Rüte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Rüte
Wappen von Rüte
Staat: Schweiz
Kanton: Appenzell Innerrhoden (AI)
BFS-Nr.: 3103i1f3f4
Postleitzahl: 9050
Koordinaten: 750538 / 243024Koordinaten: 47° 19′ 15″ N, 9° 25′ 48″ O; CH1903: 750538 / 243024
Höhe: 799 m ü. M.
Fläche: 40,9 km²
Einwohner: 3543 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 87 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
5,6 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.ruete.ch
Streusiedlungen Rüte an der Westflanke des Fänerenspitz

Streusiedlungen Rüte an der Westflanke des Fänerenspitz

Karte
BodenseeFälenseeSeealpsee (Appenzeller Alpen)SämtiserseeLiechtensteinÖsterreichKanton Appenzell AusserrhodenKanton St. GallenKanton ThurgauAppenzell (Bezirk)GontenOberegg AIOberegg AIRüteSchlatt-HaslenSchwende AIKarte von Rüte
Über dieses Bild
w

Rüte ist ein Bezirk im Kanton Appenzell Innerrhoden in der Ostschweiz.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt kein Dorf namens Rüte. Zum Bezirk gehören die Dörfer Brülisau, Steinegg und Eggerstanden, die Dorfteile von Weissbad (östlich des Brüelbachs) und Appenzell (das Gebiet zwischen nördlichem Sitterufer und Bleichenwäldlibach) sowie die Streusiedelungen in der Umgebung.

Bezirksgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bezirksgebiet umfasst total 4'082 Hektaren und erstreckt sich vom Altmann nach Brülisau und östlich des Brüelbaches bis zur Sitter.

Der südwestlich gerichtete und langgezogene Ausläufer des Bezirksgebiets bildet den alpinen Teil des Bezirks. Er liegt zwischen 1'200 bis 2'436 m. ü. M. und ist vor allem für die Sömmerung sowie das Bergwandern und den Tourismus bedeutend. Der Ausläufer erstreckt sich über 10 km und ist an den meisten Stellen nicht viel breiter als 1 km. In diesem Korridor, eingebettet zwischen den Wänden der mittleren und südlichen Alpstein-Kette, liegen mit Sämtisersee und Fälensee zwei der drei bedeutenden Alpstein-Seen in Rüte.

Namhafte Berge und Gipfel in Rüte - meist an der Grenze zu Schwende oder dem Kanton St.Gallen - sind:

  • Altmann (2'435 m ü. M.), Roslenfirst (2'151 m ü. M.), Hochhus (1'925 m ü. M.), Hüser (1'914 m ü. M.), Stauberenkanzel (1'860 m ü. M.), Hoher Kasten (1'793 m ü. M.) und Kamor (1'751 m ü. M.), welche alle an den Kanton St.Gallen angrenzen
  • Fälentürm (2'222 m ü. M.), Fählenschafberg (2'103 m ü. M.), Hundstein (2'156 m ü. M.) und Widderalpstöck (2'130 m ü. M.) am Rüte-Schwende Grenzverlauf
  • Nadlenspitz (2'028 m ü. M.) und Rot Turm (2'002 m ü. M.), die sich beide vollständig auf Rütner Boden befinden

Mit dem Fänerenspitz (1'506 m ü. M.) und dem Hohen Hirschberg (1'174 m ü. M.) liegen ferner zwei Hügel mit guter Rundumsicht im Gebiet von Rüte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk entstand aus der ehemaligen Rhode Rüte. Entspricht – von kleinen Abänderungen abgesehen – seit 1872 dem Gebiet der ehemaligen Rhode Rüti.

Brülisau: Luftseilbahn Hoher Kasten

Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Rüte kommt von Reuten, was den Ursprung von roden (Wälder roden) hat.
Trotzdem ist Rüte AI nicht zu verwechseln mit Reute AR.

Hoher Kasten (1795 m ü. M.) ob Brülisau

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem schwarzen Hintergrund wächst aus einer goldenen Krone ein silberner Schwanenhals, der rot bewehrt ist. Das leicht abgeänderte Wappen stammt von den Herren von Schönenbühl, die residierten im 13. Jahrhundert als Ammänner des Abtes von St. Gallen in einer Burg an der Südwesthalde des Hirschberges, im heutigen Bezirk Rüte.

Sämtisersee mit Plattenbödeli

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1900 1950 2000 2010
Einwohner 1997 2028 2915 3356

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bezirk Rüte sind zwei Objekte und eine archäologische Fundstelle aus der Liste der Kulturgüter von nationaler Bedeutung im Kanton Appenzell Innerrhoden zu finden.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet des Bezirks Rüte gibt es verschiedene Ausflugsziele (z. B. Plattenbödeli mit Sämtisersee, Bollenwees mit Fälensee, Alp Sigel usw.), die mit ausgeschilderten Wanderwegen erschlossen sind. Mit der Luftseilbahn Brülisau – Hoher Kasten erreicht man den Geologischen Wanderweg, der auf verschiedenen Schautafeln an der Strecke Informationen über die Entstehung des Alpsteins gibt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rainald Fischer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Innerrhoden. Das Innere Land: Brülisau. Birkhäuser AG, Basel 1984, ISBN 3-7643-1629-2. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 74.) S. 391–397.
  • Rainald Fischer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Innerrhoden. Das Innere Land: Eggerstanden. S. 398–402.
  • Rainald Fischer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Innerrhoden. Das Innere Land: Steinegg. S. 449–452.
  • Rainald Fischer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Innerrhoden. Das Innere Land: Rüte. S. 492.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rüte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Geschäftsbericht 2015 über die Staatsverwaltung und Rechtspflege an den Grossen Rat des Kantons Appenzell I.Rh. Standeskommission des Kantons Appenzell I.Rh., S. 202, abgerufen am 20. September 2017 (PDF; 2,3 MB).