RŽD-Baureihe ГT1

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
RŽD-Baureihe ГT1
ГТ1.001
ГТ1.001
Nummerierung: ГТ1-001
ГТ1h.002 -
Anzahl: 2013: 2,
2014 40 Lokomotiven bestellt
Hersteller: Diesellokfabrik Ljudinowo
Baujahr(e): ab 2007, ab 2013
Achsformel: ГТ1.001: Bo’Bo’Bo’ + Bo’Bo’Bo’
ГТ1h.002: (Bo’Bo’) (Bo’Bo’) + (Bo’Bo’) (Bo’Bo’)
Spurweite: 1.520 mm
Länge über Kupplung: ГТ1.001:45.000 mm
Dienstmasse: ГТ1h.002: 360 t
Reibungsmasse: ГТ1h.002: 360 t
Radsatzfahrmasse: ГТ1h.002: 22,5 t
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Installierte Leistung: 8.300 kW
Anfahrzugkraft: ГТ1h.002: 980 kN
Motorentyp: NK-361
Motorbauart: Gasturbine
Leistungsübertragung: elektrisch
Tankinhalt: ГТ1h.002: 20.000 l

Die Lokomotiven der RŽD-Baureihe ГT1 (deutsche Transkription GT1) der Russischen Eisenbahnen (RŽD) sind Gasturbinenlokomotiven mit elektrischer Kraftübertragung, vorrangig für den Güterzugdienst. Sie sind bestimmt für den schweren Güterzugdienst auf nichtelektrifizierten Abschnitten, vorrangig in Sibirien. Bisher wurden zwei Fahrzeuge gebaut, mit denen umfangreiche Versuche durchgeführt wurden. Die Kraftübertragung geschieht von einer Gasturbine aus, die mit verflüssigtem Erdgas betrieben wird, an ihr ist ein Wechselstrom-Generator angeschlossen, der produzierte Strom wird gleichgerichtet für die Speisung der Traktionsfahrmotoren verwendet. Es ist eine Serie von 40 Fahrzeugen bestellt.

Charakteristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leistung der ГT1 beträgt 8300 kW, damit gilt die Lokomotive als die leistungsstärkste Gasturbinenlokomotive der Welt.

Die RŽD charakterisieren das Versuchsmodell folgendermaßen: erreichbare Geschwindigkeit bis 100 km/h, Kraftstoff ist verflüssigtes Erdgas, eine Fahrt ohne Nachtanken reicht bis 750 km. 2008 wurde die Gasturbinenlok auf der InnoTrans in Berlin ausgestellt.

Die überarbeitete ГТ1h.002 besitzt eine Anfahrzugkraft von 980 kN, die Zugkraft im Dauerleistungs-Regime (bei 33 km/h) beträgt 775 kN.

Etappen der Fertigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausarbeitung begann im Dezember 2006 nach der Unterzeichnung des Vertrages zwischen der RŽD und der Gruppe Sinara.[1] Spezialisten der Kompanie Kusnezow[2] schufen die starke Gasturbine НК-361 (NK-361) und den Antriebsblock der Gasturbinenlok. 2007 entstand die erste Versuchslokomotive, die auf der Basis der ВЛ15.008 hergeleitet wurde.[3] Die Gasturbine entstand in Samara,[4] die Montage der Lokomotive wurde in dem Ausbesserungswerk Woronesch durchgeführt. Die neue Lokomotive bekam die Bezeichnung ГT1-001 zuerkannt.

Am 4. Juli 2008 beförderte die ГT1-001 zum ersten Mal eine Güterzugeinheit. Die Masse des Zuges betrug 3000 t, und die Überprüfung wurde auf dem Abschnitt KinelSchigulewskoe More der Eisenbahn im Oblast Kuibyschew durchgeführt. Damals war geplant, dass die ersten Gasturbinenloks in Sibirien zum Einsatz kommen werden, wo die meisten Vorkommen von Erdgas lagern. Am 22. Dezember 2008 fuhr sie zum ersten Mal einen Güterzug mit einer Masse von 10.000 t, bestehend aus 116 Wagen. Ein Güterzug mit einer Masse von 15.000 t, bestehend aus 159 Wagen wurde zum ersten Mal am 23. Januar 2009 gefahren.

Am 12. Oktober 2009 erhielt die RŽD im Guinness-Buch der Rekorde ein Diplom für den Bau der leistungsstärksten Gasturbinenlok der Welt, die mit verflüssigtem Erdgas angetrieben wird.

Am 7. September 2011 fuhr auf dem Gleisring des VNIIZhT in Schtscherbinka ein Güterzug mit einer Masse von 16.000 t, bestehend aus 170 Wagen, was einige Institutionen in Russland fehlerhaft als Weltrekord auslegten.[5]

Im Jahr 2012 erfolgte, mit dem Ersatz der Diesel-Krafteinheit für die Erstellung der Hilfsenergie durch eine Akku-Batterie, eine Modernisierung. Seit der Zeit besitzt die Lokomotive den Index h (hybrid).

Ab August 2013 lieferte die Diesellokfabrik Ljudinowo eine Serienausführung der Gasturbinenlokomotive aus, die die Bezeichnung ГT1h-002 erhielt. Eine Sektion der Lokomotive ist als achtachsige Lokomotive ausgeführt in Analogie zu der Diesellok ТЭМ7. Die Serienausführung hat eine Dienstmasse von 360 t und einen Kraftstoffvorrat von 20 Tonnen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ru:Группа Синара
  2. Internetseite der Kompanie Kusnezow
  3. Internetseite mit Foto der neuen Lokomotive
  4. Zeitungsartikel aus der Iswestnjia mit der neuen Lokomotive (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive)
  5. Internetseite über die Beförderung von 16.000 t auf dem Gleisring der VNIIZhT