R. Kelly

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R. Kelly (2006)

Robert Sylvester „R.“ Kelly (* 8. Januar 1967 in Chicago) ist ein US-amerikanischer Sänger, Songschreiber und Musikproduzent. Mit weltweit mehr als 150 Millionen verkauften Tonträgern[1] ist er einer der erfolgreichsten Musikinterpreten der Gegenwart.

Neben seinen Solotiteln wie I Believe I Can Fly, für den er drei Grammys erhielt, oder If I Could Turn Back the Hands of Time ist Kelly auch für Kompositionen und Produktionen für andere Künstler wie unter anderem Michael Jackson, Britney Spears, Whitney Houston, Justin Bieber oder Céline Dion bekannt. In der 2000er-Dekade war Kelly nach Timbaland der Songwriter mit den meisten Platzierungen in den US-amerikanischen Singlecharts.[2]

Biografie[Bearbeiten]

Jugend und Privatleben[Bearbeiten]

Seine Kindheit verbrachte er mit seiner alleinerziehenden Mutter und seinen drei Geschwistern in einer Sozialsiedlung in der South Side von Chicago. 1993 starb seine Mutter Joanne Kelly an Krebs. In seiner Jugend profilierte er sich als Basketballspieler bei den Atlantic City Seagulls und entdeckte seine musikalische Begabung im Musikclub seiner Highschool. Anfangs spielte Kelly Klavier nach Gehör, später kaufte er sich ein tragbares Keyboard und verdiente als Straßenmusiker sein erstes Geld. Im Alter von zwölf Jahren war Kelly in eine Schießerei verwickelt, bei der ihn eine Kugel in die Schulter traf.

Am 15. Juni 2008 wurde Kelly sechs Jahre nach Anklageerhebung vom Vorwurf der Kinderpornografie freigesprochen. Zwölf Geschworene eines Bezirksgerichts in Chicago befanden Kelly in allen 14 Punkten der Anklage für unschuldig. Er war angeklagt, etwa zehn Jahre zuvor Geschlechtsverkehr mit einer damals 13-Jährigen gehabt und dies auf Video aufgenommen zu haben. Hauptbeweisstück war das Videoband, das ihn mit der Jugendlichen zeigen sollte. Kelly und das angebliche Opfer bestritten in dem Prozess erfolgreich, die darin gezeigten Personen zu sein.[3] Kelly ist verheiratet und hat zwei Töchter und einen Sohn.

Karriere in den 1990er Jahren[Bearbeiten]

1991 unterschrieb R. Kelly einen Vertrag bei Jive Records. Die erste Veröffentlichung hieß Born into the ’90s und brachte ihm 1993 in den USA erstmals Platin ein. Bei seiner ersten England-Tour trat er in London dreimal im ausverkauften Hammersmith Apollo auf. 18 Monate später bestritt er bereits fünf weitere ausverkaufte Shows in derselben Halle sowie einen Auftritt in Wolverhampton. Während sein Debütalbum in Großbritannien noch Silber einspielte, stand er mit dem Nachfolger 12 Play bereits an der Spitze der Pop-Charts. Your Body’s Callin’, die erste Singleauskoppelung, wurde Anfang 1994 Kellys erste Top 20-Single in Großbritannien. Sex Me (Pt. 1 & 2) wurde schließlich mit Gold ausgezeichnet. Sein Debütalbum erhielt Preise als Best Album und Best R&B Album bei den Billboard Music Awards 1994. Sein 1995 veröffentlichtes Nachfolgealbum mit dem Titel R. Kelly erhielt siebenfach Platin, und auch alle vier Singleauskopplungen wurden mit Platin ausgezeichnet. Auf seiner ausverkauften Europa-Tournee hießen seine Zwischenstationen Wembley-Stadion in London und NEC in Birmingham. Bei den Soul Train Music Award erhielt R. Kelly eine Auszeichnung für Bump ’N Grind in der Kategorie Best R&B/Soul Single Male, bei den Billboard Music Awards für das Best Album.

Neben seinen eigenen Veröffentlichungen betätigte er sich als Songwriter, Produzent sowie am Mischpult für namhafte Künstler. 1995 ließ Janet Jackson ihr Anytime, Anyplace von ihm remixen. Er schrieb, produzierte und arrangierte unter anderem Michael Jacksons Hit You Are Not Alone. Der Song wurde ein weltweiter Nr.-1-Erfolg. Für You Are Not Alone und Stroke You Up (Changing Faces) ehrte ihn die BMI Pop Citation of Achievement 1995 für seine künstlerisch wertvollen Leistungen. Später stellte sich jedoch heraus, dass Kelly den größten Teil der Melodie gestohlen hatte.[4] Sein Album R (Doppel-CD) erschien im Oktober 1998 und besteht aus 30 Titeln (130 Minuten Spielzeit), darunter die Hits I Believe I Can Fly und Gotham City. Die Singles wie auch das Album hielten sich wochenlang in den Top Ten und insgesamt ein halbes Jahr in den deutschen Charts. Kelly wurde allein in Deutschland mit Doppel-Platin für über 300.000 verkaufte Platten ausgezeichnet und konnte weltweit bisher über sieben Millionen Platten verkaufen.

Die Single I Believe I Can Fly aus dem Soundtrack von Space Jam brachte ihm bei der Zeremonie in der New Yorker Radio City Music Hall Grammys in den Kategorien Best Song For A Motion Picture, Best R&B Song und Best R&B Vocal Performance ein. Darüber hinaus war er noch für Record of the Year und Song of the Year nominiert. Bei den 28th Annual NAACP Image Awards siegte I Believe I Can Fly als Best Music Video und Best Song. Bei den BMI Awards kürte man ihn zum Pop-Songwriter of the Year 1998, und bei den MTV Video Music Awards wurde Kelly in mehreren Kategorien nominiert. Es folgte die Top-10-Single Gotham City aus dem Soundtrack von Batman & Robin.

Zu Beginn des Jahres 1999 folgten weitere Nummer-eins-Platzierungen in den Billboard-Charts mit I’m Your Angel, im Duett mit Pop-Diva Céline Dion. Bei den 1999er Grammy-Awards nominierte man ihn in den Kategorien Best Pop Collaboration Vocals für I’m Your Angel und Best R&B Performance by a Duo (für Lean Me On mit Kirk Franklin, Mary J. Blige, Bono & Chrystal Lewis), und bei den Source Hiphop Music-Awards wurde er von der Hip-Hop-Szene als Künstler des Jahres ausgezeichnet. Bei den Soul Train Awards ehrte man ihn als Entertainer of the Year und mit dem Best Male R&B/Soul Album. Weitere Ehrungen und Nominierungen folgten, so auch mit einer Auszeichnung als R&B/Hip-Hop Artist of the Year bei den Billboard Music Awards und Favorite Male Soul/R&B-Artist bei den American Music Awards. Im Jahresrückblick stellte das Billboard Magazine fest: „R. Kelly hatte mehr Top-40-Hits in den 90ern als irgendein anderer männlicher Solokünstler (15 Stück), davon waren allein acht Singles in den Top 10.“

Karriere ab 2000[Bearbeiten]

Kellys erste Singleauskopplung I Wish aus dem Album TP-2.com im Jahr 2000 belegte Spitzenpositionen in den internationalen Charts. In Deutschland platzierte sich der Song als Neueinsteiger auf Rang eins. Das Album wurde in den USA mit sechs Platin-Schallplatten ausgezeichnet. Für das im Herbst 2001 erschienene Studioalbum Invincible von Michael Jackson schrieb und produzierte er den Titel Cry, der in Europa auch als Single veröffentlicht wurde, jedoch nicht an den Erfolg von You Are Not Alone anknüpfen konnte. 2002 wurde Kellys erste Kollaboration mit Jay-Z veröffentlicht, die Platin erhielt. Das 2003 veröffentlichte Album Chocolate Factory war schon vor der Veröffentlichung auf Platz 1 der Billboard-Charts und beinhaltet Top-Ten-Hits wie Ignition, Snake oder Step in the Name of Love.

Ende 2003 folgte Kellys erstes Best-of-Album mit dem Titel The R. in the R&B Collection. 2004 hat er mit Happy People/U Saved Me und Unfinished Business zwei erfolgreiche Alben auf den Markt gebracht und wurde insgesamt viermal mit Platin ausgezeichnet. Letzteres war eine Zusammenarbeit mit Rapper Jay-Z. Aus den Alben wurden unter anderem Big Chips, Happy People und You Saved Me ausgekoppelt. Happy People/U Saved Me war in den Top 10 mehrerer Staaten, unter anderem in Großbritannien, USA und Deutschland genauso wie Unfinished Business, das die Nummer eins der US-Charts war. TP-3: Reloaded wurde am 5. Juli 2005 veröffentlicht und platzierte sich weltweit in den Top 10. In den USA wurde das Album mit Doppelplatin ausgezeichnet. Mit den Single-Auskopplungen In the Kitchen, Trapped in the Closet, Playa’s Only, Slow Wind, Burn It Up und Kickin’ It With Your Girlfriend wurde das siebte Studialbum von R. Kelly beworben.

Der Titel des achten Studioalbums, das am 29. Mai 2007 veröffentlicht wurde, lautet Double Up. Ausgekoppelt wurde die Single I’m a Flirt (Remix) zusammen mit Rapper T.I. und Sänger T-Pain. Der Song erschien auch als Original-Version zusammen mit Rapper Bow Wow auf seinem Album The Price of Fame. Der Song wurde am 7. März veröffentlicht und konnte sich schon vorher auf Platz 8 und 11 der amerikanischen R&B- und Rap-Tracks platzieren. Unterstützung erhielt er von T-Pain und T.I. und Produzenten und Künstlern wie Snoop Dogg, Ludacris, Nelly, Chamillionaire und Keyshia Cole. 2008 nahm R. Kelly mit Beyoncé ein Remix-Duett zum Track If I Were A Boy auf. Anlässlich der Wahl von Barack Obama zum Präsidenten schrieb R. Kelly den Titel I Believe. Dieser stand zum kostenlosen Download auf iTunes bereit.[5] In Deutschland wurde der Titel am 16. Dezember 2008 als Download-Single veröffentlicht. Nach der Inauguration Obamas stieg der Titel in die deutschen Charts auf Platz 92 ein.

2009 erschien ein weiteres Album Untitled, 2010 folgte Love Letter, ein Tribute-Album an R. Kellys Vorbilder Sam Cooke, Donny Hathaway und Marvin Gaye. 2012 erschien das Album Write Me Back, gefolgt von Black Panties im Jahr 2013. Diese letzten Alben konnten sich in Europa nicht nennenswert platzieren, erreichten aber in den Vereinigten Staaten die Top Ten. Ebenfalls 2013 wirkte R. Kelly bei Lady Gagas Song Do What U Want mit.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

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Die Zeitschrift Billboard kürte ihn 2010 zu dem erfolgreichsten R&B-Interpreten der letzten 25 Jahre.[6] Die Zeitschrift Vibe bezeichnete Kelly 2013 als größtes Musikgenie der letzten 20 Jahre.[7]

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: R. Kelly/Diskografie

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Evolution of R. Kelly – bet.com, abgerufen am 8. November 2013
  2. http://www.thejanuarist.com/most-successful-songwriters-1890-2008-and-60s-70s-80s-90s-2000s/
  3. Spiegel Online: Gericht spricht R. Kelly frei gesehen am 31. Dezember 2010
  4. Süddeutsche Zeitung: Gestohlener Welthit – King of Klau. 13. September 2007
  5. mwza.com: R. Kelly “I Believe” Obama Inspired. 17. Dezember 2008
  6. The Juice Presents Top 50 R&B/Hip-Hop Artists of the Past 25 Years — The Juice. Billboard.com. Abgerufen am 20. Februar 2011.
  7. http://www.vibe.com/photo-gallery/20-greatest-musical-geniuses-93

Weblinks[Bearbeiten]