetzler: Rechtsstaat und Absolutismus: Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand von CJ 1.14.8, (= Freiburger rechtsgeschichtliche Abhandlungen). Zugleich: Universität, Dissertation, Freiburg (Breisgau), 1995/96. Duncker und Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-08968-5, S. 30–33; vgl. aber auch: Creifelds (Rechtswörterbuch): „Staatsrecht“: Da die Grundlage des Staates (geschriebene und ungeschriebene) Verfassung bleibt, ist Staatsrecht weitgehend gleichbedeutend mit Verfassungsrecht.
  76. „In meinem sechsten und siebten Konsulat habe ich, nachdem ich die Flammen der Bürgerkriege gelöscht hatte und mit der einmütigen Zustimmung aller im Besitz der Allgewalt war, das Gemeinwesen aus meiner Machtbefugnis wieder der Ermessensfreiheit des Senats und des römischen Volkes überantwortet. Für dieses mein Verdienst wurde mir auf Beschluss des Senats der Name Augustus gegeben. Die Türpfosten meines Hauses wurden auf staatlichen Beschluss mit Lorbeer geschmückt, und ein Bürgerkranz wurde über meinem Tor angebracht. Ein goldener Schild wurde in der Curia Iulia aufgestellt, den mir der Senat und das römische Volk geweiht haben wegen meiner Tapferkeit und Milde, meiner Gerechtigkeit und Hingabe, wie es die Aufschrift auf diesem Schild bezeugt. Seit dieser Zeit überragte ich alle übrigen an auctoritas, an potestas aber besaß ich nicht mehr als die anderen, die auch ich im Amt jeweils zu Kollegen hatte“ (Res gest. div. Aug. 34).
  77. Augustus: Res gestae divi Augusti, 34: Über die Grundlage seiner Macht heißt es: „Nach dieser Zeit [27 v. Chr.] überragte ich an Ansehen/Einfluss [auctoritas] alle, an formaler Gewalt [potestas] besass ich jedoch nicht mehr als die anderen, die jeweils meine Kollegen im Amt waren“
  78. Cassius Dio 49, 15, 5 f. nennt die Unverletzlichkeit und das Sitzrecht als Ehrenrechte, Appian, Bürgerkriege 5, 132 hingegen und darauf aufbauend Orosius 6, 18, 4 sprechen von einer Verleihung der vollen Rechte durch den Senat.
  79. J. Michael Rainer: Römisches Staatsrecht, Republik und Prinzipat. Darmstadt 2006, S. 245 f.
  80. Werner Eck, Matthäus Heil (Hrsg.): Senatores populi Romani. Realität und mediale Präsentation einer Führungsschicht. Kolloquium der Prosopographia Imperii Romani vom 11.–13. Juni 2004. (= Heidelberger althistorische Beiträge und epigraphische Studien. 40). Steiner, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08684-6.
  81. a b c Christoph F. Wetzler: Rechtsstaat und Absolutismus: Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand von CJ 1.14.8, (= Freiburger rechtsgeschichtliche Abhandlungen). Zugleich: Universität, Dissertation, Freiburg (Breisgau), 1995/96. Duncker und Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-08968-5, S. 79–81.
  82. John Anthony Crook: Consilium principis. Imperial councils and counsellors from Augustus to Diocletian. Cambridge 1955, S. 148–190; Aloys Winterling: Aula Caesaris: Studien zur Institutionalisierung des römischen Kaiserhofes in der Zeit von Augustus bis Commodus (31 v. Chr. – 192 n. Chr.). Zugleich: Habilitationschrift Universität München 1992, Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-56195-2, S. 26 ff.
  83. Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus zu Konstantin. Beck, München 1988, ISBN 3-406-33327-3 (6. Auflage mit aktualisierter Bibliographie. ebenda 2009, ISBN 978-3-406-59613-1)(russische Übersetzung 1997), S. 281 f., 321, 431; Werner Dahlheim: Geschichte der Römischen Kaiserzeit (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Bd. 3). Oldenbourg, München 1984; 3., überarbeitete und erweiterte Auflage 2003, ISBN 3-486-49673-5, S. 38.
  84. Detlef Liebs: Die Jurisprudenz im spätantiken Italien (260–640 n.Chr.) (= Freiburger Rechtsgeschichtliche Abhandlungen. Neue Folge, Band 8). Duncker & Humblot, Berlin 1987, S. 106.
  85. Franz Wieacker, Joseph Georg Wolf (Hrsg.), Ulrich Manthe (Bibl.): Römische Rechtsgeschichte. Zweiter Abschnitt. Die Jurisprudenz vom frühen Prinzipat zum bis zum Ausgang der Antike im weströmischen Reich und die oströmische Rechtswissenschaft bis zur justinianischen Gesetzgebung, Verlag C.H. Beck, München 2006, S. 71 ff. (71).
  86. Christoph F. Wetzler: Rechtsstaat und Absolutismus: Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand von CJ 1.14.8, (= Freiburger rechtsgeschichtliche Abhandlungen). Zugleich: Universität, Dissertation, Freiburg (Breisgau), 1995/96. Duncker und Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-08968-5, S. 163–168 (165).
  87. Gaius, Institutiones Gai 1,4; später enthalten in Codex Iustinianus 1.14.3.
  88. Eine Liste von senatus consulta (SCC) ist enthalten in Richard J. A. Talbert: The Senate of Imerial Rome, Princeton, New York 1984, S. 438 ff.
  89. Wolfgang Ernst: Interzession. Vom Verbot der Fraueninterzession über die Sittenwidrigkeit von Angehörigenbürgschaften zum Schutz des Verbrauchers als Interzedeneten. In: Reinhard Zimmermann u. a. (Hrsg.): Rechtsgeschichte und Privatrechtsdogmatik. 1999, S. 395–430, hier 397 f.
  90. Gustav Dietzel: Das Senatus consultum Macedonianum. Eine civilistische Monographie. Hirzel, Leipzig 1856, (Digitalisat).
  91. Joseph Georg Wolf: Das Senatusconsultum Silanianum und die Senatsrede des C. Cassius Longinus aus dem Jahre 61 n. Chr., (vorgetragen am 17. Jan. 1987), Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse; 1988,2; ISBN 978-3-533-04023-1, S. 48 f.
  92. Christoph F. Wetzler: Rechtsstaat und Absolutismus: Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand von CJ 1.14.8, (= Freiburger rechtsgeschichtliche Abhandlungen). Zugleich: Universität, Dissertation, Freiburg (Breisgau), 1995/96. Duncker und Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-08968-5, S. 163–168.
  93. Jochen Bleicken: Senatsgericht und Kaisergericht. Eine Studie zur Entwicklung des Prozessrechts im frühen Prizipat, Göttingen 1962; Wolfgang Kunkel: Über die Entstehung des Senatsgerichts, in: Kleine Schriften. Zum römischen Strafverfahren und zur römischen Verfassungsgeschichte, Weimar 1974.
  94. J. Michael Rainer: Römisches Staatsrecht, Republik und Prinzipat. Darmstadt 2006, S. 241–245.
  95. Tacitus, Agricola 3, 1.
  96. clementia (Milde), iustitia (Gerechtigkeit), pietas (Frömmigkeit), virtus (militärische Tüchtigkeit) waren Leitbegriffe; moderatio (Mäßigung), comitas (Freundlichkeit), temperantia (Selbstbeherrschung), mansuetudo (Sanftmut), humanitas (Menschlichkeit), vor allem aber die civilitas als Qualität der Bürgerlichkeit schlechthin hatten hohen Stellenwert.
  97. Eusebius von Caesarea, Historia Ecclesiastica 8.4.
  98. Karl-Heinz Schwarte: Diokletians Christengesetz. In: E fontibus haurire. Beiträge zur römischen Geschichte und zu ihren Hilfswissenschaften. Schöningh, Paderborn 1994, ISBN 3-506-79058-7, S. 203–240.
  99. Alexander Demandt: Geschichte der Spätantike: das Römische Reich von Diocletian bis Justinian 284-565 n. Chr., 3. Auflage, C.H.Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-70032-3, S. 157 ff.
  100. Sueton, Augustus 34; Cassius Dio 54, 16.
  101. Cornelia Zäch: Die Majestätsprozesse unter Tiberius in der Darstellung des Tacitus. Dissertation, Zürich 1971. Siehe zuletzt: Steven H. Rutledge: Imperial inquisitions. Prosecutors and informants from Tiberius to Domitian. London 2001.
  102. Cassius Dio 72,6,1.
  103. Sueton: Claudius 15.
  104. D. McAlindon: Senatorial opposition to Claudius and Nero. In: American Journal of Philology. Nr. 77, 1956, S. 113–132; D. McAlindon: Senatorial advancement in the age of Claudius. In: Latomus. Nr. 16, 1957, S. 252–262; D. McAlindon: Claudius and the senator. In: American Journal of Philology. Nr. 78, 1957, S. 279–286.
  105. Sueton, Nero 15, 1.
  106. Tacitus, Annalen 13,4.; Tacitus, Annalen 14,51 f.
  107. Sueton, Galba 6, 3.
  108. Tacitus: Historiae 4, 3, 3.
  109. Fara Nasti: L’attività normativa di Severo Alessandro. Band 1: Politica di governo, riforme amministrative e giudiziarie, Napoli 2006, S. 19f.
  110. Cassius Dio: 79,9,5
  111. Beispiel eines Augustusedikts in Digesten 48.18.8 pr.
  112. Epistulae Nr. 72, 74 der Fontes Iuris Romani ante Iustiniani (FIRA) Pars Prima.
  113. Für Reskripte: Ulpian, libro primo institutionum, in Digesten 1.4.1; für Edikte und Dekrete: Gaius, Institutiones Gai, 1.5 (decreto vel edicto vel epistula).
  114. Fritz Schulz: Geschichte der römischen Rechtswissenschaft, Weimar 1961, S. 335–420
  115. Detlef Liebs: Die Jurisprudenz im spätantiken Italien (260-640 n.Chr.) (= Freiburger Rechtsgeschichtliche Abhandlungen. Neue Folge, Band 8). Duncker & Humblot, Berlin 1987, S. 283–287 (Zusammenfassung); W. E. Voß: Recht und Rhetorik in den Kaisergesetzen der Spätantike. Eine Untersuchung zum nachklassischen Kauf- und Übereignungsrecht, Frankfurt/Main, 1982, S. 31 f. (FN 107); Voß und Liebs wenden sich dabei gegen die als überholt empfunden Grundauffassungen bei Max Kaser und Ernst Levy
  116. Grundlegend ist nun Klaus-Peter Johne (Hrsg.): Die Zeit der Soldatenkaiser. 2 Bände. Berlin 2008.
  117. Marie Theres Fögen: Die Enteignung der Wahrsager. Studien zum kaiserlichen Wissensmonopol in der Spätantike. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-58155-4, S. 26 ff.
  118. CTh 16, 5, 3 ff.
  119. Matthew P. Canepa: The Two Eyes of the Earth. Art and Ritual of Kingship between Rome and Sasanian Iran. Berkeley 2009.
  120. Paul Jörs: Codex Iustinianus. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IV,1, Stuttgart 1900, Sp. 167–170.
  121. a b Christian Gizewski: Zur Normativität und Struktur der Verfassungsverhältnisse in der späteren römischen Kaiserzeit. (= Münchener Beiträge zur Papyrusforschung und antiken Rechtsgeschichte. Heft 81). Habilitation. Beck, München 1988, ISBN 3-406-32437-1, Kapitel C, S. 66–147 (hier: S. 66 ff.).
  122. Berthold Rubin: Das Zeitalter Justinians. de Gruyter, Berlin 1960, S. 227 ff. und 234 ff.
  123. Detlef Liebs: Das Gesetz im spätrömischen Reich. In: Wolfgang Sellert (Hrsg.): Das Gesetz in Spätantike und frühem Mittelalter. 4. Symposion der Kommission „Die Funktion des Gesetzes in Geschichte und Gegenwart“. Göttingen 1987, S. 22; Darauf Bezug nehmend: Christoph F. Wetzler: Rechtsstaat und Absolutismus. Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand CJ 1.14.8. In: Freiburger Rechtsgeschichtliche Abhandlungen. Neue Folge. Band 27, Duncker & Humblot, Berlin 1997, Einführung.
  124. Christoph F. Wetzler: Rechtsstaat und Absolutismus: Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand von CJ 1.14.8, (= Freiburger rechtsgeschichtliche Abhandlungen). Zugleich: Universität, Dissertation, Freiburg (Breisgau), 1995/96. Duncker und Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-08968-5, S. 83; Paul Krüger (Jurist): Geschichte der Quellen und Litteratur des Römischen rechts, 2. Auflage, Leipzig 1912, S. 295; Detlef Liebs: Römisches Recht, 4. Auflage, Göttingen 1993, S. 83 und Das Gesetz im spätrömischen Reich, in: Wolfgang Sellert (Hrsg.): Das Gesetz in Spätantike und frühem Mittelalter, 4. Symposion der Kommission Die Funktion des Gesetzes in Geschichte und Gegenwart, Göttingen 1992, S. 12.
  125. Hans-Georg Beck: Res Publica Romana. Vom Staatsdenken der Byzantiner, 1970, in: Herbert Hunger (Hrsg.): Das Byzantinische Herrscherbild, Darmstadt 1975, S. 381 ff. (S. 381 und 385).
  126. Christoph F. Wetzler: Rechtsstaat und Absolutismus: Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand von CJ 1.14.8, (= Freiburger rechtsgeschichtliche Abhandlungen). Zugleich: Universität, Dissertation, Freiburg (Breisgau), 1995/96. Duncker und Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-08968-5, S. 132–136.
  127. Alexander Demandt: Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian., München 1989, S. 211 ff (Die inneren Verhältnisse).
  128. Jochen Bleicken: Verfassungs- und Sozialgeschichte des Römischen Kaiserreichs, Band 1, Paderborn 1978.
  129. John Bagnell Bury: The Later Roman Empire. From the Death of Theodosius I to the Death of Justinian, Band I. New York 1958 (Erstausgabe London 1889–1923), Kap. I–II; Arnold Hugh Martin Jones: The Later Roman Empire 284–602. A Social, Economic and Administrative Survey., Band I–III, Oxford 1964, Part II (= Kap. XI ff.).
  130. Paul Jörs: Codex Theodosianus. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IV,1, Stuttgart 1900, Sp. 170–173.
  131. Alexander Demandt, Barbara Demandt (Hrsg.) zu Theodor Mommsen: Römische Kaisergeschichte. Nach den Vorlesungs-Mitschriften von Sebastian und Paul Hensel 1882/86, C.H. Beck, München 1992, ISBN 3-406-36078-5, S. 68 und 89.
  132. Christoph F. Wetzler: Rechtsstaat und Absolutismus: Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand von CJ 1.14.8, (= Freiburger rechtsgeschichtliche Abhandlungen). Zugleich: Universität, Dissertation, Freiburg (Breisgau), 1995/96. Duncker und Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-08968-5, S. 25–30.
  133. Wilhelm Enßlin: Der Kaiser in der Spätantike.; in: HZ 177 (1954), S. 449 ff. (466 f.).
  134. Ioannes Karayannopulos: Der frühbyzantinische Kaiser; in: Herbert Hunger (Hrsg.): Das byzantinische Herrscherbild, Darmstadt 1975, S. 244 und 248 m.w.N.
  135. Christoph F. Wetzler: Rechtsstaat und Absolutismus: Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand von CJ 1.14.8, (= Freiburger rechtsgeschichtliche Abhandlungen). Zugleich: Universität, Dissertation, Freiburg (Breisgau), 1995/96. Duncker und Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-08968-5, S. 144–155.
  136. a b c Christoph F. Wetzler: Rechtsstaat und Absolutismus: Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand von CJ 1.14.8, (= Freiburger rechtsgeschichtliche Abhandlungen). Zugleich: Universität, Dissertation, Freiburg (Breisgau), 1995/96. Duncker und Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-08968-5, S. 191–197.
  137. Stefan Rebenich: melior pars humani generis. Aristokratie(n) in der Spätantike. In: Hans Beck u. a. (Hrsg.): Die Macht der Wenigen. München 2008, S. 153–175.
  138. Symmachus epist. 1,52
  139. Historia Augusta, Tacitus, VI 1.
  140. Mischa Meier: Das späte Römische Kaiserreich ein 'Zwangsstaat'? Anmerkungen zu einer Forschungskontroverse. In: Dariusz Brodka u. a. (Hrsg.): Freedom and its limits in the Ancient World. Proceedings of a colloquium held at the Jagiellonian University Kraków. (= Electrum. 9). Krakau 2003, S. 193–213.
  141. Vgl. zum neueren Forschungsstand hinsichtlich der Spätantike etwa Alexander Demandt: Die Spätantike. 2. Auflage. München 2007; Scott Fitzgerald Johnson (Hrsg.): The Oxford Handbook of Late Antiquity. Oxford u. a. 2012; A. D. Lee: From Rome to Byzantium Ad 363 to 565: The Transformation of Ancient Rome. Edinburgh 2013; Stephen Mitchell: A History of the Later Roman Empire. AD 284–641. 2. Auflage. Oxford u. a. 2014; Philip Rousseau (Hrsg.): A Companion to Late Antiquity. Malden (Massachusetts) u. a. 2009.
  142. Alexander Demandt: Die Spätantike. 2. Auflage. München 2007, S. 588f.
  143. Alexander Demandt: Der Fall Roms. Die Auflösung des römischen Reiches im Urteil der Nachwelt. München 1984, S. 584.
  144. Michael McCormick: Emperor and Court. In: Averil Cameron u. a. (Hrsg.): The Cambridge Ancient History. 14, Cambridge 2000, S. 135–163.
  145. Christoph F. Wetzler: Rechtsstaat und Absolutismus: Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand von CJ 1.14.8, (= Freiburger rechtsgeschichtliche Abhandlungen). Zugleich: Universität, Dissertation, Freiburg (Breisgau), 1995/96. Duncker und Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-08968-5, S. 154–159.
  146. Rolf Rilinger: Humiliores – Honestiores. Zu einer sozialen Dichotomie im Strafrecht der römischen Kaiserzeit. München 1988.
  147. Zur Bekämpfung des zunehmenden Preiswuchers, dessen wirtschaftliche Beschädigung insbesondere der Heeresversorgung schwer zu schaffen machte, vergleiche: Siegfried Lauffer (Hrsg.): Diokletians Preisedikt. (= Texte und Kommentare. Eine altertumswissenschaftliche Reihe. Band 5). de Gruyter, Berlin 1971, Einleitung, S. 1 ff.
  148. vgl.: Iacobus Gothofredus: Codex Theodosianus cum perpetuis commentariis Jacobi Gothofredi. Leipzig 1736–1743 (Nachdruck 1975) (online)
  149. Ramsay MacMullen: Late Roman Slavery. In: Historia 36 (1987), S. 359–382.
  150. Rene Pfeilschifter: Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher. München 2014, S. 222.
  151. Elisabeth Herrmann-Otto: Die Gesellschaftsstruktur der Spätantike. In: Alexander Demandt, Josef Engemann (Hrsg.): Konstantin der Große. Imperator Caesar Flavius Constantinus. Mainz 2007, S. 183ff., hier S. 188.
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!