Rötelnimpfstoff

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Rötelnviren

Ein Rötelnimpfstoff ist ein Impfstoff gegen Infektionen mit dem Rötelnvirus (RuV). Der Rötelnimpfstoff befindet sich auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation.[1]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rötelnimpfstoff ist ein attenuierter Lebendimpfstoff und wurde erstmals ab 1965 von Saul Krugman und Louis Cooper entwickelt und 1969 in den USA zugelassen.[2] Im selben Jahr wurde ein von Maurice Hilleman entwickelter Impfstoff (Meruvax) zugelassen. Impfstämme sind z. B. Cendehill, HPV-77, Takahashi, Matsuura und RA27/3.[3] Der heutige im Rötelnimpfstoff verwendete WI-38- bzw. RA27/3-Impfstamm wurde von Stanley Plotkin durch 25 Passagen in der humanen embryonalen Fibroblasten-Zelllinie WI-38 nacheinander bei 35, 33 und 30 °C attenuiert und 1970 in den USA zugelassen. Der Impfstamm MRC-5 wurde in der humanen embryonalen Lungen-Zelllinie MRC-5 attenuiert und in Großbritannien zugelassen.

Rötelnimpfstoffe sind Bestandteil der Mehrfachimpfstoffe MMR-Impfstoff (Zulassung USA 1971, zusammen mit einem Mumpsimpfstoff und einem Masernimpfstoff)[4] und MMRV-Impfstoff (Zulassung USA 2005, zusätzlich mit einem Varicellaimpfstoff).[5]

Immunologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Impfung entstehen neutralisierende Antikörper, die vor einer erneuten Rötelninfektion schützen. Der Impfstoff wird meistens zweimal verabreicht. Nach einer Impfung entstehen in 95 % der über 12-Monate alten Geimpften eine Immunität.[2] Mehr als 90 % der Geimpften sind für mindestens 15 Jahre immun, meistens lebenslang.[2] Die Serokonversion bei einem Rötelnimpfstoff alleine oder bei einem MMR- oder MMRV-Impfstoff sind ähnlich.[2]

Nebenwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Mumpsimpfstoffen umfassen Schmerzen an der Einstichstelle und eintägige grippeähnliche Symptome.

Gegenanzeigen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontraindikationen sind Schwangerschaft (einschließlich 4 Wochen vor einer Schwangerschaft)[6] und Immunsuppression.

Handelsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handelsnamen für Rötelnimpfstoffe sind z. B. Meruvax II. Die seit 1969 zugelassenen Meruvax I, Rubelogen und Cendevax werden seit 1979 nicht mehr verwendet.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WHO Model List of EssentialMedicines. In: World Health Organization. October 2013. Abgerufen am 22. April 2014.
  2. a b c d e William Atkinson: Epidemiology and Prevention of Vaccine-Preventable Diseases, 12. Auflage, Public Health Foundation, 2011, ISBN 978-0-983-26313-5, S. 301–323 (Abgerufen am Mar 2015).
  3. Der-Yuan Wang, Sheng-Yen Yeh, Ching-Pang Chou, Hwei-Fang Cheng, Juen-Tian Hsieh und Chia-Po Lin: Evaluation and Validation of Potency Testing Method for Live Rubella Virus Vaccine. In: Journal of Food and Drug Analysis (2001), Band 9, Heft 4, S. 183–190.
  4. Vaccine Timeline. Abgerufen am 10. Februar 2015.
  5. Deborah Mitchell: The essential guide to children's vaccines. St. Martin's Press, New York 2013, ISBN 978-1-466-82750-9, S. 127.
  6. M. Marin, D. Güris, S. S. Chaves, S. Schmid, J. F. Seward, (CDC) Advisory Committee on Immunization Practices, Centers for Disease Control and Prevention: : Prevention of varicella: recommendations of the Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP). In: MMWR. Recommendations and reports : Morbidity and mortality weekly report. Recommendations and reports / Centers for Disease Control. 56, Nr. RR-4, 22. Juni 2007, S. 1–40. PMID 17585291.
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