Rabbit in Ruhe

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Rabbit in Ruhe (engl. Rabbit at Rest) ist ein 1990 erschienener Roman von John Updike. Es ist der vierte und umfangreichste Roman der fünfteiligen Rabbit-Serie, die mit Hasenherz beginnt und die ihre Fortsetzungen findet in Unter dem Astronautenmond und in Bessere Verhältnisse und die mit Rabbit, eine Rückkehr 2002 endet. Die deutsche Übersetzung von Maria Carlsson erschien 1992.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Handlung setzt im Dezember 1988 ein. Harry „Rabbit“ Angstrom, der Antiheld der Serie und ehemalige Basketballstar seiner Schulmannschaft in seiner Heimatstadt Brewer in Pennsylvania, hat zumindest zeitweise seine Geburtsstadt verlassen und sich und seiner Frau Janice in Florida ein zweites Domizil für die Wintermonate gegönnt. Sein Sohn Nelson leitet nun das Familienunternehmen Springer Motors, ein Toyota-Autohandel, das die finanzielle Basis der Familie bildet. Aber auch in Florida wird Rabbit nicht wirklich glücklich. Er ist deprimiert, gelangweilt und ist mittlerweile gefährlich übergewichtig, weil er ständig Chips und Nüsse knabbern muss.

Rabbit hat mittlerweile zwei Enkel, den vierjährigen Roy und die neunjährige Judy, die ihm besonders am Herzen liegt. Sie rettet er bei einer Segeltour vor dem Ertrinken und kann damit verhindern, dass ein altes Familientrauma sich wiederholt. Im ersten Roman hatte seine schwer angetrunkene Frau ihr zweitgeborenes Kind – auch ein Mädchen – in der Badewanne ertrinken lassen. Doch er erleidet bei dieser Aktion einen Herzinfarkt. Spätestens nach diesem Erlebnis wird seine Beschäftigung mit dem Tod immer intensiver.

Nach der Rückkehr nach Brewer im Frühjahr erwarten ihn schon bald weitere existenzbedrohende Probleme. Er findet heraus, dass sein Sohn schwer drogenabhängig ist und es wird aufgedeckt, dass er das dafür nötige Geld in der Firma unterschlagen hat.

Nach seiner Herzoperation – einer Ballondilatation – muss er sich damit auseinandersetzen, dass seine Frau die gefährdete Situation der Familie durch die finanziellen Unterschlagungen des Sohnes oftmals ganz anders einschätzt. Stattdessen fängt sie eine neue berufliche Karriere als Immobilienmaklerin an, geht wieder zur Schule und lässt Rabbit zunehmend allein. In einer Nacht kommt es zu einem sexuellen Kontakt zwischen Rabbit und seiner Schwiegertochter Pru, die beide aneinander Halt in einer verzweifelten Situation suchen. Pru sieht ihr Leben an dem schwer gescheiterten und inzwischen gewalttätig gewordenen Nelson veröden, und Rabbit hat ständig seinen Tod vor Augen.

Während Nelson eine Entziehungskur machen muss, übernimmt Rabbit noch einmal die Geschäftsführung der Autohandlung, doch am Ende kann auch er nicht verhindern, dass Toyota aufgrund der finanziellen Machenschaften Nelsons der Firma die Konzession entzieht. Kurz darauf stirbt seine langjährige Geliebte Thelma.

Als Nelson im Herbst aus seine Therapie zurückkommt, kann Pru den Fehltritt zwischen ihr und Rabbit nicht für sich behalten und gesteht der Familie ihre ‚Verfehlung’. Rabbits Frau Janice ist maßlos empört über diesen Fehltritt und droht ihm an, ihm niemals zu verzeihen.

Das ist für Rabbit das Signal, wieder einmal zu fliehen, wie schon im ersten Roman. Er verlässt ohne Ankündigung das Haus und fährt allein nach Florida in seine Ferienwohnung. Dort ergeht er sich in langen Reflexionen über sein bisheriges Leben und über den Zustand des Landes, da er in dieser für Rentner ungewöhnlichen Zeit in Florida in seiner Wohnanlage fast allein ist. Er beginnt, außerhalb seiner üblichen Wegstrecken auch in die Schwarzenviertel zu gehen und entdeckt dort Jugendliche beim Basketball, der Sportart, in der er zum einzigen Mal in seinem Leben „im Glanz“ stand.

In Erinnerung an seine früheren Fähigkeiten versucht er, mit den Jugendlichen mitzuhalten, bittet sie mitspielen zu dürfen – trotz der eindeutigen Warnzeichen seines Körpers – und erleidet bei einem dieser Versuche einen schweren Herzinfarkt und bleibt „wie tot“ liegen. Nachbarn informieren die Polizei, diese informiert ihrerseits die Familie. Der Roman schließt auf der Intensivstation, wo Harry „Rabbit“ Angstrom, angeschlossen an medizinische Geräte, noch einmal kurz das Bewusstsein erlangt. Die Diagnose des Arztes lässt keine Hoffnung auf eine Genesung zu. Janice und Nelson besuchen ihn und er hat ein „letztes“ Gespräch mit seinem Sohn.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John Updike: Rabbit in Ruhe (engl. Rabbit at Rest). Rowohlt, Reinbek, 7. Auflage 1994, ISBN 3-499-13400-4
  • Kindlers neues Literaturlexikon. CD-ROM 2000

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Roman erhielt 1991 den Pulitzer-Preis und 1995 die William-Dean-Howells-Medaille.