RKW-Gruppe

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RKW SE
Rechtsform Societas Europaea (Aktiengesellschaft)
Gründung 1957
Sitz Frankenthal DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Harald Biederbick (Vorsitzender)
Reinhold Franke
Mitarbeiterzahl ca. 3.000
Umsatz 878 Millionen Euro
Branche Chemie verarbeitende Industrie
Website www.rkw-group.com
Stand: 31. Dezember 2018

Die RKW-Gruppe ist ein Unternehmen mit Hauptsitz in Frankenthal (Deutschland). Das Unternehmen bietet Produkte in den Bereichen Hygiene- und Agrarfolien, Folien für die Getränkeindustrie und Verpackungen für pulvrige Güter an. Weiterhin liefert das Unternehmen Folien und Vliesstoffe für Medizinanwendungen, für die chemische und weiterverarbeitende Industrie sowie für den Bausektor. Rund 3.000 Mitarbeiter an weltweit 20 RKW-Standorten verarbeiten jährlich 367.000 Tonnen Kunststoffe.[1]

Im Jahre 1957 gründete Jakob Müller die RKW-Gruppe als Rheinische Kunststoffwerke GmbH in Worms/Deutschland. Die Gesellschaft gehört gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Renolit SE zur JM Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KGaA, Worms und ist im Besitz der Gründerfamilie.

Leistungsprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die RKW-Gruppe verarbeitet 367.000 Tonnen Polypropylen und Polyethylen im Jahr. Daraus entstehen Folien und Vliesstoffe, die zu verschiedensten Produkten weiterverarbeitet werden. Schwerpunkte sind beispielsweise Hygiene- und Medicalprodukte (z. B. Babywindeln, Folien für Wundpflaster), Verpackungen für Konsumgüter, insbesondere Getränke- und Industrieverpackungen (z. B. zur Verpackung pulvriger Güter), Beutel und Tragtaschen sowie hochtechnische Folienprodukte, die industriell weiterverarbeitet werden. Die rechtlich eigenständige Tochtergesellschaft RKW Agri GmbH produziert Folien und Netze für den Einsatz in der Landwirtschaft und im Baubereich.

Unternehmensentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1957 gründete Jakob Müller in Worms die Rheinische Kunststoffwerke GmbH. Ziel war es, sich auf die Entwicklung und Produktion von Polyethylenfolien zu konzentrieren und diese voranzutreiben, während die Schwestergesellschaft Renolit PVC-Folien entwickelt und produziert.

Bis Mitte der sechziger Jahre expandierte RKW mit den Standorten Petersaurach und Echte zunächst in den nord- und süddeutschen Raum. 1966 folgte mit der RKW Iter in Spanien der erste ausländische Standort. Ende der 1990er Jahre begann dann die bis heute fortschreitende Internationalisierung des Unternehmens.

Die internationale Expansion hat RKW zugleich immer wieder mit Akquisitionen verbunden, die das Know-how für spezielle Anwendungen und Technologien auf dem Folien- und Vliesstoffsektor erweitert haben. So stieß 1998 die belgische ACE S.A. zum Firmenverbund und mit dieser Gesellschaft die erste ausländische RKW-Produktionsstätte für Hygienefolien und medizinische Anwendungen. Ein Jahr später folgte RKW Sweden und damit die eigene Herstellung von Compounds und Filled Polyolefins. Neben der Akquisition weiterer Produktionsstätten in Frankreich und Finnland sowie eines Vertriebsstandorts in den USA übernahm die RKW 2002 vier Standorte der ehemaligen BP Plastics. Im Zeitraum zwischen 1998 und 2003 hat sich der Jahresumsatz von RKW etwa vervierfacht.

In den vergangenen zehn Jahren stand die Expansion außerhalb Europas im Fokus, beginnend mit dem ersten Standort in Fernost. Seit 2004 zählt die RKW-Tochtergesellschaft in Vietnam zur Unternehmensgruppe.[2] Im Jahre 2009 hat das Unternehmen sein erstes „Greenfield-Projekt“ in Angriff genommen und damit in Ägypten seine erste Produktionsstätte auf dem afrikanischen Kontinent gegründet. 2011 folgte mit der Übernahme des US-Folienherstellers Danafilms[3] ein weiterer Schritt in Nordamerika, die jüngste Aktivität war die Einweihung des ersten Standortes in China.[4] Das Werk in Guangzhou fertigt Folien für den Hygienebereich und wird derzeit weiter ausgebaut.

Ein weiterer Schwerpunkt der jüngeren Vergangenheit bildete der Ausbau der internationalen Präsenz im Bereich der Agrarfolien. 2015 übernahm RKW die Hyplast NV im belgischen Hoogstraten.[5] Zwei Jahre später investierte die Unternehmensgruppe einen Millionenbetrag in den Produktbereich und nahm an den Standorten Hoogstraten und Michelstadt neue Anlagen in Betrieb.[6] Zuvor war der betreffende Geschäftsbereich in der RKW Agri GmbH rechtlich verselbstständigt worden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Quelle EuroBulk Systems: http://www.eurobulksystems.com/readnews.aspx?id=1518
  2. Quelle Online-Fachzeitschrift „plasticker“: http://plasticker.de/Kunststoff_News_21499_RKW_Hersteller_von_Kunststofffolien_und_Vliesstoffen_mit_neuem_Vertriebschef_in_Asien
  3. Quelle: Online-Fachzeitschrift „plasticker“: http://plasticker.de/Kunststoff_News_13178_RKW_Gruppe_Folienhersteller_akquiriert_US_Folienproduzenten_Danafilms__Ausweitung_der_Praesenz_in_Nordamerika?div=&firmid=15213&start=10&anzeige=13&begriff=RKW und „Kunststoff Web“: https://www.kunststoffweb.de/ki_ticker/RKW_Folienhersteller_expandiert_in_Nordamerika_t218195
  4. Quelle: Online-Fachzeitschrift „Kunststoff Web“: https://www.kunststoffweb.de/ki_ticker/RKW_Folienproduzent_baut_erstes_Werk_in_China_t227983
  5. Quelle: Online-Fachzeitschrift „Plastverarbeiter“: http://www.plastverarbeiter.de/17040/rkw-uebernimmt-folienhersteller-biofol-film/
  6. Quelle: Nachrichtenagentur „EUWID Kunststoff“: https://www.euwid-kunststoff.de/news/einzelansicht/Artikel/rkw-gruppe-investiert-hohen-millionenbetrag.html/