Rückersdorf (Niederlausitz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Rückersdorf (Niederlausitz)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rückersdorf hervorgehoben

Koordinaten: 51° 35′ N, 13° 34′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Amt: Elsterland
Höhe: 98 m ü. NHN
Fläche: 24,71 km2
Einwohner: 1337 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km2
Postleitzahl: 03238
Vorwahl: 035325
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 417
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Kindergartenstraße 2a
03253 Schönborn
Website: www.rueckersdorf.eu
Bürgermeister: Georg Zörner (CDU)
Lage der Gemeinde Rückersdorf im Landkreis Elbe-Elster
Bad LiebenwerdaCrinitzDoberlug-KirchhainElsterwerdaFalkenbergFichtwaldFinsterwaldeGorden-StaupitzGroßthiemigGrödenHeidelandHerzbergHirschfeldHohenbuckoHohenleipischKremitzaueLebusaLichterfeld-SchacksdorfMassen-NiederlausitzMerzdorfMühlberg/ElbePlessaRöderlandRückersdorfSallgastSchildaSchliebenSchönbornSchönewaldeSchradenSonnewaldeTröbitzUebigau-WahrenbrückBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Rückersdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Elbe-Elster im südlichen Brandenburg und gehört zum Amt Elsterland mit Sitz in der Gemeinde Schönborn.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort inmitten des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, der sich im westlichsten Teil der Niederlausitz befindet, liegt etwa 100 km südlich von Berlin, 70 km westlich von Cottbus, 70 km nördlich von Dresden und 100 km östlich von Leipzig.

Rückersdorf (Luftaufnahme 2015)

Nachbargemeinden

Rückersdorf grenzt an die Gemeinden Schönborn, Doberlug-Kirchhain, Heideland, Gorden-Staupitz und Bad Liebenwerda.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rückersdorf besteht aus drei Ortsteilen:

Daneben gibt es die Wohnplätze Grube Erna, Täubertsmühle und Waldsiedlung.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rückersdorf wurde im Jahre 1234 erstmals urkundlich erwähnt und war somit eine der ersten Besitzungen des Klosters Dobrilugk.

Oppelhain, Rückersdorf und Friedersdorf gehörten seit 1816 zum Kreis Luckau in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Finsterwalde im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster.

Zu DDR-Zeiten bestand der Gemeindeverband Rückersdorf-Oppelhain. Er war der erste seiner Art im Bezirk Cottbus und wurde mit der Wiedervereinigung Deutschlands aufgelöst. Zum Gemeindeverband zählten die Orte

In diesem Verband lebten etwa 5400 Bürger.

Die heutige Gemeinde Rückersdorf entstand am 31. Dezember 2001 aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Oppelhain und Rückersdorf (mit dem Ortsteil Friedersdorf).

Eingemeindungen

  • Eingliederung von Friedersdorf bei Oppelhain in die Gemeinde Rückersdorf mit Wirkung zum 1. Oktober 1973[3]
  • Eingliederung von Oppelhain mit Neubildung der Gemeinde Rückersdorf zum 31. Dezember 2001[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 306
1890 298
1910 327
1925 318
1933 349
1939 394
Jahr Einwohner
1946 0536
1950 0583
1964 0597
1971 0751
1981 1491
1985 1527
Jahr Einwohner
1990 1603
1995 1494
2000 1428
2005 1737
2010 1613
2015 1466
Jahr Einwohner
2016 1392
2017 1357
2018 1350
2019 1348
2020 1337

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[5][6][7], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Rückersdorf besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:[8]

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze
CDU 34,5 % 3
Landwirtschaft, Umwelt und Natur Elbe-Elster 28,0 % 3
Feuerwehr Rückersdorf 15,1 % 2
SG Friedersdorf 09,0 % 1
Einzelbewerber Lothar Belger 04,9 % 1
Einzelbewerber Dieter Stößer 03,6 %
Einzelbewerber Peter Herrmann 03,2 %
Die Linke 01,7 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Amtszeit
Heinz Deising 10.06.1968 bis 24.12.1992
Frank Hübler 24.12.1992 bis 04.03.1993
Lothar Belger 04.03.1993 bis 05.12.1993
Günter Schimko 05.12.1993 bis 16.01.2002
Christian Jaschinski 16.01.2002 bis 14.04.2010
Wilfried Büchner 14.04.2010 bis 24.05.2014
Mathias Lehmann 24.05.2014 bis 31.12.2015[9]
Lothar Belger 04.03.2016 bis 26.05.2019[10]
Georg Zörner 27.05.2019

Zörner wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 68,7 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[11] gewählt.[12]

Seit dem Zusammenschluss der ehemals selbstständigen Gemeinden im Jahr 2001 hat jeder Ortsteil einen eigenen Ortsbürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 1. Juni 1994 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber über erniedrigter blauer Spitze mit einem schreitenden silbernen Schaf, das mit dem rechten Vorderfuß über die Schulter ein rot-silbernes Banner trägt, eine grüne beblätterte Linde.“[13]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Rückersdorf (Niederlausitz) und in der Liste der Bodendenkmale in Rückersdorf (Niederlausitz) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmäler.

Bauwerke und Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Rückersdorf
Paltrockwindmühle Oppelhain

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mühlenmuseum im Ortsteil Oppelhain

Parks, Landschaftsschutzgebiete, Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fastnacht, Jugendfastnacht, Zampern in allen Ortsteilen
  • Weiberfastnacht in Friedersdorf
  • Schützenfest in Rückersdorf (jährlich am letzten Juliwochenende)
  • Mühlenmärkte in Oppelhain
  • Erntefest und Weihnachtsmarkt in Friedersdorf (im jährlichen Wechsel)
  • Sportfest in Oppelhain (jährlich am ersten Augustwochenende) und in Friedersdorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Rückersdorf haben die „Pro Beton GmbH und Co. KG Brandenburg“ sowie das „Kalksandsteinwerk Rückersdorf“ ihren Sitz. Weiterhin gibt es eine Baumschule, eine Agrargenossenschaf,t die sich auf die Ortsteile Oppelhain und Rückersdorf verteilt, sowie weitere kleinere Unternehmen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde Rückersdorf führen die Landesstraßen L 622 nach Doberlug-Kirchhain und L 653 nach Bad Liebenwerda.

Der Bahnhof Rückersdorf wird von der Regional-Express-Linie RE 5 Rostock–Berlin–Elsterwerda bedient. Der heutige Bahnhof wurde 1897 als Haltepunkt Rückersdorf-Oppelhain an der Berlin-Dresdener Eisenbahn eröffnet. Später kamen die Gleise 3 und 4 sowie Anschlussgleise an das Holzausformungswerk, Sägewerk und Betonwerk hinzu. Neben dem Bahnhof Rückersdorf gab es noch die Blockstelle Rückersdorf, die sich in Grube Erna befand, sowie zwei dem Bahnhof Rückersdorf angehörende Schrankenposten. Dort gab es einen Gleisanschluss der Rückersdorfer Kohlenwerke. Direkt am Bahnhof befindet sich auch das Stellwerk B1. Des Weiteren verfügte der Bahnhof Rückersdorf über eine Güterabfertigung und eine Kopfseitenrampe. Rund fünf Kilometer nördlich liegt der Eisenbahnknotenpunkt Doberlug-Kirchhain, dort kreuzen sich die Eisenbahnstrecken Halle–Cottbus und Berlin–Dresden.

Im Betonwerk gab es früher eine Grubenbahn.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelisches Pfarramt Friedersdorf
  • Freiwillige Feuerwehr Rückersdorf, gegründet 1922
  • Freiwillige Feuerwehr Oppelhain
  • Freiwillige Feuerwehr Friedersdorf
  • Mehrgenerationenhaus Rückersdorf

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindertagesstätte des DRK mit Mehrgenerationenhaus (MGH) in Rückersdorf
  • Realschule Rückersdorf bis 2005 (hervorgegangen aus der "POS Gerhard-Eisler" Rückersdorf)
  • Grundschule Rückersdorf (hervorgegangen aus der "POS Gerhard-Eisler" Rückersdorf)
  • Landschulheim Täubertsmühle

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Haase (* 1945), Leichtathlet, zweimaliger Europameister, in Friedersdorf geboren

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rückersdorf, Brandenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2020 (PDF-Datei; 950 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. Bildung der neuen Gemeinde Rückersdorf. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern Vom 17. Oktober 2001. In: Amtsblatt für Brandenburg / Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, Nummer 46, 14. November 2001, S. 779; bravors.brandenburg.de (PDF; 195 kB)
  5. Landkreis Elbe-Elster (PDF) Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005, S. 22–25
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  7. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  9. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. Juni 2014
  10. Lother Belger ist jetzt Bürgermeister. In: Lausitzer Rundschau, 4. März 2016
  11. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  13. Wappenangaben. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg.