Rüscheid

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Rüscheid
Rüscheid
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Rüscheid hervorgehoben
Koordinaten: 50° 31′ N, 7° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Rengsdorf
Höhe: 359 m ü. NHN
Fläche: 4,9 km2
Einwohner: 781 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 159 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56584
Vorwahl: 02639
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 066
Adresse der Verbandsverwaltung: Westerwaldstraße 32–34
56579 Rengsdorf
Webpräsenz: www.ruescheid.de
Ortsbürgermeister: Hartmut Ferdinand Döring
Lage der Ortsgemeinde Rüscheid im Landkreis Neuwied
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Über dieses Bild

Rüscheid (mundartlich: Rüscht) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rengsdorf an.

Rüscheid, Luftaufnahme (2016)

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am Rande des Westerwaldes oberhalb des Neuwieder Beckens auf einer Anhöhe zwischen den Tälern des Urbachs im Westen und des Siehrsbachs im Osten. Das Gemeindegebiet, dessen Osten vom Anhäuser Kirchspielwald eingenommen wird, gehört zum Naturpark Rhein-Westerwald. Zu Rüscheid gehört der Wohnplatz Rehhof.[2]

Nachbargemeinden sind Anhausen, Meinborn und Thalhausen, die nächsten Städte sind Dierdorf, Neuwied und Koblenz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste urkundliche Erwähnung von Rüscheid geht auf eine Urkunde aus dem Jahre 1280 zurück. Darin vermacht die Begine Jutta von Rusthinscheit der Abtei Rommersdorf ihre Güter im Kirchspiel Anhausen. Die Rommersdorfer Abtei kennzeichneten ihren Grundbesitz mit Grenzsteinen, in die ein Abtsstab mit einem darin verschlungenen „A“ und „R“ für Abtei Rommersdorf eingemeißelt war. Damit verweist der untere Teil des Wappens auf die historische Beziehung der Gemeinde Rüscheid zu Rommersdorf.[3]

Im März des Jahres 1945 eroberten west-alliierte Truppen im Rahmen der Operation Undertone Rüscheid. Rüscheid wurde Teil der Französischen Besatzungszone; die ersten Nachkriegsjahre waren entbehrungsreich.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Rüscheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Jahr Einwohner
1815 201
1835 333
1871 403
1905 387
1939 385
Jahr Einwohner
1950 411
1961 496
1970 527
1987 687
2005 791

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Rüscheid besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Rüscheid
Wappenbeschreibung: „Gespalten über eingepfropfter flacher silberner Spitze, darin ein roter Abtsstab, mit zwei an ihn ligierte (gebundene) rote Majuskeln „A“ rechts und „R“ links, vorne in Gold vier rote Schrägbalken, belegt mit einem linksgewendeten schreitenden blauen Pfau mit goldenen Federaugen, hinten in Grün eine silberne Windmühle.“
Wappenbegründung: Pfau und rote Schrägbalken des wiedischen Wappens deuten auf die einstige Zugehörigkeit Rüscheids zur niederen Grafschaft Wied. Die Windmühle verweist auf die Turmwindmühle des Rüscheider Müllers Friedrich Haag hin, die er 1880–82 am südlichen Dorfende errichten ließ, den auf dem Höhenrücken oft wehenden Wind zum Mühlantrieb zu nutzen, aber wegen des ungünstigen Standortes mit geringem Erfolg. Um 1930 wurden letzte Reste der Bruchsteinmühle entfernt. Die Windmühle symbolisiert des Weiteren den Getreideanbau in den weiten Feldfluren. Der Abtsstab und die mit ihm verbundenen Buchstaben „A“ und „R“ (für Abtei Rommersdorf) im unteren Wappenfeld (Spitze) steht für den ehemaligen Besitz des Klosters Rommersdorf in der Rüscheider Gemarkung, das ihren Bodenbesitz mit diesem Zeichen auf ihren Grenzsteinen versah.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rüscheid liegt an der Landesstraße 258 und nahe der Bundesautobahn 3, deren nächstgelegene Anschlussstelle Dierdorf ist.

Der nächste Bahnhof an der rechten Rheinstrecke ist der Bahnhof Neuwied. Der nächstgelegene ICE-Bahnhof befindet sich in Montabaur (Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rüscheid – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 34 (PDF; 2,3 MB)
  3. Rüscheid – auf den Spuren der Ortsgeschichte. Ortsgemeinde Rüscheid, abgerufen am 27. Juli 2016.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen