RTK-Vermessung

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Die RTK-Vermessung (Real Time Kinematic) ist ein Verfahren der Geodäsie zum Aufmessen oder Abstecken von Punkten mit Hilfe satellitengestützter Navigationssysteme wie GPS, GLONASS, Beidou oder Galileo. Dabei werden Genauigkeiten von 1 bis 2 cm erreicht. Die Koordinaten der Punkte können nach der Initialisierung in Echtzeit berechnet werden. Voraussetzung ist ein ungestörter Empfang der Signale von mindestens fünf GPS-Satelliten (empfohlen werden mindestens sechs). Insgesamt werden mindestens zwei GPS-Antennen benötigt: die erste ist die Referenzstation, die zweite der Rover, dessen Position durch dreidimensionales polares Anhängen an die Referenzstation nach dem Basislinienverfahren bestimmt wird.

Statt temporärer können auch permanente Referenzstationen eingesetzt werden, die von einem privaten Betreiber oder von den Vermessungsverwaltungen der Bundesländer zur Verfügung gestellt werden (SAPOS, ASCOS). Um nicht zu viele Referenzstationen einrichten zu müssen, ist man zu Netz-RTK übergangen. Hier werden mehrere Referenzstationen vernetzt und Korrekturdaten an den Rover im Vermessungsgebiet über Mobiltelefon (= per GSM; veraltet, nur noch in einigen Bundesländern verfügbar) oder mobiles Internet (Protokoll: Ntrip) übermittelt (SAPOS-Vernetzung).

Die maximale Entfernung des Rovers von der Referenzstation beträgt bei temporären Referenzstationen unter günstigen Bedingungen bis zu 10 km. Bei permanenten Referenzstationen ist ab 20 km RTK nicht mehr möglich. Bei Netz-RTK sind die Referenzstationen 50 bis 100 km voneinander entfernt. So lohnte es sich hier erstmals, ein flächendeckendes Netz von Referenzstationen aufzubauen.

Für Netz-RTK gibt es theoretisch zwei Verfahren, die angewandt werden können. Beim ersten Verfahren werden an den Nutzer im Messgebiet lediglich Parameter zur Flächenkorrektur übermittelt. Beim zweiten Verfahren, das in der Praxis ausschließlich benutzt wird, sendet der Rover seine Näherungskoordinaten über Mobiltelefon in die Vernetzungszentrale, wo eine optimale Dreiecksvermaschung berechnet und dann Korrekturdaten für diese Näherungsposition zurück an den Rover übermittelt werden (Prinzip der virtuellen Referenzstation).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Bauer: Vermessung und Ortung mit Satelliten. 5. Auflage. Wichmann-Verlag, Heidelberg 2003, ISBN 3-87907-360-0.