Rüden (Solingen)

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Rüden
Stadt Solingen
Koordinaten: 51° 7′ 38″ N, 7° 4′ 19″ O
Höhe: etwa 80 m
Postleitzahl: 42657
Vorwahl: 0212
Rüden (Solingen)
Rüden

Lage von Rüden in Solingen

Fachwerkhäuser im Ortsteil Obenrüden
Fachwerkhäuser im Ortsteil Obenrüden

Die Hofschaft Rüden liegt im Solinger Stadtbezirk Burg/Höhscheid am Ufer der Wupper. Sie unterteilt sich in die beiden Ortschaften Unten- und Obenrüden. Bedingt durch zwei Ausflugslokale sowie mehrere Radwanderwege, die an der Wupper entlangführen, ist Rüden besonders bei Wanderern und Radfahrern beliebt. Einer der Wege, die durch Rüden führen, ist der Klingenpfad, der auf knapp 70 Kilometern ganz Solingen umschließt.

Rüden ist vor allem bekannt für die Sage um den Rüden (hier: männlicher Hund), der seinem Herrchen, dem Herzog von Berg, nach dessen Sturz das Leben gerettet haben soll. Ein Denkmal, das an diese Begebenheit erinnert, Rüdenstein genannt, befindet sich in einem Waldgebiet in der Nähe von Obenrüden.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beide Ortsteile befinden sich im abgeschiedenen Tal der Wupper auf dem Abschnitt zwischen dem Balkhauser und dem Wipperkotten an der südlichen Stadtgrenze zu Leichlingen. Zu erreichen ist Rüden vom Solinger Stadtteil Widdert aus, der sich einen Kilometer nördlich befindet. Der Ortsteil Obenrüden ist der unwesentlich größere der beiden; vom Ortsteil Untenrüden trennen ihn nur rund 300 Meter flussabwärts. Hinter der Hofschaft türmen sich in Richtung Widdert die stark bewaldeten Wupperberge auf. Etwa 700 Meter in westlicher Richtung entfernt von Untenrüden befindet sich die benachbarte Hofschaft Friedrichstal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zeitpunkt der ersten Besiedelung Rüdens ist unklar, wird jedoch aufgrund des flachen Geländes und seiner Geeignetheit für Ackerbau und Handwerk spätestens im 15. Jahrhundert stattgefunden haben.[1] Auch die Namensherkunft ist umstritten. Dieser stammt wohl kaum von der Legende her, da das Gebiet höchstwahrscheinlich vorher schon besiedelt war. So weist ein Dokument aus dem Jahr 1374 den Ort bereits namentlich aus.

Im Jahre 1588 erscheint im Nesselrather Heberegister schließlich die Ortsbezeichnung Im Riden. Im Jahre 1605 wird überdies eine Mühle erwähnt. Diese wurde im Zuge von Neubauten im Jahre 1737 (Innenkotten) und 1797 (Außenkotten) zum Schleifkotten umfunktioniert. Dieser Kotten trug lange Zeit den Namen Blaumühle, der noch von der alten Mühle herrührte. Später wurde daraus der Obenrüdener Kotten, der als Ziegelbau wieder errichtet wurde, nachdem das Fachwerkgebäude im Jahre 1906 niederbrannte.[2]

Die Karte Topographia Ducatus Montani aus dem Jahre 1715 zeigt sowohl Oben- und Unterrüden als Einzelhof, beide Höfe sind als Rüden beschriftet. Im 18. Jahrhundert gehörten die beiden Orte zu der Honschaft Widdert des Kirchspiels Solingen im bergischen Amt Solingen. Die Topographische Aufnahme der Rheinlande von 1824 und die Preußische Uraufnahme von 1844 zeigen beide Orte als unten Rüden bzw. oben Rüden.

1815/16 lebten 90 Einwohner in Obenrüden, 63 in Untenrüden. 1832 gehörten beide Orte weiterhin innerhalb der Honschaft Widdert nun der Bürgermeisterei Höhscheid an. Beide Orte wurden in der Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf jeweils als Dorfschaften kategorisier. Obenrüden besaß zu dieser Zeit 16 Wohnhäuser und 18 landwirtschaftliche Gebäude, Untenrüden 14 Wohnhäuser und zehn landwirtschaftliche Gebäude. Zu dieser Zeit lebten 114 Einwohner (zwei katholisch und 112 evangelisch) in Obenrüden, 79 (vier katholisch und 75 evangelisch) in Obenrüden.[3]

Im Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland werden 1885 für Obenrüden 31 Wohnhäuser mit 153 Einwohnern und für Untenrüden 20 Wohnhäuser mit 107 Einwohnern angegeben.[4] 1895 besitzen die Orte 22 bzw. 18 Wohnhäuser mit 202 bzw. 96 Einwohnern, 1905 30 bzw. 18 Wohnhäuser und 162 bzw. 97 Einwohner.[5][6]

Heute noch finden sich viele, alte bergische Fachwerkhäuser in Rüden. Ähnlich vieler weiterer Hofschaften im Bergischen Land überdauern die alten Bauwerke fernab der Ballungsräume häufig Jahrhunderte. So sind allein zehn Gebäude in Rüden als Baudenkmäler ausgewiesen.[7]

Rüdenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Denkmal

Das Denkmal befindet sich auf einem Hang gegenüber dem Obenrüdener Kotten in einem Waldgebiet. Es zeigt auf einem Steinsockel einen nach oben blickenden Rüden mit geöffnetem Maul. Die Inschrift enthält das Jahr der Erbauung des Denkmals (1927) sowie den Verschönerungsverein Widdert als Initiator. Die Figur selbst besteht aus Kunststein. Das Denkmal stellt seit seinem Bestehen eine beliebte Touristenattraktion dar.

Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wochentags ist Rüden durch die Linie 697 an das Busnetz der Stadtwerke Solingen mit einer eigenen Haltestelle in Untenrüden angeschlossen. Aufgrund der Beliebtheit Rüdens für Spaziergänger und Wanderer besteht an Sonn- und Feiertagen zusätzlich Anschluss an den Bus der Linie 691 nach Ohligs.

Linie Linienverlauf
691 Sankt-Lukas-Klnik – Solingen Hauptbahnhof – Aufderhöhe – Höhscheid – Rüden
697 Graf-Wilhelm-Platz – Bahnhof Mitte – Höhscheid – Rüden

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Solingen-Obenrüden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.tetti.de/SOLINGEN/OBENRUEDENERKOTTEN/sage.html Informationen zur Geschichte der Hofschaft und des Rüdensteins auf tetti.de, abgerufen am 4. Februar 2015
  2. Axel Birkenbeul: Mühlen, Kotten und Hämmer in Solingen, Erfurt: Suttonverlag, 2014, ISBN 978-3-95400-467-6, S. 22 und 23
  3. Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf, 1836
  4. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888.
  5. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897.
  6. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1909.
  7. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 24. Dezember 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www2.solingen.de Denkmalliste der Stadt Solingen, abgerufen am 4. Februar 2015 (PDF, 129 KB)