Rösche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kupfer- und eisenhaltige Wasserseige im Kilianstollen in Marsberg
Oberes Mundloch der Reinsberger Rösche

Als Rösche wird im Bergbau unter anderem die Wasserseige, eine Rinne zur Wasserableitung im unteren Bereich des Stollens, bezeichnet. Zum Freihalten des eigentlichen Stollenmundlochs und zum Schutz vor Rückstauungen wurden die Röschen in manchen Fällen bis unterhalb des Mundlochs verlängert oder bei größeren Entfernungen bis zum nächsten Bach- oder Flusslauf unterirdisch fortgeführt.[1]

Im Unterschied dazu bezeichnet der Begriff Rösche auch Grubenbaue, durch die Aufschlagwässer für Kunstgezeuge in die Grube hinein (Aufschlagrösche) oder aus der Grube heraus (Abfallrösche) geleitet wird.[2] Aufschlagröschen besitzen im Unterschied zu Stollen ein leichtes Gefälle zur Grube hin.

Ebenfalls als Rösche werden im Bergbau tunnelartige Bauwerke als Teil von Kunstgraben-Systemen bezeichnet. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um Grubenbaue. Im Harz werden sie Wasserlauf genannt.

Eine Aussparung im Versatz für den Abzug der Wetter im Bergwerk wird als Wetter-Rösche bezeichnet.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Albert Serlo: Leitfaden der Bergbaukunde. Erster Band, Verlag von Julius Springer, Berlin 1869.
  2. E. Treptow, F. Wüst, W. Borchers: Bergbau und Hüttenwesen. Verlag und Druck Otto Spamer, Leipzig 1900.
  3. Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7.