Röth

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Die Röthwand mit Röthbachfall aus Richtung der Saletalm; unterhalb der Gipfel von Großem und Kleinem Teufelshorn befindet sich die Röth.

Die Röth ist ein ehemaliges Almgebiet zwischen dem Hagengebirge und dem Steinernen Meer südöstlich des Königssees in der Kernzone des Nationalparks Berchtesgaden. Es liegt zwischen 1300 und 1600 Metern über dem Meeresspiegel in einem großen, teilweise bewaldeten Kessel, welcher vom Großen und Kleinen Teufelshorn und dem Funtenseetauern überragt wird.

Vom Oberseebecken ist die Röth durch die 700 Meter hohe Röthwand getrennt. Der Röthbach bildet hier einen imposanten Wasserfall.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die früher bewirtschafteten Almen (Untere und Obere Röthalm, Schabaualm, Neuhüttenalm, Sonntagsalm, Wildpalfen-Alm) sind heute verfallen, die Almhütten wurden im Zweiten Weltkrieg abgerissen. Die 1950 wiederaufgebaute Wasseralm wurde 1956 das letzte Mal bestoßen und dient heute als Alpenvereinshütte mit einfacher Bewirtschaftung.[1][2]

Fundament der Jagdhütte Görings

Die Röth wurde ebenso wie der Obersalzberg in der Zeit des Nationalsozialismus zum Sperrgebiet erklärt und 1934 von Hermann Göring als „Naturschutzgebiet besonderer Ordnung“ deklariert. Ebenfalls 1934 wurde für den Reichsjägermeister Göring für 42.000 RM eine Jagdhütte (Elisabeth-Keimer-Hütte) im Gebiet der Neuhüttenalm erbaut. Diese wurde im Frühjahr 1949 abgerissen, heute sind noch Fundamente vorhanden.[3][4][5]

Im Jahr 1936 wurden in der Röth erfolgreich Alpensteinböcke aus dem italienischen Nationalpark Gran Paradiso ausgewildert. Dazu wurde die Materialseilbahn Fischunkelalm–Röth gebaut, welche die Steinböcke in Holzkisten auf die Röth transportierte.

Zugänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufstiege vom Obersee (Fischunkelalm) über den Landtal- bzw. Röthsteig erfordern gute Kondition, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Es handelt sich um schmale, teilweise gesicherte und markierte Steige, für die der geübte Berggänger ab dem Bootsanleger Salet rund drei Stunden bis zur Wasseralm benötigt.

Übergänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ins Steinerne Meer (Kärlingerhaus und Riemannhaus), zur Gotzenalm über das Landtal und die Regenalm, zum Stahlhaus über das Landtal, Hochgschirr und den Schneibstein sowie zur Eckberthütte im Blühnbachtal über das Blühnbachtörl.

Gipfelbesteigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte der Wasseralm, Datenbank AgrarKulturerbe. Abgerufen am 23. August 2016.
  2. Wasseralm, DAV Sektion Berchtesgaden, abgerufen am 23. August 2016.
  3. Bayerisches Hauptstaatsarchiv erhält Gästebuch der Jagdhütte von Hermann Göring. In: Nachrichten aus den Staatlichen Archiven Bayerns, Nr. 62, 2012, S. 7 (PDF-Datei (Memento des Originals vom 3. Oktober 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gda.bayern.de; 14,7 MB). Abgerufen am 23. August 2016.
  4. Holger, Monika, Jan Lübeck: Fotos der Ruine. Abgerufen am 23. August 2016.
  5. Volker Knopf, Stefan Martens: Görings Reich. 6. Auflage. 2012, ISBN 978-3-7888-1513-4, S. 169.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Röth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 29′ 49″ N, 13° 0′ 38″ O