Rörshain

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Koordinaten: 50° 56′ 24″ N, 9° 15′ 26″ O

Rörshain
Höhe: 240 m ü. NHN
Fläche: 3,05 km²[1]
Einwohner: 353 (31. Dez. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1972
Postleitzahl: 34613
Vorwahl: 06691
Rörshain
Rörshain

Rörshain ist ein Stadtteil der Stadt Schwalmstadt im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rörshain liegt oberhalb der Talmündung der Gers an der Landesstraße 3074 und ist aus Richtung Ziegenhain über die Bundesstraße 254 erreichbar.

Südlich des Ortes befindet sich eine Sandgrube. Eine der bedeutendsten frühgeschichtlichen Fundstätten Hessens aus der Eiszeit und der Altsteinzeit entdeckte man 1938 bei der „Reutersruh“. Durch das hier reiche Quarzitvorkommen befand sich hier ein unerschöpfliches Materialdepot für Steinwerkzeuge. Einige der hier gefundenen Exponate sich heute im Museum der Schwalm in Ziegenhain ausgestellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1238 wird der Rörshain als Reginharteshagen bei einer Übereignung an das Kloster Haina erstmals urkundlich erwähnt. Heinrich und Berta von Uttershausen behalten sich auf Lebenszeit ihre Lehen in Rörshain vor. Im Jahre 1260 übereignen die von Uttershausen Haina den Zehnten zu Rörshain. Heinrich von Uttershausen bestätigt 1278, dass das Kloster Haina seine Güter rechtens gekauft hat und leistet Verzicht. Im 16. Jahrhundert bestanden zwei Mühlen, drei kleinere und drei größere Höfe.

1639, im Dreißigjährigen Krieg, lebte noch ein Hausgesessener im Ort. 1681 gab es wieder sieben Hausgesesse in Rörshain. Ein Müller, ein Maurer, ein Leineweber, zwei Lohnschäfer, ein Schneider und drei Tagelöhner lebten 1782 ein Rörshain.

Der 1928/29 aufgelöste Gutsbezirks Forst Frielendorf wurde zum Teil zu Rörshain eingemeindet.

Um 1940 entstand nordwestlich des Dorfes ein Militärflugplatz. Ein Bruchsteinbau mit Fachwerkobergeschoss, das Eingangsgebäude des ehemaligen Flugplatzes, ist heute noch in der Wolfskaute erhalten. Am 24. März 1945 wurde der Flugplatz bombardiert.[3] Die Bevölkerung und das Dorf wurden hierbei ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Bei diesem Angriff wurde die im 13. Jahrhundert erbaute Kirche zerstört.

Am 1. April 1972 wurde Rörshain im Rahmen der Gebietsreform in Hessen ein Stadtteil von Schwalmstadt.[4]

Kirche

Historische Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reginharteshagen 1238 (Klosterarchiv V Nr. 102); R(ei)nhardeshagen, 1255; Reinhartshan, 1269; Reinhartshein, 1334; Reynershain, 1502; Rershain, 1585; Röhrshayn, 1747

Siedlungsplätze in der Gemarkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ortsteil Wolfhain
  • Hardtmühle
  • Zeigerichsmühle

Mühlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich befanden sich zwei Mühlen, die Hardtmühle und Zeigerichsmühle im Talgrund der Gers. Die 1799 erbaute Zeigerichsmühle befindet sich seit 1986 im Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach im Hochtaunuskreis. Durch diese Umsetzung konnte die zwischenzeitlich stark baufällig gewordene Mühle als Baudenkmal erhalten werden. Das Haus wird heute als Hessische Uhrmacherschule genutzt.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Kirche wurde in den Jahren 1948 bis 1951 neu erbaut. Die aus dem 13. Jahrhundert stammende romanische Kirche fiel am 24. März 1945 einem Bombardement des nahegelegenen ehemaligen Militärflugplatzes zum Opfer. [5]

Für die Kulturdenkmäler des Ortes siehe Liste der Kulturdenkmäler in Rörshain.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • HOL Ziegenhain, S. 159 f.
  • Reimer, Ortslexikon, S. 399

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen/ Daten/ Fakten im Internetauftritt der Stadt Schwalmstadt, abgerufen im Januar 2016.
  2. „Einwohnerzahlen“ im Internetauftritt der Stadt Schwalmstadt, abgerufen im Januar 2016.
  3. 24. März 1945: Der Luftangriff auf den Einsatzflughafen Ziegenhain (Flugplatz Rörshain)
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 412.
  5. Kirche Rörshain auf ekkw.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]