Rüsselbach

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Rüsselbach
Markt Igensdorf
Koordinaten: 49° 36′ 25″ N, 11° 15′ 23″ O
Höhe: 330–500 m
Einwohner: 1200
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91338
Vorwahl: 09192
Karte
Lage von Rüsselbach in der Gemeinde Igensdorf
Kirche St. Jakobus
Kirche St. Jakobus

Rüsselbach ist ein Gemeindeteil des Marktes Igensdorf in Oberfranken in Bayern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der am Rande der Fränkischen Schweiz gelegene Ort besteht aus den Dörfern Oberrüsselbach, Mittelrüsselbach und Unterrüsselbach, dem Pfarrdorf Kirchrüsselbach sowie den Weilern Weidenbühl, Weidenmühle, Lindenhof und Lindenmühle. Die vier großen Ortsteile und die erstgenannten zwei Weiler liegen am Südfuß des Kühebergs am Rüsselbach, der in Oberrüsselbach entspringt und im Westen an der Weidenmühle in die Schwabach mündet; Lindenhof und Lindenmühle stehen weiter flussabwärts über der Schwabach und an ihrem Ufer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Ortes mit seinen rund 1200 Einwohnern reicht weit zurück.

Das Gebiet um Rüsselbach war schon in der Bronzezeit besiedelt. Davon zeugen die Hügelgräber im nahen Eichenlohe-Wäldchen. Oberhalb von Rüsselbach, auf einem ortsnahen Hügel mit dem Namen Katz, sind noch die Wehranlagen der Raubritterburg Hainburg aus dem frühen Mittelalter erkennbar. Heimatforscher datieren die Besiedlung des Gebietes am linken Schwabachufer auf die Zeit um das Jahr 900.

Während manche die Gründung Rüsselbachs auf das Jahr 742 verlegen, das Jahr der Gründung des Bistums Eichstätt, zu dem Rüsselbach anfangs gehörte, lässt sich nur die erste Erwähnung in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. aus dem Jahr 1010 nachweisen. Zur Pfarrei Kirchrüsselbach mit ihrer dem Apostel Jakobus geweihten und heute evangelisch-lutherischen Wehrkirche auf halber Höhe zwischen den Bergzügen Katz und Kuhberg gehörten damals 40 Orte.

In der Folgezeit änderte sich nichts an der Pfarreigröße, doch wechselte die Herrschaft über Rüsselbach in den folgenden Jahrhunderten mehrmals.

Folgende Herrschaftswechsel sind verbrieft:

Das älteste Gebäude in Rüsselbach ist die Wehrkirche St. Jakobus in Kirchrüsselbach. Die Fresken im Chorraum sollen aus der Zeit um 1200 stammen. Ihr jetziges Aussehen hat die Kirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde seit dem Umbau in den Jahren 1777 bis 1779. Der Taufstein stammt aus dem Jahr 1841, das Altarbild von 1842.

Am 27. März 1961 brach eine Iljuschin Il-18 der tschechoslowakischen ČSA während des Reiseflugs von Prag nach Zürich auseinander und stürzte auf ein Feld bei Oberrüsselbach. Alle 52 Insassen (44 Passagiere und acht Crewmitglieder) kamen dabei ums Leben.[2]

Am 1. Januar 1972 wurde Rüsselbach im Zuge der Gemeindegebietsreform in die Gemeinde Igensdorf eingegliedert.[3]

Rüsselbach heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osterbrunnen in Unterrüsselbach

Rüsselbach ist ein ländlich geprägter Ort im Einzugsgebiet der Metropolregion Nürnberg. Die meisten Einwohner sind Pendler. Einzelhändler gibt es keine mehr. Auch von den ehemals sechs Gastwirtschaften in den Ortsteilen ist keine geblieben. Landwirtschaft wird nur noch auf wenigen Höfen und meistens im Nebenerwerb betrieben. In Oberrüsselbach gibt es viele Künstler und Kreative.

Rüsselbach gehört als Teil des Marktes Igensdorf zum größten Kirschenanbaugebiet Europas.

Kirschblüte in Rüsselbach

Jedes Jahr im Mai findet in Oberrüsselbach ein japanisches Kirschblütenfest statt. Auf dem Epperlesberg östlich von Rüsselbach befindet sich der Segelflugplatz Lauf-Lillinghof.

Im Jahr 2010 feierten Rüsselbach und seine Ortsteile und Weiler das tausendjährige Ortsjubiläum.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rüsselbach wird von der Gräfenbergbahn bedient. Die Kreisstraße FO31 verläuft durch alle vier Ortsteile und bindet sie an die ca. 3 km entfernte Bundesstraße 2 an.

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vereinsleben ist, wie in der ganzen Region üblich, rege und hat ebenfalls eine über hundertjährige Tradition.

Folgende Vereine, welche sich über den Rüsselbach Vereinsring gegenseitig abstimmen, haben ihren Sitz in Rüsselbach (Gründungsdatum in Klammern):

  • Männergesangsverein Rüsselbach (1897)
  • Freiwillige Feuerwehr Rüsselbach (1897)
  • Krieger- und Soldatenverein Rüsselbach (1919)
  • Posaunenchor (13. November 1927)
  • Frauensingkreis – Frauenchor (1971)
  • Schützengesellschaft Rüsselbach e. V. (1973)
  • Sportgemeinschaft Rüsselbach e. V. (1978)
  • Dorfverschönerungsverein e. V. (1980)
  • Förderverein Rüsselbach (2009)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zur Geschichte Rüsselbachs (PDF; 22 kB)
  2. Manuel Kugler: Brennendes Flugzeug wurde zum Sarg für 52 Menschen. Nordbayerische Nachrichten. Abgerufen am 28. März 2011.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 462.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rüsselbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien